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 Wieman über seine Anfänge

Unter der Menge der Gesichter, die man in Jahren und Jahrzehnten auf der Leinwand sah, gibt es nur wenige, die im Gedächtnis haften geblieben sind. Sie tauchten nicht wieder unter wie so viele, die da plötzlich aus unbekanntem Dasein ins grelle Licht gezogen wurden, kurze Zeit zu interessieren vermochten und bald in Vergessenheit gerieten. Und diese Gesichter, die bei jedem Erscheinen fesselten, die immer wieder neu wirkten, hinter denen man mehr spürte, als nur den Reiz des Augenblicks, sie gehörten Künstlern, die durch die Menschlichkeit ihrer Darstellung zu packen wussten, denen alles theatralische fremd war, denen es gelang, die Gestalt, die sie zu verkörpern hatten, soweit wie möglich mit der eigenen Person zu identifizieren. Zu diesen Künstlern gehört Mathias Wieman. Es ist ein stiller Ruhm, der ihn begleitet, er passt ganz zu dem stillen Wesen dieses Menschen, der es nie liebte, sich in den Vordergrund zu schieben, sondern es als beglückende Aufgabe betrachtet, der Kunst dienen zu dürfen. Wenn hier zunächst von dem Filmschauspieler Wieman die Rede ist, so bedeutet dies keineswegs das die Bühne bei ihm eine nebengeordnete Rolle spielt, nur hat sich kaum ein anderer Schauspieler mit solchem Ernst den filmischen Aufgaben gewidmet wie er. Als er einmal während der Atelierarbeit gefragt wurde, wie er als Schauspieler zum guten Film stünde, antwortete er: "wir hoffen, gerade einen zu machen!" in dieser Antwort liegt die strenge Auffassung Wiemans von dem Film als Kunstwerk; sie zeigt, wie unerbittlich er mit den Forderungen an sich selber ist. Das unter solchen Umständen der Weg dieses Künstlers sehr wiederstandsreich war, das seine Entwicklung langsam vor sich ging, das es ein auf und ab gab, ein immer neues Beginnen, das Zeiten kamen, da er, der echte deutsche Schauspieler, auf der deutschen Bühne heimatlos wurde - mag vielleicht verwundern, ist aber begreiflich. Und darum dürfte es besonders reizvoll sein, einmal von Wieman selbst eine Schilderung seines Werdens zu erhalten, einen Abriss seines Lebens, das immer unter der Devise des Ringes und Kämpfens gestanden hat.

 

"Ich bin in Osnabrück geboren", so erzählt Mathias Wieman, "als einziges Kind eines Juristen." An den Vater habe ich keine Erinnerung, denn er starb, noch ehe mein Bewusstsein wach war. Das einzige Bild, das mir aus jener Zeit vor Augen steht, ist der Großvater, wie er in einem Hausrock im Lehnstuhl saß und eine große Pfeife rauchte. Die Mutter zog dann nach Wiesbaden, blieb aber dort nur ein Jahr, um endgültig nach Berlin überzusiedeln, wo sie später zum zweiten Male heiratete. Wenn ich an Wiesbaden denke, erinnere ich mich immer meiner kleinen Spielgefährtin aus dem Nachbarhause, mit der ich fast jeden Tag im Garten zusammen war, und des Tages, da ich ihr die Hand zum Abschied geben musste. In diesem Augenblick fühlte ich einen sehr großen Schmerz, den ich heute noch spüre, wenn ich daran denke. Aber ein paar Stunden danach traten neue Ereignisse in den Vordergrund, vor allem war es der Schlafwagen, in dem wir nach Berlin fuhren, der zum Gegenstand grenzenloser Bewunderung wurde. Das ein Schlafraum mit Betten, Waschtisch und Wandschrank auf den Schienen dahinrollte, das konnte mein kleines Hirn nicht so ohne weiteres fassen, und so wurde diese Fahrt zu einem starken Erlebnis für mich.

Die Weltstadt mit ihrem wogenden Getriebe war der nächste neue Eindruck, aber ehe ich überhaupt zur Besinnung kam, zogen wir in eine stillere Gegend, nach Lichterfelde, wo ich auch die Schule besuchte, das Schiller-Gymnasium. Als einziges Kind hatte ich natürlich alte Schwierigkeiten durchzumachen, die ein solches Alleinsein mit sich bringt, denn ein gemeinsames Erleben mit Geschwistern bringt bei einem jungen Menschen viel leichter eine innere Aufgeschlossenheit, und möglicherweise liegt hier die Ursache meines in sich gekehrten Wesens. Dazu kam auch, das im Hause meines Stiefvaters, der ein bekannter Kunsthistoriker war, viele ernste Gespräche geführt wurden, die ein empfängliches Gemüt - früh auf die Welt der Ideen und der Kunst hinlenken mussten.

Schon frühzeitig hatte ich den Zwang, zu lesen, und noch bevor ich zur Schule kam, war ich dazu imstande. Die Veranlassung gab wohl die Tatsache, das ich unser Mädchen, das ich oftmals bat, mir ein Märchen oder eine Sage vorzulesen, im Verdacht hatte, große Stellen zu unterschlagen, um nur rasch zum Ziel zu kommen. Sie hatte schließlich den ganzen Tag über angestrengt gearbeitet, und so konnte man es ihr schon nachfühlen, das sie nicht gerade begeistert war, mir noch lange Geschichten vorzulesen. Da mir mitunter die Zusammenhänge nicht klar erschienen, vermutete ich, das sie eigenmächtig Kürzungen vornahm, deshalb trachtete ich danach, bald so weit zu, sein um selbst Bücher lesen zu können. Ging ich mit der Mutter spazieren, so deutete ich auf einen Buchstaben eines Ladenschildes oder eines Plakates und fragte sie, was das sei. Auf diese weise prägte ich mir allmählich das ganze Alphabet ein. So konnte ich bereits lesen, als ich in die Vorschulklasse des Gymnasiums kam. Meine Lieblingsdichter in dieser Zeit waren Uhland und Graf Strachwitz, ich las also Lyrik und Sagen, aber auch gelegentlich ein dramatisches Werk wie "Herzog Ernst von Schwaben" obwohl das für mich noch schwierig war, weil ich mir aus den Dialogen kein Bild eines Handlungsablaufes zu machen vermochte, denn so weit ging Vorstellungskraft noch nicht.

Bildete also das Lesen meine große Leidenschaft, so trat parallel hierzu noch eine andere, nicht minder starke Neigung: die Fliegerei. Ich hatte schon in der Wiesbadener Zeit eine Luftfahrtaustellung in Frankfurt am Main besucht, auf der alle möglichen Modelle der ersten primitiven Apparate, der Vorläufer des Flugzeuges, gezeigt und auch Vorträge über Versuche und Entwicklung der Fliegerei gehalten wurden. Seitdem war mein Interesse für diese Dinge erwacht, und wo immer ich Abbildungen von Flugmaschinen fand oder Berichte über Flugversuche las, schnitt ich sie aus und sammelte sie. Eines Tages nun kam Orville Wright, der berühmte Flugzeugtechniker, der zusammen mit seinem Bruder Willbur die ersten Flüge mit motorisch getriebenen Flugzeugen aufgeführt hatte, nach Berlin, um hier eine Maschine vorzuführen. Natürlich war das eine Sensation aller ersten Ranges und alles strömte hinaus nach Tempelhof, wo der Flug stattfinden sollte. Ich gab nicht eher Ruhe, bis die Mutter mit mir zum Startplatz fuhr; leider wurde jedoch an diesem Tage noch nichts aus der Vorführung. Da ich nun aber den Weg wusste, pilgerte ich täglich nach Tempelhof, bis es so weit war und Wright sich mit seiner Maschine unter dem Jubel der Zuschauer zwei oder drei Meter hoch in Lüfte erhob und etwa vierzig oder fünfzig Meter weit dahinflog.

Dieses Interesse für die Fliegerei blieb. Ich trieb mich in meiner freien Zeit auf allen Berliner Flugplätzen umher, in Tempelhof, Johannisthal, Teltow; ich kannte jedes Modell, fast alle Flugzeugbauer, die hier mit ihren selbst gefertigten Apparaten Probeflüge veranstalteten. Ich sah Helmuth Hirth, Anton Fokker, Hans Vollmöller - da war auch der Berliner Postschaffner Gustav Witte, den die Fliegerei wohl stärker interessierte als der Postdienst, und der mit seinem selbstgefertigten Flugzeug immer wieder Probeflüge veranstaltete, bis er eines Tages tödlich abstürzte. Da gab es noch so manche abenteuerliche Gestalt, Männer, die fanatisch die fliegerische Idee verfochten und die in die Praxis umzusetzen versuchten. Und von den meisten kaufte ich mir Postkarten und besorgte mir ihre Unterschriften. Im Kriege wurde diese Manie noch schlimmer. Sobald einer der Flieger im Heeresbericht rühmend erwähnt wurde, schrieb ich ihm ins Feld und erhielt auch fast immer eine Antwort. Nein, ich kann mich heute über Autogrammjäger nicht beklagen, ich habe es damals mindestens ebenso arg getrieben. Ich besitze aus jener Zeit sogar Fotos mit den Unterschriften von Hermann Göring, Manfred von Richthofen, Ernst Udet, Günther Plüschow. Einmal fragte ich den Leutnant Eisenmenger, der wegen eines kühnen Luftkampfes im Heeresbericht genannt worden war, nach den näheren Umständen seines Sieges. Da antwortete er mir kurz und bündig:

Sie fragen, wie ich das gemacht habe? Höchst einfach: der Engländer hat schlechter geschossen als ich!" Aus diesem fliegerischen Interesse heraus entstand ganz automatisch der Wunsch, selbst Flugzeuge zu bauen und mit ihnen zu fliegen, aber dem stand leider die Tatsache gegenüber, das ich ein schlechter Mathematiker war. Mathematik war meine unglückliche Liebe, ich hätte es brennend gern auf diesem Gebiet weitergebracht, und ich bemühte mich auch verzweifelt darum, - aber es langte einfach nicht, ich kam über die Note Mangelhaft nicht hinaus. Trotzdem bastelte ich mir kleine Flugzeugmodelle - es musste eben auch ohne statische Berechnungen gehen! An den Schauspielerberuf habe ich damals überhaupt nicht gedacht, zumal auch die Lehrer nicht imstande waren, in mir die Liebe zur dramatischen Literatur zu wecken. Ich hatte durch die Lektüre der klassischen Werke meine eigene Vorstellung von den Dichtern und der Dichtkunst, und so wehrte ich mich gegen diese Art, Literatur zu betreiben. Nur ein Lehrer bildete eine rühmliche Ausnahme. Er war ein großer Verehrer Heinrich von Kleist und hatte verschiedene Schriften über ihn veröffentlicht. Da ich diesen Dichter ebenfalls liebte, begegneten wir uns auf demselben Wege und seine Darlegungen fanden bei mir ein starkes Echo. Es kam auch nie vor, das ich Gedichte aufsagte, ich war dazu gar nicht geeignet, und wenn ich auch einmal für eine Festveranstaltung aus Anlass des 50. Geburtstages des Ordinarius meinen Mitschülern " Antigone " in griechischer Sprache einstudierte, so besagt das gar nichts, denn irgendeiner musste ja diese Aufgabe übernehmen. Das ich im übrigen Keinerlei Interesse für das Theater hatte, mag auch daraus hervorgehen, das ich mein Schülerabonnement für klassische Nachmittagsaufführungen kaum benutzte, sondern die meisten Karten verschenkte. Natürlich überschattete der krieg diese Jahre sehr hart. Der Mangel an männlichen Kräften war so fühlbar geworben, das man zu Notmaßnahmen schritt und den Hilfsdienst schuf, der sich aus Frauen, Alten und Jungen zusammensetzte. Ich wurde ebenfalls herangezogen, und zwar machte ich Postzustelldienst.

Vom Nachmittag bis in den späten Abend war ich unterwegs und da ich nicht eher heimging, bis der letzte Brief zugetragen war, rückte ich bald zum Telegrammboten auf Das bittere Ende von 1918 machte auch meine letzten fliegerischen Hoffnungen zunichte, denn die deutsche Luftfahrt erhielt ja durch das Versailler Diktat ihren Todesstoß. Dennoch - das möchte ich hier gleich erwähnen - habe ich vierzehn Jahre später meinen Knabentraum insofern verwirklicht, als ich tatsächlich fliegen lernte und den Flugzeugführerschein Land A b erwarb; aber das konnte man ja nun nur als Liebhaberei werten, denn ich war inzwischen längst Schauspieler geworden.

Für meinen Stiefvater war es beschlossene Sache, das ich das Abitur machen und studieren würde, ich selbst hatte zunächst noch keinen Plan. Da sah ich eines abends im Großen Schauspielhaus Werner Krauß als Julius Cäsar, und plötzlich war ei mir, als fielen Schleier von meinen Augen. Das, was ich hier erlebte, war nicht Theater im üblichen Sinne, das war Leben, war Wirklichkeit, die einen mitriss, erschütterte! So stark wirkte dieses Ereignis auf mich, das fortab meine Einstellung zum Theater anders wurde. Mit brennendem Interesse sah ich andere Aufführungen, zog vergleiche, begann Abwägungen anzustellen, ,ob dieser oder jener schauspielerische Ausdruck mit meinem eigenen Gefühl übereinstimmte, ob ich eine Darstellung als Äußerung einer inneren Neigung empfand, oder als raffinierte Mache. Natürlich stützte sich meine Ansicht nur auf das bloße Empfinden, denn ich war ja noch viel zu jung, viel zu unerfahren, um Maßstäbe anlegen zu können, die auf einer eingehenden Kenntnis vom Wesen des Theaters beruhten aber ich verfolgte doch alles mit leidenschaftlicher Anteilnahme. Und je mehr ich sah, desto stärker wurde der Wunsch in mir, zur Bühne zu gehen - es war eine langsame Entwicklung, ein innerer Prozess, der durch jene Aufführung bei Julius Cäsar in Gang gekommen war. Es kam zunächst gar nicht in Frage, das ich daheim solche Pläne erörterte, ich konnte mir schon im voraus sagen, das ich auf heftigsten widerstand stoßen würde. Schauspieler - das war doch kein solider Beruf, das kam doch für einen gebildeten Menschen überhaupt nicht in Frage! So machte ich also das Abitur und bezog die Universität. Kunstgeschichte, Philosophie, Sprachen - so war es bestimmt, so tat ich es auch. Aber mit meinem herzen war ich ganz woanders, ich überlegte, wie ich es anstellen sollte, um zu dem, Ziel zu gelangen, das mir vorschwebte. Vier Semester waren verstrichen, ich hatte auch versucht, zu arbeiten, aber ich fand, das ich so an die Kunst nicht herantreten sollte, wie es die Kunstgeschichte tat, das ich zum Beispiel ein Bild nicht vom Museum aus, sondern vom Maler her betrachten müsste. Da beschloss ich eines Tages, mein Schicksal nach meinem eigenen Willen zu gestalten, erklärte daheim, nach Wien fahren zu wollen, um mich dort umzutun und gegebenenfalls dort weiter zu studieren. natürlich hatte ich ganz andere Absichten. In Wien - da war das Burgtheater, In Wien - da hatte ein Witterwurzer, ein Kainz gewirkt - dort musste sich mir das Theater in der höchsten Vollendung, in der stärksten Ausstrahlung zeigen!

Ich hatte mir durch Nachhilfestunden eine Summe Geldes gespart, die meinen Fonds bilden sollte. Alles war genau eingeteilt, ich konnte mir ausrechnen, wie lange ich damit reichen würde. Bis Passau fuhr ich mit der Bahn, dann hängte ich meinen Koffer über die Schultern und trat den Fußmarsch nach Wien an, immer an der Donau entlang. Es war schon reizvoll, durch die kleinen Dörfer und alten Städtchen zu streifen, ab und zu grüßte ein Kloster, von den Bergen oder eine Burgruine, hin und wieder zog ein Schiff seine Bahn, ich rastete am Ufer oben auf einer blühenden Wiese, ich schlief mal in einem billigen Rasthaus, mal im Freien - und als zehn Tage vergangen sein mochten, tauchten Wiens Türme auf. An einem Nachmittag um 4 Uhr langte ich am Donautal an. An der ersten Litfasssäule, die ich auf meinem Wege fand, las ich, das im Burgtheater Hamlet gespielt wurde. Ich fasste dies als ein günstiges Omen auf, besorgte mir sofort eine Eintrittskarte, gab meinen Koffer in der Theatergarderobe ab und stand also am Abend in jenem Hause, wo sie so oft aufgetreten waren, deren Name Inbegriff für höchste Schauspielkunst bedeutete. Vielleicht hatte ich mit im jugendlichen Überschwang eine zu idealistische Welt aufgebaut, hatte die Erwartungen allzu hoch gespannt, jedenfalls war ich von dieser Aufführung enttäuscht. Das würdest du ganz anders machen, sagte ich mir, das kannst du viel besser spielen, bildete ich mir ein - Jugend ist eben immer revoltierend. Nach der Vorstellung hieß es, eine Unterkunft zu finden, ich fragte mich nach dem Studentenheim in der Porzellangasse durch und hatte auch Glück, denn da gerade Semesterferien waren, gab es genügend Platz. Ich legitimierte mich mit meiner Studentenkarte, der alte Hausmeister begrüßte mich als Reichsdeutschen sehr herzlich, und so war ich also gut untergebracht. Mein Etat war sehr klein, täglich legte ich mir die Frage vor, ob ich mir ein warmes Essen oder eine Theaterkarte leisten sollte, und meistens fiel die Entscheidung zugunsten des Theaterbesuches. Den ersten Starken Eindruck in Wien vermittelte mit eine Aufführung von Florian Geiger im Raimund-Theater mit Eugen Klöpfer in der Hauptrolle. Da es mir peinlich war, infolge meiner häufigen Theaterbesuche den alten Hausmeister immer heraus zu trommeln, bat ich ihn um einen Hausschlüssel, aber das war nicht gestattet. Er beruhigte mich im übrigen mit der Erklärung, das jemand noch später heimkehre, ein Student, der sich in einem Café als Geiger ein paar Mark nebenbei verdiene. Im übrigen war es ihm gar nicht unsympathisch, das ich ihn wecke, denn er hatte gern Gesellschaft, und so plauderten wir noch ein Weilchen bei einem Glas Zuckerwasser; zu einem anderen Getränk langte es weder bei ihm noch bei mir, zudem war es auch vor dem Schlafengehen sehr beruhigend! Zum Theater wollte ich, das war doch der eigentliche Zweck meines Wiener Besuches, also versuchte ich immer wieder, mein Anliegen vorzubringen. Ich lief von Tür zu Tür, ich sprach den Sekretär, ich fragte den Supernumerar, ich kam zum Regierungsrat und landete schließlich beim Hofrat. Schauspieler wollen Sie werden? - Ja, aber da ist gar keine Aussicht, wir sind auf Jahre eingedeckt hieß es. Mir wollte das nicht in den Sinn, das man sich mit Künstlern eindeckte, enttäuscht zog ich wieder ab und sann nach, welchen Weg ich gehen müsste. Eines Tages saß ich in einem Café in der Nähe der Oper und las in den Zeitungen, die hier in Mengen herumlagen. Ich wollte wieder etwas Kontakt mit der Welt bekommen, mich über die Ereignisse informieren, die inzwischen eingetreten waren, aber plötzlich fiel mein Blick auf eine Anzeige in einem Berliner Blatt. Ich las, das die Schauspiel schule des Deutschen Theaters noch sechs besonders begabte Schüler aufnähme - - das war der Wink des Schicksals, ich konnte keine Stunde verlieren, ich musste sofort nach Berlin!

So eilig hatte ich es und so vollkommen erfüllt war ich von dem Gedanken, das ich ganz und gar vergaß, meinen Kaffee zu bezahlen und hinaus stürmte. Nach vielen Jahren, als mich die Filmarbeit einmal nach Wien führte, habe ich diese Schuld eingelöst; man sah mich kopfschüttelnd an, als ich die Zeche bezahlte, die ich vor dreizehnt Jahren gemacht hatte! ...

Der Koffer war rasch gepackt, und schon saß ich im nächsten Personenzug, der nach Berlin ging, in der vierten Wagenklasse Herrgott, wie lange doch die Fahrt dauerte! Wenn ich nur nicht den Termin versäume!, so ging es mir andauernd durch den Kopf. Ich kam in das Büro des Theaters und dachte, das man mich sofort prüfen würde, statt dessen schob mir ein Herr mit einem Klemmer auf der Nase ein Formular hin und begann mich zu examinieren: "was ist ihr Vater?' - Ich sah ihn erstaunt an - was hatte denn mein Vater - damit zu tun? - Kann er das Schulgeld bezahlen?' ging es weiter. - Er darf um Himmelswillen nichts davon erfahren!' rief ich, er würde sich auch hüten, mir dafür Geld zu geben - das werde ich selber zahlen, von meinen Nachhilfestunden!' - Das wäre ihm zu unsicher, - meinte er darauf, worauf ich fragte, ob es genügte, wenn ich das (Schulgeld für ein. Vierteljahr vorauszahlte.' Damit war er einverstanden. Ich verkaufte meine schöne Münzensammlung, ließ mich von den Vätern meiner Schüler bevorschussen, und so brachte ich das Geld zusammen und durfte an dem Unterricht teilnehmen. Wie anders hatte ich mir auch das vorgestellt! Die Schule, so meinte ich, wäre der Vorhof zu einem Tempel, der erst bevölkert würde von solchen Desperados, wie ich einer war, die sich mit ihren Nägeln durch die dicken Wände hindurch kratzen müssten - statt dessen fragte man sie zunächst, ob sie eine Sicherheit für das Schulgeld bieten könnten! Nein, die Wirklichkeit sah anders aus, sie hatte mit meinen Vorstellungen nichts zu tun; aber man musste wohl diesen Weg gehen. Da ich noch an der Universität immatrikuliert war, besuchte ich die Abendkollegs, um Studium und Schauspielunterricht miteinander in Einklang zu bringen und mir auch Zeit für Nachhilfestunden an lassen.

Als man im Deutschen Theater den Bajazzo als Pantomime gab, wurde ein Statist gesucht, der den Esel darstellen sollte, den man vor den Thespiskarren spannte, aber die Berufsstatisten hielten es für entwürdigend, auf vier Beinen zu gehen, obwohl es doppeltes Geld gab. Da ich aber Geld brauchte, erklärte ich mich bereit dazu und stellte also den Esel dar - mein Debüt auf der Bühne! Es war gewiss keine Aufgabe, die geeignet sein konnte, Begeisterung zu wecken, aber ich musste ja jeden Pfennig herumdrehen, ehe ich ihn ausgab, selbst mit dem Fahrgeld musste ist ökonomisch sein. So hatte ich mir genau ausgerechnet, welches, der kürzeste Weg vom Theater zum Bahnhof war - er führte mitten durch das Kaufhaus Wertheim und ich benutzte Ihn deshalb auch!

Da kam Strindbergs Traumspiel heraus und ich beneidete jenen Statisten am Bühneneingang, der von dem sein leben lang wartenden Offizier mit dem Rosenstrauß gefragt wird: "Ist Fräulein Viktoria schon gegangen?" – " Nein, Fräulein Viktoria ist noch nicht gegangen - sie geht nie!" Das war die Antwort, das war dieser eine Satz! Wenn ich den gesprochen hätte, müsste man erkennen, was für eine Begabung in mir steckte! Ich wünschte, das der Statist einmal verhindert wäre und man fragen würde, wer ihn vertreten könnte. Dann würde ich mich melden und hätte eine Chance - aber der Statist erfreute sich blühender Gesundheit, er dachte nicht daran, mir zuliebe krank zu werden! Als drei Monate vergangen waren, hatte ich endgültig die Überzeugung erlangt, das ich an der Schauspielschule nicht das lernen würde, was ich lernen wollte. Ich gab deshalb den Unterricht auf und sah mich nach einem anderen Weg um. Da las ich eines Tages am schwarzen Brett der Universität, das eine Spielgemeinschaft im schleswig-holsteinischen, die sich 'Der Maskenwagen der Holtorf-Truppe' nannte, junge Schauspielerkräfte suchte. Vielleicht ist dies der Weg, dachte ich. Es gab heftige Auseinandersetzungen daheim, als ich erklärte, mich nun unwiderruflich für den Schauspielerberuf entschieden zu haben, aber setzte allen Widerständen meinen unbeugsamen Willen entgegen und verließ Berlin, um mir ein neues Leben aufzubauen.

Wer war nun jene Truppe, zu der ich jetzt stieß, woher kam sie, was wollte sie? Man muss wissen, dass kurz nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges die deutsche Jugend von einer unerhörten kulturellen Aktivität ergriffen wurde und bot allem in den Grenzgebieten sich Spielgemeinschaften bildeten, um die inneren Werte des Volkes zu verteidigen, den Massen Besinnung und Ermutigung zu geben, sie aus der Hoffnungslosigkeit einer zerrissenen Zeit hinzuführen zu ihrem ureigensten Wesen. Die Holtorf-Truppe, die ihren Sitz in Heide hatte, wo sie ihre Proben abhielt und die Spielzeit vorbereitete, bestand aus 10 männlichen und 6 weiblichen Mitgliedern - Studenten, Musiker, Schauspieler, die erfüllt waren von dieser Mission, die nicht danach fragten, ob sie Ruhm oder Geld einheimsten, denn der Programmzettel nannte keine Namen und von Gage konnte keine Rede sein. Wir nähten unsere Kostüme und malten untere Dekorationen selber. Mir kochten uns das Essen oder speisten in der Armenküche, wir wohnten in Kammern und spielten In Gasthöfen, und das Geld, das wir einnahmen, steckten wir immer nur in das Unternehmen, damit es sich weiterentwickeln konnte. Wir stellten eine Kompanie dar, in der der einzelne nichts, das Ganze aber alles bedeutete - es war eine große Hingebung bis zum letzten und zum äußersten an eine reine Sache.

 

Wir führten jene Mysterienspiele auf, die als die Vorläufer des Dramas zu gelten haben, wir gaben die Schwänke von Hans Sachs, wir spielten den 'Doktor Faustus' nach Texten des 17. Jahrhunderts, den Totentanz nach den Lübecker Drucken von 1463 und 1520, die "Soldaten" von Lenz. Es kam vor, das wir auf einer Bühne spielten, unter der sich ein Schweinestall befand und die Borstentiere zu rebellieren begannen, als über ihnen ein künstliches Gewitter losging und nicht immer waren die Gastwirte gut auf uns zu sprechen, denn die Leute vergaßen oftmals über der Andacht des Schauens und Hörens die Theke, die im Hintergrunde stand. Uns focht dies alles nicht an, wir waren mit Eifer bei der Sache, und wir fühlten uns glücklich, wenn wir den anderen ein paar glückliche Stunden schenken durften.

Nach einjähriger Tätigkeit unterbrach ich diese Praxis, weil ich doch das Bedürfnis spürte, noch zu lernen. Und ich hatte das Glück, einen Lehrer zu finden, der die Gabe besaß, in einem jungen Künstler die Fähigkeiten zu wecken, die noch in ihm schliefen - es war Hubert Heinich, geschäftlicher Direktor, Oberregisseur und Schauspieler des Lessing-Theaters in Berlin. Ich habe ihm viel zu danken, denn er ist es gewesen, der meine Entwicklungskräfte freigemacht hat und mich auf den richtigen Weg führte. Etwa ein halbes Jahr dauerte dieser Unterricht, dann ging ich zurück zur Holtorf-Truppe, die ihre Spielbezirke immer weitet ausdehnte, nach Westfalen, Württemberg, Bayern und Sachsen zog und eines Tages auch vor den Toren Berlins anlangte. Wir spielten nun auch häufig in richtigen Theatern, denn es gab eine Menge Gebäude, die in diesen Notzeiten leer standen, und so war es auch in Potsdam, wo wir im Schauspielhaus Büchners "Woyzeck" aufführten. Die Berliner Presse entsandte ihre ersten Kritiker, die einmal die Truppe, die so viel von sich reden machte, unter die Lupe nehmen wollte. Da aber In diesen Tagen gerade der große Buchdruckerstreik ausbrach, konnten die Blätter nicht erscheinen, und so befanden wir uns schon wieder irgendwo in Mitteldeutschland, als uns eine solche verspätete Kritik in die Hände fiel. Ich war doch einigermaßen überrascht, als ich da las "Diese Schwärmer verraten ihre Namen nicht - eine schöne Selbstopferung und Absage an das Starwesen. Aber der Darsteller des Woyzeck soll doch genannt werden, er heißt dem Vernehmen nach Wieman. Er ist jung, aber schon reif. In einer still bezwingenden Art, mit feinen, reinen Händen trug er das Schicksal der Armut zu unserem Herzen' . . .

Diese Woyzeck-Aufführung hatte noch einen anderen Erfolg: ich erhielt einen Brief des Deutschen Theaters, in dem ich gebeten wurde, mich doch einmal vorzustellen. Ich steckte das Schreiben ein, reagierte zunächst nicht darauf, und erst einige Zeit später, als ich aus Ärger darüber, das sich mein brennender Wunsch, den Hamlet zu spielen, nicht erfüllte, von der Truppe schied, erinnerte ich mich an diese Aufforderung und suchte das Deutsche Theater auf. Ich sprach zwei Rollen vor - den Moritz Stiefel und den Woyzeck, und wurde sofort engagiert. Um aber nicht das Schicksal so vieler junger Schauspieler zu teilen, das man von einer großen Bühne verpflichtet, aber nur ganz ungenügend beschäftigt wurde, ließ ich die Klausel in den den Vertrag setzen, nur kleine Rollen zu spielen, wenn es sich um solche von besonderer Schönheit und Bedeutung handelte. Meine Antrittsrolle war der Arnold Kramer - den Michael Kramer spielte Eugen Klöpfer. Als mich auf der ersten Probe ein Bühnenarbeiter sah, trat er auf mich zu, schaute mir prüfend ins Gesicht und fragte: Sind sie nicht der Esel vom Bajazzo?' Ich lachte, bejahte und freute mich, das mich noch jemand aus der Zeit kannte, wo ich hier als Schüler statiert hatte. Fünf Jahre gehörte ich dem Deutschen Theater an, es war künstlerisch eine ungemein fruchtbare Zeit, denn ich spielte nicht nur große Rollen, sondern ich stand auch neben den Gewaltigen auf der Bühne, die einem als Schüler und auch als wandernder Komödiant wie ferne Bergriesen erschienen waren, lernte an ihnen und musste neben ihnen bestehen. Und als dann ein junger Regisseur auftauchte, der einen unerhört frischen Atem brachte und ganz neue, lebendige Töne anschlug, Heinz Hilpert, da begann eine Zusammenarbeit mit ihm, die zu großen und nachhaltigen Erfolgen führte. Als eine der schönsten Vorstellungen aus dieser Zeit ist mir die Aufführung von Troilus und Cressida unter Hilperts Leitung in Erinnerung geblieben, in der ich den Troilus spielte.

Mit Hilpert ging ich dann auch ans Deutsche Künstlertheater; es war gewissermaßen die Krönung und auch das Ende eines Schaffens, das im Rahmen fester vertraglicher Bindungen vor sich ging. Unvergessen die Zusammenarbeit mit Käthe Dorsch in Minna von Barnhelm, in Ritter Blaubarts acht Frauen, im Goldenen Anker. Marcel Pagnol, der damals der deutschen Uraufführung seines Stückes beigewohnt hatte, setzte es durch, das ich auch bei der Verfilmung bei Werkes die Rolle des Marius spielte. Während die Atelieraufnahmen in Paris stattfanden, drehte man die Außenaufnahmen in Marseille. Da stand man also in der Stadt, von der man sich Abend für Abend irgendein Bild gemacht hatte, dessen Atmosphäre man zu spüren glaubte, und sah nun, wie dieses Marseille ganz ähnlich und doch ganz anders war als das erdichtete auf der Bühne. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, das einen in solchen Momenten überkommt, wo man aus dem Reich der Phantasie in die Wirklichkeit tritt! Es war eine beschwerliche, eine schöne und abenteuerliche Arbeit, die dieser Film brachte, aber was nun kam, war noch schwieriger, noch reizvoller, noch erregender.

Ein kühnes Mädchen hatte den Entschluss gehabt, die Idee, die sie von einem Film besaß, eine große, eine reine Vorstellung, die sie hinaustrieb in die Natur, in die einsame Erhabenheit der Berge, in die Tat umzusetzen. Sie nahm all ihre Ersparnisse, die sie als Filmdarstellerin gemacht, und steckte sie in das Unternehmen; sie verstand es auch, einige Mitarbeiter derart zu begeistern, das sie sich zunächst nur gegen die Garantie ihres Lebensunterhaltes zur Verfügung stellten und alles andere der Zukunft, dem Erfolg des Werkes überließen. Ich war mit dabei, obwohl mir erfahrene Filmleute abrieten und mich fasst auslachten, das ich mich für einen solchen dilettantischen Plan hergab. Als ich zur Truppe stieß da sah ich, wie alles bereits auf das genaueste vorbereitet worden war, in einer Weise, wie ich sie noch nie erlebt hatte, und so auch nur konnte dieses Werk, das ja finanziell auf so schwachen Füßen stand, gelingen. Diese echte Avantgardistin des Films war Leni Riefenstah1, und dass Werk, das sie schuf, hieß Das blaue Licht. Von jener Zusammenarbeit, von dieser im gleichen Schritt und in gleicher Richtung marschierenden Gemeinschaft, wo es keine scharfe Abgrenzung des Ressorts gab, wo auch einmal der Darsteller den Kassettenkoffer ergriff und ihn zum Berg hinauftrug, wo alle Sorgen und alle Probleme jeden einzelnen der Mannschaft angingen, von dieser Zeit her stammt meine heutige Einstellung zum Film.

Weder der Goldene Anker noch das B1aue Licht waren meine ersten Filme gewesen - ich hatte bereits in mehreren Stummfilmen mitgewirkt, in Potsdam, Matahari, Königin Luise. Von allem Anfang an war mir bewusst geworden, das sich hier eine Kunst entwickelte, durch die man in ganz anderem Maße wie auf der Bühne Seelenvorgänge sichtbar machen konnte, aber auch fast immer zerbrachen Hoffnung und Freude schon nach ein paar Tagen, denn ich hatte nicht das Glück, den großen Pionieren des Stummfilms, wie Murnau, in der Arbeit zu begegnen, Männern, die willens und fähig waren, die gewaltigen Möglichkeiten, die sich hier auftaten, auszuschöpfen. Den Beginn des Tonfilms erlebte ich, als ich mitten in den Arbeiten zum Stummfilm Das Land der Frauen steckte, den der italienische Regisseur Carmine Callone drehte. Es war ein ungewöhnlicher Stoff und es schien, das hier ein wirklich guter Film entstehen würde - aber da erklärte die Produktionsfirma, das aus dem Stummfilm ein Tonfilm werden müsste. Mit völlig unzulänglichen Mitteln, in einem Hetztempo sondergleichen ging die Umwandlung vor sich und dementsprechend war auch das Ergebnis. Als ich die Uraufführung dieses allerersten Tonfilms überhaupt im Berliner Capitol erlebte, packte mich lähmendes Entsetzen: das war meine Stimme - dieser heisere Ton, der aus einem Nebelhorn zu kommen schien? Ich beruhigte mich erst, als ich feststellte, das die Sprache meiner Kollegen nicht besser klang, das nicht wir die Schuld daran trugen, sondern die Technik; es war der Urzustand eines Tonfilmes ...

Das alles hatte sich vor dem Blauen Licht abgespielt - und als ich damals von der schönen Arbeit mit Leni Riefenstahl im Tessin und in den Dolomiten wieder heim nach Berlin kam, musste ich zu meinem Erstaunen und Schmerz feststellen, das das Deutsche Künstlertheater seine Pforten geschlossen hatte; es war ein Opfer der furchtbaren Zeitverhältnisse geworden, die über Deutschland hereinbrachen und noch so diese andere Bühnen in den Strudel zogen. Nun stand ich vor einer Situation, die sich eigentlich bis zum heutigen Tage nicht geändert hat: ich war heimatlos auf der Bühne geworben. Gewiss ich habe in der Folge mal hier mal da gespielt, zuletzt in der Volksbühne den Prinzen von Homburg, den Hauptmann Kopejkin in Marsch der Veteranen, den Warbeck - - aber einem festen Ensemble habe ich nicht mehr angehört, ich war nun ein freischaffender Künstler.

Inzwischen ist meine Mitarbeit am deutschen, Film umfassender geworden, sei es, dass ich Dichter für Filmstoffe interessierte, oder selbst am Manuskript half. Ich bin auf meinem Wege Männern begegnet, die mir den anfänglichen Glauben bestätigten an das, was ich mir immer unter Film vorgestellt habe, und die für meine Entwicklung viel bedeuteten: Karl Lamac, Werner Hochbaum, Curt Oertel, Frank Wysbar, Karl Ritter. Von meinen Filmen der letzten Jahre stehen mir am nächsten: "Der Schimmelreiter", "Ewige Maske", "Viktoria", "Unternehmen Michael". Ich liebe den Film, denn er ist eine Arbeit, die neue Werte, neue Begriffe schaffend auszudrücken vermag, was bisher nicht zu zeigen, nicht zu sagen möglich war. Ich liebe ebenso das Theater, und ich werde, jederzeit zur Bühne zurückkehren, wenn ich ein dichterisches und lebendiges Stück finde. Vier klassische Rollen sind es daneben, die ich einmal spielen will und spielen werde: der Hamlet, der Faust, der Prinz von Homburg und der König Lear. Ich habe Zeit, ich werde warten. Es gibt ein Wort, das der Hauptmann Kopejkin im "Marsch der Veteranen" ausruft und mit dem ich schließen will: Wir kommen wieder - immer wieder!"

 

Mathias Wieman

 

Mathias Wieman: in: Wir von Bühne und Film - Seiten 368 - xxx

 

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Stand: 24. July 2001