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Paracelsus (1943)

Genre: Drama, Historie
Herstellung: Deutschland 1943
Fassung: s/w
Regie: Georg Wilhelm Pabst
Produktion: Bavaria-Filmkunst GmbH, München - Fred Lyssa
Drehbuch: Kurt Heuser
Kamera: Bruno Stephan
Musik:

Herbert Windt

"In Traurigkeit, in Heiterkeit" - "Trummel trummelt trum trum trum, Die" - "Wie Walther von der Vogelweide" (Martin Urtel)

Ton: Emil Specht
Bauten: Herbert Hochreiter, Walter Schlick
Schnitt: x
Länge: 2943 m auch 2916m
Filmdauer: 84 Minuten (100 Minuten ???) 106min
Verleih: Donau-Film-Ges. Verleih u. Vertrieb München - Kristall-Film Verleih und Vertrieb, Düsseldorf
Uraufführung: 12.03.1943 - Salzburg
Uraufführung: 14.11.1960 -  DFF 1
Freigabe ab:

12 Jahre - f 

damals - Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll

Darsteller:

Werner Krauß (Paracelsus), 

Mathias Wieman (Ulrich von Hutten), 

Harald Kreutzberg (Fliegenbein der Gaukler), 

Fritz Rasp (Magister), 

Rudolf Blumer (Blümner???) (Froben, der Buchhändler), 

Erich Dunskus (Der Wirt), 

Herbert Hübner (Reichsgraf von Hohenried), 

Victor Janson (Der Bürgermeister)

Harry Langewisch (Hans Pfefferkorn der reiche Händler), 

Annelies Reinhold (Renata Pfefferkorn, seine Tochter), 

Franz Schaftheitlin (Erasmus von Rotterdam), 

Hilde Sessak (Kellnerin), 

Josef Sieber (Jakob Bilse, Paracelsus Kammerdiener), 

Karl Skraup (Surgeon, der Chirurg), 

Franz Stein (Doktor), 

Peter Martin Urtel (Johannes Famulus),
Bernhard Goetzke (Ein Begleiter Paracelsus')
Oskar Höcker (Ein Mitglied des Stadtrats)
Maria Hofen (Die Magd bei Froben)
Klaus Pohl (Ein Arzt aus dem Gefolge des Magisters)
Werner Stumvoll (Ein Mann um Paracelsus)
Hans von Uritz (Der Hauptmann)
Egon Vogel (Urias, Pfefferkorns Schreiber)
Joachim Wedekind (Ein Begleiter des Magisters)
Arthur Wiesner (Der Roßarzt)

 

Basler Episode vom Leben und Wirken des Schweizer Arztes Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541), genannt Paracelsus, als Arzt, Naturforscher und in der Chirurgie seiner Zeit weit voraus.

Seinen Gegnern ist der legendäre Basler Arzt Paracelsus ein Dorn im Auge. Denn er folgt nicht den Lehren der Fakultäten, er stellt seine ganz persönlichen Theorien von der Heilkunde auf. Er ging als Begründer einer auf naturphilosophischen und alchimistischen Vorstellungen beruhenden medizinischen Lehre in die Geschichte ein. Seine These, dass die Außenwelt direkt auf den menschlichen Organismus einwirkt, setzte ihn in einer vom Obskurantismus beherrschten Zeit schweren Verfolgungen aus.

Er sieht sich als Arzt des Volkes und sein Grundsatz lautet: „Der höchste Grund der Arznei ist die Liebe“. Als es Paracelsus gelingt, den von allen aufgegebenen Buchdrucker Froben zu heilen, ist seine Lehre mit einemmal in aller Munde. Die Studenten strömen ihm nur so zu, während die konservative Fakultät nur auf eine Gelegenheit wartet, ihn zu zerstören. Zum Verhängnis wird Paracelsus beinahe der ehrgeizige Student Johannes, der ein noch unerprobtes Elixier seines Lehrers verwendet und damit einen Menschen tötet. Die Gegner Paracelsus’ nutzen die Chance und verlangen, daß man den unschuldigen Arzt einsperrt. Kleinliche Anfeindungen vertreiben ihn aus der von der Pestseuche bedrohten Stadt. Paracelsus gelingt die Flucht mit Hilfe eines Gauklers, den er einst heilte, und er lebt fortan als Wanderarzt ein bescheidenes, aber erfülltes Leben.

Der österreichische Regisseur Georg Wilhelm Pabst, seit 1932 im Ausland tätig und,  im Besitz eines Ausreisevisums für die USA, nur durch den Kriegsausbruch zurückgehalten, musste mit diesem Film dem NS-Staat Konzessionen machen, besonders in pathetischen Aussprüchen, die dem Ritter Ulrich von Hutten in den Mund gelegt wurden.

Dieser in den Kriegsjahren entstandene Film von Pabst ist wenig bekannt. Das mag daran liegen, dass der Regisseur Zugeständnisse an das Nazi-Regime machen musste. So ist in den Dialogen ein gewisses Pathos festzustellen. Manche Szenen erinnern jedoch an den Pabst der großen Tage, insbesondere die Geißelprozession und der von geisterhafter Musik begleitete Totentanz des Jongleurs Fliegenbein, der den Einzug der Pest in die Stadt symbolisiert. Manche Kritikern zählen diesen entdeckenswerten Film sogar zu den Pabstschen Meisterwerken.

Suggestive Massenszenen mit Hysterien der Angst und des Aberglaubens beschwören ein "finsteres Mittelalter". Unvergesslich der Tänzer Harald Kreutzberg als Pestkranker Gaukler in pantomimischen Szenen. 

(auch aus: Lexikon des internationalen Films)

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Film im Verleih:

nicht bekannt
Als Leihvideo: nicht bekannt
Als Kaufvideo: nicht bekannt
 

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Stand: 26. February 2005