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Das Verlorene Tal (1934)

Genre:

Heimatfilm mit Blut- und Boden Klischee, Volkstümlicher Hochgebirgsroman, Bergingenieurmilieu

Herstellung:

Schweiz/Deutschland 1934

Fassung:

s/w

Regie:

Edmund Heuberger

Regie-Assistenz:

Heinz Sander

Produktion:

Basilea-Film, Basel - Terra Film AG, Berlin - Film-Finanzierungs-AG, Zürich - Charles W. Morell - Ralph Scotoni

Drehbuch:

Edmund Heuberger nach dem Roman von Dr. Gustav Friedrich Renker "Das verlorene Tal. Ein Roman von Jagd und Liebe" (Reinhardt-Verlag, Basel 1931)

Kamera:

Franz Weihmayr 

Kamera-Ass.:

Wilhelm Buhler

Musik:

Fritz Wenneis

Ton:

Walter Rühland (Tobis-Klangfilm)

Schnitt:

Else Baum

Bau:

Hans Jacoby

Länge:

2802 m oder 3050m

Filmdauer:

102 Minuten oder 111 Minuten

Uraufführung:

05.06.1934, Ufa Theater, Kurfürstendamm, Berlin

05.09.1934, Apollo - Zürich

Freigabe ab:

?? Jahre - Jugendfrei

Prädikat:

in Deutschland - Künstlerisch wertvoll

Zensur: 5.6.1934
Verleih: TERRA-Filmverleih GmbH
Darsteller:

Mathias Wieman (René von Eisten),  

Lotte Spira (Giovanna Stettler), 

Marieluise Claudius (Verenna Stettler), 

Harry Hardt (Hans Alteggen, Ingenieur), 

Olaf Bach (Josi, der Waldhüter), 

Liliane Dietz (Yvonne d´Ivry), 

Werra Liessem (Lisa Amann), 

Armand Zaepfel (Rudi Boss), 

Armin Schweizer (Blunzli), 

Ferdinand Asper (Morgenthaler), 

Magnus Stifter, 

Rudolf Biebrach, 

Fred Immler, 

Ingolf Kuntze, 

Fred Göbel, 

Paul Rehkopf

Den Einwohner von Poschiavo und San Carlo ist der Schutzwald gegen die Lawinen etwas Heiliges. Nach einer alten Legende sollen die darüber liegenden Berge ein verlorenes Tal umschließen - ein Paradies, das den Menschen unzugänglich bleibt.....

Nach langer Abwesenheit kehrt der Schlossherr René (Mathias Wieman), Flieger und Erfinder, aus Paris zurück, wo ihn die verführerische und schöne Yvonne (Liliane Dietz) nicht länger zu halten vermochte.

Auf dem Landsitz begegnet er Verena (Marieluise Claudius), der Verlobten des ehrgeizigen Ingenieurs Alteggen (Harry Hardt), die er heimlich liebt.

Verena hat von der Gemeinde eine Radium-Mine erworben, die Alteggen nutzen möchte, in dem er den angrenzenden Wasserfall umleitet. Für die entsprechenden Bohrarbeiten stellt René sein eigenes Grundstück zur Verfügung.

Am Abend vor der Betriebseinweihung leiten die gekränkten Bauern das Wasser wiederum in sein ursprüngliches Bett zurück, welches durch den heiligen Wald führte. Verena gibt ihnen recht. 

René sucht mit seinem Flugzeug die Gegend nach dem verlorenen Tal ab, jedoch ohne Erfolg, da Nebel die Sicht behindert. Auch Alteggen versucht kletternd, die geheimnisvolle Region zu erreichen, doch er stürzt ab. René und Verena finden ihn schwerverletzt vor einem unterirdischen Felsgang liegend, der erst durch die Bohrungen zum Vorschein gekommen war. Nachdem der schwerverletzte ins Dorf hinuntergebracht wurde stellen sie fest, das es der Zugang zum Verlorenen Tal ist, welches die beiden nunmehr vereinten Liebenden mit Ergriffenheit entdecken.

EINE ANDERE FASSUNG

Der Schloßherr René von Eisten war vor vielen Jahren zusammen mit Verena Stettler in das verlorene Tal gekommen, in dem sich die Bergdörfer Puschlay und San Carlo befinden. Später hatte er seinen Besitz wieder verlassen, um sich als Erfinder und als Sportflieger einen Namen zu machen. René ist nun auf sein Schloß zurückgekehrt. Er ist sich mit den Bewohnern der Bergdörfer darüber einig, daß der zu seinen Besitz gehörende Wald, der sie vor Lawinen schützt, niemals abgeholzt werden darf. Die darüber liegenden Berge sollen einer alten Sage nach ein unzugängliches, "verlorenes Tal" umschließen. Verenas Mutter Giovanna, die mit ihrer Tochter in einem Patrizierhaus wohnt, hat bisher darauf geachtet, daß dieses Übereinkommen eingehalten wird. Da behauptet wird, Renés Vater habe ihren eigenen Vater auf der Jagd getötet, hat Verena ihre Gefühle zu René unterdrückt und sich inzwischen mit dem ehrgeizigen Ingenieur Alteggen verlobt. Alteggen hat in den Bergen eine Quelle mit radiumhaltigem Wasser entdeckt, die den schützenden Wald bewässert. Da er sie nutzbar machen will und das verlorene Tal nicht kennt, veranlaßt er Verena, René die Quelle abzukaufen. Bei den Plänen, die der junge Ingenieur vorlegt, ergeben sich jedoch Meinungsverschiedenheiten mit dem Baurat. Während Alteggen der Ansicht ist, die Quelle müsse bereits oben abgefangen werden, wo sie an die Oberfläche tritt, vertritt der Baurat die Meinung, dies solle erst unten geschehen. Dennoch kann sich der Ingenieur durchsetzen und erhält von René die Erlaubnis, die notwendigen Sprengarbeiten durchzuführen. Als Arbeitsquartier stellt er Alteggen sogar eine Hütte zur Verfügung. In dieser Hütte müssen Verena und René wenig später eine Nacht verbringen, die ihnen Klarheit über ihre Gefühle verschafft. Die Arbeiten an der Quelle stehen unmittelbar vor ihrem Abschluß. Kurz vor ihrer festlichen Einweihung erscheinen die Bewohner der Bergdörfer und setzen Alteggen davon in Kenntnis, daß sie die Quelle wieder in ihr altes Bett zurückgeleitet haben, um den Wald vor dem Austrocknen zu schützen. Da sie um den Bestand der Quelle kämpfen wollen, sieht sich der Ingenieur genötigt, zu dem "verlorenen Tal" hinaufzusteigen. Auf dem Weg dorthin stürzt er von einer Wand ab, kann aber schwerverletzt gerettet werden. René und Verena finden zueinander, und Verena schenkt die ihr gehörende Quelle der Bevölkerung der Bergdörfer, deren Fortbestand dadurch gesichert wird. (nach: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung)

Der Film erhält in Deutschland das Prädikat künstlerisch wertvoll, obwohl es ihm Schweizer Kritiker, Langatmigkeit, flaue Charakterisierung, und sentimentale Süßlichkeit, unterstellen

Ein Streifen der aus dem Rosenbergischen Mystizismus hervorging. Ein "Gegenspieler" Goebbels, der die Rückkehr zu den alten germanischen Volkstraditionen anstrebte. Rosenberg war innerhalb der NSDAP der "Reichsverband Deutsche Bühne", dem Kampfbund der deutsche Kultur, unterstellt, der erst 1936 in Goebbels Reichskulturkammer einverleibt werden konnte. (1)

aus:  (1) Geschichte des Films - 1934 -1939 - Jerzy Toeplitz -  München: Rogner & Bernhard, 1980  )

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Film im Verleih:

nicht bekannt
Als Leihvideo: nicht bekannt
Als Kaufvideo: nicht bekannt
 

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Stand: 13. October 2002