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MATHIAS WIEMAN

 

Mathias Carl Heinrich Franz Wieman, geboren am 23. Juni 1902 in Osnabrück als Sohn eines Anwalts. Nach dem frühen Tod des Vaters wächst er in Wiesbaden, dann in Berlin auf, wo er nach dem Abitur Kunstgeschichte und Philosophie studiert.

Er bewirbt sich erfolglos bei einer Wiener Bühne, besucht drei Monate lang die Schauspielschule des Deutschen Theaters und schließt sich 1922 einer Wanderbühne an. 1924 debütiert er am Deutschen Theater und wird darauf häufig als unverstandener jugendlicher Rebell eingesetzt.

Zum Film kommt er 1925. Ohne sich auf ein Genre festzulegen, tritt er ebenso in Der fidele Bauer (1927) wie in Königin Luise (1927) oder Tagebuch einer Kokotte (1939) auf, wobei er auch hier meist einsame junge Männer verkörpert. 1930 spielt er die Hauptrolle in der Ufa-Produktion Rosenmontag, in der er als junger Leutnant beinahe das Opfer einer verwandtschaftlichen Intrige wird, die ihn mit seiner Verlobten auseinanderbringen soll.

In Karl Ritters Patrioten (1937) wird er während des Ersten Weltkrieges als Flieger über Frankreich abgeschossen und verliebt sich in eine junge Schauspielerin (Lida Baarova), die ihn pflegt.

Im Sinne nazistischer Ideologie nur scheinbar eindeutiger fällt die Verfilmung von Storms Der Schimmelreiter (1933) aus, in der Wieman als Deichgraf Führertum, Opfermut und "Volk ohne Raum Gesinnung" vertritt - mit fatalen Folgen.

Nach Kriegsende unternimmt Wieman Lesungen in Kriegsgefangenenlagern, lässt sich in Hamburg nieder, gastiert an verschiedenen deutschen Bühnen und arbeitet bis Mitte der sechziger Jahre für den Film; häufig unter Harald Braun (Solange du da bist, 1953; Der letzte Sommer, 1954).

Mathias Wieman stirbt am 3. Dezember 1969 in Hamburg.

 

entnommen aus: Die Gesichter der UFA - Starportraits einer Epoche - Friedemann Beyer - München: Heyne, 1992

 

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Stand: 27. August 2001