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Solange du da bist (1953)

Genre: Melodram
Herstellung: Deutschland 1953
Fassung: s/w - 
Regie: Harald Braun
Produktion: NDF, Georg Richter
Drehbuch: Jochen Huth
Kamera: Helmuth Ashley
Musik: Werner Eisbrenner
Bauten: Walter Haag, Charlotte Flemming
Schnitt: Claus von Boro
Länge: .... m
Filmdauer: 103 Minuten
Uraufführung:

27.08.1953 - Kino BRD

25.06.1954 - Kino DDR

TV-Erstausstr.:

07.09.1963 - ZDF

Freigabe ab: 12 Jahre - empfohlen ab 14 -f
Darsteller:

O.W. Fischer (Frank Tornau), Brigitte Horney, Hardy Krüger (Stefan Berger), Maria Schell (Eva Berger), Mathias Wieman (Drehbuchautor), Walter Richter, Paul Bildt

Inhalt:

Der Unfall, den die Komparsin Eva Berger bei einer Filmaufnahme erleidet, bringt den erfolgreichen Regisseur Frank Tornau auf die Idee, aus ihrem Leben einen Film zu machen. Er kauft Eva und Stefan Berger die Geschichte ihrer Ehe ab, die alle Gefahren des Kriegs und des Nachkriegs überstanden hat, weil eine tiefe Liebe die beiden Menschen verbindet. Tornau lässt Eva Berger selbst die Hauptrolle in dem Film spielen, der diese Liebe verherrlichen soll. Bisher war Mona Arendt Star vieler Tornau Filme gewesen, doch ihr Name begann zu verblassen. Tornau, rücksichtslos auf seinen Erfolg bedacht, hatte ihr nur noch kleine Rollen in seinen Filmen gegeben. Verzweifelt suchte Mona Arendt die Chance, noch einmal zu einer großen Rolle zu kommen, und diese Chance schien sich ihr in der Bereitwilligkeit eines Bankiers, einen Film zu finanzieren, zu bieten. Mona bringt ihn mit Frank Tornau zusammen. Tornau, besessen von seiner Idee versteht es, die Finanzierung für sein Experiment zu gewinnen. vergeblich warnt Mona Arendt den Regisseur Tornau davor, das Leben selbst für einen Sensationserfolg zu missbrauchen Doch Tornau, der einen Erfolg wittert hat kein Ohr für sentimentale Bedenken. Er kann nur lachen, als Stefan Berger ihn bittet, seine Frau nicht noch einmal die schwere Vergangenheit im Film durchleben zu lassen, unter der sie im Leben beinahe zerbrochen wäre. Zerrissen zwischen seiner 
Verantwortung für Eva und dem Wunsch, ihrem Glück nicht im Wege zu stehen, muss Stefan zusehen, wie seine Frau sich
quält und ihm durch die Arbeit mit Tornau immer mehr entfremdet wird. Was sieben Jahre Not und Trennung nicht erreicht hatten, die Ehe von Eva und Stefan zu gefährden, das erreicht nun die Lockung des Erfolges.
Während Eva bei den Filmaufnahmen noch einmal alle glücklichen und bitteren Stunden, die sie mit Stefan geteilt hatte, erlebt, verfällt sie immer mehr der kalten, überlegenen Persönlichkeit Tornaus, der des letzte Gefühl aus ihr herauspresst, um seinen Hunger nach der Echtheit des Lebens zu befriedigen. Wieder warnt ihn Mona Arendt: Sein Film ist eine wahre Liebesgeschichte! Was ist er für ein leerer, armer Mensch, wenn er aus Ehrgeiz die Liebe zerstört! Tornau ist taub für alle Warnungen. Hungert er nicht längst nach Eva selbst? Am letzten Aufnahmetag hat Eva die Szene zu spielen, unter deren Erinnerung sie seit Jahren leidet. Auf einer kleinen Bahnstation, im Chaos der Flucht, hat sie eine Sekunde lang die Wahl, sich selbst in Sicherheit zu bringen oder bei Stefan zu bleiben, der, verwundet, nicht die rücksichtslose Kraft hat, sich in den abfahrenden Zug zu zwängen. Jahre litt sie unter dem Schuldgefühl gegenüber Stefan. Tornau hetzt sie in die Erinnerung bis zum Zusammenbruch. Als Eva am Ende ihrer Kraft ist, verlangt Tornau, das sie ihr bisheriges Leben zurücklassen und mit ihm kommen soll. Hin und her gerissen zwischen Film und Leben, Schein und Wirklichkeit, fasziniert von dem merkwürdigen Mann Frank Tornau, geht sie mit Stefan wie in einer Trance nach Hause. Was wird sie halten, der, wirre Traum vorn Glück oder die Liebe zu Stefan?
Eva kehrt in ihre Welt zurück. Einsam bleibt Tornau zurück. Noch einmal wird Eva vor die Entscheidung gestellt, als Tornau am Tage der Premiere des Filmes seinen Drehbuchautor in die Bergersche Wohnung schickt. Er lässt Eva bitten, an der Festvorstellung teilzunehmen. 
Und Eva geht am Abend in den Filmpalast, von dessen Fassade in riesiger Größe. ihr Kopf leuchtet. Sie geht hin, um Klarheit zu gewinnen. Sie will Tornau sagen, das sie nun weiß, wohin sie gehört. Tornau verliert das, was er später sein Schicksal nannte, doch er gewinnt mehr: Respekt vor dem Leben!
Würdigung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg verkauft eine junge Flüchtlingsfrau ihre Lebensgeschichte als Filmstoff und läuft Gefahr, in der sensationslüsternen Medienszene sich selbst und ihren Mann zu verlieren.

Regisseur Braun, der in seinen Nachkriegsfilmen (u.a. "Nachtwache", "Der fallende Stern") zeitbezogene Lebensfragen anschnitt, warnte hier vor der Vermarktung des eigenen Schicksals, doch sein Film geriet zum psychologisch unglaubhaften Melodram ohne künstlerische Geschlossenheit.

(auch aus: Lexikon des internationalen Films) Inhaltsbeschreibung: Film Revue 15/ 1953

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Film im Verleih:

nicht bekannt
Als Leihvideo: nicht bekannt
Als Kaufvideo: nicht bekannt
 

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Stand: 04. May 2002