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Biographie  des Schauspielers und Rezitators 

Mathias Wieman

2. Teil

1924 - 1929

in Verbindung mit dem Zeitgeschehen

rot geschriebenes = weitere Recherche wegen Unklarheit

02.09.1924

der kaum 22 jährige Mathias Wieman erhält sein erstes Engagement am Deutschen Theater Berlin, zu dieser Zeit unter der Leitung von Max Reinhardt.

Bevorzugt Darstellung unverstandener, böser Jugendlicher (3)

Mathias Wieman gehörte zum Ensemble der Reinhardt-Bühnen von 1924 bis 1928/29 und wieder in der Spielzeit 1932/33. (62)

zum 

besseren Verständnis des

damaligen Theater

geschehen

Ein Schauspieler unter Max Reinhardt zu sein, bedeutete Mitglied des damals angesehensten Theaterensembles der Welt zu sein. Reinhardt hat nicht einfach ein Theater geleitet, sondern ein ganzes Imperium, und er war nicht nur der Direktor, sondern gleichzeitig der Besitzer aller Bühnen, wenn auch verschiedene Geldgeber hinter seinen Projekten standen. Da waren das Grosse Schauspielhaus, das Deutsche Theater, die Kammerspiele, die Komödie, das Theater am Kürfürstendamm, sowie das Berliner Theater. Daneben noch das Theater in der Josefstadt in Wien, und in Salzburg leitete er die Festspiele, die er zusammen mit Hugo von Hofmannsthal gegründet hatte. (8)

02.09.1924

Mathias Wieman debütiert als Moritz Stiefel in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" in den Kammerspielen des Deutschen Theaters, Berlin

 Die Rolle war ansonsten mit Ernst Deutsch besetzt

26.09.1924

bis

24.10.1924

als Arnold Kramer in Gerhard Hauptmanns "Michael Kramer" im Deutschen Theater Berlin hatte er seinen überzeugenden Durchbruch. 

Die Aufführung in der Wieman neben Eugen Klöpfer, durch die Ähnlichkeit der äußeren Bildung begünstigt, das unheimlich beschattete Spiegelbild des Vaters gestaltete, wurde zum Theaterereignis. (13)

Die Regie führte hier Richard Gerner. Das Stück kam 14 mal zur Aufführung. Bei der Vorführung am 20.10.1924 wurde diese Rolle von Paul Günther darstgestellt.

Heide-Marie Brandt:  

«Wieman setzt mit dem Arnold Kramer die Linie, die bei der Holtorf-Truppe vom Stolzius zum Woyzeck führt, fort: er gestaltet das Leben eines Individuums, das ein Abseitiger ist, das außerhalb der menschlichen Gesellschaft steht und ihr Opfer wird.«

Tagesspiegel vom 5.12.1969:

»... wo er bald in der Rolle des verschrobenen und genialischen Sohns von Gerhart Hauptmanns "Michael Kramer" eingewiesen wurde, ein Beweis dafür, das das damals beste deutsche Theater dem jungen Mimen viel zutraute«

14.10.1924

bis

13.12.1925

als  Richard v. Poulengey in Shaws "Heiliger Johanna" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Max Reinhardt. 

Neben Elisabeth Bergner, Rudolf Forster, Ferdinand von Alten, Paul Hartmann, Friedrich Kühne, Lothar Müthel, Ernst Gronau, Walter Brandt, Walter Franck, einer Elite der Berliner Schauspieler fiel er auf. (13)

Das Stück lief vom 14.10.1924 bis 13.12.1925 und brachte es zu 168 Vorstellungen . Im Rahmen dieser Aufführungsreihe kam es in einer Neuinszenierung am 19.09.25 wieder auf den Spielplan

29.10.1924

in Berthold Brechts "Im Dickicht der Städte" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Erich Engel. Fritz Kortner spielt den Shlink. In weiteren Rollen Paul Bildt, Lothar Müthel, Franziska Kinz, Gerda Müller, Walter Franck, Heinrich George, - (23)  Es gab im Deutschen Theater 4 Vorstellungen

14.11.1924

spielt den Rodrigo in Shakespeares "Othello" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Paul Bildt. Fritz Kortner spielt den Othello, Lothar Müthel den Cassio. Insgesamt  7 Vorstellungen bis 23.12.1924 (23)

22.12.1924

Mathias Wieman tritt ein weiteres Mal als Moritz Stiefel in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen" diesmal im Deutschen Theater, Berlin auf

 Die Rolle war in dieser Spielzeit ansonsten mit Carl Ludwig Achaz besetzt

30.12.1924

im Deutschen Theater, Berlin  im Stück "Sechs Personen suchen einen Autor" von Luigi Pirandello spielt er die Rolle des Sohnes - Inszenierung Max Reinhardt - 

Lucie Höflich spielt die Rolle der Mutter, in weiteren Rollen Max Pallenberg, Max Gülstorff, Franziska Kinz (Tochter), Paul Bildt, Gertrud Kanitz, Amanda Lindner, .... Diegelmann, ...... Delius

Insgesamt  52 Vorstellungen bis 08.03.1925

Der Kritiker Paul Wiegler stellt fest: 

»Ein Knabe in den Pubertätsjahren, irgendeinen Gegenstand in der Tasche scheu umklammernd (es ist ein Revolver)«

So, lang aufgeschossen, die Schulter hochgezogen, gedrückter, zur Seite weglinsender Blick, eckige, verhemmte Körperlichkeit, so zeigt Wieman auch ein Foto von damals.

Auch Mathias Wieman trat wie andere, zu dem Zeitpunkt noch unbekannte Schauspieler, auf der von Moriz Seeler 1921 in Berlin gegründeten Jungen Bühne, die als Forum für junge Dramatiker konzipiert war, auf. 

Diese diente vielen jungen Autoren (u.a. Brecht, Bronnen, Hans Henny Jahnn, Zuckmayer) und nahezu unbekannten Schauspielern (u.a. auch Elisabeth Bergner, Heinrich George, Alexander Granach, Veit Harlan) als Sprungbrett. 

Heinz J. Weitz, Regie-Assistent bei Heinz Hilpert schreibt: "Diese Junge Bühne trat zwei-, dreimal im Laufe einer Spielzeit hervor, um auf unbekannte deutsche Autoren hinzuweisen. Die jeweils einzige Aufführung, als Matinee dargeboten, war das Ergebnis wochenlanger Nachtproben, zu denen sich bekannte Schauspieler selbstlos und jüngere Kräfte ehrgeizig, nach der Vorstellung oder gar der Doppel-Tätigkeit in Bühne und Kabarett, zusammenfanden - unentgeltlich versteht sich." (47)

Die Werke wurden in einmaligen Matinee-Vorstellungen, sonntags morgens, jeweils zu Gast in einem der großen Berliner Theater gezeigt. (62)

"Die Atmosphäre dieser nächtlichen Proben, die spürbare Stille in dem verlassenen Bühnenhaus, die Arbeit nach der Arbeit, zwischen Müdigkeit und Überwachsein, stimuliert mit Mokka, Schnäpsen, Zigaretten, hatte das Geheimnisvolle einer Verschwörung; und etwas dergleichen war es ja auch - gegen das Publikum der Konventionen und für eine Freiheit, die wir meinten, schreibt er weiterhin." (47)

Die Aufführungen dieser Bühne begeisterten die Kritik, verursachten hin und wieder Skandale und waren stets ein gesellschaftliches Ereignis. (2)

09.02.1925

Als Johann Tönnesen in Henrik Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Richard Gerner. 

Das Stück wurde bis 27.02.1925 hier 5 mal aufgeführt.

in weiteren Rollen: Hermann Bassermann (Bernick), Hermine Sterler (Betty Bernick), Helene Weigel,

in weiteren Rollen: Hermann Bassermann (Bernick), Hermine Sterler (Betty Bernick), Helene Weigel, Lona Hessel, ..................... Bildt

Der Kritiker Alfred Kerr im Berliner Tageblatt vom 110.02.1925: 

»Mathias Wieman ist vielleicht eine Kraft. (Er gab den Johann Tönnesen). Denn sein Eigenes, die zufällige Wesenheit - das Belangvollste somit! - scheint fesselnd .... und es hegt genügend Kunst, seinen Besitz den Zuständen dieses Schauspiels anzugleichen. Er hat eine blonde Sprache.«

10.02.1925

Ebenfalls als Johann Tönnesen in Henrik Ibsens "Die Stützen der Gesellschaft" in den Kammerspielen des Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Richard Gerner. 

Das Stück wurde bis 31.03.1925 hier 32 mal aufgeführt.

in weiteren Rollen: Hermann Bassermann (Bernick), Hermine Sterler (Betty Bernick), Helene Weigel, Lona Hessel, ..................... Bildt

15.02.1925

im Rahmen der Matinee der Jungen Bühne im Deutschen Theater, Berlin  im Stück "Pankraz erwacht" von Carl Zuckmayer spielt er die Rolle des jungen Holzfällers Billy Kirby - unter der Regie von  Heinz Hilpert - mit Rudolf Forster, Alexander Granach, Walter Franck, Gerda Müller, Erika Meingast, Otto Brefin, Leonard Steckel,

Wieman lernt bei diesem Stück  die Schauspielerin Erika Meingast (mit bürgerlichem Namen Friederike Anna Hedwig Erbersdobler), seine spätere Frau kennen, die in diesem Stück die Alit, die Tochter eines heruntergekommenen Farmers spielt. (34)

Eigentlich schrieben es nur die Rollen vor: Die Farmerstochter Alit musste sich in diesem Theaterstück in den Holzfäller Billy Kirby verlieben. 

Doch die bereits recht bekannte rothaariger Schauspielerin Erika Meingast und der noch unbekanntere Mathias Wieman verliebten sich an diesem Sonntag um 12 Uhr wirklich in einander.

Der Kritiker Ihering,  stellt fest: 

»Wieman fällt wieder durch seine dumpfe Schwere auf (auch er hätte den Bembe spielen können)«

13.03.1925

auch in den Kammerspielen des Deutschen Theater, Berlin  im Stück "Sechs Personen suchen einen Autor" von Luigi Pirandello spielt er die Rolle des Sohnes - Inszenierung Max Reinhardt - Lucie Höflich spielt die Rolle der Mutter, in weiteren Rollen Max Pallenberg, Max Gülstorff, Franziska Kinz, Paul Bildt, Gertrud Kanitz, Amanda Lindner

Insgesamt  72 Vorstellungen bis 25.12.1925

In der Aufführung am 20.04.1925 spielte er die Rolle des Vaters und Peter Stanchina die Rolle des Sohnes

17.04.1925

bis

22.04.1925

ein weiteres mal als Arnold Kramer in Gerhard Hauptmanns "Michael Kramer" diesmal in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin hatte er seinen überzeugenden Durchbruch. Regie hier ebenfalls Richard Gerner. Das Stück wurde hier 5 Mal aufgeführt.

Auch hier spielt er neben Eugen Klöpfer

Im Stummfilm wird Wieman zunächst als sympathischer Charakterdarsteller und Liebhaber eingesetzt. 

1925

Der Bühnenverein beendete die Existenz des Maskenwagen der Holtorf Gruppe, als er darauf bestand, das sämtliche Gagen im voraus hinterlegt werden. Dies war der Truppe jedoch unmöglich, denn man hatte bislang abends kameradschaftlich Kassensturz gemacht und die verbliebenen Einnahmen unter sich aufgeteilt, wenn davon etwas nach Erledigung aller Zahlungsverpflichtungen übrig blieb.(70)

Wieman war zu dieser Zeit, bereits seit gut einem Jahr, nicht mehr Mitglied der Truppe.

17.09.1925

bis

20.09.1925

als Jakob Doorn in Max Halbes Drama "Der Strom" in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin unter der Regie von Adolf Edgar Licho - das Stück wurde 3 mal gespielt.

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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Okt.1925

Mit Mitwirkung der Gewerkschaften und des Reichsbanners "Freies Volk", entsteht  unter der Regie von Martin Berger, der "erste republikanische Großfilm", in dem der Filmschauspieler Mathias Wieman in der Rolle als Volksschullehrer debütiert. Die auf dem Filmgelände in Staaken gedrehte Produktion gerät zum finanziellen Fiasko. (1)

Besonders in Bayern verursachte der Film einige Unruhe. 

Im "Vorwärts Nr. 42  vom 4.3.1926 war sogar  zu lesen: »Bayernsturm gegen das "Freie Volk" - Das Ministerium fordert das Verbot des Films.«

Der Polizeipräsident von Nürnberg hat den Film für seinen Befehlsbereich sogar verbieten lassen. Auf eine darauf eingeleitetet Beschwerde wurde durch den Bayrischen Landtag ein Ausschuss mit der Untersuchung des Falles betraut, der sich den Film vorführen ließ und danach das Verbot aufhob, vermeldete "der Kinomategraph in Berlin  

11.11.1925

Erste nachmittägliche Probe von Geburt der Jugend im Lessingtheater

18.11.1925

Der Stummfilm "Freies Volk" wird in Berlin im Großen Schauspielhaus uraufgeführt

Heinz Ludwig in der Deutschen Filmwoche Nr. 31 vom 27.11.1925

»In seiner ersten Filmrolle schlug Mathias Wieman alle. Dieser Kopf ist Leben, dieser Körper lebt und dieser Mensch lebt. Wenn man ihn nicht in Frack und Smoking steckt (aber das wird der Holtdorf-Trüppler kaum tun) wird er ein Gewinn bleiben.«

.... »Eduard v. Winterstein und Rudolf Essek, die beiden Gegenpole waren auch mehr als bewegte Puppen, ebenso Elsa Wagner, Martin Herzberg und Philipp Manning (dieser sogar Sehr echt). Die übrigen Mitwirkenden, und es sind Namen von gutem Klang dabei, wären bei einem befähigten Regisseur besser weggekommen.«

In der Lichtbildbühne 234/35 vom 19.11.1925 ist zu lesen

»An erster Stelle ist der junge Volksschullehrer von Mathias Wieman zu nennen, der sich uns als neue, prächtige Kraft für jugendliche Charakterliebhaber vorstellt.«

 

24.11.1925

Der Autor Arnold Bronnen zum ersten Mal auf der nächtlichen Probebühne der Kammerspiele um den Werdegang zur Uraufführung seines Stückes zu begutachten.

13.12.1925

als Oberlehrer Bruck  in Arnold Bronnens "Geburt der Jugend" , als Uraufführung, auf der Jungen Bühne im Lessing Theater Berlin, unter der Regie von Friedrich Neubauer. In weiteren Rollen: Hans von Twardowski, Veit Harlan, Leonard Steckel, Rudolf Fernau, Camilla Spira, Till Klokow, Aribert Wäscher, Lotte Stein

Sein Schauspielerkolleger Rudolf Fernau bezeichnet Mathias Wieman später, in seinem Buch "als Lied begann´s" , als "verträumt und herb wirkende Eichendorffjüngling und führt weiter aus: »Immer mehr festigt sich auf den Proben zu "Geburt der Jugend" der Eindruck, das Mathias Wieman, mit der menschlich ergiebigsten Rolle des Lehrers, als kommender Premierensieger hervorgehen würde. Er ist von herb-keuscher Zurückhaltung, wie er überhaupt einem distanziert, innerlich mit Handschuhen gegenübertritt. Er strahlt soviel Anständigkeit und Sauberkeit aus, das man versucht ist zu denken, das er seelisch immer frisch gewaschen sei.« 

Ein paar Zeilen weiter schreibt er zur Uraufführung: »Es wurde ein herzlicher Erfolg, aber es war denn doch ersichtlich, das das Publikum den vormittäglichen Lorbeer Mathias Wieman um die feuchtperlende Stirne wand. Noch während des Vorhangziehens kam Paul Bildt heraufgestürmt. klatschte begeistert au der Seitenkulisse Mathias Wieman zu und rief: "In drei Jahren ist er einer der größten Schauspieler Deutschlands!" Die Presse lobte die Aufführung, lehnte aber das Stück als unreifes Frühwerk ab.«                                                                                                    

Im Berliner Börsenkurier Nr. 584 vom 14.12.1925 ist zu lesen

»Die Gegenfigur, den jugendlichen Oberlehrer Bruck, gab Mathias Wieman. Wundervoll. Mit stiller, persönlicher Bannkraft. Mit Atmosphäre. Seine Begabung ist stark. Wieweit der Umkreis dieser Begabung reicht, wird davon abhängen, ob er auch aus sich herausgehen kann. Er begann zum Schluss etwas nachzulassen.«

Alfred Kerr am 14.12.1925:

»Der Kontakt kam auch durch ein ganz hübsches Zusammenspiel. ..... durch den sprachstufenden Lehrer Mathias Wieman; ......«

29.12.1925

als Gottfried Friedeborn in Heinrich von Kleist "Das Kätchen von Heilbronn" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Eugen Klöpfer - das Stück wurde 35 mal gespielt.

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11.01.1926

Er heiratete um 12: Uhr die Schauspielerin Erika Meingast (bürgerlich: Friederike Anna Hedwig Erbersdobler).

Seine schöne, rothaarige Frau, eine gebürtige Österreicherin, die im Weinort Gumpolzkirchen als Tochter eines Tierarztes zur Welt gekommen war, opferte ihre bis dahin schon beachtliche Künstlerkarriere, um nur noch für ihren Mann dazusein.

Ria Randers in Neue Post Ausgabe 16 im Jahre 1969:

»"Eines Tages", so erinnert sich Mathias Wieman, "sagte mir Erika, daß es bestimmt nicht gut gehe, wenn wir beide schauspielerten. Immer öfter ertappe ich mich dabei, daß ich mich bei den Proben mehr für meine als für deine Schwierigkeiten interessiere. Ich lass das sein. Ich will lieber mit dir auf der Ofenbank alt werden!"«

29.01.1926

bis

22.03.1926

als Pierron in Fritz Werfels "Juarez und Maximilian" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Max Reinhardt - das Stück wurde 53 mal gespielt. In der Vorführung vom 22. März 1926 wurde die Rolle von Rudolf Fernau gespielt

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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26.02.1926

bis

01.04.1926

als Oberst  in Hermann Bahrs "Josephine"  in den Kammerspielen Berlin unter der Regie von Eugen Robert

Das Stück wurde 35 gegeben

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

20.03.1926

als xx in Carl Zuckmayers "Pankraz erwacht" im Theater in der Königgräzerstrasse Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert - das Stück wurde xx mal gespielt.

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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03.04.1926

bis

17.11.1926

 

als Franco Laspiga in Pirandellos "Die Nackten kleiden"  in den Kammerspielen Berlin unter der Regie von Wolfgang Hoffmann-Harnisch  

mit Maria Orska, Max Gülstorff, Gertrud Eysoldt,  

Das Stück wurde 24 mal gespielt - 

Ihering im Börsen-Courier, Berlin am 06.04.1926: 

»......  Theaterstücke, die schon am Abend der Aufführung tot sind, braucht die Kritik nicht noch einmal zu töten. Schließlich werden auch die Theater einsehen, das man Pirandello nicht mehr aufführen kann, das man nicht Schauspieler, die in der Entwicklung sind, wie Mathias Wieman, an diese hohlen und wirkungslosen Phrasen setzen darf, ......«

Alfred Kerr im Berliner Tageblatt am 30.04.1926: 

»Wieman, als Gegenstück, ist ein ausgezeichneter besonnener Sprecher (er macht sich an den Seeoffizier). Einer, der nicht zuviel gibt. Nur hier manchmal einer, der nicht genug gibt. Weil es Italiener sind. Auch hinter Wiemans Gemessenheiten kann Feuer sein. Dann aber kommt ein Augenblick, wo Überlegung vorwiegt .... Wo man (übrigens nicht ohne Lust) empfindet: Norddeutschland.

Er lässt hier Stolz und Pose nicht durch - welche dieser lateinische Seemensch haben soll. eine Messerspitze davon wäre jedoch für das ganze ... vertiefend. (Sie darf immerhin lieber weggelassen werden als zu stark sein.)«

24.04.1926

bis

30.09.1926

als Sandy Tyrell in Noel Cowards "Week-End" in den Kammerspielen des Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Erich Engel - das Stück wurde 59 mal gespielt. 

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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25.04.1926

 

als Roelle in Marie Luise Fleißers "Fegefeuer in Ingoldstadt"  auf der Jungen Bühne im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Paul Bildt.

Helene Weigel, Maria Koppenhöfer, Walter Frabck, Frida Richard, Erwin Faber, Aribert Wäscher, Hans von Twardowski

Hierzu der Kritiker Günther Rühle:

»Auf die größere poetische Interessantheit [dieser Figur,] des hässlichen Menschen (Roelle)«, wird Marie Luise Fleißer von Lion Feuchtwanger aufmerksam gemacht (»damit dir deine Illusionen genommen werden und damit du siehst, das die Welt böse ist.« )

Während der Kritiker Herbert Ihering, im "Berliner Börsen-Courier, Nr. 192, 26. April 1926"zu der Ansicht gelangt:

»Die Schauspieler entfalten sich herrlich. Die Zurückführung auf den Vorgang, die Entwicklung der Akte fehlte noch. Wenn das möglich gewesen wäre, dann wäre Mathias Wieman als Roelle vollkommen gewesen. Er  ermattete zuletzt etwas. Wer aber seinen ersten Akt sah, diese Mischung aus Verbohrtheit und hochfahrendem Zynismus, aus Bigotterie und echter Angst, aus Hohn und Qual, wer diesen fast leichten Ton hörte, mit dem er das Schwerste nahm, der weiß, wie viel reicher Wieman auch schauspielerisch geworden ist, wie das ganze noch gewonnen hätte, wenn von hier aus weitergespielt und entwickelt worden wäre.« 

Der Kritiker Alfred Kerr meint: 

»Das Stück zeigt nur zwei Stile. Der Einüber gibt ihm drei: weil der

Krüppelheld, der Infantil-Sehnsüchtig-Niedre (welcher doch in die

dortige Luft hineingehört) vom Schauspieler Wieman ausgesprochen-

norddeutsch gebracht wird.

Wieman, wertvoll am anderen Ort, kann das Außenbild, er kann den Sinn der Rolle; doch die Erschütterung der Rolle nicht. Er hat in seiner Sprechform etwas von Ratio; hierfür zu sehr. Das ist nicht bloß ein von der Ingolstadt im Wesen Geschiedener: sondern rassisch Geschiedener. Wieman stirbt, weil er ein Preuß' ist.«

"Das Theater" schrieb schließlich: 

»Man hatte eine ganze Reihe trefflicher Darsteller in den Dienst der Sache gestellt, von denen der stark begabte Herr Wieman an erster Stelle genannt werden darf.« 

31.08.1926

bis

16.09.1926

als Hellriegel  in Gerhardt Hauptmanns "Und Pippa tanzt"  in den Kammerspielen Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert - Das Stück wurde 17 aufgeführt -

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

26.10.1926

bis

14.03.1927

Als Leutnant von Scharnhorst in Wolfgang Götz "Neidhardt von Gneisenau" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert. 

Er steht mit Werner Krauß auf der Bühne, der den preußischen General spielt, und ihn zu einer seiner Glanzrollen machte. 

Darsteller und Rollen: Werner Krauß (General Neidhardt von Gneisenau), Mathias Wieman (der junge Scharnhorst), Oskar Homolka (Generaladjutant Knesebeck) , Paul Hörbiger (Kaiser Franz), Paul Otto, Lotte Stein (Frau aus dem Volke), Egon von Lama, Curt Junker (Friedrich Wilhelm), Ernst Gronau, ..... Gülstorff (Feldmarschall Möllendorf), Otto Wallburg (Blücher), von Meyerinck (Alexander), von Winterstein (alter Scharnhorst), Sonik Rainer (Markedenderin), Werner-Kahle, Polland, H. Schroth, Biensfeld, Schott, Marlow, Finkh, Kaufmann, Netto, Kühne, Bauer, Deppe, Eckert, Bienert, Gondi, Speelmanns, 

Krauß schreibt in seinen Memoarien, das das Deutsche Theater nicht an den Erfolg des Stückes glaubte. Deswegen habe Reinhardt die Regie nicht gewollt, sondern an Hilpert weitergegeben. Deswegen habe man die Investitionen, für die Ausstattung, auf das mindeste beschränkt.

Obwohl nach der Generalprobe der Schauspieler Gronau bedauernd meinte, es sei doch schade , das man sich soviel Arbeit gemacht habe; denn mehr als zweimal werde das Stück doch nicht aufgeführt werden. 

Diese Aussage löst bei dem jugendlichen Wieman Wut, beim Autor Angst jedoch bei Krauß nur ein Schmunzeln aus. 

Krauß führt weiter aus, er habe schon nach dem dritten Bild gewusst, das alles stimmte. 

Hilperts Inszenierung wurde dann, trotz gegenteiliger Erwartung, der erste Erfolg unter der neuen Leitung der Reinhardtbühnen. Das Stück brachte es zu 119 erfolgreichen Aufführungen.

15.02.1927

bis

24.03.1927

als Cadoudal in Fritz von Unruhs "Bonaparte" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Gustav Hartung - das Stück wurde 30 mal gespielt. 

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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16.03.1927

bis

11.04.1927

als Michael in Gina Kaus´s "Toni" in den Kammerspielen Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert - das Stück wurde 27 mal gespielt. 

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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24.03.1927

Uraufführung des Stummfilm "Potsdam - Schicksal einer Residenz" -  Regie Hans Behrendts - wann genau gedreht???? 

24.03.1927

Uraufführung des Stummfilms "Sohn der Hagar" in Düsseldorf und Berlin  - Regie Fritz Wendhausen

Die Romanze handelt von der Rückkehr eines schönen, jungen Mannes aus der entfernten, großen Stadt in sein Heimatdorf, in dem er, den einheimischen Dorfbewohnern, aber bis zum Schluss ein Fremder und Eindringling bleibt.

Mathias Wieman ist hier in einer Nebenrolle zu sehen - mit Sokoloff ???  - wann gedreht???? 

12.04.1927

bis

01.05.1927

als John Smith in Russell Medcraft und Norma Mitchels "Lockvögel" in den Kammerspielen Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Robert Forster-Larrinaga - das Stück wurde 20 mal gespielt. 

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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02.05.1927

Uraufführung des Stummfilms "Mata Hari - Die rote Tänzerin", der unter der Regie von Friedrich Feher entstand, im Phoebus-Palast und Marmorhaus in Berlin. Mathias Wieman als Bauer. (23)  

02.05.1927

bis

16.05.1927

als John Smith in Russell Medcraft und Norma Mitchels "Lockvögel" in der Komödie (Kammerspiele) des Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Robert Forster-Larrinaga - das Stück wurde 15 mal gespielt. 

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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15.05.1927

als ............... in Emil Burri´s "Tim O Mara" in Junge Bühne im Theater Königgrätzerstrasse (Hebbeltheater??)  Berlin unter der Regie von Lothar Müthel

 

Darsteller besorgen - noch einarbeiten

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27.05.1927

bis

31.08.1927

 

als John Lenley in Edgar Wallace "Der Hexer"  im Deutschen Theater Berlin, im Rahmen der Jungen Bühne, unter der Regie von Heinz Hilpert

Das Stück wurde 97 mal aufgeführt

die Rolle wurde einmal oder auch mehrmals von Hans Harnier gespielt, dies ist aber nicht mehr genauer feststellbar - recherchieren ob auf Teilung

mit: Albert Steinrück, Werner Schott, Ernst Gronau, Oskar Homolka, Paul Hörbiger, Heinrich Schroth, Hanna Ralph,

Darsteller vorhanden - noch ergänzen

28.05.1927

bis

15.06.1927

spielt er im Film "Feme" unter der Regie von Richard Oswald, nach einem Ullstein - Roman von Vicki Baum  mit. 

Er spielt, in einer Nebenrolle, einen Irrsinnigen.

Der Film wird vom 28.05. - 15.06. 1927 im Efa - Atelier Berlin in der Cicerostrasse gedreht (21)

Der Inhalt: Joachim Burthe verübt, im Auftrag einer rechtsradikalen Organisation ein Attentat auf einen Minister. 

Hamburger Echo, 8.9.1927:

»Der Feme Führer, der gewissenlose Mordhetzer Askanius, ist in Wahrheit der allein Schuldige. Er (....) lässt den verzweifelten Joachim allein. Dessen Flucht ist eine jahrelange und quälende Hetze. Sein Ahasver-Weg führte ihn bis zur Erkenntnis dessen, was er anrichtete, als er diesen Minister, der Tag und Nacht schaffte um seinem Volk in seiner Not zu helfen, feige ermordete. Er bereut bitter und kann nichts ungeschehen machen. (...) Er begeht Selbstmord.» 

Eine politisch riskante Vorlage, die die Ermordung Walter Rathenaus durch die Rechtsradikalen behandelt, und trotz seiner vorsichtigen Ausführung des Stoffes heftige Angriffe der politischen Rechten, vor allem der NSDAP, hervorruft. 

Es ist einer der ersten filmischen Auseinandersetzungen mit dem Treiben der Antidemokratischen Kräfte in der Weimarer Republik.

Juni 1927

bis

Aug. 1927

Von Juni - August 1927-  Dreharbeiten für den Film "Der fidele Bauer" unter der Regie von Franz Seitz - Nach der Operette von Leo Fall  -

Werner Krauß spielt die Rolle des fidelen Bauers - Mathias Wieman spielt den Stefan - in weiteren Rollen: Hans Brausewetter, u.a.

Milieu und Hintergrund dieser Filmoperette sind ein Bauernhof im Spreewald und das Studentenleben. Der Handlungskern, die Liebe eines städtischen Bürgermädchens zu einem Bauernsohn.

Innenaufnahmen im Filmwerk Staaken -  die Außenaufnahmen finden im Spreewald statt  

23.08.1927

Uraufführung des Stummfilms "FEME" in Berlin im Beba-Palast (Atrium)

13.09.1927

bis

17.10.1927

als Troilus in Shakespeares "Troilus und Cressida" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert, in einer Übersetzung von Hans Rothe (Dramaturg im Deutschen Theater) und einem Bühnenbild von Arthur Pohls.

Das Stück kam 36 mal zur Aufführung

in den Rollen: Mathias Wieman (Troilus), Jacob Tiedke (Pandaros), Oskar Homolka (Thersites), Blandine Ebinger (Cassandra), Paul Hörbiger (Nestor), Ferdinand Bonn, Fritz Kampers (Ajax), Paul Otto (Ulyffes), Lothar Müthel (Achill), Margarethe Köppke (Cressida), Egon von Lama (Patrokulus), Walter Gynt (Menelaus), Hans Rehmann (Hektor), Agnes Esterhazy, Cäcilie Lvosky, Erwin Faber,  Schroth, Kühne, Winterstein, Schott

Die Geschichte: Troilus ein Sohn des Königs von Troja, ist für Cressida entbrannt, die ihr alter Oheim Pandarus ihm in kupplerischer Absicht zugeschoben hat. Cressidas Vater, der Priester Calchas ..... ........ ....... 

 

Darsteller vorhanden - noch abgleichen und ergänzen

 

.................. Handlungsablauf später ergänzen

 

Herbert Ihering bemerkt hierzu im Berliner Börsen-Courier vom 14.09.1927:

»Mathias Wieman als sehnsüchtiger, gehemmter Troilus - wunderbar. Ein herrlicher Beginn. Aber im Verlauf des Abends wartet man auf einen entschiedenen Ton, auf straffere Gesten, straffere Körperführung. Wieman vergisst das Ende der Sätze abzuschließen. Er macht keinen Punkt; senkt den Tonfall, statt ihn zu heben. Eine menschliche Begabung, die aus sich herausgehen muss. Sonst geht es ihr später wie Kayßler.»

Anders sieht es Julius Bab:  

«Wenn Wieman bei seinem raschen Aufstieg zu einem der rührenden Schauspieler Berlins neben einigen Offiziersrollen die Darstellung unverstandener, böser Jünglinge bevorzugt, so spielen dabei die Nachwirkungen der expressionistischen Mode eine große Rolle. Denn da ... hatten Wiemans Figuren etwas Gepresstes, Krampfiges, übergangslos Jähes in der Bewegung, heiser Schrilles im Ton, was durchaus nicht zur Charakteristik der Rolle, sondern zum Charakter des noch unfreien Schauspielers gehörte. Dabei gab es doch stets Laute echten und starken Gefühls, die aufhorchen ließen. Und jetzt scheint sich der Druck über diesem jungen Künstler langsam zu lösen. Der Troilus, den er unter Hilperts Regie spielte, war zwar gar nicht prinzlich, eher proletarisch, aber in dem rauen Ton jugendlich reinen Gefühls und tief erbitterter Empörung doch sehr ergreifend.»

Fritz Engel Im Berliner Tageblatt vom 14.09.1927:

«Und das Tragische? Von den Erklärern, auch von Heine, ist in das Stück davon mehr hineingeheimnist, als darin wäre. Was um es zu retten geschehen kann, geht von Mathias Wieman aus, der den guten Troilus mit inbrünstiger Kraft und dem edelsten menschlichen Ernst spielt. Auch noch von Blandine Ebinger mit den wenigen Sätzen der Cassandra. Aber wenn Troilus ein tragischer Held sein soll, müsste von seiner Cressida mehr vom Vernichtungswille herströmen, mehr vom tödlichen Reiz der Untreue.»

18.10.1927

bis

05.01.1928

als Dr. Herbert Pfannschmidt, der Philologe  in Gerhard Hauptmanns "Dorothea Angermann" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Max Reinhardt

In weiteren Rollen: ......... Kayßler, Oskar Homolka, Werner Krauß, Helene Thimig, Frieda Richards, Toni van Eyck, Charlotte Schultz, Paul Henckels, ......... Eysoldt, 

Darsteller vorhanden - noch abgleichen und ergänzen

Das Stück wurde 81 mal aufgeführt

Julius Bab:

«Und unter Reinhardts Führung konnte Wieman in "Dorothea Angermann" schon wagen, seine eigenen Schwächen, all dies Beklommene, Unfreie, Gekrampfte in der Gestalt eines Privatdozenten zum Objekt tragikomischer Darstellung zu machen«

Berliner Börsen-Courier, Nr. 490, 19.10.1927: 

«Mathias Wieman spielte einen deutschen Professor. Unter der Leitung von Reinhardt charakterisierte er. Während er sonst die Rollen oft in sich hineintrieb, trieb er jetzt zu weit aus sich heraus. In der Mitte zwischen dem Troilus und diesem Herbert Pfannschmidt liegt sein Weg.«

Alfred Kerr, Berliner Tageblatt 19.10.1927: 

«Wieman hat den jungen Gelehrten von der Stadtbibliothek in Breslau nicht nur verleiblicht, sondern .....  ihn auch manchmal gehisst: in etlichen Bewegungen. Er ist nicht unbeobachtet. Sondern macht Beobachtern etwas klar. Hier war in Wien Dirmoser vielleicht eher zurückhaltend. Wieman (beinah mit den Gesichtszügen des verstorbenen, uns wertvollen Georg Reicke) hält im Erinnerungsbild am nächsten Morgen trotzdem stand.«

Monty Jacobs, Vossische Zeitung, Berlin vom 19.10.1927:

«.... Mathias Wieman als Philologe. Wieman; Naturbursch mit melancholischem Vorzeichen, spielt diesen Pedanten mit den unsicheren Schritten und mit dem sicheren Gefühl, echter als irgendein Rivale.«

10.11.1927

Uraufführung des Stummfilms "Der fidele Bauer" in Berlin (Mozartsaal)

Wieman als Liebhaber

 »Vortrefflich übrigens, hier endlich einmal ohne Bart, der junge Mathias Wieman, sehr natürlich und sympathisch und zum ersten mal ganz gelöst und innerlich frei«, schreibt "Das Blaue Heft"

23.12.1927

Uraufführung des Stummfilms "Königin Luise I." (Die Jugend der Königin Luise) der unter der Regie von Karl Grune entstand. In dem Mathias Wieman erfolgreich auftritt - zusammen mit Mady Christians, Anita Dorris, Hans Albert Schletow  wann gedreht???? 

mit Hedwig Wangel??

Dazu Hedwig Wangel: 

»Von bestechender Eindringlichkeit ist der Kronprinz Friedrich Wilhelm (Mathias Wieman), der den innerlich unsicheren, geistig primitiven Monarchen im Kronprinzen bereits vor ahnen lässt «

1927/28

Stummfilm "Königin Luise II." der ebenfalls unter der Regie von Karl Grune entstand. In dem Mathias Wieman wiederum auftritt - zusammen mit Mady Christians, Anita Dorris, Charles Vanel  wann gedreht???? wann aufgeführt????

1928

Stummfilm "Unter der Laterne" wann gedreht???? wann aufgeführt????

18.02.1928

bis

12.04.1928

 

als preußischer Oberst  in Bruno Franks "Zwölftausend"  im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert - als Uraufführung.

Das Stück wurde 55 aufgeführt

In dem Drama verurteilt der Autor den schmachvollen Handel eines hessische Kurfürsten, der zur Zeit Friedrich des II. seine Soldaten nach England verkaufte.

in weiteren Rollen: Albert Steinrück, ..... Wegener ?, Paul Otto, Paul Hörbiger, Werner Krauß, Dagny Servaes

Darsteller vorhanden - noch abgleichen und ergänzen

Berliner Börsen-Courier, Nr. 86, 20.02.1928:

«Dankbar vor allem der preußische Oberst: Mathias Wieman spielt ihn mit einer ebenso männlichen Zurückhaltung, wie Bestimmtheit.«

13.04.1928

bis

06.06.1928

als Freddy Hill in George Bernhard Shaws "Pygmalion" im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Leo Mittler - das Stück wurde 55 mal gespielt. 

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

weitere Daten + Kritiken besorgen

19.04.1928

Uraufführung des Stummfilms "Die Durchgängerin" wann gedreht???? wann wo aufgeführt???? Mathias Wieman in der Rolle eines Pianisten.

30.08.1928

bis

11.10.1928

als Leutnant Jean-Marc Marien in Georg Kaisers "Oktobertag" in den Kammerspielen Berlin unter der Regie von Robert Forster-Larrinaga

das Stück wurde 42 aufgeführt

mit auf der Bühne: Oskar Homolka, Margarethe Köppke, Albert Steinrück.

Darsteller vorhanden - noch ergänzen

Im "Das Blaue Heft" wird wie folgt ausgeführt:  

»Catherine Coste [Margarethe Köppke] begegnet dreimal am gleichen Tage dem fremden Leutnant -. . . Nachts lässt sie einen Schlächtergesellen [Oskar Homolka] , den Liebhaber ihrer Zofe, in ihre Kammer, wähnend es sei der Leutnant Jean Marc Marien. Der Vormund will erst den Leutnant, den das Mädchen für den Vater ihres Kindes halten muss, zur Heirat zwingen, sich dann mit Geld des erpresserischen Wissens des Schlachtergesellen entledigen, da fällt die Entscheidung nicht in der realen Welt, sondern in der irrealen Sphäre, in der die Kraft des Gefühls Wahrheit wird: den Leutnant, der jetzt erst Catherine mit Bewusstsein erblickt, zwingt die Verwirrung des Gefühls und die Unbeirrbarkeit dieses Gefühls zur Liebe des Mädchens, zur Heirat und zur Anerkennung des Kindes, den Schlachtergesellen Leguerche ersticht er am Schluss ... Margarete Köppke ist trotz ihrer Begabung, trotz aller Zartheit keine Catherine, ihre Kunst reicht nicht in transzendente Bezirke; ihr Gesicht hat nicht die Transparenz des Wunderbaren, die Mathias Wiemans Züge verklärt, wenn er sich dem Zwang dieser seltsamen Verstrickung unterwirft«

Und Arthur Eloesser schreibt in der "Vossischen Zeitung"

»Das, was uns überzeugt, was das Stück oder Kunststück sinnvoll macht, weht von Mathias Wiemans Leutnant aus; er braucht eine vornehme Seele, braucht die Gehaltenheit eines aus strenger Erziehung entlassenen jungen Menschen. Ein unschuldiger Junge steigt irgendwo aus, steigt ebenso unschuldig in seinen Zug und wird zum Mörder. Wird von etwas Unerforschlichem ergriffen, das er als Schicksal auf sich nehmen muss. Wir sind verantwortlich für das, was wir wirken ... Der Dichter ist da, wenn er uns Schicksalsnähe fühlen lässt, er war in Wieman, in seinem schweren Ernst, in seiner ergebenen Männlichkeit.«

Eventuell aus Eloessers Theaterkritik noch indirektes zu Wieman - aus der Rollenführung - hinzufügen

 

Westermanns Monatshefte, November 1928:

«..... wozu namentlich Margarete Köppke als innig verhaltene Catherine und Mathias Wieman als kraft der ihm zuteil gewordenen übersinnlichen Mission wie von innen her leuchtender Geliebte und Vater das übrige taten.«

23.10.1928

bis

12.02.1929

Premiere im Deutschen Theater Berlin - "Verbrecher" von Ferdinand  Bruckner unter der Regie von Heinz Hilpert und der Intendanz von Max Reinhardt.

Das Stück wurde 111 mal aufgeführt 

Auf der Bühne: Lucie Höflich, Maria Fein, Gustaf Gründgens, Mathias Wieman (als Frank Berlesson), Ilka Grüning, Leonard Steckel, Käthe Lenz, Erhart Siedel, Sonik Rainer, Erwin Faber, Hans Deppe und Hans Albers (als Kellner Gustav Tunichtgut).

Weitere Rollen hier einsetzen

Eine Abrechnung des Dichters mit den Gesetzesverwaltern, im Querschnitt einer Mietskaserne, wie in mehrstöckig verschachtelten Schaukästen, zeigt er das Leben und Treiben in einem Großstadtwohnhaus auf, wobei Aktionen parallel ablaufen und sich auch überschneiden.

Hilbert verzichtet, auf die 3 Etagen, die im Ansatz des Stückes vorgesehen sind, weil das Deutsche Theater zu klein ist, sondert baut mit dem Bühnenmaler Rochus Gliese zwei Etagen mit Nebenräumen. Die Kritik meint er zerstört dadurch vielleicht die soziale Struktur des Hauses, erhöht aber die Wirkung. Im übrigen fehle es manchmal an Präzision und dramatischer Deutlichkeit, was gerade bei Hilpert verwunderlich sei.

Berliner Börsen-Courier, Nr. 500, 24.10.1928: 

» ...... Mathias Wieman, zu feierlich, zu langsam, zu monoton.«

Monty Jacobs, Vossische Zeitung, 24.10.1928: 

» ...... Prachtvoll in der Verstörung des Ausgestoßenen Mathias Wieman .........«

Fritz Engel im Berliner Tageblatt vom 07.11.1928: 

»  ...., Mathias Wieman als verängstigter Homo, jedes Wort eine Gefühltheit und eine Erschütterung, .......« ....... »Vier Dramen also, und vorher ihre Vorbereitung. Lebenszüge, schärfste Photografie des Alltags in seiner grauesten Farbe. Das Strafgesetzbuch illustriert: Unterschlagung, Verführung, Totschlag. Es ergibt sich und wird im zweiten Akt verhandelt: eine Erpresseraffäre, in der ein Familiensohn aus Angst vor dem § 175 einen Meineid schwört. Diebstahl verübt von einem jungen Zimmerherrn, der seine ältliche Vermieterin begehrt, sie selbst, die veramte Herrenhäuslerwitwe, hat auch unterschlagen. Kindesmord, in höchster Not begangen von der Schreiberin Olga. Viertens aber eigentlich erstens, denn hier summiert sich alles: Totschlag oder gar Mord, begangen an der dicken Gastwirtin Kudelka, mit Todesurteil zu Unrecht gesühnt an dem Kellner Tunichtgut, während die Mörderin nur Zeugin ist, die verliebte, eifersuchtskranke Köchin Ernestine Puschek. Sie nimmt dann Veronal.«

31.12.1928

als Sülzheimer in "Im Weißen Rössl" von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg,  im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Alfred Ibach, , Bühnenbild Ernst Schütte - Das Stück wurde 1 mal aufgeführt

zusammen mit  ...................................

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15.02.1929

bis

19.04.1929

als Fenton in "Die Lustigen Weiber von Windsor" von William Shakespeare,  im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert, Intendant Max Reinhardt, Bühnenbild Rochus Gliese - 

zusammen mit Werner Krauss, Heinz Rühmann, Ida Wüst, Gustaf Gründgens, Hans Rehmann, Erwin Faber  u.a. ...................................

Darsteller vorhanden - noch ergänzen

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22.03.1929

Uraufführung des Stummfilms "Tagebuch einer Kokotte" wann gedreht????   - Mathias Wieman als Arzt

28.03.1929

(Gründonnerstag) Auftritt als Gast des Marquis in Frank Wedekinds "Der Marquis von Keith" im Schauspielhaus am Berliner Gendarmenmarkt (Staatstheater), einer Benefizvorstellung für die Witwe Albert Steinrücks, dem Doyens der deutschen Schauspielerschaft unter der Regie von Leopold Jessner. 

Albert Steinrück hatte so aus dem vollen gelebt, das das Geld für sein Begräbnis fehlte. Die Bühnengenossenschaft regte die Feier an.

Die zusätzliche Nachtvorstellung, beginnend 23 Uhr, war eine Wiederaufnahme der bahnbrechenden Inszenierung von Leopold Jessner aus dem Jahre 1920.

In den Rollen: Heinrich George (Marquis von Keith), Werner Krauss (Konsul Casimir), Carola Neher (Hermann, sein Sohn), Lothar Müthel (Ernst Scholz),Tilla Durieux (Anna, Verw. Gräfin), Elisabeth Bergner (Hausdiener Sascha /Freifrau von Rosenkron/Freifrau von Totleben), Conradt Veidt (Saranieff, Kunstmaler),  Kurt Gerron (Packträger), Rudolf Forster (Packträger), Veit Harlan (Packträger),   Paul Wegener (Metzgerknecht), Fritz Kortner (Metzgerknecht), Ernst Deutsch (Kellner), Hans Albers (Kellner),  Fritzi Massary (ein stummes Dienstmädchen), Trude Hesterberg (Bäckerweib),  und vielen anderen. 

Es waren 86 Personen auf der Bühnen, einschließlich der 50 Komparsen als Gäste des Marquis, unter ihnen so bekannte Künstler wie Marlene Dietrich, Lucie Mannheim, Renate Müller, Asta Nielsen, Henny Porten, Paul Otto, Hermann Thimig ............

Die Gedenkworte wurden von Heinrich Mann gesprochen. 

 

Darstellerdaten ergänzen aus Theaterzettel

 

Für einen Platz im Parkett und im ersten Rang zahlte man RM 60,00 - mitten in der Wirtschaftskrise ein beträchtlicher Preis.

"Die Luft konnte einem wegbleiben bei diesem Aufmarsch von 90 großen Namen. Nie mehr sollten auch nur annähernd so viele Sterne einen Bühnenhimmel erhellen. 

Bereits vier Jahre später (1933) befand sich ein Drittel der 90 auf der Flucht, arbeitslos auf der Straße oder in der inneren Emigration. Die Nazis befanden sich zu diesem Zeitpunkt gerade zwei Monate an der Macht." (5)

ein Artikel des Tagesspiegels vom 29.03.1999 erinnert an diese Aufführung

20.04.1929

bis

18.05.1929

als Simon Petrus in "Paulus unter den Juden" von Franz Werfel,  im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Karl-Heinz Martin, Bühnenbild Ernst Schütte - 

Das Stück wurde 29 mal aufgeführt

zusammen mit  ...................................

Darsteller vorhanden - noch einarbeiten

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April 1929

Drehbeginn für den Film "Land ohne Frauen" unter der Regie des italienischen Regisseurs Carmine Gallone - nach dem Roman "Die Braut Nr. 68" von Peter Bolt.

Wieman spielt einen australischen Arzt in dem Goldgräbercamp Coolgardie. Weitere Rollen sind besetzt mit Elga Brink, Conradt Veidt, Grete Berger, u.a.

Die Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts schickt die britische Regierung 413 Mädchen in ein australisches Goldgräberlager, um jedem Arbeiter eine Frau zu geben. Jeder der Männer und jedes der Mädchen sind durch gleichlautende Nummern füreinander bestimmt. 

........................ Filminhalt noch weiterbeschreiben ?

Gedreht wurde in den Ufa-Ateliers, Berlin-Tempelhof und in den D.L.S.-Ateliers, Staaken bei Berlin.

Der größtenteils noch stumm gedrehte Film, weist bereits einige Tonfilmszenen auf. Der Stummfilmteil wurde nachträglich mit Musik und Texten unterlegt

und von 1929/30 bis 1931/32 an verschiedenen Berliner Bühnen

00.08.1929

Wechselt zusammen mit Heinz Hilpert, mit dem er häufig zusammenarbeitete, an das Deutsche Künstlertheater (Berlin) (3)

29.08.1929

Spielt den Stanhope in Robert Cedric Sheriffs Kriegsstück "Die andere Seite" (englisches Kriegsheimkehrerstück - Originaltitel "Journey´s End") unter der Regie von Heinz Hilpert am Deutschen Künstlertheater in Berlin, das mit diesem Stück (unter der Leitung von Robert Klein stehend) eröffnet wurde. (13)

Die andere Seite - ist die englische Front im Weltkrieg. In einem Offiziersunterstand in der Nähe von St. Quentin angesiedelt, kurz vor der deutschen Märzoffensive 1918. Eine Ansammlung zermürbter Menschen. Hauptmann Stanhope, der fähigste Kompanieführer im Grabenabschnitt, ist überreizt, hysterisch und betäubt sich mit Whisky. Leutnant Hibbert taumelt in Angstträumen. Osborn, der Älteste von ihnen, zu Hause Lehrer, wird mit dem Jüngsten, dem ahnungslos begeisterten Raleigh, zum Erkundigungsvorstoß eingesetzt und fällt. Raleigh gehen die Augen auf. Die Offensive beginnt. eine Granate zerreißt ihm den Rücken.

Das Kriegsdrama von Sheriff hat in London und New York bereits Hunderte von Aufführungen gehabt. Der Premerienerfolg in Berlin war gewaltig.

Der Autor, kein Autor im eigentlichen Sinne, sondern ein Betroffener, der herausgerissen aus Sport und Schule, sich plötzlich an der Front wiederfindet, verwundet wird, seinen Beruf aufgibt, Versicherungsagent wird und seine Fronterlebnisse aufschreibt. Er will sich nicht als Schriftsteller und Dramatiker etablieren, er muss seinen persönlichen Eindruck loswerden. Aber dieses persönliche Erlebnis, diese private, intimste Erfahrung ist gleichzeitig und stellvertretend das Erlebnis von Millionen anderer.

Darsteller aus Börsen Courier, etc. später noch einfügen

Im Berliner Tageblatt am 30.8. 1929, durch den Kritiker Fritz Engel verlautet ist , zu lesen:

»Auch Wieman, Stanhope, die führende Gestalt, hat hier und da einen Überton. Im Ganzen ist er ein großes, durch menschliche Züge ergreifendes, durch Kunst beglückendes Bild letzter Zerwühltheit  (10)

Herbert Ihering bescheinigt Heinz Hilpert, »eine Theaterbegabung für Militärdramen und Detektivreißer« (62)

Herbert Ihering zu Wieman im Berliner Börsen Courier, Nr. 404 vom 30.08.1929:

»Der Stanhope ist eine Rolle für Mathias Wieman. Der aufgerissene Blick, die hysterische Gereiztheit, der gequälte Ton - Wieman ist wundervoll. Die Rolle verleitet zur Monotonie, da sich ihre Situationen wiederholen, Wieman packt aber auch da noch, wo ein farbiger, nuancierender Schauspieler wechselnde Effekte erzielen würde.«

Wie aus Iherings Kritik herauszulesen, ist das Stück alleine schon deshalb zugkräftig, weil es die schöpferische Dramatik durch Schilderung eines individuellen und doch allgemeingültigen Erlebnisses, durch die Darstellung des Krieges ersetzen kann: »Nun wirkt die bleierne Ruhe im englischen Schützengraben vor der deutschen Offensive wie ein dramatisches Mittel. Nun erschüttert der Nervenzusammenbruch. Nun ergreifen die Betäubungsszenen und Heimaterinnerungen« (Ihering).  

 »das objektivste und unpathetischste von allen [Kriegsstücken]«, schreibt Günther Rühle und benennt die Tendenz: »Noch wirkte das meiste als Darstellung gegen den Krieg.« 

Doch wohin solche Stücke führen, zeigt die Geschichte, erklärt Ödön von Horväth in einem zeitgenössischen Interview: »Das Theater phantasiert für den Zuschauer, und gleichzeitig lässt es ihn auch die Produkte dieser Phantasie erleben«, und weiter sagt Horväth, das das schön angezogene, parfümierte Publikum zuschaut »wie einer oder auch zwei umgebracht werden, - und hernach das Theater [verlässt] und zwar in einer weihevollen Stimmung, ethisch erregt. Was geht da in dem einzelnen Zuschauer vor? Folgendes: seine scheinbare Antipathie gegen die kriminellen Geschehnisse auf der Bühne ist keine wahre Empörung, sondern eigentlich ein Mitmachen, ein Miterleben und, durch dieses Miterleben ausgelöst, Befriedigung asozialer Triebe. Der Zuschauer ist also gewissermaßen über sich selbst empört. Man nennt diesen Zustand Erbauung.« Das spiegelt sich nun auch in den Kritiken. 

A. Huth steht allein mit der Meinung, das das Stück kein Erfolg ist:

»Den Pazifisten war "Die andere Seite" nicht pazifistisch, den Kriegsfreunden nicht heroisch genug.« 

Ludwig Sternaux im Berliner Lokal-Anzeiger (30.8.1928):

»Nicht nur widerspruchslos, nein, geradezu begeistert, ließ sich das Publikum diese ollen [?!] Kamellen aus dem Schützengraben erzählen ... So mussten damals Tausende leben, so Tausende sterben [!] 

Dieser Stanhope ist Held nur im Suff, wofür er, wofür die anderen sterben, weiß er nicht. Wenn er, nach jenem geglückten Vorstoß, der ihn seinen besten Offizier und sechs der besten Leute kostet, dem triumphierenden Oberst ins Gesicht schreit ... so klingt schon die Parole auf. - "Nie wieder Krieg!" [der jedoch auf der Bühne stattfindet] ... peinlich auf die Dauer das hysterische Getue Mathias Wiemans, der die undankbare Rolle jenes Hauptmanns Stanhope hat« 

und Friedrich Düsel schreibt: »dass sich hier ein Feld auftut .. wie seit langem keins für Menschendarsteller von der Innerlichkeit, dem Ernst, der Güte und Stille eines Mathias Wieman.« (62)

30.09.1929

Uraufführung des Films "Das Land ohne Frauen" in Berlin, im Capitol 

Der Film wurde stumm produziert und anschließend mit Sprech- und Gesangseinlagen versehen, die noch parallel zum Film vom Plattenspieler eingespielt wurden.

Mathias Wieman schreibt selbst hierzu: 

Den Beginn des Tonfilms erlebte ich, als ich mitten in den Arbeiten zum Stummfilm "Das Land der Frauen" steckte, den der italienische Regisseur Carmine Callone drehte. Es war ein ungewöhnlicher Stoff und es schien, das hier ein wirklich guter Film entstehen würde - aber da erklärte die Produktionsfirma, das aus dem Stummfilm ein Tonfilm werden müsste. Mit völlig unzulänglichen Mitteln, in einem Hetztempo sondergleichen ging die Umwandlung vor sich und dementsprechend war auch das Ergebnis. Als ich die Uraufführung dieses aller ersten Tonfilms überhaupt im Berliner Capitol erlebte, packte mich lähmendes Entsetzen: das war meine Stimme - dieser heisere Ton, der aus einem Nebelhorn zu kommen schien? Ich beruhigte mich erst, als ich feststellte, das die Sprache meiner Kollegen nicht besser klang, das nicht wir die Schuld daran trugen, sondern die Technik; es war der Urzustand eines Tonfilmes ...

24.10.1929

Beginn der Weltwirtschaftskrise - 

Bedingt durch den Kurssturz an der New Yorker Börse am 24.10.1929 ausgelöst und bis 1931 reichende weltweite wirtschaftliche Depression, die zu Zusammenbruch der Geldwährung und des internationalen Kreditsystems führte. Ursache für die Wirtschaftskrise waren Konjunkturkrisen und die Störung des wirtschaftlichen Gleichgewichts als Folge des 1.Weltkrieges und der übermäßig hohen deutschen Reparationszahlungen; eine Haupterscheinung der Wirtschaftskrise war die Massenarbeitslosigkeit

04.11.1929

als Gatte in der deutschen Erstaufführung von O´Neills "Seltsames Zwischenspiel" im Deutschen Künstlertheater Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert - mit auf der Bühne Elisabeth Berger, als Nina, die nach fast einjähriger Theaterabstinenz einen Riesenerfolg verbucht. und Erika Meingast

Darsteller aus Börsen Courier, etc. später noch einfügen

Herbert Ihering, Börsenkurier, Nr. 518 vom 05.11.1929

»Für sich stehen Rudolf Forster und Mathias Wieman; als Liebhaber und Gatte. Forster nervös, straff, zusammengefasst. Wieman ausbrechend sich wandelnd im Laufe des Abends von einem Tollpatsch zu einem breiten, brutalen Geschäftsmann. Beide ausgezeichnet.«

Felix Hollaender, 8-Uhr-Abendblatt, Berlin, 5.11.1929

»... ausgezeichnete Schauspieler stützen sie. Kein Lob scheint mir für die Selbstentäußerung von Forster, Wieman, Loos und Faber - für die künstlerische Bescheidenheit von Helene Fehdmer groß genug.«

Fritz Engel, Berliner Tageblatt, 5.11,1929

»... Wieman hat es nicht so gut, er muss sich mit einer schlechten Figur herumschlagen. Auch Theodor Loos kann Volles nicht geben. Hier mag dei Regie, der sonst so sichere, diesmal vielfach zögernde Heinz Hilpert, mitschuldig sein.«

Monty Jacobs, Vossische Zeitung, Berlin, 5.11.1929

»... hat der sonst so umsichtige Regisseur Heiz Hilpert gewiss das Spieltempo beschleunigt. Das er gestern seine Darsteller in die Zeitlupe presste, war der eine seiner Irrtümer. Der andere war, das das Publikum über Sam, über Wiemans Maske lachen durfte. Sam ist ein Mann des Erfolges, der im Alter nicht bäuerisch zu werden braucht und als der eigentliche Sieger des Dramas muss er vor der Lächerlichkeit beschützt werden.«

07.11.1929

Uraufführung des Films "Das Land ohne Frauen" in Wien 

ende?1929

Schon zu Beginn seines Engagement bei Max Reinhardt kaufte sich Gustaf Gründgens ein Auto, obwohl er noch keinen Führerschein hatte. Er hatte Todesangst vor der Fahrprüfung und erkundigte sich bei Wieman, was man alles gefragt werde. Wieman erzählte es ihm und fügte hinzu, das nach allem Fragen, nach der Untersuchung auf Farbblindheit und Schwerhörigkeit noch eine Untersuchung auf die Reaktionsfähigkeit folgte: der Arzt schieße nämlich plötzlich eine Pistole ab und beobachtete dann, ob der Aspirant erschrocken sei oder nicht.  

GG ging zur Fahrprüfung und alles lief programmgemäß ab. Nur bevor der Prüfer überhaupt daran dachte seine Pistole zu betätigen, rief Gründgens gereizt: "Und nun schießen sie doch endlich!" Der Arzt musste so lachen, das er nicht mehr schießen konnte. (104)

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Stand: 22. Februar 2012