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Die Dame ist nicht fürs Feuer

- Christopher Fry -

Deutsch von Hans Feist

Aufführungsort: SchlossparkTheater Berlin
Aufführungsbeginn: 17.11.1950
Aufführungsende: xx.xx.19xx
Anzahl der Aufführungen: 29 Aufführungen
Besonderheiten: Deutsche Erstaufführung
Regie: Boleslaw Barlog
Bühnenbild: Caspar Neher
Kostüme: Atelier Trude Ulrich
Musik: x
Beleuchtung: Willy Sommer
Maskenbildner: Karl Liebing
Technische Leitung: Julius Richter

Darsteller:

Mathias Wieman (Thomas Mendip, der landstreichende Soldat)

Sebastian Fischer (Richard, Schreiber, eine Waise)

Gundel Thormann (Jennet Jourdemayne)

Trude Hesterberg (Margaret Devize, Mutter des Nicholas)

Aribert Wäscher (Edward Tappercoom, Richter)

Franz Stein (Hebble Tyson, Bürgermeister)

Eduard Wenck (Matthew Skipps)

Franz Nicklisch (Nicholas Devize)

Walter Bluhm (Kaplan)

Hanna Rucker (Alizon Eliot)

Erich Schellow (Humprey Devize, Bruder des Nicholas)

 

Inhalt:

Eine Verskomödie ------ 

Zeit: ca. 1400

Ein des Kämpfens müder Soldat wünscht von dem Bürgermeister eines Marktfleckens gehängt zu werden, und eine der Hexerei angeklagte junge Frau wünscht am Leben zu bleiben. Beide geraten in eine Welt selbstgerechter und letztlich doch nur hilfloser Bürokratie, die die Paradoxie der beiderseitigen Wünsche gegenüberstellt und jeden für sich damit peinsam und grotesk wirken lässt, so das jeder dieser ins wanken gerät. 

Wie in einem Märchen bringt der Autor am Ende den bitterbösen, todessehnsüchtigen Skeptiker mit der melancholisch flirrenden, lebenssüchtigen Dame zusammen.

 

Würdigung:

 

Friedrich Luft schreibt dazu:

»Die männliche Hauptrolle des todessüchtigen und dann zum Leben beredeten Landstreichers war mit Mathias Wieman irrtümlich besetzt. Das hätte einen missmutigen Humor haben müssen, überlegen sein, eleganter in der Diktion, tupfend in der misanthropischen Heiterkeit. Das kann Wieman nicht. Er ist zu schwerblütig. Er beißt die Worte im Munde, er versendet sie nicht in gewichtiger Schwerelosigkeit, wie hier zu tun wäre. Er hatte so viel Übergewicht, das offenbar dadurch ein großer Teil des Publikums die Komödie nicht als Komödie erkannte.«

Walter Busses in der Welt am Sonntag vom 19.11.1950:

»Frys Komödie spielt "1400 mehr oder weniger, oder auch ganz genau" in der Amtsstube eines Bürgermeisters, deren Ruhe durch ungewöhnliche Gäste gestört wird. Da kommt ein Mann herein (Mathias Wieman), der soviel von der Welt beobachtet hat, das er nur noch einen Wunsch hegt, gehenkt zu werden. ...  Mit solcher Intensität ist lange nicht auf unseren Bühnen gespielt worden. Die Berliner Premiere hatte beträchtlichen Erfolg.«

Walter Busses in der Welt vom 20.11.1950:

»Die wütenden, abergläubischen Leute unten heulen vor den Gittern und trommeln an dem Tor. Sie wollen ihre Hexenverbrennung haben. Die zierliche, reiche Frau mit den langen, brennend roten Haaren, die sich in das Haus des Bürgermeisters geflüchtet hat, soll den uralten Knochensammler in eine Hund verwandelt haben - als ob den nicht die Verachtung des Dorfes schon längst dazu gemacht hätte. Da hilft nicht, das ein betrunkener Soldat, angeekelt von zu heftiger Welterkenntnis, die Tat auf sich nimmt und lärmend verlangt, sofort gehenkt zu werden. .... Thomas, der Soldat "mit einer liebenswürdigen Neigung, ein Held zu sein" ....«

»Zu diesem Weg hat sie allerdings inzwischen eine Gefährten gefunden, jenen Soldaten, den Mathias Wieman etwas zu deklamatorisch reden lässt und viel zu wenig so, das man die Kaskaden an treffenden Metaphern seiner eigenen Phantasie zutrauen möchte.« ... »mit vorzüglichen Schauspielern vorzüglich inszeniert.«

K.W. in der Zeit vom 30.11.1950:

»Mathias Wieman war in Barlogs Inszenierung zu schwer, zu vollgewichtig ....«

Der Kritiker Walther Karsch zu der am 17.11.1950 besuchten Vorstellung:

»Für Mathias Wieman, den entlassenen Soldaten Mendip, lag die Versuchung gewiss nahe, den Nihilismus ins Melancholisch-Spintisierende abgleiten zu lassen - er hielt ihn aber, immer agil, immer auf dem Sprung nach der Möglichkeit, dem Leben zu entkommen, in einer Hellwachheit, die die Heilung durch die Liebe nicht als Bruch, sondern als die natürlichste Lösung erscheinen ließ.«

(aus: x )

Link:  zu Bildern von der Aufführung

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entnommen aus: Theater lebenslänglich - Boleslaw Barlog - München: Universitas, 1981

 

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Stand: 19. Februar 2010