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Biographie  des Schauspielers und Rezitators 

Mathias Wieman

5. Teil

(1941 - 1945)

in Verbindung mit dem Zeitgeschehen

rot geschriebenes = weitere Recherche wegen Unklarheit

 

15.02.1941

Joseph Goebbels spricht vor der Reichsfilmkammer: "Auch Unterhaltung kann zuweilen die Aufgabe haben, ein Volk für seinen Lebenskampf auszustatten, ihm die in dem dramatischen Geschehen des Tages notwendige Erbauung, Unterhaltung und Entspannung zu geben"

In einem Wochenschaubericht zur Kriegstagung der Reichsfilmkammer wurde öffentlich gemacht, welche der zahlreichen Stars die NS-Oberen als wichtiges Aushängeschild ansahen: darunter waren auch Leni Reifenstahl, Mathias Wieman, Heinrich George, Heinz Rühmann (43)

Da die NS-Größen, keine eigentlich vorzeigbare höhere Gesellschaft schufen, und keine öffentlich Adelsgesellschaft oder ein höfisches Milieu sichtbar war, "dienten"  hier die Filmstars in einer Art Ersatzfunktion.

Der Starkult als Propagandamittel, sah vor, das hochstilisierte Identifikationsfiguren ihren Beitrag zu Stimmungslage der Nation leisten sollten.  (44 - Seite 147)

Die Schauspieler befinden sich in einer Form der wechselseitig wirkenden Abhängigkeit. Viel NS-Größen sind mit Filmschauspielerinnen ganz oder zeitweise liiert. Die Schauspieler wollen einerseits spielen, die Politiker benötigen sie anderseits als gesellschaftliches Aushängeschild und Transportmittel für ihre Ideen und Ansichten. Dafür werden sie finanziell und persönlich gestützt oder wenn sie in Ungnade fallen oder dem System nicht dienlich sind entsprechend hart sanktioniert. Die Angst vor dem Arbeitsplatz und auf der anderen Seite die Verlockung in Form verschiedenartiger Vorteile ist groß. Goebbels bedenkt die  ihm Ergebenen mit Geldzuwendungen, Steuervorteilen und Auszeichnungen.

Eine Zahra Leander erhielt (vor Kriegsausbruch) eine Jahrespauschale von 150.000 RM, Hans Albers 120.000, Gründgens 80.000, Heinz Rühmann 80.000, Mathias Wieman 20.000 RM, 

Und August 1944: Zarah Leander und Hans Albers haben Sonderverträge mit Beträgen um die 500.000 RM, Gründgens 80.000, Heinz Rühmann 80.000, Mathias Wieman 40.000 RM

Folgt man den Memoarien und Erinnerungen der Schauspieler, dann bezeichnen diese die NS-Zeit oft als Zeit ihrer größten beruflichen Erfolge, und somit auch als die größte Zeit des deutschen Films.

In einer systematischen Untersuchung von 59 Film- und Theaterschauspielerbiographien finden sich immer wiederkehrende Rechtfertigungen, wie: man sei unpolitisch gewesen - habe von vielem überhaupt nichts gemerkt - der Ort der Kunst, Theater und Film, sei eine isolierte Oase gewesen - Emigration unmöglich, da in der Fremde als Außenseiter ohne berufliche Chance - Sprachbarrieren - und schließlich habe man ja helfen müssen, andere, Gefährdete, zu schützen.

Georg Seeßlen stellt jedoch fest, das diese Unschuldsbeteuerungen in Buchform vieler Verdrängungskünstler mit Goebbels Äußerungen und den wenigen verbliebenen Aktenstücken nicht immer übereinstimmen. (43)

14.06.1941

Als Hephaistion in Baumanns "Alexander"  im Staatlichen Schauspielhaus Berlin unter der Regie und neben Gustaf Gründgens. 

Dem Intendant Gustaf Gründgens wird dies Eroberungsdrama "angeboten" - allerdings ein Stück mit einigem Niveau, so das er es nicht ablehnen kann. Gründgens übernimmt in der eigenen Inszenierung die Rolle des strahlenden jungen Helden, und zwar mit der Begründung, dass er seine Mitarbeiter mit dem Stück eines Nationalsozialisten nicht belasten wolle. Für die zweite Hauptrolle wird als Gast Mathias Wieman und für das Bühnenbild der Architekt Egon Eiermann engagiert. (26)

Bernhard Minetti schrieb hierzu: Wieman war sein Gegenspieler, ich hatte den Eindruck, es fehlte den beiden an Kontakt zueinander. ..... Gründgens spielte dies Stück sehr lyrisch... und gewiss nicht so wie Baumann es meinte. Vielleicht war diese Poetisierung Absicht um die politische Analogie zum Russlandfeldzug nicht all zu stark hervortreten zu lassen. Das Stück wurde plötzlich abgesetzt und ein Einspruch politischer Instanzen war vermutbar. (41)

29.08.1941

Uraufführung des Films "Ich Klage an", der unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner entstand, in Berlin - der aktive Sterbehilfe propagiert.

Die Musik zum Film schrieb Norbert Schulze

Er spielte 5,3 Millionen RM ein. (15) ..................................................................

.............

 

Marcus Bier: 

Noch nicht genug, ist Wieman neben Paul Hartmann unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner in "Ich klage an"  ein Arzt (»Es muss schön sein, von ihm behandelt zu werden«), schreibt G. Herzberg im Film-Kurier (vom 30.8.1941), der mit salbungsvollem Spiel das Euthanasie-Programm der Nazis einläutet. 

Der Film erhält das Prädikat "künstlerisch besonders wertvoll, volksbildend". Nach 1945 Alliierten-Verbot. (62)

Beliebte und Vertrauen schaffende Schauspieler waren dazu ausersehen worden, Beihilfe zu leisten, um die zu dieser Zeit bereits praktizierte Euthanasie populär zu machen.

16.10.1941

Mathias Wieman liest am Donnerstag, 16. Oktober 1941 um 20 Uhr in der Kraushalle Schwarzenberg, Werke von Claudius, Mörike und Goethe, dazwischen Musik von van Beethoven, vorgetragen von Prof. Hans-Martin Theopold.

 

E.F. in "Der Erzgebirgische Volksfreund" vom 20.10.1941:

»Selten wurden bei einem literarischen Abend so feine geistige Brücken zwischen Wort und Ton geschlagen wie bei dieser Veranstaltung in der Kraußhalle zu Schwarzenberg, deren Bühne durch eine neue schmucke Raumaufgliederung überraschte. Zwei Meister ihres Faches, der Staatsschauspieler Mathias Wieman als Sprecher und Prof. Hans-Martin Theopold als Pianist, waren im seelischen Gleichklang eine Mittlergemeinschaft, die mit verinnerlichter Gestaltungsausgabe Werke bester deutscher Dicht- und Musikkunst vor einer großen Hörerschaft lebendig machte. Zu Beethovens Appassionata (Sonate f-moll op. 57)mit dem Andante voller Sternenschönheit hat te eine verständnisinnige, künstlerische Hand die Vorlesestoffe behutsam ausgewählt: des großen klassischen Meisters berühmtes Heiligenstädter Testaments, Bettina Brentanos bekannten, an Goethe gerichteten Brief, der den gewaltigen musikalischen Magier und das Wesen der Musik überhaupt mit seltener Schaukraft erfasste, und die tiefempfundene Rede Grillparzers bei der Gedenksteinweihe am Grabe Beethovens. In die besinnliche Matthias-Claudius-Stimmung, die sich in schönsten Proben religiöser Lyrik (u.a. im "Abendlied") und in einem weisheitsvollen Briefe des Dichters an seinen Sohn in unvergänglicher Frische bekundete, klang ein Schubert-Impromptu (op. 142, Nr. 2) mit feinem singenden Thema weich und versonnen hinein. Den im Ausdruck so beweglichen und zugleich empfindungsreichen und formschönen Gedichten Mörikes (u.a. "Verborgenheit", "Fußreise", "Um Mitternacht", "Gebet") schloss sich eine zartgliedrige, anmutige Mozart-Sonate an. In einigen Goethe-Gedichten voll philosophischer Gedankentiefe (u.a "Das Göttliche" ) und in dem zeitnahen Weltkriegsgedicht "Das Vermächtnis" von Karl Kröger klang der Abend aus. Er war in Gehalt und Gestalt der Sonntagsvormittagsstunde des Rundfunks "Unser Schatzkästlein" ähnlich.    .... «

16.10.1941

bis

18.10.1941

Mathias Wieman war während der Lesung in Schwarzenberg (Erzgebirge), Gast bei dem Industriellen Emil Krauß, wie auch bei den späteren Auftritten in Schwarzenberg:

Wieman´s Eintrag im Gästebuch, der freundlicherweise von Herrn Horst Möckel, Schwarzenberg zur Verfügung gestellt wurde:

 

Lieber Herr Krauß,

wir haben Ihr Werk gesehen - in Arbeit und am Feierabend - wir haben Ihr Haus gesehen u. konnten zwei Tage mit ihnen zusammen sein.

 

.................................................. ergänzen

 

Mathias Wieman

16.17+18. Oktober 1941

 

Ich bin ganz erfüllt davon, was ich vom Erzgebirge gesehen und gehört hab.

 

.................................................. ergänzen

Erika Wieman

Emil Krauß hat in seinen persönlichen Erinnerungen zu den Begegnungen mit Mathias Wieman nachfolgendes festgehalten:

 

»Eines Tages brachte mich Frau Mi(*1) darauf, Mathias Wieman einzuladen; sie hatte ihn im "Schatzkästlein" gehört. Ich schrieb, er antwortete, und wir wurden einig. Da kam er nun mit seiner Frau Erika, die beim ersten Mittagessen erwähnte: "Als ich Mathias heiratete, wusste ich: bleibe ich weiter Schauspielerin, sind wir in 2 - 3 Jahren geschieden. Ich gab das Schauspiel auf, um Frau Wieman zu werden." Reinhardt Schauspiel -

Sie war es bis zu seinem Tode.

 

Wieman wollte nichts vor der Rezitation, und nachher aß er, ich glaube, ein wenig Obst und paar Zwiebäcke, es war nicht der Rede wert.

 

Bei Heinrich George hatte das Publikum mit donnerndem Beifall begonnen und mit mittlerem aufgehört; bei Wieman war der Beifall zunächst ein mittlerer, er wurde nach jedem rezitierten Gedicht stärker, und zuletzt übte er geradezu einen Bann auf die Hörer aus. Er konnte die Herzen öffnen. Die Leute, die aus der benachbarten Stadt Aue zuhörten, verpassten allesamt ihren Zug.

 

Wir saßen nach einem Faust-Abend noch lange zusammen. Er war der einzige eingeladene Künstler, bei dem ich vergessen hatte, vorher nach dem Honorar zu fragen. Ich tat es, am Abend, er sagte: "Nichts, nichts! Ich bin der Beschenkte, so haben mich die Hörer eingenommen." Am nächsten Morgen fragte ich natürlich noch einmal. Er lehnte entschieden jedes Honorar ab.

Er kam jedes Jahr; nahm kein Honorar.

Seine Faust-Abende sind mir unvergesslich. Wir sprachen einmal bis tief in die Nacht hinein über "Faust-Aufführungen" auf dem Land, mit geringsten Hilfsmitteln auf einer fast dunklen Bühne.

 

Im Holzhaus-Saal rezitierte er Hölderlin: "Schönes Leben, Du liegest krank und bloß und das Herz ist mir müde vom Weinen..." Er blieb auch immer ein paar Tage, kam von Berlin. Einmal lud er uns für ein Märchen ein, nur für die Familie. Andersen "Die Nachtigall" und "Das Glück kann in einem Zweige wohnen". Während meiner Haftzeit habe ich sie den Kameraden oft erzählt. In dem Märchen hat einer alles verloren, und aus den Ästen des herunter gebrochenen Birnbaumes erwächst eben ein neues Glück.

Ein Freund für Jahrzehnte, sein Tod ein großer Verlust.«

 

Ergänzung von der Tochter Käthe Krauß: » M. Wieman nannte unseren Vater gern "König Krauß" - war es nicht auch wie ein kleines, besonderes Königreich in den Jahren zwischen 1930 und 1944 - Und wir denken noch an den Besuch von M. Wieman 1955 in Baden-Baden, wo er bei uns oben auf einer Obststiege saß, wir waren gerade erst vom Erzgebirge gekommen. Bei Vaters Buderus-Jubiläum war er da und sprach und auch zu Mi´s Beisetzung auf dem Lichtentaler Friedhof. «

 

(*1) Frau Mi, mit vollem Namen Mia Hochhut, war die Lebensgefährtin von Friedrich Emil Krauß.

 

Emil Krauß hat auch zum Tode von Mathias Wieman einen Artikel in der Zeitschrift Glückauf Nr. 4 / März 1970 veröffentlicht (näheres im Jahr 1970 nachlesen)

1941/1942

nimmt er ein Engagement ans Wiener "Theater in der Josefstadt"  an.

???.1941

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Hilde Krahl schreibt zu Dreharbeiten des Filmes "Das andere Ich":

Bei den Aufnahmen zu diesem Film spürte ich wieder einmal, wie sich mein Eintauchen in eine Rolle in der Praxis gestaltete.

Mathias Wieman, mein Partner, stand vor der Kamera, ich neben ihr, um ihm meinen Dialogteil für die Schuss-Gegenschuss-Aufnahme zu geben. Wieman hatte grimmig zu sein, weil ihn eines der beiden Mädchen, die ich spielte an der Nase herumführte. Er blitze mich mit blauen Augen an, sein Mund verschloss sich hart, die Worte flogen knapp und scharf wie Pfeile. Ich gab tapfer Antwort, wie es im Drehbuch stand. Als die Einstellung beendet war, sprang ich zu Wieman hin, schüttelte ihn und rief unter Lachen und Weinen, er solle mich doch nicht so schrecklich böse angucken, das hielte ich nicht aus.

Obwohl ich nicht im Bild war, sondern nur Stichworte brachte, hatte ich die Szene mit aller Intensität erlebt, bis zu dem Maße des inneren und äußeren beteiligt seins, das ich sie unmittelbar danach noch wie eine Wirklichkeit weiter empfand.(25)

 

21.11.1941

Uraufführung des Films "Das andere Ich" der unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner entstand, in Berlin

02.12.1941

Uraufführung des Films "Kadetten" der unter der Regie von Karl Ritter entstand - in Danzig (Ufa-Palast).

Der Film der bereits im August 1939 fertiggestellt, und dessen Uraufführung im Rahmen einer Gala-Aufführung auf dem 11. Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg,  für den 5.9.39 vorgesehen war, wurde aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts, durch den die Sowjetunion plötzlich kein Weltfeind mehr war, wegen seiner antirussischen Tendenz zurückgestellt und gelangte erst 1941, nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion zur Aufführung. Er wurde nach1945 von den Alliierten Militärbehörden verboten.

Marcus Bier: 

"Kadetten"  - der als besonders gut gelungene Umsetzung nationalsozialistischer Erziehungsideale im Spielfilm gilt, der noch vor dem Hitler-Stalin-Pakt fertiggestellt, natürlich erst nach dem Überfall auf die Sowjetunion uraufgeführt wird. In diesem antikommunistisch - antisowjetischen Film spielt Wieman Rittmeister von Tzülow, der zum Führer der in russische Gefangenschaft geratenen neun- bis zwölfjährigen Kadetten wird. Durch die Jugendfilmstunden der HJ populär gemacht, dient dieser pathetische Offizier Mathias Wiemans als Vorbild Hunderttausender Hitlerjungen, von denen noch viele an die Front geschickt werden." (62)

12.12.1941

Als König Kandaules in Hebbels "Gyges und sein Ring"  im Theater in der Josefstadt in Wien unter der Regie von Heinz Hilpert - Bühnenbild Ernst Schütters. Es wurden 31 Vorstellungen gegeben.

In den Rollen: Mathias Wieman (Kaudales, König von Lydien), Angela Salloker (Rhodope, seine Gemahlin), Paul Hubschmid (Gyges, der Grieche), Evi Servaes (Hero, Sklavin), Alice Thomas (Lesbia, Sklavin), Franz Pfaudler (Thaos, Sklave), Alfred Solm (Karna, Sklave), Josef Stiegler ( )

G.v. Stigler-Fuchs in einer Wiener Zeitung vom 18.12.1941:

»... brachte als jüngste Neuinszenierung mit Schauspielern des deutschen Theaters in Berlin ......« ...... »Im Sinne der Hilpert-Inszenierung erreichte Mathias Wieman als Kandaules stärkste Überzeugungskraft in der endlichen Auseinandersetzung mit dem Freund, im edlen Wettstreit um das Vorrecht, sühnen zu dürfen. Sein König ist ritterlich, die Gier, andere an seinem Glück teilnehmen zu lassen, scheint eher einer plötzlichen seelischen Verwirrung entsprungen als in seiner Natur zu liegen.« ........ »Der Beifall des Publikums bestätigte den Erfolg.«

Mathias Wieman selber schrieb aus Anlass des 175 jährigen Bestehens des Theaters in der Josefstadt zu seinem dortigem Auftritt (101):

»Es war im betrübten Kriegswinter 1941/42 — und Wien schien mir die vom Kriege betrübteste Stadt —, als ich durch viele graue Straßen in denen jedes zweite Geschäft geschlossen war, mit einem Schild im Schaufenster „Wegen Einberufung", zum ersten Mal das Theater in der Josefstadt betrat.

Durch den Bühneneingang, an Hitzenhammers Pförtnerwohnung vorbei, kam ich auf die Bühne und schien mir in einen Bannkreis versetzt, welcher die trostlose Schwermut der Welt ausschloss. Am Abend besuchte ich eine Vorstellung, saß zum ersten Mal im Zuschauerraum, sah den „Blick vom Oberen Belvedere" und den Kronleuchter entschweben: die Wessely spielte das Stück einer Wiener Dichterin, und es war ein solcher Einklang von Raum, hundertjähriger Resonanz, in den Wänden für eine Menschenstimme, solch ein Bannkreis des Wohllauts, dass ich mir wieder und noch mehr geschützt vorkam vor der zerstörenden Schwermut in der Welt, ja, dass ich am nächsten Morgen zu Heinz Hilpert sagte: So wie die Josefstadt möchte ich mir den Himmel für die ganz guten Schauspieler denken; Petrus führt sie an Hitzenhammers Portierwohnung vorbei auf die Bühne und sagt: „Kinder, da dürft ihr jetzt spielen!"«

18.12.1941

Uraufführung des Films "Kadetten"  - in Berlin (Ufa-Palast am Zoo).

23.12.1941

Erstaufführung des Films "Kadetten"  - in Wien (Ufa-Theater).

Mathias Wieman zahlt in einem Wiener Kaffeehaus, nach 20 Jahren seinen Kaffee, den er 1921 aufgrund seines plötzlichen Aufbruchs zu bezahlen vergaß. Die Kellner waren sehr erstaunt.

 

xx.xx.1942

Im Berliner Theater Almanach von 1942 ist über Mathias Wieman zu lesen:

Mit Mathias Wieman, dem Staatsschauspieler, kommt in unserem Almanach der Schauspieler zu Worte. Der denkende Schauspieler - sagen wir es ruhig: der Grübelnde, der vom Problem Faszinierte. In seinem Gesicht, von der Leinwand und den großen Bühnen des Reiches aller Welt bekannt, spricht sich dieses sein Wesen mit ungewöhnlicher Eindringlichkeit aus.

??.??.1942

Kurzfassung vom Michelangelo Film läuft auf der Berlinale

23.09.1942

Auf Erlass von Goebbels wird ein Ehrenrat für den deutschen Film errichtet. Zum Vorsitzenden wurde Fritz Hippler ernannt, und unter den Mitgliedern befanden sich Generaldirektor Klitzsch, Herbert Maisch, Wolfgang Liebeneiner, Gustav Ucicky, Hans Schweikart, Heinrich George, K.L.. Diehl, W. Fritsch, Mathias Wieman und andere.

In einer Nachricht im Filmkurier vom 14.10.1942 ist zu lesen, das dieser Ehrenrat einstimmig am 25.09.1942 den Ausschluss Hans Bertrams aus der Reichsfilmkammer vorgeschlagen habe, mit der Begründung: der Spielleiter Hans Bertram hat sich unter anderem schwere Verfehlungen bei Angabe falscher ehrenwörtlicher Erklärungen zu Schulden kommen lassen. 

Goebbels hat in seiner Eigenschaft als Präsident der Reichskulturkammer (RKK)  mit sofortiger Wirkung den Ausschluss Bertrams verfügt.

recherchieren was hier Sache war

 

1942/1943

nimmt ein zusätzliches Engagement ans Berliner Komödienhaus an.

12.03.1943

Uraufführung des Films "Paracelsus" in Salzburg, der unter der Regie von G. W. Pabst entstand.

Hans-Ottmar Fiedler im Berliner Lokalanzeiger   vom 07.05.1943:

»Mathias Wieman, nur mit einer kleinen Rolle als von Krankheit an den Rand des Todes geführter, aber mit ungebrochener Männlichkeit sein Schicksal tragender Ulrich von Hutten, bietet eine unvergessliche darstellerische Leistung.«

 

07.06.1943

Als Empedokles in Friedrich Hölderlins "Tod des Empedokles"  im Theater in der Josefstadt in Wien unter der Regie von Heinz Hilpert - Bühnenbild Caspar Neher . Eine Aufführung zu 100. Todestag Friedrich Hölderlins

Es wurden 23 Vorstellungen gegeben.

In den Rollen: Mathias Wieman (Empedokles), Hans Holt (Pausanias), Vilma Degischer (Panthea), Erika Ziha (Delia), Erika Frey (Hermokrates), Erich Nikowitz (Kritias). Rudolf Teuber / Christian Moeller (Amphares, Agrigentiner), Max Brebeck (Demokles, Agrigentiner), Hintz Fabricius (Hylas, Agrigentiner), Fritz Gamberti (ein Bauer), Franz Böheim (Erster Sklave), Heribert Aichinger (Zweiter Sklave)

 

Noch wegen Kritiken recherchieren und einfügen

01.07.1943

Eine "Anekdote" am Rande, die aber die Zeit wiederspiegelt. 

Dem Verordnungsblatt der NSDAP, Gau Ostpreußen, Königsberg am 1.7.1943 entnommen:

«Obwohl wiederholt in der Presse darauf hingewiesen wurde, Autogrammbitten einzustellen, um für die Kriegsdauer die Künstler und vor allem die Post nicht zu überlasten und außerdem Papier zu sparen, wuchs die Zahl der Zuschriften an die Künstler von Woche zu Woche an. In Zukunft werden Autogrammbitten von Künstlern grundsätzlich nicht mehr erfüllt. trotzdem eingehend Zuschriften bleiben unbeantwortet. Die beigefügten Bildpostkarten werden der Ausschmückung von Wehrmachtsunterkünften und das Rückporto dem Kriegs-WHW [Winterhilfswerk] zugeführt werden.«

27.07.1943

Beginn der Dreharbeiten des Films "Träumerei", unter der Regie von Harald Braun - Aufnahmen im Fröhlich Studio Berlin-Tempelhof, Ufa-Atelier Berlin-Tempelhof, UFA-Stadt Babelsberg -  Drehende November 1943

Hilde Krahl, die Partnerin von Mathias Wieman, die die Clara Wieck im Film "Träumerei" spielt, schreibt in ihrem Buch "Ich bin fast immer angekommen" (25) folgendes:

Die Villa in der Mathias Wieman wohnte, hatte einen Bombentreffer abbekommen. Wieman blieb unverletzt. Der hohe Nazi-Offizier, der eine Etage unter ihm wohnte, ebenfalls. 

Aber der Garten vor der Villa war bedeckt mit verstreuten pornographischen Fotos. Und Mathias Wieman, der so etwas nicht einmal angefasst hätte, sagte zum Filmteam konsterniert: "Man wird bestimmt annehmen, das diese Bilder von mir stammen, weil man das einem Schauspieler eher zutraut als einem hohen Offizier."

Dieser Bombentreffer hatte aber noch andere Folgen bei dem sehr sensiblen Wieman:

Die Schauspieler saßen noch in der Maske. Die Musiker, die für die Filmaufnahme das Orchester bildeten, das Clara Schumann begleitet, waren schon fertig geschminkt und langweilten sich. Und so machten sie mit den Streichinstrumenten die Luftschutzsirene nach. Dieser Spaß rief bei dem sonst so ruhigen und besonnenen Wieman einen Tobsuchtsanfall hervor. Die Musiker waren sehr erschrocken und entschuldigten sich, aber die Aufnahmen musste eine halbe Stunde später beginnen, bis Mathias Wieman sich beruhigt hatte. (25)

Hilde Krahl schreibt weiterhin: Mathias Wieman habe ich etwas besonderes zu verdanken: Die Begegnung mit dem Maler Emil Nolde, kurz bevor es diesem gelang, nach Schweden zu emigrieren. 

Mathias Wieman bracht Hilde Krahl und Ihren Mann Wolfgang Liebeneiner heimlich in eine kleine Wohnung, deren Wände dicht bedeckt waren mit den Bildern Emil Noldes, die er als einziges Kapital in die Emigration mitnehmen wollte. 

Sie schreibt: Ich werde diese Seelandschaften nie vergessen. (25)

17.09.1943

Uraufführung des Films "Man rede mir nicht von der Liebe" - in München - der unter der Regie von Erich Engel entstand und  in dem er den Alwin spielt. 

01.10.1943

Uraufführung des Films "Man rede mir nicht von der Liebe"  in Berlin

00.10.1943

Das Thalia-Theater Hamburg richtet im Oktober 1943 in der Hartungstrasse eine Zweigstelle ein, die Thalia- Kammerspiele.

Stetig zunehmende Luftangriffe und Bombardierungen und damit verbundener Fliegeralarm und  Katastrophennächte, sowie Geldmangel schränkte das Theaterspielen immer mehr ein.

Aber fast eben so oft wie hier in dieser Zeit Theater gespielt wurde, lasen und sprachen Mathias Wieman, Maria Wimmer, Erich Ponto und Wolf Benechendorf Lyrik und Prosa klassischer deutscher Dichter.

Bis dann im September 1944 auch dies Theater von den Behörden ganz geschlossen wurden.(87)

 

Noch recherchieren wann und was

04.12.1943

 

Samstag

Mathias Wieman liest in der Kraußhalle in Schwarzenberg im Rahmen einer Kameradschaftlichen Veranstaltung (Weihnacht im Gebirg) "Das Märchen vom Feuerzeug" - 

05.12.1943

Sonntag

Mathias Wieman spricht im Saal des Holzhauses des Fabrikanten Friedrich Emil Krauß in Schwarzenberg Märchen und Balladen.

Ehrhard Friedrich schreibt im "Erzgebirgischem Volksfreund" vom 07.12.1943: 

»Mit seiner liebenswerten, alle Herzen bezwingenden Vorlesekunst war Mathias Wieman, Berlin, auch in dem Saale des Holzhauses Kraus, Schwarzenberg, zu Gast und wandelte den Raum zu einer Stätte der stillen Einkehr in die Wunder der deutschen Dichtung. Es rührt den Hörer tief an, wenn er den Träger einer aus Film und Funk vertrauten Stimme nun leibhaftig vor sich stehen sieht und sprechen hört.

In diesem Sprechen ist ein warmes Glockenläuten, ist der dunkle Balladenton ebenso angeschlagen wie der geheimnisvolle, verträumte Märchenklang; ist alles Stimmungszarte ebenso erfühlt wie die Schwere und Tief der Gedanken. 

Wir haben nicht viele Künstler in Deutschland, die der Gnade des Wortes und des beseelten Gebärdenspiel in dieser Reinheit und Klarheit fähig sind; denn Mathias Wieman liest nicht und rezitiert nicht - er gestaltet aus dem Reichtum seiner schöpferischen Kräfte. 

So zauberte er uns mit Märchen von Andersen und Grimm (u.a "Der Kobold und der Höker", - "Dornröschen", "Froschkönig") im erneuten Liebgewinnen goldene Fäden der Erinnerung in das kinderfroh gewordene Herz. Zur Sage ist vom Märchen nur ein kleiner Schritt. So klirrte schwertgewaltiger Waffenlärm - in zeitgebundener Nähe - in Uhlands "Taillefer" und der lustige "singende Schall und bräutliche Schwall" in Goethes Hochzeitlied. Von Liebe und Leid sang Börris v. Münchhausens "Ballade vom Brennnesselbusch ", wohl die zarteste Ballade deutscher Dichtung. Spruchdichtungen hob der Sprecher wie blinkende Schätze der Weisheit in das Licht der Sinndeutung. 

Mit dem lieblichen "Eia Weihnacht" in Conrad Ferdinand Meyers Ballade "Der gleitende Purpur" klang ein tröstliches und friedliches Grüßen in die vorweihnachtliche Feierstunde, die Kammervirtuos Wunderlich, Dresden, mit alter Gitarremusik in sauberen, vornehmen Sätzen verschönte und bereicherte. "Glück macht still". So sagte Fr. E. Krauß an diesem Abend. Dank dem Meister des Wortes und dem Meister des Saitenspiels für die märchenselige vorweihnachtliche Feierstunde.« 

19.12.1943

Mathias Wieman spricht in der Aula der Mädchenoberschule II. in Osnabrück Märchen und Balladen. 

Graf Wesdehlen spielte J.S. Bachs Goldberg-Variationen.

Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz besetzt.

 

26.03.1944

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 26.03.1944 (.): 

»Ich kann mich am Abend ausgiebig mit Filmfragen beschäftigen. ..... Die Ufa führt den neuen Robert Schumann Film "Träumerei" vor. Leider ist die Besetzung etwas daneben geraten. Hilde Krahl ist keine Clara Schumann und Mathias Wieman ist kein Robert Schumann. Trotzdem handelt es sich um einen künstlerisch sehr wertvollen Film, der für unsere Kriegsfilmproduktion nur Ehre einlegt.« (51)

 

Die Filmsichtung veranlaßte Hitlers Propagandaminister, nach einer halben Stunde den Vorführraum erbost zu verlassen; warum man nicht Filme drehte, die mit dem Fronteinsatz zu tun hatten, anstatt so pflaumenweiches Zeug?, soll Goebbels geschrien haben.

03.05.1944

Uraufführung des Films "Träumerei" der unter der Regie von Harald Braun entstand - in Zwickau (Astoria Lichtspiele)

Unter den Gästen war der Staatsschauspieler Mathias anwesend. Hilde Krahl, die sich auf Hochzeitsreise befand, konnte der Einladung nicht Folge leisten.

»Mathias Wieman ist Robert Schumann: Wer anders als er vermochte eine so innerliche Leistung zu geben ... « (Henseleit).

Goebbels selber beurteilte das Werk kritisch, erlaubte aber, ihm das Prädikat "künstlerisch wertvoll" zu geben. 

In der Presse war zu lesen: Harald Brauns biographisches Porträt der Musiker-Ehe von Clara Wieck und Robert Schumann legt den dramaturgischen Schwerpunkt auf den inneren Konflikt Claras, die zwischen Vater und Ehemann, zwischen künstlerische Begabung und Liebe hin- und hergerissen wird. Im Schaffen Hilde Krahls bildet die vielschichtige und ausdrucksintensive Charakterisierung Clara Wiecks einen Höhepunkt. Mathias Wieman stellt dem eine wandlungsfähige Interpretation Robert Schumanns zur Seite, für dessen innere Zerrissenheit er die Idealbesetzung war. (25)

05.05.1944

Uraufführung des Films "Träumerei"  - in Berlin (Marmorhaus)

 

03.07.1944 Feierstunde auf einem Flugplatz in Mecklenburg (Hinstorff????): Mathias Wieman spricht aus dem Reichtum der deutschen Dichtung

hierzu noch näheres recherchieren - genauer Ort???? - Anlass??? - Details

Aug.1944

Beginn der Dreharbeiten des Films "Wie sagen wir es unseren Kindern", unter der Regie von Hans Deppe - Außenaufnahmen in Dresden am 13. und 14. Februar 1945 kurz vor der Zerstörung der Stadt durch Luftangriffe und in der Sächsischen Schweiz -  Drehende für die Innenaufnahmen ???? November 1944

Der Film kann erst 1949 uraufgeführt werden.

01.09.1944

Goebbels untersagt den Buchdruck, schränkt das Zeitungswesen ein und schließt, alle Theatern, auch das Deutsche Theater. Die meisten Theaterleute werden zum Militär abgeholt. Andere hatten Glück und kamen auf die "Filmliste". Filme so hatten die NS-Führer beschlossen, sollten auch jetzt noch gedreht werden: Durchhaltefilme, aber auch Unterhaltungsfilme, bei denen das Volk für anderthalb Stunden Elend und Tod vergessen sollte. (12 - S.129)

03.10.1944

Dienstag

Mathias Wieman liest in der Kraushalle, Schwarzenberg aus Goethes Faust.

Im "Erzgebirgischem Volksfreund" vom 04.10.1944 ist zu lesen: 

»Faust-Abend in der Kraußhalle. Die Kunst- und Kulturfreunde.« 

 

29.10.1944

Goebbels wurde der Film "Das Herz muss schweigen" an seinem Geburtstag vorgelegt und vor der Geburtstagsfamilie aufgeführt. Der Minister ließ eine besondere Anerkennung an Direktor Hartl ausrichten, ordnete aber einige Änderungen an

30.10.1944

Eintrag aus Goebels Tagebuch vom 30.10.1944 (.): 

»Abends führt Frowein uns einen neuen Film der Wien-Film mit Wessely und Wieman vor, Regie Ucicky, Drehbuch Menzel: "Das Herz muss schweigen". Dieser Film ist ein Hoheslied auf die deutschen Wissenschaftler und Erfinder, die die Röntgenstrahlen in die moderne Medizin eingeführt haben Der Film ist mir [.....] den höchsten Lobestönen angekündigt worden und stellt tatsächlich ein hervorragendes Kunstwerk [.....]. Allerdings er in der künstlerischen [.....], wie ich es erwartet hatte; ich hoffe aber, das man das durch kleine Änderungen erreichen kann.« (51)

[.....] = Dokumente nicht mehr vollständig lesbar

19.12.1944

Uraufführung des Films "Das Herz muss schweigen" der unter der Regie von Gustav Ucicky entstand in Wien

 

23.02.1945

Erstaufführung des Films "Das Herz muss schweigen" in Berlin, in abgeänderter Fassung

07.03.1945

Der Leiter Film schlägt Minister Goebbels vor den Film "Das Herz muss schweigen" mit den Prädikaten "künstlerisch wertvoll", "staatspolitisch wertvoll", "künstlerisch besonders wertvoll" zu honorieren. 

Die Entscheidung des Ministers lautete "künstlerisch besonders wertvoll". Noch im März 1945 ordnete das Propagandaministerium an die Kopienauflage des Films auf 140 zu erhöhen.

1945

Wieman, wie auch Quadflieg, Minetti u.a.,  werden vom Oberkommando des Heeres noch kurz vor Kriegsende zu Durchhalteveranstaltungen an die Front abkommandiert (12 - S.129)

und beteiligt sich noch kurz vor der Kapitulation an Durchhalteveranstaltungen.(62)

April 1945

Mathias Wieman, Will Quadflieg, und Bernhard Minetti werden  ins Olympische Dorf gerufen und sollen dort über ihre Programme berichten und sich anhören, was nach Meinung der Führung dazu taugte, den "Endsieg" zu fördern. (12 - S.134)

April 1945

Bernhard Minetti hierzu: "Axel Eggebrecht hat nach dem Krieg Mathias Wieman Vorhaltungen gemacht, die er auch gegen mich hätte richten können: Er Wieman habe den Krieg durch diese Arbeit für die Front verlängern helfen. Wieman hat es dann so verstanden und Eggebrecht bestätigt. Wieman durfte nach dem Krieg eine ganze Zeit nicht mehr spielen.

Minetti schreibt weiter: Hier stoßen wir an die Frage nach der individuellen Schuld. Ich kann mit freiem Gewissen nichts anderes sagen als: Dieses mein Leben wollte Rollen spielen, und schließlich auch dieser Dienst in der Diktatur, im Krieg, gehört zu meiner Biographie. 

Ich habe anderseits erlebt, was diese Abende für ältere und junge Menschen, die als Soldaten in der immer aussichtsloseren Lage ihr Leben einsetzen mussten, bedeuteten. Wie viele dankten dafür, durch Dichtung und Musik mit menschlicheren Ausdrucksformen, mit Menschlichkeit in Berührung gebracht worden zu sein. Ich kann mir wegen dieser Vorträge keine Vorwürfe machen, kann aber auch niemanden hindern, das zu tun. (41 - Seite 146-147)

03.05.1945

Der Wirbel des Zusammenbruchs hatte eine bedeutende Zahl namhafter Filmleute zusammengetrieben. Sie alle warteten in diesem letzten Dorado des untergegangenen Reiches auf ein neues Beginnen. Hans Albers, Willy Fritsch, Wolfgang Liebeneiner, Hilde Krahl, Harry Piel, Anny Ondra, Max Schmeling, Helmut Käutner, Ursula Grabley, Dinah Grace, Irene von Meyendorff, Will Quadflieg, Wilfried Seyferth, Gustav Knuth, Else von Möllendorf, Hermann Speelmans, Hans Stüwe, Alice Treff, Grethe Weiser, Hans Zesch-Ballott, Franz Schafheitlin, Mathias Wieman, Hans Richter, usw. usw. erlebten jenen 3. Mai 1945, als Hamburg um 18:25 Uhr von den englischen Truppen besetzt wurde. (64)

1945/1946

»Wurde wahrscheinlich anfangs 1945 wegen antinazistischer Tätigkeit hingerichtet«

so steht es zu lesen in "Kleines Filmlexikon" - Charles Reinert Hrsg. - Einsiedeln/Zürich: Benzinger, 1946 - (Seite 373)

wie ist dies einzuordnen?? Missverständnis?? oder war Mathias Wieman zum Schluss gegen das Regime tätig?? recherchieren??

Machte mich auch stutzig die Aussage von Hilde Krahl zu dem Besuch bei Nolde kurz vor dessen Emigration (siehe 25)

07.05.1945

Der in Berlin total ausgebombte Mathias Wieman und seine Frau Erika stoßen in der Nähe von Schwerin auf einen größeren Trupp deutscher Soldaten, der sich bereits in amerikanischer Gefangenschaft befindet.

Hermann Wagner beschreibt in seinem Buch "Das Jahr danach - 1945 - 1946", das im Orion-Heimreiter Verlag 1978 erschien, diese Begegnung so: 

»Ich erkenne auf der Höhe, flankiert von zwei Offizieren, einen Zivilisten: groß gewachsen, abgemagert wie wir alle, schäbiger Kamelhaarmantel, der seinen Träger früher sicher einmal vor anderen ausgezeichnet hat, schäbiger Hut zwischen den Händen, dastehend und auf Zulauf wartend.« ... »Zunächst ergreift der Oberst das Wort: Der Staatsschauspieler Mathias Wieman sei in Berlin total ausgebombt und auf der Flucht zu seinem Stab gestoßen. Nun sei er hier, uns in unserem Elend beizustehen. Man sei ihm dafür zu großem Dank verpflichtet. Dann spricht Mathias Wieman selbst, stockend zuerst, dann immer lebhafter und leidenschaftlicher: Es gibt kein Ende, das nicht zugleich einen neuen Anfang in sich birgt. Und wenn wir die Zeichen dieser schrecklichen Zeit nur recht verstehen, dann wird sich der Geist über alles Elend erheben und uns einer besseren Zukunft entgegenführen. Beschwörend bittet er jeden von uns, ihm nach Kräften bei seinem Vorhaben zu helfen.«

Mathias Wieman begibt sich in die verschiedenen Bereiche und Gruppen des Gefangenentransportes um zum gemeinsamen kulturellem Tun aufzurufen.

09.05.1945

Ende des 2. Weltkrieges

Sie wollen wissen wie es in Teil 6 der Biographie weitergeht??????

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Stand: 21. Dezember 2009