Sie befinden sich auf Seite 2e Wieman -  noch in Arbeit

 

  

Vorseite Wieman

 Midi-Song Hintergrundmusik

  

Weiter mit Wieman

Biographie  des Schauspielers und Rezitators 

Mathias Wieman

4. Teil

1933 - 1940

in Verbindung mit dem Zeitgeschehen

rot geschriebenes = weitere Recherche wegen Unklarheit

gastiert 1932/33 am Deutschen Theater, 

UND DANN GING ALLES SEHR SCHNELL

UND DAUERTE DOCH ZU LANG

30.01.1933

Die SA feiert mit einem Fackelzug Hitlers Ernennung zum Reichskanzler

27.02.1933

Reichtagsbrand - Symbol für die Beseitigung der deutschen Demokratie durch den Nationalsozialismus - Brand des Reichstages wird den Kommunisten zur Last gelegt - was zum Verbot der KPD und der Verhaftung von 4.000 prominenten Kommunisten führt- Nach neusten Forschungsergebnissen war der Brand jedoch von SA und SS geplant und von den Nazis selber gelegt worden.

Viele Antifaschistisch gesinnte oder jüdische Schauspieler und Regisseure müssen damit rechnen verhaftet zu werden - 

Diejenigen mit österreichischer Staatsbürgerschaft, wie Fritz Kortner, Elisabeth Berger, Oscar Homolka und Helena Weigel können sich bis 1938 zwar noch in Österreich aufhalten, bis auch Hitler hier die Macht ergreift, erhalten jedoch bis auf wenige Gastauftritte kein Engagement in Österreich. Sie müssen sich oft im englischsprachigen Ausland engagieren, verlieren ihre Muttersprache und werden somit "sprachlos". (23)

Febr.1933

Dreharbeiten zum Film "Anna und Elisabeth" in den Jofa-Ateliers, Berlin-Johannisthal und Außenaufnahmen am Gardasee in Italien - unter der Regie von Frank Wysbar

Die Geschichte: Das Bauernmädchen Anna (Hertha Thiele) betet voller Innbrunst am Bett des scheintoten Bruders, er möge wieder lebendig werden. Als der Junge wieder zu atmen beginnt, kommt das Mädchen in den Ruf einer Wunderheilerin.

Die hysterische Gutsherrin Elisabeth (Dorothea Wieck), durch Lähmung im Rollstuhl gefesselt, ruft Anna zu sich und wird ebenfalls geheilt. Als das Wunder bei Elisabeths lungenkranken Bräutigam, dem Organisten Mathias Testa (Mathias Wieman) ausbleibt, stürzt sich Elisabeth absichtlich zu Tode, im festen Glauben Anna würde sie wieder erwecken können, um damit Annas Fähigkeit als Heilerin unter Beweis zu stellen. Doch Anna kann sie nicht ins Leben zurückholen und zieht sich entsetzt in ihr Elternhaus und ein stilles Leben zurück. 

In weiteren Rollen: Maria Wanck, Carl Balhaus, , Willi Kaiser-Heyl, Roma Bahn, Dorothea Thieß, Carl Wery, Karl Platen, Robert Eckert.

Die Musik zum Film schrieb Paul Dessau.

Das kammerspielhafte, sorgfältig gestaltete Drama verletzte nach Meinung von NS-Kulturfunktionären das gesunde Volksempfinden.

08.03.1933

Max Reinhardt verlässt Deutschland - Er verbleibt bis 1938 in Österreich , bis Hitler auch dort einmarschiert und er, wie viele andere auch, nach Amerika emigriert. 

12.03.1933

 

 

Ausstrahlung des Hörspieles und Funkdichtung von Hans Rehbergs "Die Preußische Komödie" - Regie: Edlef Köppen, Musik: Hans Kammeier, Dauer: 83 Minuten, 00 Sekunden -

Sprecher und Darsteller: 

Der Erste Tag:

Oskar Ludwig Brant (Der Große Kurfürst), Theodor Loos (Reinald von Dassel), Günther Hadank (Heinrich), Wilhelm Malten (Friedrich II.), Hugo Werner Kahle (Friedrich Wilheln IV.), Mathias Wieman (Louis Ferdinand), 

Erich Gühner (Ein Jüngling), Robert Assmann (Die Palme /Herr von Fuchs), Erich Gühner und Chor (Krähen), Heinrich Schwamborn (Herr von Grumbkow), Else Theel (Ein graues Holz), Wilhelm Malten und Chor (Die Gnadenlose Strasse), 

Das Gold

Thea Bohna (Das Gold), Valeska Stock (Das Gold), Else Theel (Ein graues Holz), Mathias Wieman (Hamlet), Emmy von Stetten (Ophelia), 

 

Das Drama "Preußische Komödie", entstanden 1933, wurde 1933 zum Hörspiel umgeschrieben und in Berlin produziert; ihre entgültige Form erhielt die "Preußische Komödie" 1940 als dramatisches Gedicht.

 

Die "Preußische Komödie" bildet zu Dantes "Göttliche Komödie" ein mehr episches als dramatisches Gegenstück, in dem ein Jüngling auf einer dreitägigen phantastischen Höllenwanderung zum Großen Kurfürsten und dessen beiden Nachfolgern "eine Revision preußischen Werdens" erfährt. (Franz Lennartz 1941)

 

Wie diese Dramen 1936 von der Kritik eingeschätzt wurden, macht eine Notiz aus "Die Bühne" (1.3.1936) deutlich: "In diesen Tagen beginnt das Berliner Staatliche Schauspielhaus mit den Proben zu Hans Rehbergs neuem Schauspiel "Friedrich Wilhelm I.", nachdem das gleiche Haus in der vergangenen Spielzeit desselben Dichters erschütterndes Drama "Der Große Kurfürst" mit größtem Erfolg uraufgeführt hat, während kurze Zeit darauf das Leipziger Alte Theater sein Lustspiel "Friedrich I." herausbrachte. Hans Rehberg gehört zu den jungen nationalsozialistischen Dichtem, die wirklich aus der Bewegung mit Leib und Seele eingesetzt haben und daher allein aus dem Geiste solcher Kampferlebnisse heraus zu schreiben vermögen." 

Obwohl Rehberg 1940 noch drei politische Tendenzhörspiele geschrieben hatte, fiel er mit der Bühnenfassung der "Preußischen Komödie" bei der offiziellen Kritik in Ungnade. "Nach Rehberg gibt es überhaupt keinen anständigen Kerl in Preußen", beklagte sich z. B. die "Weltliteratur" und sprach von "trivialer Besudelung". Diese wechselnde Einschätzung des dramatischen Werkes von Hans Rehberg macht sein einziges als Tondokument erhaltenes Hörspiel  interessant.

16.03.1933

Von Oxford aus richtet Max Reinhardt einen Brief an die nationalsozialistische Regierung - einen Brief, der im Namen der deutschen Kultur zugleich an die Weltöffentlichkeit gerichtet war. Würdig und mit zurückhaltendem Pathos verteidigte Reinhardt das bereits verlorene Lebenswerk.

  Link zum Brieftext

12.04.1933

Uraufführung des Films "Anna und Elisabeth" der unter der Regie von Frank Wysbar entstand, in Berlin im Capitol.  Der Film erhielt das Prädikat "künstlerisch".

Mathias Wieman spielt hier den Mathias Testa, den sterbenden Zweifler aus der Stadt, der sich vor der politischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen scheut und der sich statt dessen in die Religiosität flieht, ohne aber deren gesellschaftliche Funktion deutlich zu machen. 

Das, wer im Nationalsozialismus Karriere machen will, Stellung zu beziehen hat, und zwar eine eindeutige, wird aus den Vorwürfen des nationalsozialistischen Publizisten Oskar Kalbus gegenüber dem Regisseur Frank Wysbar deutlich: 

»Hinter dem Stoff guckt noch viel Liberalismus und Krankhaftes hervor, erinnert an Thomas Manns Lungenkranke ... Wysbar hat auch an dem Film "Mädchen in Uniform" mitgewirkt. Er muss seine Menschen von der körperlichen und geistigen Dekadenz befreien und sie bald in volkhaftes und gesundes Leben stellen, wenn er mit der neuen Zeit mit marschieren will ... Im Dritten Reich hat der bequeme, verantwortungslose Filmschlendrian aufgehört, alles ist in Bewegung, und ein frischer Wind weht durch neue Ideen, Stoffe, Einfälle.« (66)

Da der Film nicht den nationalsozialistischen Vorstellungen von Filmkunst entsprach, wurde er kurz nach seinem Erscheinen verboten.

xx.xx.1933

 

als .......  in ....... "Für geleistete Dienste"  im ...... Theater Berlin unter der Regie von ..............

xx.xx.1933

Ab 1933 gastiert er, an der Berliner Volksbühne am Horst Wessel-Platz 

19.04.1933

eine kleine aber dankbare Rolle als Feldschreiber Löffelholz in "Florian Geyer" von Gerhart Hauptmann - in der Volksbühne Berlin.

Johannes Günther erinnert sich 1935: 

»eine freudige Kraft, die, zu Tode getroffen, von Leben und Tat Abschied nahm«, 

10.05.1933

Die Bücher von Schriftstellern und Dichtern werden verbrannt, die zu den bekanntesten und bedeutendesten Deutschlands gehörten.

In den Universitätsstädten errichteten die Braunhemden große Scheiterhaufen, holten Bücher aus den Buchhandlungen und Bibliotheken und warfen sie ins Feuer.

Die Eingrenzung und Gleichschaltung von Kultur auf eine, von oben diktatorisch angeordnete und demagogisch betriebene, Richtung nimmt ihren Lauf.

Juni 1933

bis

Juli 1933

Dreharbeiten zum Film "Fräulein Hoffmanns Erzählungen" unter der Regie von Carl Lamac - in den Emelka-Ateliers, Geiselgasteig bei München.

Routiniert abgewickeltes Verwechslungs- und Liebesmärchen zwischen der jungen Erbin (Anny Ondra) einer Kaffee-Importfirma und ihrem schärfsten Konkurrenten (Mathias Wieman), die sich zufällig auf der Landstrasse begegnen und sich nichtsahnend verlieben. In oberbayrische Folklore verpackt u.a. mit dem Erfolgsschlager "Bei der blonden Kathrein".

Weitere Darsteller: Josef Eichheim, Liesl Karlstadt, Carl Walther Meyer, , Paul Otto, Ellen Schwanneke, Ida Wüst, 

25.08.1933

Uraufführung des Films "Fräulein Hoffmanns Erzählungen" der unter der Regie von Carl Lamac entstand, in Berlin im Atrium

xx.xx.1933

Dreharbeiten zum Films "Das Verliebte Hotel" unter der Regie von Carl Lamac - Außenaufnahmen in Kap Acrona auf Rügen

Die Darsteller und ihre Rollen: Anny Ondra (Hanna Boll), Mathias Wieman (Claus Petermann, Reeder), Peter Voß (Jochem, Kunstmaler), Max Gülstorff (Onkel Benjamin), Erika Glässner (Ludmilla Dippel, Witwe eines Likörfabrikanten)

...................... später noch Inhalt einfügen ......................

22.09.1933

Per Gesetz wird die Reichskulturkammer gegründet. Ihr Präsident wurde Reichspropagandaminister Goebbels. Er hatte damit die absolute Befehlsgewalt über alle Bereiche der deutschen Kultur.

Zur Reichskulturkammer gehörten die Fachkammern für Film, Schrifttum (Literatur), Presse, Rundfunk, Musik, bildende Künste und die Reichstheaterkammer. 

Diese war, wie die anderen Kammern in ihrem Bereich ebenfalls, einzige berufsständische Organisation aller Theaterschaffenden. Damit war die Abschaffung jeglicher demokratischer Interessenvertretung befohlen. Es bestand Zwangsmitgliedschaft, aber nicht jeder durfte Mitglied werden. Jegliche Anstellung konnte nur mit Zustimmung Goebbels erfolgen. (27)

Mehr dazu auf der Sonderseite, die einigen der Theater- und Filmschaffenden gedenkt, die durch die Nazis Ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden, nur weil sie einer  Ideologie weichen mussten. 

22.09.1933

Im Filmkurier vom 5.10.1933 ist nachzulesen: Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat Werner Krauß* zum stellvertretenden Präsidenten der Reichstheaterkammer ernannt (14)  - 

* Werner Krauß, 1884-1959, Schauspieler

Okt. 1933

bis

Nov. 1933

Dreharbeiten zum Film "Der Schimmelreiter" unter der Regie von Curt Oertel und Hans Deppe, die auch das Drehbuch, frei nach der Novelle von Theodor Storm, schrieben - Außenaufnahmen ab Mitte Oktober in einem Dorf in Nordfriesland - Innenaufnahmen, im November 1933, in den Ateliers Staaken bei Berlin.

Die Tochter Theodor Storms, Gertrud Storm, stand dem Filmteam während der Aufnahmen an der Nordsee beratend zur Seite.

Inhalt: Gespenstisch huscht der Schimmel des Deichgrafen Hauke Haien (Mathias Wieman) über die weiten Flächen des friesischen Koogs. Unermüdlich kämpft der Deichgraf gegen die Bequemlichkeit und den Aberglauben der Bauern an, die seine Idee eines neuen Deichprofils nicht akzeptieren wollen. Nur murrend und wiederwillig befolgen sie seine Weisungen beim Bau des Deiches. Als der Deich endlich fertig gestellt ist, kommt bei der Einweihungsfeier eine Sturmflut auf. Die aufgebrachten Bauern wollen den Deich durchstechen, doch der Deichgraf will den Deich retten. Bald geht es um das Leben seiner Familie - oder das des ganzen Dorfes........

Weitere Darsteller und Rollen: Marianne Hoppe (Elke, die Tochter des alten Deichgrafen Volkerts), Ali Ghito (Vollina Harders, Bäuerin), Hans Deppe (Iven Johns, Knecht) , Walther Süßenguth (Ole Peters, Großknecht), Wilhelm Dengelmann (Tede Volkerts, der alte Deichgraf), Margarete Albrecht (Elkes Tante), Eduard von Winterstein (Oberdeichgraf), u.a.

15.12.1933

Ab diesem Tag dürfen im Zuständigkeitsbereich der Reichstheaterkammer ihren Beruf nur noch die Personen ausüben, die einen persönlichen Antrag auf Mitgliedschaft gestellt hatten und deren Antrag genehmigt wurde und als geeignet und zuverlässig eingestuft wurde. 

Nicht geeignet waren all die, die nicht bereit waren, sich der herrschenden Ideologie anzupassen, aber auch "Nichtarier" (deutsche Juden), Kommunisten und Sozialdemokraten. 

Dies bedeutete Berufsverbot, Verlust der Kranken- und Rentenversicherung, somit Verlust jedweder wirtschaftlichen Existenz. (27)

19.12.1933

Uraufführung des Films "Das Verliebte Hotel" der unter der Regie von Carl Lamac entstand, in Berlin im Atrium

Dez.1933

bis

Jan. 1934

Dreharbeiten zum Films "Achtung wer kennt diese Frau?" unter der Regie von Franz Seitz - Drehbuch Joseph Dalman und Joe Stöckel - Aufnahmen in den Bavaria-Ateliers, Geiselgasteig, München von Anfang Dezember 1933 bis Anfang Januar 1934 -

Die Darsteller und ihre Rollen: Helmut Renar (Graf Geza von Teröcky), Hilde von Stolz (Komtesse Ilona, seine Tochter), Max Weydner (Karol Meszaros, Schloßverwalter), Emil Höfer (Stephan Kovács, Schloßkastellan), Helma Rückert (Marischka, seine Frau), Mathias Wieman (Artur von Vabro), Werner Fuetterer (Walter von Molnar, Forstassistent), Otto Wernicke (Thomas Burger), Kurt Holm (Lajos, Kammerdiener), Friedrich Gnaß (Carlo Fiori), Hanns-Fritz Gerhard, Walter Holten        

Die Geschichte: Zehn Jahre nach Ermordung einer Hochstaplerin und Diebin in einem einsam gelegenen Schloss in Ungarn löst eine Suchanzeige einen weiteren Mord sowie polizeiliche Ermittlungen aus.

Umständlicher Kriminalfilm, der mit seiner schaurig schönen Geheimniskrämerei bis zum Schluss undurchsichtig bleibt

 

....... eventuell ergänzenden Inhalt eingeben ........

 

12.01.1934

Uraufführung des Films "Der Schimmelreiter" der unter der Regie von Curt Oertel und Hans Deppe  entstand, in Hamburg im Passage-Theater

»Im Dritten Reich hat der bequeme, verantwortungslose Filmschlendrian aufgehört, alles ist in Bewegung, und ein frischer Wind weht durch neue Ideen, Stoffe, Einfälle.« schrieb Oskar Kalbus (wie bereits angeführt zum Film "Anna und Elisabeth").

So "frisch", meint Marcus Bier in "Schauspielerportraits - 24 Schauspieler um Max Reinhardt", das Kalbus den tieferen Sinn von Hans Deppe/Curt Oertels "Der Schimmelreiter" noch nicht durchschaut und darum mit beachtenswerter Naivität benennt: »Storm hat in seiner Novelle das Spukhafte und Gespenstische aufzeichnen wollen, während der Film den nüchternen und praktischen Landgewinnungsgedanken [!] des Deichgrafen Hauke Haien [Mathias Wieman] ganz breit auswalzt und manches von dem sagenhaft mythischen Urgrund der Fabel unerfüllt lässt ... Mathias Wieman ist ein wortkarger, knorriger, grüblerischer Friese von der Waterkant.« »Der Bauer Hauke Hayen, von Mathias Wieman sehr glaubhaft verkörpert, erzwingt gegen Kleinmut und Neid, Unverstand und Gleichgültigkeit den Bau eines lebenswichtigen Dammes gegen die drohenden Fluten der Nordsee«, heißt es bei Rudolf Oertel, der, paradigmatisch für einen Teil der Filmgeschichtsschreibung der fünfziger Jahre, versucht diese eindeutig nationalsozialistische Tendenz zu bemänteln, zu verwischen, ungeschehen zu machen: »Wenn man auch in diesem, Film nichts weiter als eine Apotheose auf das Führerideal sehen wollte, so vergäße man dabei, das die Novelle Storms früher zur Welt kam als Adolf Hitler«, lautet sein schwaches, x für y setzendes Argument, denn bei Storm sind Motiv und Dramaturgie anders gelagert. (62)

29.01.1934

Uraufführung des Films "Der Schimmelreiter" der unter der Regie von Curt Oertel und Hans Deppe  entstand, in Berlin im Ufa-Theater, Kurfürstendamm

Der Film wurde einer der größten Erfolge des Jahres 1934 - er erhält die Prädikate "Künstlerisch" und "besonders wertvoll"

16.02.1934

Erlass des  Lichtspielgesetzes, das dem Reichspropagandaministerium die Steuerung des Kinos in seinem Sinne ermöglicht. 

00.02.1934

 bis

00.04.1934

Dreharbeiten zum Heimatfilm "Das Verlorene Tal" unter der Regie von Edmund Heuberger. Produziert von Basilea Film, Basel und Terra Film AG, Berlin.

Mathias Wieman spielt hier in einer der Hauptrollen den Flieger und Erfinder René von Eisten. Die Schauspielerin Marieluise Claudius in der Rolle der Verena Stettler.

Die Innenaufnahmen erfolgen im UFA-Atelier, Berlin-Neubabelsberg, die Außenaufnahmen in Poschiavo (GR), Tessin, Wallis, Freienwalde.

Zehn Tage lebt das Drehteam isoliert im Schneegebirge und wird per Flugzeug versorgt, was die Kosten (die Errichtung einer Flugzeuglandepiste mit eingerechnet) auf 180 000 Franken ansteigen lässt.

Mathias Wieman berichtet von einem geplanten, aber nicht zustande gekommenen Projekt:

Film Revue Ausgabe 2 -1957:
»..... Curt Oertel plante ein weiteres großes Werk in seiner Film-Bilder-Sprache: Die Sage von "Tristan und Isolde". Jeden Morgen fuhr ich in den Grunewald und ritt in der Bahn, dem Sprunggarten, im Freien die weiten Trab und Galoppstrecken unter den Bäumen das war eine der ritterlichen Künste, in denen Tristan Meister sein musste.
Doch als mich ein Fotograf dabei aufnehmen wollte, bat ich ihn, lieber ein Bild mit meinem treuen Motorpferd zu machen, dem grauen Ford,  der mich mehr als 100 000 km kreuz und quer durch Europa getragen hatte: In England war er gewesen (zu einem Filmvorhaben mit Elisabeth Bergner, das sich dann zerschlug), in Frankreich hatte er die ganze Ozeanküste erforscht, von Dieppe, durch die Normandie und die Bretagne bis nach Bordeaux, und war dann die Loire entlang heimgetrabt. Mit dein Wagen kam ich mir vertrauter vor als mit den Pferden - und dann spielte wohl der alte Schauspieler Aberglaube mit: Nichts beschreien! Nicht vorgreifen! Die nächsten Bilder hoch zu Ross sollten ja Tristan zeigen, und würden vorher schon welche gewissermaßen im Stadium der Vorbereitung, des Wünschens gemacht, dann käme der Film vielleicht nicht zustande. Nun die Vorsicht nützte nichts, er kam wirklich nicht zustande, als einer der vielen Pläne, die sich später auch nicht verwirklichten. Mit den Jahren wurde ich dann härter im Nehmen solchen Abschieds von Hoffnungen, dieser Fall Tristan aber hatte mich noch getroffen und verwundet.«

11.04.1934

Uraufführung des Films "Achtung! Wer kennt diese Frau" der unter der Regie von Franz Seitz entstand, in Berlin, im Primus-Palast

01.05.1934

Schaffung eines nationalen Filmpreises 

15.05.1934

Erlass des  Reichstheatergesetzes, das dem Reichspropagandaministerium die Steuerung des Theaters in seinem Sinne erst ermöglicht. 

05.06.1934

Deutsche Uraufführung des deutsch/schweizerischen Films "Das Verlorene Tal" , der unter der Regie von Edmund Heuberger entstand, im UFA-Theater Berlin, Kurfürstendamm. Der Film wird ein Misserfolg

Sommer  

1934

Ein weiteres Filmprojekt wird von der Basilea und Terra Film geplant. "Der Schmuggler vom Bernina-Pass", basierend auf Gustav Renkers Roman "Die Gärten von Rocca, das Edmund Heuberger zusammen mit dem Kameramann Weihmayr in Puschlav realisieren soll.

Als Hauptdarsteller sind Mathias Wieman, Ursula Grabley und Gustav Diesssl vorgesehen.

Das bereits im Terra-Programm 1934/35 veröffentlichte Projekt muss wegen Finanzschwierigkeiten der Terra, auch bewirkt durch die enttäuschenden Einnahmen aus dem Film "Das verloren Tal" (sie führten zur Schließung der Baseler Filiale), aufgegeben werden.

xx.xx.1934

Dreharbeiten zum Film "Klein Dorit unter der Regie von Carl Lamac - Drehbuch Curt J. Braun nach dem Roman "Little Dorrit" von Charles Dickens (1857) - Aufnahmen in den Bavaria-Ateliers, Geiselgasteig, München

Die Darsteller und ihre Rollen: 

Gustav Waldau (William Dorrit), Anny Ondra (Arny, seine Tochter), Hilde Hildebrand (Lily seine Tochter), Kurt Meisel (Pit sein Sohn), Mathias Wieman (Arthur Clennam), Antonie Jaeckel (Frau Clennam, seine Mutter), Otto Stoeckel (Merdie, sein Freund), Fritz Rasp (Flintwich, ein Unternehmer), Josef Eichheim (John Chivery), Cläre Glib (Imilie, Soubrette), Jola Jobst (Kundin im "Maison Flintwich"), O.E. Hasse, Emil Höfer, Kurt Schöpp, Max Weydner

Die Geschichte: Eine tragischkomische Familiengeschichte aus dem frühviktorianischen England. Die jüngste Tochter eines seit Jahren hartnäckig im Londoner Schuldgefängnis verbleibenden Dickkopfes, der immer noch seinen Prozess zu gewinnen hofft, löst für alle Angehörigen eine Glückssträhne aus.

Einer der internationalen Erfolge Anny Ondras unter der leichthändigen Regie ihres ersten Ehemanns, des Tschechen Carl Lamac.

 

...................... später noch Inhalt einfügen ......................

21.08.1934

Uraufführung des Films "Klein Dorit" der unter der Regie von Karl Lamac entstand, in München

31.08.1934

Uraufführung des Films "Klein Dorit" der unter der Regie von Karl Lamac entstand, in Berlin im Capitol

05.09.1934

Schweizer Uraufführung des deutsch/schweizerischen Films "Das Verlorene Tal" , im Apollo in Zürich.

xx.xx.1934

Dreharbeiten zum Film "Vorstadtvariete unter der Regie von von Werner Hochbaum - Drehbuch von Werner Hochbaum, Ernst Neubach. Dem Film diente das Theaterstück des Österreichischen Dramatikers Felix Salten "Der Gemeine" als Vorlage. Der jüdische Autor wurde jedoch in den Filmdaten nicht genannt, da er Nichtarier war. 

- Aufnahmen im ...............................

Mathias Wieman spielt den Bauzeichner Josef Kernthaler, der zum Militär einrücken muss.

Weitere Darsteller und ihre Rollen: Luise Ullrich (Mizzi Ebeseder, seine Braut),  Oskar Sima (Franz Ebeseder, Mizzis Bruder, Volkssänger), Hans Moser (der alte Kernthaler), Frida Richard (Mutter Kernthaler), Olly Gebauer (Sophie, Volkssängerin), Otto Hartmann (Leutnant von Daffinger), Lia Woiwede (Muter Ebeseder), Karl Skraup (Klavierspieler), Rudolf Carl (Schulmeister Edelfink),  Anton Pointner (Oberleutnat Höfelmeyer), Lilian Bergoe (Mariska), Fritz Imhoff (),

Der Autor Felix Salten (06.09.1869 - 08.10.1945) wollte mit seinem Stück sichtbar machen, wie sehr beim Militär übliche Abhängigkeiten und Zwänge zerstörerisch auf die beteiligten Menschen einwirken können. So durfte es auf den Bühnen der Donau-Monarchie wegen Verächtlichmachung des Offiziersstandes nicht aufgeführt werden.

Die Geschichte: Wien 1913 -  Die Hochzeit der aus Variete-Kreisen stammende junge Frau Mizzi (Luise Ullrich) steht kurz bevor. Ihr Bräutigam, ein Bauzeichner Josef (Mathias Wieman) , muss zum Militär einrücken und schickt seine Braut aufs Land zu seinen Eltern (Hans Moser, Frida Richard) , damit diese sich nicht weiter im Varieté ihrer Familie (Oskar Sima, Lia Woiwede) auftrete.

Als sie sich dann doch wieder der Bühne zuwendet, gerät sie durch die Liebschaft mit einem Offizier derart durcheinander, dass sie Selbstmord begeht.

Dieser Filmschluss, des ansonsten milieugerecht und differenziert inszenierten Melodrams, wurde jedoch von Presse und Publikum so vehement abgelehnt, dass ein zweiter Filmschluss, mit der Errettung der Verzweifelten, nachgeliefert wurde. Durch diese Version jedoch verblieb nur noch ein bittersüßes Allerweltsmelodram mit hervorragenden Schauspielern und guter Fotografie übrig. 

(In der Verleihkopie war die zweite Fassung des Schlusses mitenthalten, deswegen gegen über dem Original eine längere Laufzeit.) 

Bei einer später im Fernsehen gezeigten Fassung wird die entschärfte Fassung, also mit Happyend, aufgeführt.

Wie Martin Radinger in der von Werner Hochbaum anlässlich der Viennale-Retrospektive gewidmete Broschüre berichtet, verlor der Film die ursprünglich konsequent kritische Tendenz durch ständig neue Schnitte und durch Änderung des Schlusses in ein Happyend an Schärfe.

17.01.1935

Uraufführung des Films "Vorstadtvariete" der unter der Regie von Werner Hochbaum entstand, in Berlin im ................................

Während der Film bei der Uraufführung und im Theaterstück noch mit dem Tod der Hauptdarstellerin auf grund einer Liebesgeschichte mit einem Soldaten endete, wurde die Handlung auf Anordnung der Reichsfilmkammer nachträglich auf Happyend geändert, und die entsprechenden Szenen mussten nachgedreht werden. Er lief dann  anschließend in dieser Version in den Kinos.

Denn da man damals in Hitler-Deutschland schon an Aufrüstung und Krieg dachte, wollte man Offiziere und Soldaten nicht einmal auf der Leinwand ins Zwielicht geraten lassen. (40)

»Nach Werner Hochbaums "Vorstadtvariete" wird Mathias Wiemans Position im nationalsozialistischen Film eindeutig. Dann nämlich spielt Wieman in den Militärfilmen Karl Ritters, an deren Drehbüchern er zeitweise mitarbeitet« :meint Marcus Bier (62)

08.02.1935

Uraufführung des Films "Vorstadtvariete" der unter der Regie von Werner Hochbaum entstand, in Wien, im ......................................

19.02.1935

bis

April 1935

Dreharbeiten zum Film "Die ewige Maske" unter der Regie von  Werner Hochbaum in einer Schweizer / österreichischen Co-Produktion der Progress-Film AG, Bern und der Tobis-Sascha Filmindustrie SG, Wien.

Die ausschließlich im Studio abgedrehte Produktion erfolgte innerhalb von 35 Tagen im Atelier Tobi-Sascha ("Rosenhügel") in Wien.

Jacoby baut die größten Dekors, die die Rosenhügel-Ateliers je gesehen haben und an den ca. 170 Arbeiter Tag und Nacht arbeiteten , einen 30 m  breiten Wasserlauf, einen Spitalblock und ein von 300 Scheinwerfern beleuchtetes Alptraum-Labyrinth. Es wurden 200 Statisten engagiert. Alles in allem nimmt es Ausmaße einer Superproduktion an, die letztendlich 450 000 Franken kostete.

Der namhafte englische Film-Theoretiker Paul Rotha schreibt über den Film: ".... der erstaunlichste Schweizer Film der Vorkriegszeit"

Um so unverständlicher, das der Film heute genau so vergessen ist, wie sein Autor und von ihm nur noch sehr wenige Kopien existieren, u.a. in Filmarchiven in Prag und Tokio.

Der Inhalt des Filmes: 

Der Chef einer großen Baseler Klinik, Prof. Tscherko, muss ohnmächtig mit ansehen, wie Tag für Tag Menschen, von einer Meningitisepidemie, dahingerafft werden. Entgegen dessen Anweisungen impft der junge, idealistische Arzt Dumartin (Mathias Wieman) einen sterbenden Patienten, namens Negar, mit einem von ihm selbst entwickelten Serum. Anfänglich geht es dem Patienten besser, am nächsten Morgen jedoch verstirbt der Patient genau so plötzlich. 

Negars Gattin beschuldigt Dr. Dumartin öffentlich des Mordes. Daraufhin bricht eine Presse- und Hetzkampagne gegen die Klinik los. Von allen Seiten, ob seines Handelns, mit Vorwürfen überhäuft, irrt Dr. Dumartin von einem Nachtlokal zum anderen, betrinkt sich, vernichtet die Formel für das Serum und stürzt sich in den Rhein. 

Zwischenzeitlich hat sich jedoch herausgestellt, das der Patient nicht an einer Folgewirkung des Serums, sondern an einer Embolie gestorben ist. Der unglückliche Dumartin wird zwar aus dem Rhein gefischt, aber die Formel, die viele Menschenleben retten könnte, ist dahin und der junge Arzt erwacht mit einer Persönlichkeitsspaltung. Er irrt auf der Suche nach seinem ich, hager und fiebrig, durch die Korridore des Spitals. Nach diversen vergebliche Versuchen, Dumartins Schizophrenie zu heilen, konfrontieren ihn seine Kollegen schließlich mit dem Sterbebett Negar. Das Experiment gelingt, die eigene Maske Dumartins taucht auf, die Halluzinationen verschwinden, er findet seine Identität wieder und beginnt mit der Massenherstellung des Wunderserums.

Die ca. 20 Minuten des Filmes in dem der Regisseur, die Halluzination des Schizophrenen, bildnerisch umsetzt, werden in seiner expressionistisch gehaltenen Atmosphäre in einer dramatischen Intensität, als genau so einzigartig eingestuft wie Szenen aus Wienens "Caligari" und Pabsts "Geheimnisse einer Seele". Der wagemutige Versuch Hochbaums, Geistesgestörtheit visuell umzusetzen, mag sogar in der europäischen Filmgeschichte als einmalig anzusehen sein.

Mathias Wieman erhält sicherlich auch gerade für die Darstellung dieser einzigartigen Szenen, den New Yorker Preis. 

Eventuell später noch eine Beschreibung dieser Szenen einfügen

Mit der Regie für diesen Film geht Hochbaum, wie sich zeigt, ein großes Risiko ein, da die von Freud (wegen seiner jüdischen Herkunft) und seinen Schülern vertretenen psychoanalytischen Theorien im Deutschen Reich öffentlich verdammt, Freuds Bücher verbrannt, und die psychologischen  Behandlungsmethoden durch Euthanasie  ersetzt wurden.

Die Reichsfilmkammer missbilligte demzufolge dann auch sehr schnell den Stoff des Films und das ein Psychiater (Dr. Gauger) als Berater hinzugezogen wurde, verstärkte die Ablehnung nur noch mehr.

Die labile, undisziplinierte, introvertierte, zerrissene und dadurch doch so allzu menschlich dargestellte Persönlichkeit eines Dr. Dumartin, mit seinen jüdelnden und morbiden Fantasmen steht - auch wenn er Baseler ist - im krassen Widerspruch zu dem, was ein deutscher Filmschaffender hochhalten sollte. Goebbels verbietet den Film im vornherein für das gesamte Reichsgebiet und bereitet Hochbaums Ausschluss aus der Reichsfilmkammer vor. 

Nachlesen was in Goebbels Tagebüchern noch hierzu steht.

Wo aber auch immer er im Ausland aufgeführt wird, sorgt der Film jedoch für eine Sensation. Er wird zum Riesenerfolg auf der Biennale in Venedig, in der Schweiz und in Österreich, in Paris - in London bringt es der Film in einer untertitelten Fassung auf eine Laufzeit von fast vier Monaten.

Als der Film bei seinen Aufführungen im Ausland zu so einem großen Erfolg, und von der Presse hochbejubelt wird und zudem noch einen Kritikerpreis erhält, nimmt Goebbels, wohl eher gezwungener maßen, seine ablehnende Haltung zurück.

Nach einem Bericht eines Mitarbeiters der Zensurbehörde sollen das Propagandaministerium und die amtliche Prüfstelle sogar ausgespielt worden sein, indem der Film nach seinem Verbot Hitler vorgeführt wurde und von diesem persönlich freigegeben wurde.

Nachdem der Film mit einigen Schnitten versehen wird, darf er nun doch endlich auch in Deutschland gezeigt werden.

Die inzwischen gleichgeschaltete Presse Deutschlands steht vor dem Problem, den bislang zerrissenen Film im eigenen Land, trotz seines Inhaltes, zu rühmen.

Von Goebbels hieß es am 9.10.1935 noch: "Ein Arztfilm die Weiße! Maske, mit Wieman kann nicht aufgeführt werden, da zu niederdrückend."

In einer Presseanweisung vom 15.10.1935 wurde der Presse dann untersagt auf das ursprüngliche Verbot einzugehen.

Hochbaum, der plötzlich im Schlaglicht der internationale Presse einen weltweiten Lobgesang erfährt, ist nunmehr im eigenen Heimatland nur noch schwerlich zu verurteilen.

Von dem Erfolg Hochbaums beeindruckt, öffnet die UFA dem Regisseur ihre Pforten und lässt ihn erfolgreich einige Kommerzfilme drehen.

Doch wie sich zeigt, vergaß Goebbels nicht. 1939 benützt er eine Vorwand um Hochbaum jegliche weitere filmische Tätigkeit zu verbieten, und ihn danach an die Front abzuschieben. Hochbaum verstirbt, vergessen, mit 47 Jahren an einer Lungenentzündung.

26.08.1935

Erstaufführung des Films "Die Ewige Maske" auf der Biennale in Venedig unter Schweizer Flagge. 

Er wird dort als Ereignis des Jahres gefeiert und erhält vom Schauspielerverband die Medaille für die beste psychologische Studie zugesprochen. 

Die italienische Presse macht sich über die Sanktionierung des Filmes, die er in Deutschland erfährt, lustig.

30.08.1935

Erstaufführung des Films "Die Ewige Maske." in Österreich. 

In Wien läuft er gleich in mehreren Lichtspielhäusern: Elite-Kino, Schottenring-Kino, Ufaton-Kino, Wienzeile-Kino, Flotten-Kino 

18.09.1935

Erstaufführung des Films "Die Ewige Maske" in der Schweiz in Zürich im Scala. Hier unter dem Titel "L´Autre qui est en nous"

Im "Schweizer Film" vom 1.10.1935 ist zu lesen: "auch in den allerschönsten Werken der letzten Jahre finde ich nichts, was der Perfektion, der Vollendung von "Die ewige Maske" nahe käme"

24.09.1935

als einarmiger Veteranen Anführer Hauptmann Kopekin in Friedrich Bethges "Marsch der Veteranen" auf der Volksbühne Berlin unter der Regie von Graf Solms. 

In den weiteren Rollen: Fritz Genschow (Fähnrich Ottoff), Ernst Sattler (Gouverneur), Werner Schott (Minister), Paul Günther (Gutsbesitzer), Paul Wagner (Major), Walter Bluhms (Kanonier), Edyth Edwards.

Bei der Aufführung waren Joseph Goebbels, Reichsdramaturg Reiner Schlösser und der Geschäftsführer der Reichskulturkammer, Hinkel, anwesend.

Stx in einer Zeitung vom 24.09.1935:

»Dies Wort ist soldatisch knapp und klar, und nur zuweilen, wenn der Hauptmann spricht, dem Mathias Wieman Tellheim-Ton und Kleistsche Sittlichkeit gibt, von zarterem Klang. Er beherrscht in der Gestalt des Hauptmanns die Aufführung, die Graf Solms in starkbewegten Bildern aufbaut.

Wieman hat die große Szene mit dem Generalgouverneur, dem verfluchten Preußen, der noch bei Kunersdorf unter dem alten Fritz gekämpft, und der es zustand bringt, das der Abmarsch der Veteranen sich in preußischer Zucht vollzieht.«

27.09.1935

Erstaufführung des Films "Die Ewige Maske" in der Schweiz in Basel.

Im Tessin unter dem Titel "La maschera eterna"

00.00.1935

Aufführung des Films "Die Ewige Maske" in London im Academy Theatre in einer untertitelten Version. Er läuft dort fast 4 Monate mit Riesenerfolg

00.00.1935

Aufführung des Films "Die Ewige Maske" in Paris im Studio de l´Etoile.

Alfred Gehri schreibt in der Pariser Presse: "Wir haben es hier mit einem der bedeutendsten Werke des gesprochenen Films zu tun"

xx.xx.1935

Dreharbeiten zum Film "Viktoria" unter der Regie von Carl Hoffmann - Die erste Regiearbeit des Kameramannes Carl Hoffmann.

Drehbuch von Robert A. Stemmle nach einem Roman von Knut Hamsun - 

Es gab bereits einen Erstversuch unter der Leitung von Erich Waschnek diesen Stoff zu verfilmen - die Rolle des Johannes war hier für Albert Lieven vorgesehen gewesen. Aber nach dem Goebels die Drehmuster gesichtet hatte, wurde das Projekt abgebrochen.  Gott sei Dank - denn sonst hätten wir Mathias Wieman nie in dieser Rolle sehen können.

Knut Hamsuns politische Anschauungen, die Thematik seiner Werke, die sich für die Blut und Boden Ideologie oder sogar für antisemitische Propaganda missbrauchen lies, sicherten dem großen norwegischen Dichter im Dritten Reich eine privilegierte Stellung. (57)

Außenaufnahmen in Bergen und .................................................

Mathias Wieman spielt den Müllersohn, der aus der Traurigkeit seines Lebens zum Dichter wird.

Weitere Darsteller: Alfred Abel, Theodor Loos, Erna Morena, Luise Ullrich, Mathias Wieman, Paul Bildt, Helmut Hoffmann, Erna Morena, Maria Seidler, Heinz von Cleve, Bernhard Goetzke, Margarete Scon

Die in Norwegen um die Jahrhundertwende angesiedelte tragische Liebesgeschichte zwischen einem verarmten Schlossfräulein (Luise Ullrich) und einem Müllersohn (Mathias Wieman), der ein berühmter Dichter wird, während die zu Verzicht getriebene Geliebte dahinsiecht.

 

Luise Ullrich in ihrem Buch "Komm auf die Schaukel Luise" schreibt: » Die Besetzung des Johannes mit Mathias Wieman geschah in einer Sternstunde der Filmgeschichte. Er war der einzige, der genauso war, wie Hamsun ihn geschrieben hatte. Er war der Johannes schlechthin. Wenn er neben mir, dem Schlossfräulein, mit plumpen, langen Schritten, mit großen, derben Schuhen herging und, als würde er eben erst den Text langsam finden, mit schwerer Zunge sprach, dann war er wirklich der Sohn des Müllers.

Wir drehten an den Fjorden Norwegens, die silbern in der Sonne glänzten, und in den schmalen Gassen der Stadt Bergen hoch oben im Norden. An einer kleinen Steintreppe stand ich in einem gelben Kleid mit einem Sonnenschirm — so wollte es der Dichter. Johannes hielt meine Hand in der seinen und sah zu mir herunter, die heliblonden buschigen Augenbrauen hingen über seine blauen Augen, traurig und melancholisch. "Ich sehe, Sie tragen einen Ring", er lächelte und sah gleichgültig aus, "darf man gratulieren?" Ich wandte mich ab, öffnete mein Kleid ein wenig vorne an der Brust und zog ein Papier heraus. Der Dichter schrieb dazu: Der Duft ihres Körpers stieg von dem Papier auf. "Ja", sagte Johannes, "das habe ich geschrieben. Dank, das Sie es verwahren. 0 Viktoria, ich möchte Ihnen versprechen, etwas zu werden, viel zu werden, unerhört viel sogar. Ich bin voll ungeschehener Taten. Verzeihen Sie, wenn ich zu viel hoffe und zu viel glaube. Es ist der glücklichste Tag, den ich je erlebt habe."

Mathias Wieman hatte Mut zum Pathos. Sein Ton ergriff mich. Ich nahm seine Hand und zog ihn in das Tor." Ich will nicht mit hinein", sagte er. Ich wandte mich ihm zu. "Ich liebe Sie, verstehen Sie? Sie sind es, den ich liebe." Ich schlang meine Arme um ihn und zog seinen Kopf zu mir herunter. "Sie sind es, den ich liebe." Ich eilte die Treppe hinauf.«   

»Mathias Wieman war sensationell gut als Johannes. Er war der große Erfolg des Films. «


Luise Ullrich schreibt weiter:
»Als ich Mathias Wieman zehn Jahre später in Wien bei der Premiere von »Annelie« traf, sah er auf meine Hand mit melancholischem Blick: "Ich sehe, Sie tragen einen Ring." Er lächelte und sah gleichgültig aus. "Darf man gratulieren?" "Ja danke", sagte ich, "ich habe mich verheiratet."
«

03.10.1935

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 03.10.1935 (Do.):

»Film "Viktoria" durchgesprochen. Er wird sehr schön werden. Ein filmisches Liebesgebet! ...... Schaue Filme an. ... Szenen aus "Viktoria". Ergreifend. Wieman und Ulrich. Zu Tränen rührend. Das wird, hoffe ich ein ganz großer Wurf(51b)

09.10.1935

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 09.10.1935 (Mi.):

»Abends mit Riefenstahl und Ullrich Filme angeschaut. ...... Wunderbare Szene aus Viktoria. Ein Arztfilm "Weiße Maske" mit Wieman kann nicht aufgeführt werden, da zu niederdrückend.«(51b)

27.10.1935

 

als Prinzen von Homburg  in Heinrich von Kleists "Prinzen von Homburg"  an der Volksbühne Berlin unter der Regie von Gerhart Scherler

Stx in einer Zeitung vom 28.10.1935:

In den Rollen: Mathias Wieman (Prinz von Homburg), Trude Moos, Bruno Decarli (Kurfürst), Annemarie Steinsieck (Kurfürstin), Jakob Tiedke (Kottwitz), Ernst Gronau (Dörfling), Franz Schaftheitlins (Graf Hohenzollern), Paul Günther, Jakob Sinn

»Mathias Wieman ist kein strahlender Held, sondern ein Träumer, dem die blonden Haare fahl und strähnig um ein blasses Antlitz mit weltentrückten Augen hängen. Er sieht aus wie der verzärtelte Sproß eines müden Geschlechts.

Damit unterstreicht die Inszenierung Gerhart Scherler, der sich schon  - in der Plaza - am Florian Geyer versucht hat, das ewig problematische des Werks, das in der Person von Kleists somnambulen Homburg liegt. Wieman ist zu sehr Künstler und zu sicher in seinen Mitteln, um nicht selbst im Abwegigen noch interessant zu bleiben. Und so bringt er dann auch in seinem Homburg die Wandlung von bleicher Furcht zu voller Erkenntnis des Unrechts, das er begangen, und zu voller Achtung des harten Gesetzes, das er verletzt hat, überzeugend heraus, so das die Schlussbilder an innerer Leuchtkraft gewinnen. 

Das es gleichwohl nicht leicht fällt, sich mit Wiemans eigenwilliger Auffassung der Homburg Rolle ohne weiteres befreunden, weil sie zu stark das Kranke in dem Nachtwandler betont, liegt auch an Scherlers Regie. Scherler leistet sauberste, sorgfältigste Arbeit, aber es fehlt ihm wie Wieman an Schwung.«

Dr.E.K. in einer Zeitung vom 28.10.1935:

»Der hochintelligente Mathias Wieman, der mit dem Hauptmann Kopekin sein Können bewies, sollte als Prinz von Homburg nicht das hemmungslose, kranke des Nachtwandlers, sondern das geheimnisvoll schicksalmässige Triebhafte stärker betonen und die prinzliche Linie in der Haltung nicht vergessen, sonst wird die andere Seite, die des Siegers von Fehrbellin, weniger glaubhaft. Im übrigen ist seine Leistung im ganzen respektabel.«

in Kleists "Prinz von Homburg", 

In einer Vorschau führt Dr. F. Lützkendorf aus:  

»Der Prinz von Homburg ist als Dichtung die Verherrlichung des totalen Staates ... jenes Staates, der auf dem Gehorsam und der Treue aufgebaut ist. Die Leitung der Volksbühne hat den Prinzen von Homburg aus diesem Bewusstsein heraus an die Spitze ihres diesjährigen Winterprogramms gestellt, denn die Wahrheit, das der wahrhafte Staat nur auf dem Gehorsam aufgebaut sein kann und sich nur in der Treue erfüllt, mit der jeder einzelne der gemeinsamen Idee dient, gilt heute im gleichen Maße wie vor hundert Jahren. Die Inszenierung, die von Gerhart Scherler geleitet wird und mit Mathias Wieman in der Titelrolle besetzt ist, wird ganz auf die gegenwärtige Gültigkeit des Prinzen von Homburg Bezug nehmen und ganz jenes preußische Pathos Kleists ausklingen lassen, über das hinaus keine Regie, ohne dem Stück zu schaden, gehen darf«.

27.11.1935

Uraufführung des Films "Viktoria" der unter der Regie von Carl Hoffmann entstand, in Berlin im .....................................  

Die Kritik äußert: 

"Frühe Verfilmung des Romans von Knut Hamsun, die sich allzu ängstlich an eine wörtliche Umsetzung klammert." 

"Ein kreuzbraver Film, schön in seinen Landschaftsaufnahmen. Leider entzog sich der Stoff dem Regisseur. Hätte er in den wesentlichen Hauptrollen nicht solche großartigen Schauspieler gehabt, wäre der Film wahrscheinlich misslungen."

"Ganz auf die intensive Darstellungskunst des Liebespaars konzentriert, doch letztlich nicht mehr als ein ambitioniertes Rührstück um unüberwindbare Standesunterschiede."

W. sichert seine Existenz im 3. Reich durch politische Ehrenämter

Viele Schauspieler waren immer noch der Meinung diese politische Welle würde schnell wieder vergehen. Es sei nur eine Zeitfrage. Man musste nur noch etwas aushalten. (39)

08.01.1936

Deutsche Erstaufführung des Films "Die Ewige Maske." in Dresden, der unter der Regie von Werner Hochbaum entstand.

23.02.1936

Ausstrahlung des Funkspiels "Hauptmann Kopejkin - Der Hungermarsch der Veteranen" (Friedrich Bethge) durch den Reichssender Berlin von 21:00 Uhr bis 22.00 - unter der Bearbeitung von H. Proebst - Es sprachen: Mathias Wieman, W. Franck, A. Florath, Ph. Manning, L. Körner, E. Karchow, Victoria von Ballasko. H. Leibelt

11.03.1936

 

Als Warbeck  in Hermann Burtes "Warbeck"  in der Volksbühne unter der Regie von Gerhart Scherler - Bühnenbild von Traugott Müller

in den Rollen: Heinrich George (), Mathias Wieman (), Ernst Sattler (Bischof), Harry Studt (Surrey), Philipp Manning (Stanley), Erich Musil (Clifford), Ernst Legal (Tyrell), Erich Walter (Bethwell), Alexander Golling (Schottenkönig), Paul Wagner (Erzähler), Hanne Mertens (), Trude Moss ()

Erwin H. Rainalter in einer Zeitung vom 11.03.1936: 

»Die Aufführung wird bestimmt von den faszinierenden Leistungen der beiden Gegenspieler. Heinrich George in seiner Gehetztheit, in seinem Grauen, in seiner müden Angst, ein Elender, der doch fest und hart und zielbewusst wird, wo es den grausamsten Kampf um seine Herrschaft gilt. Ihm gegenüber Mathias Wieman als Warbeck Hamlet, ganz nach innen gerichtet, vom Geist überstahlt, von Güte geleitet. 

Eine hinreißende Szene ist die letzte Begegnung im Kerker, wenn Warbeck, von der Relativität allen Seins durchdrungen, vom König Abschied nimmt: hier weitet sich das Spiel hoch ins Weltanschauliche, hier stehen Prinzipien einander im Widerstreit gegenüber.«

Herbert Ihering in Börsen-Courier, Berlin vom 11.03.1936:

»Mathias Wieman hatte als Warbeck den weitaus schwierigsten Stand, weil er Ideen verkörpern und einen Kronprätendanten wahrscheinlich machen musste, der angesichts der Schlacht die Gewalt ablehnt und die Sache, in die er sich eingelassen hat, aufgeben will. Wieman spielte mit einer kräftigen Innigkeit. Seine gesammelte Kunst strahlte seelisches Fluidum aus. Er setzte sich auch - im Gegensatz zu seinem Prinzen von Homburg - technisch mit der Rolle auseinander und vermochte es, die Gefühle schauspielerisch zu übertragen und handwerklich deutlich zu machen. Es war wieder einmal einleuchtend, wie sehr einem Darsteller, der lange von der Bühne weg war und fast nur Film gespielt hatte, die Auseinandersetzung mit der Bühne und mit der Kritik genützt hat.«

Ludwig Sternaux in Berliner Lokal-Anzeiger vom 11.03.1936:

»So spielt sich Heinrich Georgs asthmatisch schwerer, phantastisch unheimlicher König, der in Maske und Kostüm alte Porträts lebendig macht, leicht auf Kosten der übrigen Darstellung in den Vordergrund, und Mathias Wieman der dem Warbeck wieder den blassen Jünglingskopf seines Homburg gibt, kann sich erst im Schlussakt dagegen behaupten.«

11.05.1936

Als einarmiger Veteranen Anführer Hauptmann Kopekin in Friedrich Bethges "Marsch der Veteranen" in einem Gastauftritt am Prinzregententheater München unter der Regie von Peter Stachina - anlässlich der Münchner Theaterfestwochen (62) - Bühnenbild Otto Reigberts

In den Rollen: Mathias Wieman (Hauptmann Kopekin), Otto Wernicke (General), Rudolf Vogel (), Albert Fischel (Fähnrich), Michael Otoff, Rudolf Vogel (Diplomat und Minister Emerkoff), Gefion Helmke (dessen Nichte Lisaweta), Reinhold Lüttjohann, Rudolf Hoch, Constantin Delcreux, Hertha von Hagen, Kunibert Gensichen, Ernst Fritz Fürbringer

Die Aufführung erfolgte in Anwesenheit von Rudolf Hess, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Eine Erstaufführung unter Anwesenheit des Autors.

Eugen Kalkschmidt in einer Zeitung vom 14.05.1936:

»Mathias Wieman, der Berliner Gast, nahm durch Haltung und Sprache das große Haus sofort gefangen. Hier saßen jeder Zug und jede Geste.«

12.05.1936

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 12.05.1936 (Di.):

»Abends "Marsch der Veteranen" im Prinzregenten. Ganz großer Erfolg. Wieman spielt wunderbar.«(51b)

01.06.1936

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 01.06.1936 (Mo.):

»Wir hatten nachmittags Besuch. Wiemans, Frau Strehl, usw. Theaterfragen besprochen.«(51b)

24.06.1936

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 24.06.1936 (Mi.):

»Mit Mathias Wieman Regie für das Möllersche "Frankenburger Würfelspiel" auf der Eckart-Bühne besprochen. Er ist ein angenehmer Künstler, der sehr viel kann und innerlich brennt. Das macht ihn so sympathisch.«(51b)

02.08.1936

Wieman ist als Regisseur und Schauspieler tätig und inszeniert  während der Olympischen Spiele "Das Frankenburger Würfelspiel" ein deutschtümliches "Thingspiel".(3+62)  »Frankenheimer Würfelspiel« steht irgendwo was ist richtig?

 

Mathias Wieman spielte hier den Geharnischten und führte Regie.

 

 

Die Aufführung erfolgte auf einer Freilichtbühne, die in Form eines Amphitheaters nach griechischem Vorbild zu diesem Anlass auf dem Gelände des Reichssportfeldes, extra errichtet wurde. Sie gehört zu dem 1934-36 errichteten Olympia-Komplex des Architekten Werner March (Olympiastadion). Die Bühnenanlage war als eine dreistufige Dietrich- Eckart- Bühne konzipiert.

Auf den 88 Stufen mit Sitzreihen auf drei Rängen hatten an die 20.000 Zuschauer Platz. Der Höhenunterschied zwischen der ersten und der letzten Reihe beträgt (der Tiefe des Tals entsprechend) 30 m.

Hier fanden während der Olympischen Spiele 1936 auch Sportveranstaltungen (überwiegend Boxkämpfe) statt.

Die Bühne war als Kult- und Feierstätte der Nationalsozialisten insbesondere für Thingspiele gedacht

Die staatlich geförderte Thingspielbewegung sollten die Keimzelle der neuen faschistischen Theaterkultur werden. Da sie sich jedoch beim Publikum nicht durchsetzte, erklärte Goebbels sie 1937 für nicht mehr reichswichtig.(27)

 

Diese immer noch erhaltene, und im Stadtteil Berlin-Charlottenburg befindliche, Bühne ist heute besser bekannt unter dem Namen Waldbühne. Sie ist in einem Kessel der Murellenschlucht eingebettet.

 

Die in hölzerne Verse gesetzte fiktive Gerichtsverhandlung über ein grausames Ereignis aus der österreichischen Gegenreformation 1625. 

Die Schauspieler trugen Kothurne (Schuhwerk mit erhöhten Absätzen) und verlängerte Kostüme. Christliche und Deutschnationale Begriffe in Chören und Wechselgesängen bauten diffuse Stimmung auf, die zu Schluss beim gemeinsamen Singen nationalsozialistischer Lieder eindeutig wurde.

Die darin enthaltenen religiösen Elemente gefielen weder der katholischen Kirche, noch dem Kampfbund für deutsche Kultur des Ideologen Alfred Rosenberg. (37)

 

hier noch weiteres aus Unterlagen einsetzen und recherchieren

 

Thing (Ding) ist die germanische Bezeichnung für einen zentralen Ort, an dem Volksversammlungen oder Gerichte abgehalten werden. So werden hier Verstöße gegen Verhaltensnormen geahndet, aber auch über Krieg und Frieden entschieden. Die Thingstätte liegt meist an besonders auffallenden Stellen, z.B. auf einem Hügel, unter Bäumen, an Steinen, die im germanischen Kult ebenfalls eine Rolle spielen. Jeder freie Germane war verpflichtet, am Thingtag teilzunehmen - der Thingtag wurde bevorzugt vor einsetzen des Voll- bzw. Neumondes abgehalten. Mit Auflösung der Gentilordnung werden die Bestimmungen der Thingtage moderater.

16.08.1936

Ausstrahlung des Hörspieles "Um den Gipfel der Welt" im Deutschlandsender, nach dem gleichnamigen Roman von Wilhelm Ehmer, das 1936 als 185 seitiges Buch im Verlag J. Engelhorn, Stuttgart erschienen ist. Und 1954 im Jugendbuchverlag neu aufgelegt wurde.

Es erzählt die Geschichte des Bergsteigers Mallory.

 

weitere Daten zum Hörspiel beimm Deutschlandsender/Berliner Rundfunk recherchieren

Der Autor Wilhelm Ehmer schreibt in einem Artikel, in der ..... Zeitung, vom ...... zu Wiemans 50 Geburtstag im Jahr 1952 folgendes:

»Kennen lernte ich ihn - nachdem ich ihn, wie zahllose andere, auf der Bühne und in Filmrollen gesehen hatte - in einem Aufnahmeraum des Berliner Rundfunkhauses an der Masurenallee während der Olympischen Spiele 1936. Man hatte aus meinem Bergsteigerroman "Um den Gipfel der Welt" ein Hörspiel gemacht, das am letzten Tag der Spiele über den Deutschlandsender gehen sollte, und bei der Besetzung der Sprechrollen hatte man für den "Helden" Mathias Wieman gewonnen.

Zur ersten Probe erschien er eine Stunde zu spät, sichtlich abgehetzt - er hatte auf der Freilichtbühne des Olympischen Feldes das Festspiel inszeniert und steckte auch dort noch in der Arbeit. Nun las er seine Rolle vom Blatt, aber schon bald unterbrach ihn der Rundfunkregisseur mit der Bemerkung, es müsse das wohl schlichter gelesen werden. So erstaunlich dieser Einwand gerade einem Wieman gegenüber war, - der Regisseur hatte recht. Nichts konnte dem Wesen des Mallory fremder sein als irgendein Pathos. Wieman las noch einmal, aber wieder unterbrach ihn der Regisseur, und als dies ein drittes Mal geschah, brauste Wieman auf und lief davon. "Was nun?", fragte ich den Spielleiter. Der zuckte mit der Achsel: "Müssen uns wohl nach einem anderen umsehen", und wir verabredeten uns für den morgigen Nachmittag. Da kam mir, als ich eintrat, als erster - Wieman entgegen, mit einer entwaffnenden Geste streckte er die Hand aus und sagte mit seiner schönen, warmen Stimme: "Verzeihen Sie das gestern, ich war überreizt, es soll nicht wieder vorkommen, Ihr Buch lohnt´s, ich habe es heute Nacht gelesen." Und sprach dann die Rolle völlig verändert, mit einer so tiefen, so verständnisinnigen Beseelung, das mir das Herz schlug.

Sich selbst überwinden und einen faus pas freimütig eingestehen, das ist charakterliche Größe.«

31.08.1936

Aufführung des Films "Die Ewige Maske." in New York auf dem Festival des internationalen Films. Er läuft hier unter dem Titel "The Eternal Mask".

Hier wird auch die Leistung des Schauspielers Mathias Wieman gewürdigt.

16.11.1936

 

 

Ausstrahlung des Hörspieles und Funkdichtung von Ove Ekelunds "Ein Mann kämpft mit seinem Traum" in der Funkbearbeitung von Günter Eich - Regie: Harald Braun, Musik: Rudolf Wagner-Régeny, Dauer: 41 Minuten, 00 Sekunden -

Sprecher und Darsteller:

Mathias Wieman (Er), Margareet Schön (Seine Frau), Renate Howe (Seine Tochter, und andere

ab Mitte

Dez.1936

Dreharbeiten zum Film "Togger" unter der Regie von Jürgen von Alten - Drehbuch Walter Forster und Heinz Bierkowski - Drehbeginn Mitte Dezember - Innenaufnahmen in den Jofa-Ateliers, Berlin-Johannisthal - Außenaufnahmen in der Ullsteindruckerei in Berlin-Tempelhof - 

Mathias Wieman spielt den Journalisten Peter Geiss

Die Darsteller und ihre Rollen: Paul Hartmann (Togger), Mathias Wieman (Peter Geiss), Renate Müller (Hanna), Hilde Seipp (Maria), Heinz Salfner (Prof. Breitenbach), Paul Schröder-Schrom, Fritz Rasp, Volker von Collande, Ursula Herking, Paul Westermeier,  Walter Werner, Maria Krahn, Just Scheu, Alfred Kiwitt, Oskar Hökker, Ernst Dernburg, Carl Auen, Hans Meyer-Hanno, Paul Otto, Fritz Oldemar,

Die Geschichte: Der internationale Reuler-Konzern, der das deutsche Wirtschaftsleben zu überfremden und ausländischer Profitwut dienstbar zu machen droht, reißt mit zum Teil auch kriminellen Mitteln immer mehr Macht an sich.

Nur der Chefredakteur Togger (Paul Hartmann) von der Zeitung der "Neue Tag" wagt es, als erster und vorerst einziger den Kampf gegen die miesen Machenschaften aufzunehmen. Auf seiner Seite steht sein von dem Reuler-Konzern gefürchteter Mitarbeiter Lux, dessen Identität niemand kennt.

Hanna Breitenbach (Renate Müller), die Tochter des Chefs und Besitzer vom "Neuen Tag" ist unterwegs um über eine Sportveranstaltung zu berichten. Dabei lernt sie den jungen Journalisten Peter Greis (Mathias Wieman) vom "Siebenstädter Tageblatt" kennen. Dieser macht die Entdeckung, das Hanna der geheimnisvolle "Lux" ist - den er schon lange bewundert. Er behält sein Wissen jedoch für sich.

Inzwischen versucht der Reuler-Konzern den "Neuen Tag" in Bedrängnis zu bringen. Sie versuchen einen Streik der Setzer anzustiften, den Togger jedoch verhindert, indem er die Arbeiter zur Einsicht bringt. Da greift der Reuler-Konzern zu anderen Mitteln. Sie finden heraus, das Rudolf Breitenbach, Mitbesitzer des Verlages, in Geldschwierigkeiten ist, da er zuviel Geld für seine Freundin, der Sängerin Maria de Costa (), ausgibt. Als er sich auf Geschäfte mit dem Reuler-Konzern einläßt, verliert er nicht nur sein Vermögen, sondern auch das der ganzen Familie. So muss sein Bruder Professor Breitenbach seinen Chefsessel räumen und mit an sehen, das der Konzern den "Neuen Tag" übernimmt und den Chefredakteur Togger entläßt.  

Peter Geiss, der sich in Hanna (Renate Müller) verliebt hat und auch für den "Neuen Tag" arbeitet, versucht, durch eine Artikelreihe im "Siebenstädter Boten" über die Machenschaften des Reuler-Konzerns aufzuklären. Als er für den entlassenen Togger eintritt, wird ihm eine behördliche Prüfung zugesagt, und endlich kommt die Wahrheit ans Licht. Im Reuter-Konzern kommt es zu Verhaftungen und beim "Neuen Tag" zieht Togger wieder als Chefredakteur ein. Hanna und Peter Geis finden zusammen ihr Glück. 

 

hier noch später weiteres zum Schicksal von Renate Müller aus den Unterlagen einfügen

 

Die sehr beliebte Hauptdarstellerin Renate Müller war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten bereits schwer krank. Sie musste entgegen ihrer Einstellung gegenüber den nationalsozialistischen Behörden diese Rolle noch übernehmen. Es war ihr letzter Film. Im Alter von nur 30 Jahren verstarb sie am 1. Oktober 1937 in einem Berliner Sanatorium. 

 

umarbeiten, ergänzen

?????.1936

Wettbewerb des Verbandes deutscher Amateurfilmer unter der Schirmherrschaft von Mathias Wieman -

Der Autor und Regisseur Alfred Weidmann erhält hier den ersten Preis für einen Kinder-Krimi-Film, der ihm erste Kontakte zur UFA ermöglicht.

00.00.1937

Von der New Yorker Kritik beim 8th Annual National Board of Review Awards wird der Film "The Eternal Mask" (Die ewige Maske) zum besten ausländischen Film (Best Foreign Film - Austria/Switzerland) des Jahres 1937 gewählt.

Die Leistung des Schauspielers Mathias Wieman wird mit der Bewertung Best Acting gewürdigt.

13.01.1937

Goebbels bestellte Mathias Wieman für den Film "Die Patrioten" zum Partner seiner Geliebten, der Schauspielerin Lida Baarova, und verhinderte so, das diese Rolle Baarovas tatsächlicher Lebensgefährte und Heldendarsteller Gustav Fröhlich bekam.  

Er machte Wieman klar, welche Art von Interpretation er von ihm erwarte - »mehr Stein (... ) und weniger Gelee«.

Bereits im Vorfeld hatte er der UFA detaillierte Wünsche zur Drehbuchgestaltung übermittelt, so sollte der Protagonist ein Fliegerleutnant sein.

Das Manuskript arbeitete Goebbels selbst um und sprach den Stoff mehrfach mit dem Regisseur Karl Ritter durch, bis er »zu sitzen« schien, doch musste er nach Goebbels Ansicht schließlich noch schärfer »nationalistisch umgebogen« werden.

Es bleibt unklar ob Goebbels den Film wegen der Mitwirkung seiner Geliebten oder aus einem besonderen politischen Interesse so scharf überwachte.

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 13.01.1937 (Mi.):

»Mit Ritter und Köhn nochmal Stoff "Patrioten" durchgesprochen. Er muss nationalistisch umgebogen werden. Ganz scharf und klar. Dann großer Wurf. Und Wieman muss spielen.«(51a)

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 17.01.1937 (So:):

noch besorgen

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 20.01.1937 (Mi.):

»Mit Ritter und Wieman nochmal "Patrioten" Stoff durchgesprochen. jetzt scheint er zu sitzen. Wieman versteht mich sofort. Mehr Stein hinein und weniger Gelee.«(51a)

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 26.01.1937 (Di.):

»Zur Ufa. Aufnahmen zum "Patrioten" Film beigewohnt«(51a)

20.01.1937

bis

09.02.1937

oder

09.03.1937

Dreharbeiten zum Film "Die Patrioten" - unter der Regie von Karl Ritter - nach dem Drehbuch von Karl Ritter, Philipp Lothar Mayring, Felix Lützkendorf.

Innenaufnahmen im Ufa-Atelier Neubabelsberg - Außenaufnahmen im Freigelände Neubabelsberg - Produktionskosten ca. 588.000 Reichsmark -

Darsteller: Lida Baarova (Therese), Mathias Wieman (Peter Thoman), Otz Tollen (Militärrichter), Paul Dahlke, Bruno Hübner, Hilde Körber, Nikolai Kolin, Kurt Seifert, Edwin Juergenssen, Willi Rose, Ewald Wenck, Ernst Karchow, Andrè Saint-Germain, Carl Hannemann, Karl Wagner, Paul Schwed, Lutz Götz, Gustav Mahnke, Jim Simmons u.a.

Die Handlung: Im Frühjahr 1918 irrt ein abgeschossener deutscher Fliegeroffizier Peter Thoman (Mathias Wieman) hinter der deutschen Kampflinie in Frankreich verwundet umher. Von einer französischen Fronttheatertruppe aufgelesen, bleibt er zunächst unerkannt. Zwischen ihm und der Enkelin Jou-Jou (Lida Baarova) des Theaterleiters Jules Martin (Bruno Hübner) bahnt sich eine Liebesbeziehung an, doch sucht er gleichwohl die Gelegenheit zur Flucht. Um ihn vor der Hinrichtung als Spion zu retten, bringt ihn die Geliebte vors Kriegsgericht; hier kann er sich als Frontsoldat ausweisen, so das er in Gefangenschaft überführt wird.

 

Persönlich überwachte der Propagandaminister, der sich von 1937 an »stark in alle Produktions- und Besetzungsfragen einschaltete« (51e) , das Entstehen des Films Patrioten in allen Einzelheiten. 

Man erzählte sich, das es während der Dreharbeiten einen Zusammenstoß zwischen Goebbels, Lida Baarova und Gustav Fröhlich gegeben habe, der mit einer Ohrfeige für den Propagandaminister geendet habe. 

Tatsächlich hatte Fröhlich, wohl im Januar 1937, in unmittelbarer Nähe der Schwanenwerder Villa Goebbels und die Baarova in einer verfänglichen Situation angetroffen und mit der Bemerkung, er wisse nun Bescheid, dem Minister seine Wagentür vor der Nase zugeschlagen. (52) (52) (52) 

Seitdem war die Situation geklärt. Gustav Fröhlich und Lida Baarova gingen bald endgültig auseinander. Im Spätsommer 1937 verkaufte Fröhlich - »ein kleiner Tausendsassa ohne Gestaltungskraft«, wie ihn Goebbels verächtlich bezeichnete (51) - die Villa auf Schwanenwerder.

????? Drehende im März 1937 - (49) 

51e=23.3.1937 - Seite 88 - 87

26.01.1937

Goebbels macht zusammen mit dem französischen Botschafter Francois Poncet und dessen Frau während der Aufnahmen zum Film  Patrioten einen Besuch auf dem Ufa-Gelände.

Eintrag in Goebbels Tagebuch 26.1.1937 - Seite 23 (51): »Die Aufnahmen sind groß und pompös. Wieman macht seine Sache sehr gut. Mit Corell noch Produktions- und Besetzungsfragen besprochen.«

30.01.1937

Ernennung zum Staatsschauspieler

12.02.1937

Uraufführung des Films "Togger" der unter der Regie von Jürgen von Alten entstand, in Berlin im Alhambra und Tauentzien-Palast

Der Film erhält damals das Prädikat "Staatspolitisch Wertvoll" - wurde jedoch vom Publikum nicht angenommen.

Wilhelm Ackermann in: Hannoverscher Anzeiger vom 13.02.1937: 

»Berlin 12. Februar - Einem berufsständischen Preisausschreiben für einen wirklichen Zeitungsfilm verdankt Togger seine Entstehung. Er lief Freitag in Berlin an, und wir hatten die Gelegenheit, ihn vorher in einer Sondervorführung kennen zulernen.«

»Das ist in der letzten Phase des Deutschland vor der Machtergreifung, und es fehlt in der Handlung nicht an finsteren Erinnerungen an Straßendemonstrationen, Parlamentsklüngeleien und hochkapitalistischen Kulissenschiebereien. Der Umschwung kommt von der politischen Seite durch die Machtübernahme des Nationalsozialismus und in der konkreten Handlung [des Films] durch den gleichzeitigen Erfolg der Aufklärungsarbeit eines prachtvoll findigen und unbekümmert idealistischen Reporters [Mathias Wieman].«

12.02.1937

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 12.02.1937 (Fr.):

»Nachmittags mit Ello [Quandt] und Erika neuen Pressefilm "Togger" angeschaut: moderner Film mit wirksamen Presseprojekt. Leider Regie etwas starr. Darum auch Schauspieler (Wieman und die Möller). Hätte besser sein können, aber auch so ganz wirksam.«(51a)

14.02.1937

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 14.02.1937 (So.):

»Nachm. Filme angeschaut. Proben von "Patrioten": sie sind gottlob sehr gut geraten. Wieman und Baarova spielen wunderbar. Regie gut. Noch einige stilistische und regieliche Fehler. Aber die lassen sich leicht ausmerzen. Ich bin sehr zufrieden. Abschieds- und Schlussszene tief ergreifend.«(51a)

18.03.1937

Die Cautio Treuhand GmbH, des Max Winkler, einem Vertrauensmann Goebbels, zahlt dem Scherl-Verlag also Alfred Hugenberg für seine 51% Anteil am Stammkapital der UFA 21,25 Mill. RM. 

Emil Georg von Stauss, Vizepräsident des großdeutschen Reichstages, wird Vorsitzender das Aufsichtsrates. Ludwig Klitzsch blieb der UFA als Generaldirektor erhalten, wenn auch nicht mehr wie früher eigenwillig und kämpferisch. (48)

Die Scherl - Vertreter im Aufsichtsrat der UFA werden ansonsten, wie von Goebbels gewünscht, größtenteils durch künstlerische Charaktermasken ersetzt (die Regisseure: Karl Ritter, Carl Fröhlich - die Schauspieler: Paul Hartmann, Eugen Klöpfer, Mathias Wieman), die dem System allerdings nur als Aushängeschild dienen. Der Öffentlichkeit nämlich verkauft man den Wechsel im Aufsichtsrat als Stärkung des künstlerischen Auftrages der UFA. Der reichsmittelbare Einstieg bei der UFA bleibt für Außenstehende bis 1941 geheim. Die inzwischen gleichgeschaltete Presse verbreitet die frohe Kunde von der geplanten Anhebung des künstlerischen Niveaus. (24 - Seite 389)

17.04.1937

Wie wenig die Filmschaffenden zukünftig frei entscheiden und spielen können werden, macht ein Eintrag aus Goebbels Tagebuch deutlich. Nationalistische Gleichschaltung und Einflussnahme um jeden Preis ist angesagt.   

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 17.04.1937 (Sa.):

»Mit Winkler und Funk Neuorganisation Film besprochen. Bavaria muss Pleite machen und wird dann von uns übernommen. v. Stauß Aufsichtsratsvorsitzender der Ufa. Hartman, Wieman und Klöpfer in den Aufsichtsrat. Dazu Wiedemann und Fröhlich. ..... Ich räume jetzt auf. Es geht alles planmäßig. Ruhig aber bestimmt. Das neue Organisationsstatut der Haltegesellschaft für Ufa, Tobis und Bavaria wird von mir entworfen werden.«(51a)

21.04.1937

Goebbels, und andere Nazigrößen sichten den Film "Die Patrioten" vorab.  

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 21.04.1937 (Mi.):

»Später Film "Patrioten angeschaut. Er ist ganz wunderbar geworden. Ganz klar und nationalistisch in der Tendenz. Wieman, Barova, Dahlke, Hübner, Körber, alle spielen ganz einzigartig. Ich bin auf das tiefste ergriffen. Auch Magda ist sehr zufrieden. das war ein künstlerischer Genuss.«(51a)

Da auch Hitler vom Film "Patrioten" und dem Spiel der Baarova schwärmte (51a - Eintrag vom 26.5.37), war Goebbels' Glück wieder einmal perfekt.

Goebbels erteilte dem Film, in dem der Konflikt einer Französin und eines deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg zwischen ihren Gefühlen und der patriotischen Pflicht, der sie letztlich gehorchen, geschildert wird, das höchste Prädikat, das er zu vergeben hatte. 

Die Filmkritik musste ohnehin mitziehen. So urteilte die Filmwoche vom 4.10.1937 nach der Uraufführung, Lida Baarova sei »so gut wie noch nie« . 

Und in der Licht-Bild-Bühne vom 4.9.1937 war gar zu lesen, ihre Leistung in dieser »äußerst schwierigen Rolle sei ein Meisterstück«. 

Goebbels brachte den Streifen während der deutschen Kulturwoche auf der Pariser Weltausstellung im September 1937 zur Uraufführung und erwies damit seiner Geliebten ein weiteres Mal seine Referenz. Möglich machte dies seine Macht auf dem Gebiet des deutschen Films, die er im Jahre 1937 zu einer allmächtigen Stellung ausbaute.

29.04.1937

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 29.04.1937 (Do.):

»Ritter und Wieman tragen mir neuen Stoff vor. "Unternehmen Michael". Ein heroischer Film aus dem Kriege. Besetzung General: George oder Kayßler. Probeaufnahme. Wieman will ihn zu asketisch machen. Ganz ohne Frauenrolle, das ist zu düster.«(51a)

07.05.1937

Als Faust in Goethes "Faust I" im Züricher Schauspielhaus unter der Regie von Leopoldt Lindtberg (98) - Bühnenbild und Kostüme Teo Otto - Die Rolle des Mephisto spielt Ernst Ginsberg

12.05.1937

bis

20.06.1937

Drehbeginn des Films "Unternehmen Michael", unter der Regie von Karl Ritter nach einem Bühnenstück von Hans Fritz von Zwehl.  - Aufnahmen im Ufa-Atelier Neubabelsberg  - Drehende Ende Juni 1937 - 

Es spielen u.a. Heinrich George, Mathias Wieman, Willy Birgel, und O. Wernicke, Hannes Stelzer, Heinz Welzel, Paul Otto, , Ernst Karchow, Christian Kayßler, Kurt Waitzmann, Malte Jäger, Beppo Brehm, Josef Dahmen

mit.

Die Geschichte: Der Film schildert die Frühjahrsoffensive 1918 an der Westfront, die Deutschen versuchen mit dem "Unternehmen Michael" die erstarrte Front aufzubrechen. Die Franzosen kommen aber in einem Frontabschnitt dieser Offensive zuvor und schließen ein deutsches Bataillon ein. Der Führer der eingeschlossenen Truppe bittet den kommandierenden General, das Artilleriefeuer ohne Rücksicht auf die Eingeschlossenen aufzunehmen. Fast alle Soldaten kommen in dem Feuer der eigenen Artillerie um. Wobei der Film die Eroberung eines rauchenden Trümmerhaufens, der einmal ein französisches Dorf war, unter Aufopferung von Tausenden von Menschenleben glorifiziert. 

Es wird nicht gefragt ob diese Offensive sinnvoll war. Es wird verschwiegen, dass ihr Ziel, die Verhinderung einer Vereinigung der französischen und englischen Armeen, nicht erreicht wurde. Wer die deutsche Geschichte nicht kennt muss sogar annehmen, Deutschland habe den ersten Weltkrieg gewonnen. 

Der kommandierende General ( Heinrich George) ist eine Vatergestalt, deren Ähnlichkeit mit Hindenburg unverkennbar und doch nur angedeutet ist. Der Held des Dramas ist ein Generalstabsmajor (Mathias Wieman) , der seinen Posten im Hauptquartier mit der Führung des Sturmbataillons vertauscht und in der Schlacht getötet wird. Die Schlussworte des kommandierenden Generals sind an ihn gerichtet: "Sie wissen es genau wie ich. Nicht nach der Größe unseres Sieges wird man uns einmal messen, sondern nach der Tiefe unseres Opfers." Mit großem Respekt spricht der Major Zur Linden (M.W.) von der Verantwortung des Vorgesetzten (Befehl geben, andere auf den Weg schicken ......) 

Die Argumente gegen das "Unternehmen Michael" werden in den Mund eines Rittmeisters gelegt, der, während der General eine Konferenz über die Planung der Offensive abhält, Klavier spielt. Seine Argumente gegen das unsinnige Unternehmen werden von den anderen Offizieren mit banal nationalistischer Plattheit abgeschmettert.

00.07.1937

Reichsfilmtage der Hitlerjugend in Hamburg - es sprechen Hans Steinhoff, der Regisseur von "Hitlerjunge Quex" - und die Schauspieler Mathias Wieman und Heinrich George (17)

23.07.1937

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom  23.07.1937, der Vorbehalte zum, ab Mai in Babelsberg gedrehten, Projekt "Unternehmen Michael" hatte: 

»Ritters neuen Film Unternehmen Michael angeschaut. Gut in der Idee, nicht so gut in der Regie. Zu viel Atelier. Und die Offiziere diskutieren zuviel. Wieman als Frontheld zu schlaksig. Das gefällt mir nicht daran. Herrlich George als General. Gut Otto, Karchow, Stelzer. Ich muss noch einiges an dem Film ändern lassen. Vor allem an der Dialogführung.« 

Felix Moeller stellt hierzu fest:  

»Die angekündigten, verschärften Änderungen trugen womöglich dazu bei, das die übertriebene Todessehnsucht der Soldaten nach der Uraufführung im September sogar das Kriegsministerium zu Einwänden gegen den Film veranlasste. 

Somit erhielten die Filme Ritters zwar durch systematische Präsentation von Feindbildern und die Verherrlichung von Todesverachtung, Treuepflicht und blindem Kadavergehorsam an Front und Heimat eine wichtige Funktion für die Filmpropaganda. Doch die übersteigerte Propaganda und die Brutalität der Darstellung wecken Zweifel, ob die in der NS-Presse bejubelten Ritter-Filme tatsächlich Überzeugungsarbeit im Hinblick auf Kriegserziehung leisten konnten oder nicht eher nur die Bestätigung von vorhandenen Einstellungen ohnehin nationalsozialistisch orientierter Bevölkerungsteile dienten. «(42)

01.08.1937

Goebbels Kritik, an der Art wie Wieman die Offiziersrollen im Film gestaltet, wächst. Sie sind ihm nicht nationalistisch genug, zu ehrenhaft, zu pathetisch.

Eintrag aus Goebbels Tagebuch vom 01.08.1937 (So.):

»Wieman soll nicht laufend Offiziere spielen, was er nicht kann.«

1937/1938

gastiert er erneut als Schauspieler und Regisseur der Gastspieldirektion Klubertanz

14.08.1937

Aufführung des Films "Die Patrioten" auf dem Internationalen Film Festival in Venedig - erhielt eine Auszeichnung -

24.08.1937

Tagebucheintrag Goebbels vom  24.08.1937:  

»Ritter und Wieman klagen auch darüber, das das Kriegsministerium sich nun in alle Filmvorhaben hineinmische. Ich stoppe das unter Berufung auf einen sehr klaren Erlass des Führers kurzerhand ab.« -

Felix Moeller bezweifelt die Wirksamkeit dieses Abstoppens, in seinem Buch "Der Filmminister - Goebbels und der Film im Dritten Reich", jedoch.

Mathias Wieman und Karl Ritter, waren im Kunstausschuss der UFA für Kriegserziehungsfilme zuständig. 

Drehbücher mit militärischer Handlung und Filme, die unter Mitwirkung militärischen Personals zustande kamen, waren in der Regel der Heeresführung vorzulegen. Damit verbunden waren, sehr zum Leidwesen Goebbels, teilweise recht weitgehende Versuche der Einflussnahme auf die inhaltliche Gestaltung der Filmprojekte. (43)

Die weitreichendsten Einspruchmöglichkeiten besaß - schon vor September 1939 - das Militär. Die Militärzensur war für Goebbels Propagandaministerium die einzig legitimierte Konkurrenz bei der Gestaltung, Zurückhaltung oder Abänderung von Filmen, Bildern oder Propagandamitteln aller Art. Goebbels Anspruch (von ihm vertreten am 11.11.1936), nur sein Ministerium dürfe in Zensurfragen Entscheidungskompetenz haben, ließ sich weder in Friedenszeiten noch im Kriege durchsetzen.(43)

Um dies umzusetzen, gab es im Vorfeld einer Kriegsfilmentstehung Absprachen und Verbindungsoffiziere der verschiedenen militärischen Stellen im Propagandaministerium.   

Nach Kriegsbeginn kam es zwischen der Abteilung Wehrmachtspropaganda beim OKW/OKH (Oberkommando Wehrmacht/Heer), deren Verbindungsoffiziere im Vorfeld an den Filmvorhaben beteiligt waren  und dem Propagandaministerium vereinzelt zu Differenzen um das Filmbild deutscher Offiziere.(43)  

Die einzelnen politischen Gremien und die darin amtierenden Personen waren manchmal unterschiedlicher Meinung und untereinander uneinig. Auch Machtkämpfe waren demzufolge nicht auszuschließen.   

Diese Situationsdarstellung und beispielhaft aufgeführten Episoden zeigen, wie wenig künstlerische Freiheit Autoren, Regisseuren und Schauspielern letztendlich verblieb. Auf ihrem Rücken wurden Intrigen und Machtkämpfe ausgetragen und ihr Darstellungsbild wird von den Herrschenden beeinflusst und geprägt.

genaue Tagebucheinträge Goebbels recherchieren

03.09.1937

Aufführung des Films "Die Patrioten" in Paris zur Eröffnung der deutschen Kulturwoche währender der Weltausstellung in Paris.

Er erhält die goldene Medaille und ging mit einkopierten französischen Untertiteln als "Est-ce un espion" in die Kinos, wurde aber bald von der französischen Zensur verboten.

04.09.1937

Goebbels schreibt in seinem Tagebuch: 

»Reichswehrminister Blomberg ruft an. Er will eine Szene aus "Unternehmen Michael" heraushaben. Da wird die Flotte im Kriege zu scharf angepackt. Ich tue ihm den Gefallen.«

07.09.1937

Uraufführung des Films "Unternehmen Michael"  in Nürnberg im Ufa-Palast, im Rahmen des 9. Reichsparteitages der NSDAP - Mathias Wieman und Heinrich George sind als Gast geladen und werden gnadenlos vom nazistischen Propagandasystem vermarktet.

Der Deutsche Film - Jahrgang 1937/38, Seite 233: 

»Mit zwingender Logik zeigt dieser stählerne Film das hohe Verantwortungsbewusstsein des hohen deutschen militärischen Führers, die heroische Einsatzbereitschaft auch des deutschen Strategen.«

Das auch der sinnlose Tod seinen Wert habe, rief damals bei den Militärs heftige Kritik hervor und führte zu einer Kontroverse zwischen Wehrmacht und Propagandaministerium. 

Nach 1945 Alliierten-Verbot , von der Freiwilligen Selbstkontrolle bestätigt - ein Film der das Führerprinzip und den Opfertod glorifiziert.  (62)

13.09.1937

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 13.09.1937 (Di.): 

»Ich treffe George und Wieman. Sie sind ganz benommen von der monumentalen  Größe des Parteitages." « (51a)

24.09.1937

Deutsche Uraufführung des Films "Die Patrioten" der unter der Regie von Karl Ritter entstand - in Berlin -  im Ufa-Palast am Zoo -

Die Kritik von tk:  

»Der introvertierte Wieman und die sinnlich-selbstbewusste Lida Baarova brillieren als Liebespaar der leisen Zwischentöne. Natürlichkeit in der Rollengestaltung, ausgefeilte Ausleuchtung und Kameraführung ergeben eine starke, atmosphärische Schilderung des Fronttheatermilieus. Gänzlich frei von nationalsozialistischen Untertönen ist der Film nicht. Ritter kam in Patrioten auch ohne die für ihn sonst charakteristische holzschnittartige Zeichnung der Figuren aus.«

.... der Geschichte eines deutschen Bomberpiloten, deren Titel hält, was er verspricht. (62) 

Damals als, staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll eingestuft.

Nach 1945 Alliierten-Verbot - 

10.10.1937

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 10.10.1937 (Mo.): 

»In Hamburg noch lange im Hotel debattiert. Mathias Wieman ist auch da. Zur H.J. Filmkundgebung. Eine interessante Aussprache.« (51a)

20.10.1937

Eintrag Goebels in seinem Tagebuch vom 20.10.1937 (Mi.): 

»Der Kolonialstoff um Dr. Peters, sehr gut und außerordentlich aktuell. Daraus lässt sich natürlich alles machen. Ich werde mich wärmstens dafür einsetzen. Aber nicht Wieman als Träger der Hauptrolle

Der Stoff wurde aufgrund der in der Presse strittig diskutierten Frage über das Kolonialrecht auf Eis gelegt und erst 1940 mit antibritischer Tendenz wieder aufgenommen. 

Die Hautrolle dieses Filmes "......Ohm Kröger???? ......" wurde dann später mit ................... Hans Albers??? besetzt

Der Eintrag macht aber deutlich, das Wieman trotz Parteitreue keine Heldenrollen mehr bekommen sollte, weil er nicht bereit war sein Rollen so manipulierend anzulegen, wie Goebbels es vorschwebte.

27.10.1937

Mathias Wieman liest im Reichssender Berlin um 20:00 aus "Pan" von Knut Hamsun

05.11.1937

Der Reichssender Berlin sendet ein 5-Minuten-Interview mit Mathias Wieman, der sich über den im September 1937 erschienenen Roman von Hans Fallada "Wolf unter Wölfen" (der in der lnflationszeit spielt) begeistert äußerte. 

Wieman sagte im Rundfunk: ».... ein Werk, das meiner Meinung nach Dantes Göttlicher Komödie und Balzacs vierzig Bänden der Menschlichen Komödie ebenbürtig ist. Mir will es sogar scheinen, als sei es fast großartiger, handelt es sich doch um ein Inferno, das wir alle noch erlebt haben, zeigt es doch Gestalten, denen wir alle begegnet zu sein glauben, redet es doch in einer Sprache, die unsere Sprache ist, es redet das Deutsch unserer Gegenwart, die im Kriege begann und in der Nachkriegszeit ihre schreckliche Jugend hatte. Das Buch, welches ich meine, heißt: ‚Wolf unter Wölfen‘ und ist von Hans Fallada. ... Mich hat dieses Buch zwei Nächte gekostet. In der letzten Nacht habe ich die Uhr aufs Zifferblatt gelegt und bis zur letzten Zeile gelesen, wo steht. ‚Gute Nacht. Gute, gute Nacht!‘ Aber da war es schon hell, und ich habe es nicht bereut“ «

 

Manfred Kuhnke meint in seinem Buch "Väterchen Rowhlt, Freund Franz, die unselige Miss Dodd" (Hans Falladas Besucher in Carwitz) ».... Wenn Wieman begeistert so ein positives Urteil über jenes nicht unumstrittene Werk „Wolf unter Wölfen“ des nicht minder unumstrittenen Schriftstellers Hans Fallada abgab, so stellte das, wenigstens für eine gewisse Zeit, für den Autor durchaus einen höchst willkommenen Schutz dar.« 

und an einer anderen Stelle: »Noch Jahre später, als Fallada 1944 in der Landesanstalt Neustrelitz-Strelitz eingesperrt war und seine gefährlichen Erinnerungen an die Nazizeit aufschrieb, erwähnte er darin die Szene, die es beim Anhören der Rundfunksendung vor sieben Jahren gegeben hatte: „Ich muß gestehen, ich saß fast wonnetrunken an dem Apparat, mit meiner ganzen Familie, und hörte glücklich zu. Seit Jahren war mein Name von der Partei eigentlich nur noch beschimpfend genannt worden, der Rundfunk war mir gesperrt, nie war dort noch mein Name genannt worden. Und nun plötzlich hörte ich eine menschliche Stimme, die Stimme eines unbekannten Freundes, aus dieser streng nationalsozialistischen Einrichtung klingen.“«

14.11.1937 Hans Fallada schreibt an Mathias Wieman und bedankte sich für das wohlwollende Urteil über seinen Roman im Rundfunk und lädt ihn nach Carwitz, dem Wohnort Falladas, ein.

19.11.1937

Uraufführung des Films "Unternehmen Michael", der unter der Regie von Karl Ritter entstand -  in Berlin im Ufa-Palast am Zoo  - Wieman arbeitete bei diesem Film am Drehbuch mit

Hamburger Abendblatt vom 5.12.1969 rückblickend: 

»Obwohl die Offiziersrollen seinem Wesen so wenig lagen, steckte man ihn immer wieder in eine Uniform. Das brachte ihm im Dritten Reich die Verachtung der Machthaber. Denn sein Offizier mit menschlich zögernder Haltung in dem Film "Unternehmen Michael", diese "weiche Type" eines Tellheim-Idealisten, war nicht gefragt.«

Eberhard von Wiese im Hamburger Abendblatt vom 22.06.1962 rückblickend: 

»Merkwürdigerweise hat er viele Offiziere gespielt. Aber es waren irgendwie immer Tellheim-Idealisten.«

»Als Wieman in dem Film Unternehmen Michael einen Offizier mit menschlicher, zögernder Haltung spielte, da war er im Dritten Reich drunter durch. Für die Machthaber von damals ein Gräuel, dieser weiche Offizier.«

24.11.1937

Eintrag bei Goebbels prüfen der den Erfolg von Patrioten wegen Lida Baarova mehrmals hervorhebt

02.12.1937

bis

03.12.1937

Mathias Wieman nimmt die Einladung Hans Falladas an und besucht ihn in Begleitung seiner Frau in Carwitz.

05.12.1937

Am Abend Empfang bei Hitler, bei dem neben vielen anderen Künstlern auch Wieman anwesend war. 

Anlass ????

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 05.12.1937 (So.): 

»Dann noch zum Führer. Viele Künstler da, die ihren Obolus abholen. Ich debattiere heiß. Mit Wieman, Loos, etc. Sehr interessant« (51)

 
xx.xx.1938

Im Jahre 1938 sandte Bruno Gluchowski, ein Dortmunder Bergmann, dem Filmschauspieler Mathias Wieman das Manuskript eines Filmes zu. 

Es erzählte in der Haupthandlung von der Kameradschaft einer durch ein Grubenunglück eingeschlossenen Bergmannsgruppe, es wollte aber auch das andere, stillere Leben der Ruhrbergleute zeigen, ihren Alltag und ihre kleinen Freuden. 

Mathias Wieman fuhr nach Dortmund und lebte dann wochenlang an der Seite des unbekannten Bergmanns. Schließlich war das Drehbuch fertig - ein Buch, das die Wahrheit nicht scheute. 

Aber da es nicht sehr günstig mit dem Nachwuchs für den Bergbau aussah, lehnte Dr. Goebbels den Filmplan ab. 

1953 erinnerte sich Wieman wieder an den Bergmann Bruno Gluchowski, und das Film-Drehbuch von 1938 wurde zum Manuskript eines Hörspiels, das 1954 produziert und gesendet wurde.

Jan.1938

bis

März 1938

Beginn der Dreharbeiten des Films "Anna Favetti", unter der Regie von Erich Waschneck - Drehbuch: Walter von Hollander, nach seinem Roman "Licht im dunklen Haus" - Aufnahmen im Ufa-Atelier Neubabelsberg  - Außenaufnahmen in  Tre-Croci-Paß, Falzarego-Paß, Corina d´Ampezzo (Dolomiten), St. Moritz (Oberengadin) - Produktionskosten: etwa 769.000 RM - Musik von Werner Eisbrenner

Die Darsteller: Brigitte Horney, Mathias Wieman, Friedrich Kayßler, Maria Koppenhöfer, Franz Schafheitlin, Karl Schönbeck, Rolf Wernicke, Paul Bildt, Hubert von Meyerinck, Gina Falckenberg

Der Inhalt: In der Einsamkeit der Dolomiten wohnt der alte, menschenscheue Favetti (Friedrich Kayßler) mit Frau (Maria Koppenhöfer) und Tochter Anna (Brigitte Horney) . Sein Sohn ist auf der italienischen Seite kämpfend, im ersten Weltkrieg verschollen. Der Vater lebt in der Hoffnung, das sein Sohn einmal zurückkehrt. Als der Architekt Hemsteet (Mathias Wieman) zufällig auftaucht und dort einige Tage verbringt, verlieben sich er und Anna ineinander. Als die Ehefrau Hemsteets, die gefühlsarme, flatterhafte Irene (Gina Falckenberg) auftaucht, möchte der alte Favetti, der unklare Familienverhältnisse hasst, den Gast loswerden. Hemsteet spricht zu Anna über seine bevorstehende Scheidung und beauftragt einen Notar () Nachforschungen über den vermissten Sohn Favettis anzustellen, da Anna ihre Familie nicht in der Ungewissheit verlassen will. Als sich herausstellt, das der Sohn gefallen ist, informiert Hemsteet Frau Favetti, mit der Empfehlung, ihrem Mann reinen Wein einzuschenken. Er wartet in seiner Heimat auf die Entscheidung. Der alte Favetti ruft an und gibt Hemsteet in seinem Handeln recht und gibt die Einverständnis zu seiner Bindung zu Anna. Irene tröstet sich mit Kingston (Karl Schönbeck), dem Kapitän der kanadischen Eishockeymannschaft.

Psychologisch ungenügend motiviertes und ausgelotetes Liebesdrama.

Drehende Anfang April 1938 ??? prüfen

27.04.1938

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 27.04.1938 (Mi.): 

»Abends Filme geprüft: ........ "Anna Favetti" mit Wieman, Horney und Kayßler. Regie Waschnek. Zu theoretisch und gekünstelt. Sonst aber gut. Wieman zuweilen unausstehlich. Aber Horney, Kayßler und Falckenberg großartig.« (51)

28.04.1938

Uraufführung des Films "Anna Favetti"  - im Ufa-Palast in Wiesbaden

Die Kritik: 

»Ein geradezu pazifistischer Film, der die Spätfolgen eines Krieges plastisch schildert. Friedrich Kayßler ist ergreifend in der Darstellung des wartenden Vaters. In diesem Film leben die Menschen ihr Schicksal vor. Jede Rolle, vor allem mit der Horney und Wieman glänzend besetzt. Aber auch die Gestalter sind zu loben. Autor und Regisseur gehen Hand in Hand in vollkommener Übereinstimmung. Ein meisterhafter Film in Dichtigkeit und Geschlossenheit, in der Unmittelbarkeit des seelischen Ausdrucks.«

17.05.1938

Uraufführung des Films "Anna Favetti"  - im Gloria - Palast in Berlin

In der Filmwoche Nr. 22 vom 001.06.1938 schrieb Paul Ickes: 

»Mathias Wieman spielt den Architekten, der die Last von den Gemütern der Favetti nimmt; wir wissen, das er jene weiche, behutsame Stimme hat, jene mitfühlende Geste, die sich auch mit einem übersteigerten Leid auseinander zu setzen vermag. Er bringt ins Reine, was die überbedenkliche Natur der Frau Favetti, verkörpert durch M a r i a K o p p e n h ö f e r, letzten Endes doch an ihrem Gatten sündigte: nicht im Verheimlichen, sondern im Darüber hinwegkommen suchen wir unsere volle Lebensfähigkeit zu erweisen.«

26.05.1938

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 26.05.1938 (Do.): 

»Wieman hält mir einen langen Vortrag. Er glaubt, er habe mein Vertrauen nicht mehr. Ich beruhige ihn und gebe ihm neuen Mut.« (51)

09.11.1938 In der Nacht vom 9. auf den 10. November erfolgten von den Nationalsozialisten geplant und für die Öffentlichkeit nach außen  als spontane Volksreaktion dargestellte Pogrome gegen jüdische Mitbürger und deren Eigentum - in deren Verlauf 91 Menschen ermordet, fast alle Synagogen verbrannt und mehr als 7000 in jüdischen Besitz befindliche Geschäfte zerstört oder schwer beschädigt wurden

19.11.1938

bis

20.11.1938

Ein knappes Jahr nach ihrem ersten Besuch besuchen Mathias Wieman und seine Frau ein weiteres Mal Hans Fallada in Carwitz.

Fallada notierte: Vormittäglicher Spaziergang mit Wiemans - am Sonntag Nachmittag werden die Gäste nach Feldberg gebracht.

 - ein schönes Herbst-Wochenende mit freundlichen Gästen und herzlichen Gastgebern, nicht viel mehr.

22.11.1938

bis

18.12.1938

 

Manfred Kuhnke schreibt in seinem Buch "Väterchen Rowhlt, Freund Franz, die unselige Miss Dodd" (Hans Falladas Besucher in Carwitz): » Allerdings hatte Fallada dem Schauspieler seine schriftstellerischen Dienste angeboten, ihm offenbar versprochen, für ihn geeignete Filmstoffe zu schreiben. Schon am 22. November setzte er sich an die Arbeit:,, Wieman-Geschichten angefangen“. Und eine Woche später: 29. November: „Mutiger Buchhändler" beendet“. In den folgenden Tagen tippte er die kleine, ziemlich belanglose Erzählung ab, und am 18. Dezember ist zu lesen: „MS Buchhändler für Wieman“. In dem begleitenden Brief schrieb er dem Schauspieler nach Berlin, das Manuskript sei „doch recht schwach“, aber wenn man aus dem Quabs keinen Hanswurst mache, könne daraus doch ein recht guter Film entstehen.‘ - 

In einem Brief teilt das Fallada auch seiner Schwester Elisabeth mit: „Zum Privatvergnügen und um Wieman, der sich vor einem Jahr sehr für den ‚Wolf
einsetzte, eine Freude zu machen, habe ich gerade eben eine kurze Filmgeschichte geschrieben - vielleicht wird das was.“
Mathias Wieman konnte sich für diesen handlungsarmen und relativ inhaltslosen Stoff überhaupt nicht erwärmen.
.........
Die „Abenteuer des Werner Quabs“ wurden, als sie schließlich 1974 bei Ullstein erschienen, kaum ein Erfolg, sondern machten auch nach mehr als drei Jahrzehnten noch immer erschreckend deutlich, wozu Fallada sein Schreibtalent verschwendet hatte.
«

23.11.1938

bis

29.12.1938

Dreharbeiten zum Film "Hochzeitsreise" , unter der Regie von Karl Ritter - 

Drehbuch: Felix Lützkendorf, Karl Ritter nach dem gleichnamigen Roman von Charles de Coster - 

Aufnahmen in der Ufa-Stadt Babelsberg -  Produktionskosten: ca. 731.000 RM

Darsteller: Francoise Rosay, Mathias Wieman, Angela Salloker, Elisabeth Wendt, Paul Dahlke, u.a.

Die Geschichte: Flandern im 19. Jahrhundert. Der Arzt Goethals (Mathias Wieman) erweckt eine Scheintote Grietje (Angela Salloker) zu Leben und heiratet sie anschließend. Ihre Mutter Roosje (Francoise Rosay) jedoch reagiert eifersüchtig und intrigiert gegen den Schwiegersohn. Als sich Grietje völlig verzweifelt ins Wasser stürzen will, hält die Mutter sie zurück, deren Reue jetzt tief und echt ist. Drei Menschen leben künftig in Frieden und Glück beieinander.

 

23.03.1939

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 23.03.1939 (Do.): 

»Neuer Ritterfilm "Die Hochzeitsreise" mit Rosay, Wieman, Sallocker. Eine furchtbare Schwarte, literarischer Unfug, kaum noch zu ertragen. Nun werde ich Ritter aufs Dach steigen.« (51)

03.04.1939

bis

Juni 1939

Beginn der Dreharbeiten des Films "Kadetten" , unter der Regie von Karl Ritter - Aufnahmen in der Ufa-Stadt Babelsberg -  Außenaufnahmen in der Umgebung von Berlin und im Freigelände Babelsberg - Drehende Anfang Juni 1939

Die Uraufführung war für den 5.9.39 vorgesehen, wurde aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts wegen seiner antirussischen Tendenz zurückgestellt und gelang erst 1941, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion zur Aufführung. 

Er wurde später von den Alliierten Militärbehörden verboten.

04.04.1939

Uraufführung des Films "Hochzeitsreise" der unter der Regie von Karl Ritter entstand - in Berlin im Gloria - Palast

Filmkurier vom 7.1.1939:

???????  eventuell Kritik einarbeiten - eventuell jedoch zu "germanisch"

 

Das Werk wurde kein großer Publikumserfolg

02.07.1939

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 02.07.1939 (So.): 

»Filme geprüft: ........ Teile aus Ritters Film "Kadetten". Scheint auch ganz gut zu werden. Wenn Ritter nur nicht immer die militanten Rollen Wieman geben wollte.« (51)

30.07.1939

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 30.07.1939 (So.): 

»Filme für die Biennale angeschaut: ........ "Kadetten" von Ritter mit Wieman. Auch im Ganzen misslungen. Zu kindlich. Ich halte Ritter für wahnsinnig überschätzt. Er hat nur eine hemmungslose Art mit nationalen Stoffen umzugehen.« (51)

22.08.1939

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 22.08.1939 (Di.): 

»Ich lese Ritter die Leviten. Er ist ganz zerknirscht. Seine Verbindung mit Wieman tut nicht gut. Ich richte Ritter dann wieder auf. Diese Künstler sind wie die Kinder.« (51)

01.09.1939

Beginn des 2. Weltkrieges

05.11.1939

Der Schriftsteller Hans Fallada (1893-1947) sendet seinem Auftraggeber ein in 19 Tagen erstelltes Manuskript seines neuen Romans " Dies Herz, das dir gehört" zu. Eine Liebesgeschichte zwischen einem weichen Jungen aus gutem Hause, der erfahren möchte, wer er wirklich ist und der lebensklugen schönen Verkäuferin aus der Markthalle am Berliner Alexanderplatz. 

Der Roman sollte als Grundlage für einen Film mit Zarah Leander und Mathias Wieman werden.

Nachdem der Auftraggeber sich jedoch unzufrieden zeigte und deutlichere Zugeständnisse an die NS-Propaganda wünschte, Fallada sich aber mit einer in dieser Richtung ausgerichteten Überarbeitung schwer tat, verschwand das ganze Projekt in der Versenkung und der geplante Film kam nicht zustande.

Der Roman wurde übrigens erst viele Jahre später (1994) durch den Aufbau Verlag veröffentlicht.

 

01.02.1940

der Film-Kurier meldet: Leni Riefenstahl wird einen neuen Film mit dem Titel "Tiefland"  drehen. Die Dreharbeiten begannen am 23.09.1940

Mathias Wieman war nach Verlautbarungen ihr künstlerischer Mitarbeiter. 

- hierzu recherchieren 

- überlegen inwieweit auf Riefenstahls Verwendung von Sinti und Romas als Statisten eingehen, die im Nachspann nicht erwähnt und zum größten Teil in KZ´s verstorben sind

15.03.1940

Uraufführung des Films "Michelangelo - Leben eines Titanen" der unter der Regie von Curt Oertel entstand, in Berlin

22.03.1940

Uraufführung des Films "Michelangelo - Leben eines Titanen" der unter der Regie von Curt Oertel entstand. 

In Hamburg, im Waterloo-Theater unter der Schirmherrschaft der Deutsch-Italienischen Gesellschaft und der Hamburger Arbeitsgemeinschaft Film (Volkshochschule)  - 

Mathias Wieman spricht Sonette von Michelangelo.

In Berlin, im UFA-Palast am Zoo. Das große Orchester des Deutschlandsenders spielte unter der Leitung von Alois Melichar, und Theodor Loos sprach Prometheus von Goethe.

Man kann ihn als einer der hervorragendsten Kulturfilme der ganzen NS-Zeit betrachten. Er entstand in Co-Produktion mit der Schweiz.

Über 2 Jahre hat Carl Oertel (maßgebliche Anteile hatten daran auch sein Bruder Franz Oertel und der junge Schweizer Kameramann Harry Ringer) an dem Film gearbeitet.

Von großer Eindringlichkeit war die musikalische Untermalung, für die Alois Melichar sorgte. Der ausgezeichnete Rhetoriker Mathias Wieman war der Sprecher. Oertel verwendet im Film neue Ausdrucks- und Gestaltungsmittel, die in einer Schweizer Kritik als genial unterstrichen wurde. (57)

Die Presse im deutschen Reich war weisungsgemäß zurückhaltend.

Denn in einer Presseanweisung zum 20.03.1940 ist folgendes nachzulesen: 

»Für die kritische Würdigung des am kommenden Freitag in Hamburg und Berlin zur Uraufführung gelangenden "Michelangelo" Films wird folgende Sprachregelung gegeben: Wenn dieser Film, der als ein interessanter Versuch zu betrachten ist, auch keine filmische Spitzenleistung darstellt, so kann die fotografische Leistung des reichsdeutschen Kameramannes Kurt Oertel lobend erwähnt werden, der sich um die Gestaltung eines ernsten abendfüllenden Kulturfilmes bemühte. Im übrigen steht es der Kunstbetrachtung frei, die in Erscheinung tretenden Mängel hervorzuheben. Der Film hat das Prädikat "volksbildend" erhalten.«

Im Film-Kurier schrieb Günther Schwark zurückhaltend: 

»So bleibt Curt Oertels Arbeit ein Experiment, dessen künstlerischer Mut anerkannt werden muss. Manches Schöne und Gelungene aus diesem Film wird fruchtbringend fortwirken.«

Der Film erhielt im Reich bescheidene Prädikate, wie "volksbildend" und "Lehrfilm".

Erst später sollte der Oscar-Preis kommen ...... recherchieren (Wann) und 1957 die in memorian gestiftete Curt-Oertel-Medaille in der Bundesrepublik Deutschland.

Leider (wahrscheinlich) ging der Film verloren. die Wiederaufführung des Filmes im Fernsehen ??? am ........ - in Amerika neu geschnittene Kopie - prüfen ob noch mit Stimme von Wieman ???????

09.04.1940

Deutscher Überfall auf Dänemark und Norwegen

25.02.1940

09.04.1940

 

07.03.

10.03.

15.03.

16.03.

19.03.

22.03.

24.03.

25.03.

27.03.

29.03.

31.03.

03.04

09.04.

13.04.

12.05.

13.05.

 

Als Faust in Faust I. im Schauspielhaus in Hamburg - in einer Inszenierung von Karl Wüstenhagen - mit Mathias Wieman als Faust, Robert Meyn als Mephistopheles, Maria Wimmer als Margarete,

Erich August Greeven in Hamburger Zeitung: 

»Mit Spannung sah man dem Auftreten Mathias Wiemans als Faust entgegen. Es war eine Leistung, die man in jedem Wort nachfühlte, mit wie viel tiefem Ernst und ehrlichem Bemühen Wieman diese Rolle angepackt hatte. Schon sein Organ, mit dem ganz persönlichen Klang, gab seiner Auffassung Gesicht und Farbe: ein ringender, leidenschaftlich bewegter Sucher, ein drangvoll Grübelnder um letzte Deutung, von einer gewissen unerbittlichen Härte gegen das eignen ich. Persönlich und reizvoll auch in den scharf betonten Gesten, dem Wechsel von herausgewühltem Gedanken zu fast ärgerlich, ungeduldig hingeworfenem Wort. In diesen Szenen lag seine Stärke. Wenn dann die Gretchen Tragödie einsetzt und die Gewichte sich verschieben, ist ein anderer Faust auf dem Plan: die Leidenschaft des Grübelns in die Leidenschaft des Fühlens umzusetzen, gelang Wieman nicht restlos. Da war das Elementare nicht bei ihm, sondern bei seiner Partnerin.«

.. in Berliner Illustrierte Zeitung Nr. 12 vom 21.03.1940: 

»Mathias Wiemans kämpferischer, dämonischer "Faust" - Die Aufführung im Ensemble des Staatlichen Schauspielhauses in Hamburg wurde zu einem faszinierenden Erlebnis. Als "Gretchen" wurde Maria Wimmer gefeiert. Nach 78 Vorhängen klopften die begeisterten Zuschauer, eine Stunde nach Schluss der Vorstellung, noch mehrmals den eisernen Vorhang hoch«

Heinrich Koch in ... Zeitung: 

»Mathias Wieman gab den Faust. Er verschenkte sich mit ganzer Hingebung an diese schwierige Rolle, die eine Lebensaufgabe für einen Schauspieler ist, und die wohl selten einer ganz erfüllen kann. Wieman war im Dialog mit Mephistopheles am stärksten ...................................................... .............................................................

» «

 

3 Monatiger Auftritt mit Faust I + II - 

Text von Wieman hierzu aus (59)  

Auftritte im Faust I. - aufgeführt in "Die Rampe", Heft 12,  Blätter des Staatlichen Schauspielhauses Hamburg: 07.03. - 10.03. - 15.03. - 16.03. - 19.03. - 22.03. - 24.03. - 25.03. - 27.03. - 29.03. - 31.03. - 03.04. - 09.04. - 13.04. - 12.05. - 13.05.

Frauenblatt Ausgabe 4 - 28.01.1995:

»Weil Goebbels "diesen intellektuellen Wieman nicht mochte , wurden die Rollen rar. Darum ging der Berliner 1940 nach Hamburg spielte Theater, machte nebenbei ......... mit Dichterlesungen und Rezitationsabenden vor einem begeisterten Publikum Furore.«

Ria Randers in Neue Post Ausgabe 16 im Jahre 1969:

»Deshalb konnte ihn auch 194[0] ein Filmverbot nicht erschüttern.
Mathias Wieman ging nach Hamburg  "In Berlin durfte ich zwar auch nicht mehr Theater spielen, aber die freie Hansestadt Hamburg holte mich für eine meiner Lieblingsrollen, den Faust'. «

07.04.1940

Als Faust in Faust II. im Schauspielhaus in Hamburg - 

10.05.1940

Deutscher Angriff auf Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich

18.05.1940

Als Faust in Goethes "Faust II" im Züricher Schauspielhaus unter der Regie von Leopoldt Lindtberg (98) - Bühnenbild und Kostüme Teo Otto - Die Rolle des Mephisto spielt Ernst Ginsberg

Wieman ist während des Krieges mehr als Rezitator denn als Schauspieler hervorgetreten, besonders als Goethe- und Hölderlin-Interpret (4)

er arbeitet beim Rundfunk (3)

rezitiert während der Kriegsjahre in der sonntäglichen Sendereihe des Deutschlandsenders "Das Schatzkästlein" deutsche Dichtung. (3)

Während der Kriegsjahre rezitiert Wieman sonntäglich im Deutschlandsender deutsche Dichtung (62) 

Kleine Zeitung Klagenfurt vom 5.12.1969:

»Mathias Wieman war während des Krieges, vom "System" unberührt der Gestalter des beliebten "Schatzkästleins", den Soldaten zur Freude.«

Gama im Tageblatt Linz vom 5.12.1969:

»Während des zweiten Weltkrieges half er unzähligen Alleingebliebenen mit seiner sonntäglichen Rundfunksendung „Unser Schatzkästlein" über das Schwerste hinweg.«

Salzburger Nachrichten vom 22.07.1962:

»Während des Krieges lernte man Wieman als Sprecher großer Dichtung kennen. Millionen haben jeden Sonntag in der Sendung "Unser Schatzkästlein" seine Stimme gehört.«

 

Sie wollen wissen wie es in Teil 5 der Biographie weitergeht??????

dann klicken Sie hier 

 

Sie befinden sich auf Seite 2e Wieman -  noch in Arbeit

Zur Vorseite Wieman

Weiter mit Wieman

Copyright © 2000 [SVENSSON].
Alle Rechte vorbehalten, soweit nicht anderweitig vergeben.
Stand: 22. Dezember 2011