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Herz der Welt (1951)

Genre:

Biografie

Herstellung:

Deutschland 1951

Fassung:

s/w

Regie:

Harald Braun - Regieassistent: Rainer Geis

Produktion:

NDF - Georg Richter

Drehbuch:

Harald Braun, Herbert Witt

Kamera:

Richard Angst, Albert Westphal, Lutz Hapke (Assistenz), Wolfgang Brünjes (Standfotos)

Musik:

Werner Eisbrenner

Ton:

Hans Wunschel

Make Up:

Raimund Stangl

Kostüme:

Herbert Ploberger

Art Director:

Robert Herlth, Hermann Warm, Bruno Monden

Schnitt:

Claus von Boro, Hilwa von Boro (Assistenz)

Länge:

3085 m

Filmdauer:

110 Minuten

Uraufführung:

29.02.1952 - Hannover - Kino BRD

11.06.1954 - Kino DDR 

TV-Erstausstr.:

30.03.1959 - DFF 1

01.05.1967 - ARD 

Freigabe ab:

12 Jahre - empfehlenswert ab 14 - ffr

Darsteller:

Hilde Krahl (Bertha von Suttner), Dieter Borsche (Arthur von Suttner), Werner Hinz (Basil Zaharoff), Mathias Wieman (Dr. Alfred Nobel), Heinrich Gretler (Graf Fürstenberg), Michael Lenz (Lt. Philipp von Gobat), Dorothea Wieck (Therese von Gobat), Alfred Neugebauer (Baron von Suttner), Käthe Haack (Baronin von Suttner), Paul Bildt (Fehrenbach), Paul Henckels (Prof. Gutgesell), Erich Ponto (Minister), Therese Giehse (Frau im Abteil), Wolfgang Liebeneiner (Chefredakteur), Else Ehser, Rolf Möbius, Hans Quest, Claire Reigbert, Hansi Wendler, Fritz Hube, Alfred Pongratz,

1952 - Festivalbeitrag Cannes (24.4. bis 10.5. 1952)

Auszeichnungen:

1953 - Deutscher Filmpreis "bester Film zur Förderung des europäischen Gedankens"
1953 - Deutscher Filmpreis Drehbuch Harald Braun und Herbert Witt
1952 - Evangelische Filmgilde: Bester Film des Monats März
1952 - David O. Selznick Preis - Silber Lorbeer "Bester der Völkerverständigung dienender Film in Deutscher Sprache"
1952 - Bambi "Künstlerisch bester deutscher Film"
1952 - Silberne Grotius Medaille an Harald Braun für Buch und Gestaltung

Filmbibliografie der berühmten österreichischen Friedenskämpferin Berta von Suttner (1843-1914), die 1905 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Von humanitären Ethos geprägt, bezieht der ebenso engagierte, wie besinnliche Film seine Überzeugungskraft besonders aus den schauspielerischen Leistungen von Hilde Krahl und Werner Hinz.

In einem Abteil im Zug von Berlin nach Wien sitzt eine alte Dame, Baronin Bertha von Suttner. Vor Jahren war ihr Name als Trägerin des ersten Friedens-Nobelpreises in aller Munde. Baronin von Suttner reist am Vorabend des Krieges 1914 nach Hause. 

Sie erinnert sich und sieht deutlich wieder die Zeit vor sich, als sie sich von ihrer Familie trennte und Alfred Nobel, den Erfinder des Dynamit, kennen lernte. Sie konnte zwar nicht verhindern, das Nobel seine Dynamit-Patente dem Waffenhändler Zaharoff übertrug, doch als sie ihren Roman "Die Waffen nieder" veröffentlichte, wurde nicht nur Nobel von der Richtigkeit ihrer Ziele überzeugt, sondern auch ihr Mann, Arthur von Suttner, schlug sich auf ihre Seite. Alfred Nobel gründete die Stiftung des Nobelpreises, der Bertha von Suttner 1905 verliehen wurde. Als der Zug in Wien einfährt, sitzt Bertha von Suttner noch immer in der Ecke ihres Abteils. Sie ist für immer eingeschlafen.

Harald Braun, der Regisseur, erhebt die Hauptgestalten des Films aus der nüchternen Wirklichkeit ihres Lebens ins Sinnbildliche. Sein Bildstil ist jene Zwielichtigkeit Rembrandts, die unserer Phantasie zu träumen erlaubt. Eine filmische Magie, durch die wir mehr sehen, als nur die vorüberhuschenden Bilder auf der Leinwand. An der Kamera, dem Zauber des Lichts verschworen, Richard Angst (Karl Sabel, Westdeutsche Allgemeine, 19.02.52) (aus Movieline)

Der Film "Herz der Welt" wurde auch in der DDR gezeigt. Er wurde dort mit einem Prolog versehen, der von dem bedeutenden Schauspieler Eduard von Winterstein gesprochen wurde. Darin heißt es, dass der Bonner Regierung dieser humanistische Film unerwünscht sei, denn sie unternehme alles, der Öffentlichkeit diesen Film vorzuenthalten. (...) Harald Braun teilte übrigens von Winterstein in einem freundlichen Brief vom 1. Juli 1954 mit, dass sein Film mit Hilfe staatlicher Bürgschaften hergestellt worden und auf der Berlinale 1953 mit dem offiziellen Regierungspreis für gesinnungsbildende Filme ausgezeichnet worden sei. Winterstein möge dies bitte den betreffenden Stellen in der DDR mitteilen. 

Dieser Vorgang führte dazu, dass der Interministerielle Prüfungsausschuss für Ost/West-Filmfragen anregte, in alle Verträge mit der DDR solle der Passus aufgenommen werden, "ein Film dürfe nur ohne sinnverändernde und sinnentstellende Zusätze dort aufgeführt werden".
(Walter Euchner - Unterdrückte Vergangenheitsbewältigung: Motive der Filmpolitik in der Ära Adenauer, in: Gegen Barberei. Essays Robert M. W. Kempner zu Ehren. Herausgegeben von R. Eisfeld und J. Müller, Frankfurt/Main 1989, S. 350)

(auch aus: Lexikon des internationalen Films  und  Movieline)

Link:

Film im Verleih:

nicht bekannt -  ehemals bei Schorcht Int.
Als Leihvideo: nicht bekannt
Als Kaufvideo: nicht bekannt

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Stand: 27. April 2002