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Das Lied der Lieder (1961)

Genre: Hörspiel 
Herstellung: WDR 
Autor: Jean Giraudoux, Übersetzung aus dem französischen: Charles Regnier
Regie: Oswald Döpke
Aufnahmeort: x
Ton: x
Musik: Kurt Herrlinger
Musikalische Untermalung: x
Archivno. VI - 4283-61/1-2
Dauer: 56 Minuten, 05 Sekunden
Aufnahmedatum: 00.06.1961
Sendedatum:

06.09.1961 - WDR 1

07.08.2002 - WDR 3 - 22:00 bis 23:00 

Darsteller:

Gertrud Kückelmann

Mathias Wieman

Martin Benrath

Lllly Towska

Friedrich W Bauschulte

Horst Tappert

Herbert Weißbach

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Florence

der Präsident

Jerome

das Kassenfräulein

Victor

der Geschäftsführer

der Chauffeur

Inhalt :

Der gealterte Präsident muss Abschied nehmen von "der charmantesten aller jungen Frauen", die er abgöttisch verehrte. Denn sie will heiraten. Beim letzten Rendezvous in einem angenehmen Gartenlokal möchte sie ihm allen Schmuck zurückgeben, den er ihr je schenkte. Sie möchte ganz schmucklos, "nackt" in die Ehe treten, ohne Erinnerungen, ohne Vergangenheit. 

Der Präsident jedoch nimmt jedes Stück einzeln in die Hand, die große Perle und den Rubinring, das Collier und das Armband und erzählt die Geschichte des Schenkens. 

Die junge Frau kann sich den Geschichten nicht entziehen, sie nimmt widerstrebend die Schmuckstücke zusammen mit den schönen Erinnerungen wieder zurück. Scheinbar absichtslos lässt sie aber beim Abschied das wieder gefüllte Beutelchen mit seinem kostbaren Inhalt auf dem Tisch liegen.

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Dieses dramatische Capriccio schildert in schwebend leichten Tönen den bitteren Abschied von Jugend und Illusionen. Der alternde Mann, der sich durch ein brillantes Feuerwerk weiblicher Logik überzeugen lässt, ist ebenso heiter und liebenswert gezeichnet wie seine charmante Freundin.
"Von uns allen schien Jean Giraudoux gegen die Tücke des Schicksals am besten gewappnet zu sein. Seine Rüstung war das Glück. Er war wie der Spieler, der immer gewinnt, dem die Karten gehorchen. Wie oft sagte er nicht: 'Ich liebe das Alter. Ich werde gern älter. Ich möchte alt werden.' - und doch alterte er nicht. Im Geiste sah ich in ihm immer einen Mann von fünfundvierzig. In seiner Stimme war ein Necken, in seinen Augen hinter der großen Brille ein Lachen, und sein Pudel führte ihn an der Leine wie einen jener Blinden der griechischen Tragödie, die das Unsichtbare sehen ... Ein hoher Vertreter französischen Geistes und im allgemeinen ein ausgezeichneter Schüler, der indes mit der Tüchtigkeit des letzteren das geheimnisvolle Prestige des Tunichtguts zu verbinden verstand." (Jean Cocteau)

 

Jean Giraudoux (1882-1944) studierte in Paris, Bonn und München, bereiste viele europäische Staaten und später auch Nord- und Mittelamerika. 1910 trat er in den Auswärtigen Dienst Frankreichs ein und nahm an Missionen nach Russland und in den Orient teil. Während des Ersten Weltkriegs war er Dolmetscher im Hauptquartier in Fontainebleau. Nach dem Krieg begleitete er Joffre und Bergson nach Amerika und war zeitweise bei der französischen Gesandtschaft in Berlin tätig. 1939/40 war er französischer Propagandaminister. Giraudoux war ein universaler Bühnendichter, Erzähler, Essayist und Kulturkritiker, der oft antike, biblische und romantische Stoffe wählte, in denen er mit Witz und Phantasie die Problematik der modernen Welt zu spiegeln verstand.

 

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(aus: Schallarchiv - Wortdokumentation WDR) mit freundlicher Unterstützung von Frau Brandhofer - und aus: WDR 3 - Homepage

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Stand: 15. January 2008