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Julius Caesar 

- William Shakespeare -

Aufführungsort: Schillertheater Berlin
Aufführungsbeginn: 09.11.1952
Aufführungsende: xx.xx.1952
Anzahl der Aufführungen: xx Aufführungen
Übersetzung: August Wilhelm von Schlegel
Besonderheiten: 43 Darsteller und 100 Statisten
Regie: Karl Heinz Stroux
Bühnenbild: Caspar Neher
Kostüme: Caspar Neher
Musik: Kurt Heuser
Chöre: x
Choreographie: x
Technische Leitung: Leo Skodik
Maskenbildner: Hermann Rosenthal
Beleuchtung:  Willi Köhler
Intendant: Borislaw Barlog
Pause: nach dem 7. Bild

Darsteller:

Walter Franck (Julius Cäsar)

Mathias Wieman (Marcus Brutus - Verschworener gegen Julius Cäsar)

Alfred Schieske (Cassius - Verschworener gegen Julius Cäsar)

Hans Wiegner (Trebonius- Verschworener gegen Julius Cäsar)

Franz Nicklisch (Casca- Verschworener gegen Julius Cäsar)

Klaus Herrn (Ligarius - Verschworener gegen Julius Cäsar)
Paul Wagner (Decius Brutus- Verschworener gegen Julius Cäsar)
Herbert Stass
(Metellus Cimber - Verschworener gegen Julius Cäsar)
Georg Völkel
(Cinna - Verschworener gegen Julius Cäsar)

Ernst Schröder (Marc Anton - Triumvirn nach dem Tode Julius Cäsar)

Arthur Schröder (M. Aemilius Lepidus - Triumvirn nach dem Tode J. Cäsar)  

Erich Schellow (Octavius Cäsar -Triumvirn nach dem Tode Julius Cäsar)

Otto Graf (Publius - Senator)

Georg August Koch (Cieero - Senator)

Hugo Gau-Hamm (Popilius Lenal - Senator)

Franz Stein (Cinna, der Poet)

Gisela Uhlen (Calpurnia)

Antje Weisgerber (Portia)

Friedrich Maurer (Wahrsager)

Karl Klüsner  (Flavius - ein Tribun)
Arthur Wiesner
(Marullus - ein Tribun)
Arthur Mainzer-Reynolds
(Artemidorus, ein Sophist von Knidos)
Guenter Hanke 
(Lucilius - Freunde des Brutus und Cassius)
Karl Klüsner
(Titinius - Freunde des Brutus und Cassius)
Kurt Buecheler (Messala - Freunde des Brutus und Cassius)
Dieter Hanspach (Der junge Cato - Freunde des Brutus und Cassius)
Theodor Vogeler (Vollimnius - Freunde des Brutus und Cassius)
Rudolf Brandt (Varro - Diener des Brutus)
Martin Rickelt ( Clitils - Diener des Brutus)
Gerhard Haselbach (Claudius - Diener des Brutus)
Edgar Ott (Strato - Diener des Brutus)
Horst Buchholz (Lucius- Diener des Brutus)
Wolfgang Kühne (Dardanius - Diener des Brutus)
Gert Schaefer (Pindarus, Diener des Cassius)
Gisela Uhlen (Calpurnia, Gemahlin des Julius Cäsar)
Antje Weisgerber (Portia, Gernahlin des Brutus)
Wilhelm Krüger (Diener des Julius Cäsar)
Eduard Wenck (Diener des Octavius Cäsar)
Eduard Wandrey (Diener des Marcus Antonius)
Hans Ernons (1. Bürger)
Clemens Hasse (2. Bürger)
Stanislaus Ledinek (3. Bürger)
Max Grothusen (4. Bürger)
Paul Gorden (Bote)

 Inhalt:

Trauerspiel in 5 Akten von William Shakespeare
Kaum eine andere Historie Shakespeares ist von so echtem geschichtlichem Geist erfüllt wie Julius Cäsar. In kaum einer geht die dichterische Eingebung so rein in der Überlieferung auf. Die Geschichte selber ist eben hier in, hohem Maße dramatisch und tragisch. Eine Weltwende wird zum Ereignis. Im alten Rom wird die republikanische Staatsform von der autoritären, cäsarischen, verdrängt. Wenn auch Cäsar die Krone von sich weist, so ist er doch der Imperator, das unumstrittene Haupt der Regierung, neben dem der Senat nur ein Schattendasein führt. Da. raffen sich noch einmal, unter Führung von Brutus und Cassius, die freiheitlichen Kräfte zusammen. Cäsar fällt unter den Dolchstichen der Verschwörer. Aber sein Geist ist unbesiegt. Der Geist eines wirklich großen, verdienstvollen Mannes. Seinem Ruhm verbindet sich das Verführerische der diktatorischen Gewalt, das sich nun sein Erbe, Marcus Antonius, mit demagogischem Geschick zunutze zu machen weiß. Während Brutus, der reine Idealist, der Vertreter eines sittlichen Prinzips, seine Tat vor der Leiche Cäsars in prunkloser Rede rechtfertigt, vermag Marcus Antonius mit rührenden und schmeichelnden Worten die Masse hinzureißen und gewinnt sie völlig mit der Verlesung des cäsarischen Testamentes, in dem das Volk mit Wohltaten aller Art überschüttet wird. In der kriegerischen Auseinandersetzung, die folgt, muss Brutus untergehen. Sein Wille ist geschwächt, seit Portia starb, seine Frau - nirgends in Shakespeares Dramen findet sich ein so erhebendes Beispiel ehelicher Verbundenheit wie bei diesen beiden - , und er trauert dem Cäsar nach, dem er menschlich nahegestanden hat. Der Zerfall im Lager der Verschworenen, heraufbeschworen durch den unpraktischen politischen Idealismus des Brutus und die leidenschaftliche Unbedenklichkeit des Cassius, verhilft dem herrschgewaltigen Cäsarengeist zum Siege. Fl. K.

Würdigung:

Friedrich Luft in der Neuen  Zeitung vom 11.11.1952:

»So, wie das Historienspiel jetzt lief, blieb es zu ängstlich in der Bildungsfolie stecken, hing das Interesse für lange Strecken durch, machten, beispielsweise, die ingrimmig selbstbezogenen Expektorationen , die Mathias Wieman - Brutus so säuerlich unlustig deklamiert, den Eindruck der Laschheit, blieben viele schauspielerische Bemühungen immer im Anfang hängen.«

In der Frankfurter Allgemeinen  Zeitung vom 16.12.1952:

»Bei Mathias Wiemans Brutus dagegen musste man sich wundern, das er überhaupt die Kraft zu revoltierenden Entschlüssen aufbrachte, so unprofiliert gab er sich. er hielt nicht nur in seiner Sprache eine sonderbare Distanz zu jeder Erdennähe, sondern auch durch einen goldenen Lorbeerkranz, den er seit Cäsars Ermordung unablässig auf dem Haupte tragen musste und nicht einmal zum Schlafen ablegen durfte.«

Der Kritiker Walter Karsch schreibt zur am 09.11.1952 besuchten Aufführung:

»Erfreulich gelockert der Brutus von Mathias Wieman; Wieman fand einen sehr schönen Ton der skeptischen Trauer, ohne ins Melancholische oder gar in das Pathos der Verzweiflung zu fallen«


(aus: x )

Link:  zu Bildern von der Aufführung

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entnommen aus: Programm des Schillertheaters und Zeitungen

 

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Stand: 21. April 2002