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Biographie  des Schauspielers und Rezitators 

Mathias Wieman

7. Teil

(1951 - 1953)

in Verbindung mit dem Zeitgeschehen

rot geschriebenes = weitere Recherche wegen Unklarheit

 

00.00.1951

liest beim WDR "Der Mann und das Jahr" von R.A. Schröder - 20'30"

 

 

über

 

den

 

Beginn

 

 

Ruhrfestspiele

x

Noch einfügen 

 

15.05.1951

 

Beginn der Proben zur Festspielinszenierung "Don Carlos" der Ruhrfestspiele Recklinghausen.

A.N. in Neueste Zeitung vom 16.05.1951:

»Die Proben zum Festspiel der Ruhrfestspiele 1951 "Don Carlos" von Friedrich Schiller haben gestern morgen begonnen. Mancher der es nicht wusste, merkte es daran, das in der Mittagszeit der markante, baskenbemützte Kopf von Mathias Wieman in der Altstadt auftauchte.«

Der Reporter der Neusten Zeitung stellte in der gleichen Ausgabe an Karl Heinz Stroux unter anderem auch die Frage, ob er die zeitgenössischen Bezüge des "Don Carlos" hervorheben werde. Die Antwort darauf: 

»Ich habe kein Interesse daran, den "Don Carlos" umzumodeln. Ich will nur die Partitur interpretieren. Es kommt also nur der Carlos von Schiller. Ich finde ihn ausgesprochen modern, muss ich etwas Modernes modernisieren? Hier schaltet sich Mathias Wieman ein: "Ich war überrascht, das Stroux mir den Posa zu spielen gab. Nach meiner Auffassung von dieser Figur konnte ihn viel eher Horst Caspar spielen. Aber Stroux hat mich überzeugt. Man muss als Zeitgenosse die Werke unserer Klassiker ständig neu überprüfen, behorchen. Dann findet man in einer Partitur immer wieder Dinge, die man vorher nicht gesehen hat.«

Stroux vertritt in diesem Interview außerdem die Meinung: "Nach dem Zusammenbruch der bürgerlichen Theaterkultur sind die Ruhrfestspiele der Versuch, die breitesten Schichten wieder an das Theater heranzuführen"

Ny. in NZ vom 19.05.1951:

»"Guck der Große da, auf der anderen Straßenseite, mit der Baskenmütze der - das ist er, das ist Mathias Wieman!" Alle verhalten den Schritt, schauen hinüber, lächeln froh und, da sie echte Recklinghauser, ein wenig stolz, so prominente Leute wie der Wieman, den Walter Franck, die Hatheyer und viele andere nun für etliche Wochen als Mitbürger auf Zeit bei sich zu wissen.« .......... 

»Und auch erstmalig wird Mathias Wieman den Posa darstellen, "Ich habe es selbst nicht glauben wollen, das ich diese Aufgabe übernehmen soll - aber Stroux hat mich überzeugt"« .......... 

»"Wir freuen uns alle sehr auf die Festspiele", fasst Mathias Wieman die Meinung der Künstler zusammen, "man spürt jetzt schon, wie sich hier die Atmosphäre bildet und wie nicht nur ein Schaubedürfnis befriedigt werden soll, sondern vom Menschen her eine echte, innere Anteilnahme zu erwarten ist" Auf vielen Vortragsfahrten durch das Ruhrgebiet in den ersten Nachkriegsjahren hat Wieman ein solch echtes und ehrliches Mitgehen der Zuhörer feststellen können.«

12.06.1951

Zwischen 17 und 18 Uhr surren im Städtischen Saalbau die Kameras der Deutschen Wochenschau um das Erlebnis der Ruhrfestspiele und der Don Carlos Aufführung festzuhalten. 

Das Ergebnis war dann in "Deutsche Wochenschau", "Blick in die Welt", "Welt im Film", "Neue Wochenschau" und "Fox" als Vorprogramm in den Lichtspielhäusern des Landes zu sehen.

16.06.1951

 

bis

 

29.07.1951

 

 

geplant

am:

 

16.06.

17.06.

18.06.

20.06.

25.06.

26.06.

27.06.

29.06.

04.07.

06.07.

08.07.

10.07.

11.07.

17.07.

18.07.

20.07.

22.07.

26.07.

28.07.

 

 

 

als Marquis Posa in Schillers "Don Carlos"  bei den 5. Ruhrfestspielen Recklinghausen unter der Regie von Karl Heinz Stroux - Bühnenbild und Kostüme Karl Gröning - Aufführungsdauer 3 1/4 Stunden - Beginn um 19:00 Uhr - Ende um ca. 23: Uhr - Am 22 Juli finde zusätzlich eine um 14 Uhr beginnende Vorstellung statt -  

20 Aufführungen sind geplant - 27 werden es dann, durch hinzugenommene Schüler- und Sozialvorstellungen, die insgesamt von 34.232 Theaterbegeisterten besucht werden. (78)

Der Städtische Saalbau bietet 1.226 Sitz- und 200 Stehplätze 

Die Darsteller: Walter Franck (Phillipp), Antje Weisgerber (Elisabeth), Hans Quest (Don Carlos), Heidemarie Hatheyer (Eboli), Mathias Wieman (Marquis Posa), Gerhard Just (Alba), Robert Taube (Lerma), Bernhard Minetti (Domingo), Günter Hadank (Großinquisitor), Luise Franke-Booch (Herzogin von Olivarez - Oberhofmeisterin), Renate Hofrichter (Herzogin von Modekar), Edith Lechtape (Gräfin Fuentes), Erwin Kleist (Prior), Walter Kottenkamp (Herzog von Medina - Admiral),  Bert Ledvoch (Prinz von Oarma),Wimm Schroers (Herzog von Feria), Alfred Kiwitt (Don Raimond), Günter Hanke (Offizier), Klaus Kammer (Page), Engelbert Dameris (Don Merkado) -  

 

Das Drama "Don Carlos" war von den Bühnen des Dritten Reiches verbannt worden, nachdem in jeder Stadt, wo es aufgeführt wurde, nicht enden wollender Beifall auf offener Szene Posa´s Worte für die Gedankenfreiheit unterstützte. Es musste verschwinden, weil Menschen sich einen Rest von Mut bewahrt hatten, weil sie in der finsteren Barbarei ahnten und fühlten:

 

"Der Mensch ist mehr als Sie von ihm gehalten.

Des langen Schlummers Bande wird er brechen

und wiederfordern sein geheiligt Recht"

 

Die Erweiterung des Saalbaues erhöhte die Zahl der Sitzplätze auf 1400 - 

Die Presse verkündet: die Preise sind die gleichen wie im Vorjahr. Man lese und staune (aus heutiger Sicht), sie betragen DM 8,-- / DM 6,-- / DM 4,-- und Gewerkschaftsmitglieder wie bisher DM 3,-- .

Die Spielzeit wurde von vier auf sechs Wochen erweitert.

Das Programm soll, laut Aussagen der Veranstalter, den Menschen in chaotischer Zeit zuverlässige Sinn- und Leitbilder geben.

Johannes Jacobi in Freie Presse vom 19.06.1951:

»Befremden konnte zunächst die Besetzung des Posa mit Wieman. Aber Stroux wurde glänzend gerechtfertigt. Durch Wiemans menschliche Dichte bekam das Freundschaftsdrama, das sonst gewöhnlich ins Intrigenstück abgleitet, neue Höhepunkte. Sein Abschied vom Leben, der Königin und vom Freunde war erschütternd.« ...... »Der Eindruck dieser echten Festspielinszenierung rief schon nach wenigen Szenen den Beifall hervor. Nach der vierstündigen Aufführung wollten die Ovationen kein ende nehmen.« 

Willy H. Thiem in Die Abendpost vom 19.06.1951:

»Mathias Wiemans Posa, eine edle Mischung zwischen Parzival und Faust, großartig im Wort und zurückhaltend in der Bewegung, blieb als Wieman immer interessant, verlor zu Posa oft genug den Kontakt.«

Dr.B. in Die Welt vom 19.06.1951:

».... die glanzvolle Festaufführung am Abend .... vor einem Publikum, unter dem sicher ein bedeutender Teil von Arbeitern zu finden war. Ihnen hat die Inszenierung von Karl Hein Stroux "gefallen", sie waren dankbar für das Spiel so vieler hervorragender Künstler, Mathias Wieman als Marquis von Posa, Walter Franck als despotischer von Ängsten und Zweifeln zerfressener König von Spanien, Antje Weisgerber als dessen junge, unglückliche Gemahlin, Heidemarie Hatheyer als die intrigante, unglücklich liebende Prinzessin von Eboli.«

Willibald Omansen in Neue Zeitung vom 19.06.1951:

»...., denn Mathias Wieman (Posa) in wenig vorteilhafter Maske zeigt zwar hohe Sprechkunst und dämpft geschmackvoll den Tiradenüberschwang, ist aber kaum ein geistiger Gegenspieler dieses Königs.«

J-i. in Die Zeit vom 28.06.1951:

»Diesmal hat man sich vernünftigerweise entschlossen, das Zentralwerk, Schillers "Don Carlos", einem Regisseur der deutschen Elite anzuvertrauen: Karl Heinz Stroux. Das Ergebnis war eine außerordentliche Vorstellung. Stroux stellte die originale dramatische Ökonomie des Ideendramas wieder her und zeigte, ohne dem König die Würde zu nehmen, wieder die Achillesferse des Tyrannen: die menschliche Anfechtbarkeit des Mannes als Kriterium gegenüber dem göttlichen Anspruch des Herrschers. Durch kluge Besetzung gelang es, auch im Freundschaftsdrama dem Anliegen Schillers, der Freiheit und der Menschlichkeit, wieder volles Gewicht auf der Bühne zu geben. In solcher Sicht wirkte der "Don Carlos" oft alarmierend gegenwärtig.«

30.06.1951 Aufzeichnung des Hörspieles "Der Tod des Empedokles" von Friedrich Hölderlin, unter der Regie von Wilhelm Semmelroth - Dauer 97 Minuten 50 Sekunden - Ausstrahlung über den WDR am 06.09.1951

Die Sprecher und Darsteller: Marianne Hoppe (Panthea), Heidemarie Hatheyer (Delia), Mathias Wieman (Empedokles), Bernhard Minetti (Hermokrates), Hans Quest (Pausanieas), Herman Schomberg (Kritias), Kaspar Brüninghaus (1. Agrigentiner), Walter Kottenkamp (2. Agrigentiner), Hans-Helmut Dickow (3. Agrigentiner), Karl Brückel (ein Bauer), 

 

Der Held des Dramas ist der griechische Philosoph Empedokles, der von 490 bis 430 v. Chr. lebte und sich magischer Künste, prophetischer Gabe und wunderbarer Heilkunst rühmte. 

Aristoteles bezeichnete ihn als den Erfinder der Redekunst. Die Tragik dieses Philosophen lag darin, daß er, über seine Zeit und sein Volk erhaben, doch ein Kind dieses Volkes war. Ein Priester wiegelt das Volk gegen den Philosophen auf, weil er die Geheimnisse der Religion verraten hat und treibt ihn in die Verbannung. Trotz der Bitten des Volkes kehrt er nicht mehr zurück, sondern ersteigt den Gipfel des Ätna, um sich in das göttliche Feuer des Vulkans zu stürzen. 

Die dem Handlungsgedanken und der Entstehungszeit nach weit voneinander liegenden Teile zu einer einheitlichen Tragödie zu verbinden, ist nicht leicht. Wihelm von Scholz hat den Stoff für eine festliche Aufführung bearbeitet. 

Als Hörspiel hat Mathias Wieman den "Empedokles" eingerichtet. Es ist kein typisches Hörspiel, eher ein Festspiel, das die Dialoge und die lebendige Sprache des Dichters der Gestaltungskraft des Sprechers anvertraut.

11.07.1951

Am Dienstag Abend trafen sich Rat und Verwaltung der Stadt Recklinghausen, in Anwesenheit des Oberbürgermeisters Dünnbacke und der Festspielleiter Otto Burrmeister, mit dem Festspielensemble "Don Carlos" nach der Abendvorstellung im Ratskeller. 

Zeitung vom 12.07.1951:

»Abgekämpft von der Strapaze der Vorstellung, aber doch mit dem Feuer der echten, freudigen Anteilnahme an den Sinn der nächtlichen Stunde kamen die Franck, Wieman, Minetti, Hatheyer, Quest und Weisgerber zu ihren Gastgebern, und mit ihnen der ganze technische Stab. Im lebhaften Gespräch von Mensch zu Mensch, im ständigen Wechsel der Partnerschaft entwickelte sich eine ungemein lebendige, frische Fühlungsnahme, die das ganze Ensemble noch inniger an die Stadt der Ruhrfestspiele gebunden hat.« 

27.07.1951

A.N. in Neueste Zeitung vom 30.07.1951:

»Freitag Abend - Die Festspielleitung hat das Ensemble in die Engelsburg geladen, um vor der letzten Aufführung am Samstag noch einmal alle beisammen zu haben. Es gilt Abschied zu nehmen. Sonntag und Montag fährt die in unzähligen Proben und 30 Aufführungen fast zu einer Familie zusammengewachsenen Gemeinschaft in alle Himmelsrichtungen auseinander - in Urlaub, nach Hause, zu Filmaufgaben.

Stimmung? Nein, davon kann keine Rede sein. Ein Hauch von Wehmut liegt über der Tafelrunde, in kleinen Gruppen unterhält sich alles gedämpft. Schließlich klopft Wieman ans Glas. Er spricht aus, was alle fühlen: das es ein schmerzlicher Abschied ist der hier gefeiert wird. Das ihnen allen etwas ganz Neues begegnet, etwas, das es gemeinhin heute beim Theater nicht mehr gibt. Eine Atmosphäre, die nicht nur an das Künstlerische im Künstler appelliert, sondern in die der ganze Mensch eingetaucht wird.« ........ 

»Später im Gespräch mit Mathias Wieman: "Es geht etwas vor im deutschen Theater. Die alten Schwerpunkte scheinen brüchig zu werden. Es bildet sich etwas Neues heraus, vielleicht in Hamburg, ganz sicher an der Ruhr. Die Kunst als rein ästhetisches Erlebnis kommt nicht mehr zum Ziel, zum Herzen der Menschen. Die Ruhrfestspiele tasten sich zu diesem Kern vor."« ....... »Heiter wird es, als der Photograph die Bilder bringt, die nach der Grubenfahrt am Nachmittag gemacht worden sind.«

28.07.1951

Die Ruhrfestspiele Festspiele Recklinghausen gehen zu Ende - Es war festzustellen, das noch 20 weitere Don Carlos Vorstellungen notwendig gewesen wären, um alle Kartenwünsche zu befriedigen.

A.N. in Neueste Zeitung vom 30.07.1951:

»Zum 30. und zum letzten Male: "Don Carlos". Ganz Recklinghausen ist da. Viele zum zweiten Male. Sie alle wollen Abschied nehmen. Noch einmal entsteht das Riesenwerk Schillers aus dem Mosaik der vielen Szenen, die durch das nächtliche Dunkel voneinander getrennt sind. Das rot des Teppichs ist verblasst, aber das schwarz der Kuppel ist immer noch gleich bedrohlich. Es knistert im Raum vor geistiger Spannung. Zum letzten Male! Jeder auf der Bühne weiß, das dies die zweite Premiere ist. Jeder reißt noch einmal alle Kraft und Kühnheit zusammen, um dem dramatischen Gedicht den letzten Glanz zu geben. Nie ist in diesen sechs Wochen der tragische Weg des Posa in seiner zermalmenden Unausweichlichkeit grandioser gegangen worden, nie hat die Eboli furchtbarer ihren beleidigenden Stolz ausgerast, nie war Carlos gespannter, federnder, nie vor allem Phillip einsamer, menschlicher. Nun verlöscht das Licht, Carlos, neben der Mutter zusammengebrochen, ertrinkt im Nichts, die Illusion wird wie mit Zauberhand ausgelöscht. Das Spiel ist zu Ende.

Und dann zeigt Recklinghausen, wie es diesem noblen Ensemble zu danken versteht. Eine Beifallsbekundung ereignet sich, die alles bisher erlebte in den Schatten stellt. 30 Vorhänge haben wir gezählt. Herrliche Blumensträuße fliegen auf die Bretter. Das Licht verlöscht, aber das Publikum schreit auf vor Enttäuschung. Noch einmal Walter Franck, noch einmal Wieman, die Hatheyer, Weisgerber, Minetti, Quest. Ihm bringt vor allem die Jugend eine Ovation. (Dem Mimen werden doch Kränze geflochten.) Man ruft nach Karl Heinz Stroux, aber er überlässt seinen Freunden das Feld. Diese aus dem Herzen quellende Großartigkeit des Danke gehört zur Atmosphäre der Ruhrfestspiele.«

 

31.07.1951

Aufzeichnung und Ausstrahlung von Märchen im Kinderfunk des WDR - 

"Der Trommler" (Gebrüder Grimm) - 25'35" -, "Das Feuerzeug" (Hans Christian Andersen) - 17'30" -, 

Ebenfalls aufgezeichnet wurde an diesem Tage "Der Tannenbaum" (Hans Christian Andersen) -22'20" -, dies Märchen wurde am 31.07.1951 beim NWDR ausgestrahlt und außerdem am 23.12.51 im Kinderfunk des WDR und später in der Serie des WDR "Als das Wünschen noch geholfen hat - Tausendundein Märchen im WDR" am 23.03.1995 und am 25.12.1995 gesendet.

03.09.1951

Hans Erich Nossack lernt bei einem Besuch bei Wieman den Regisseur Karl Heinz Stroux kennen.

Eintrag aus Hans Erich Nossack Tagebuch vom 04.09.1951:

»Gestern bei Wieman, wo ich endlich Stroux kennen lernte. Er fragte nach der "Hauptprobe". Ich hätte ihn längst kennen lernen können, aber ich lasse es lieber auf den Zufall ankommen. Meistens ist es richtig, weil es dann wirklich so weit ist.« .........»Wieman sprach optimistisch über die geistige Situation.« (75)

prüfen ob auch noch Rest davon

05.09.1951

Tonaufnahmen von Märchen beim WDR - 

"Der Kobold und der Höker" (unbekannt) - 9'55" -, "Der standhafte Zinnsoldat" (Hans Christian Andersen) - 11'40" -, "Das Glück kann in den Zweigen liegen" (Hans Christian Andersen) - 6'10" - alle drei Märchen wurden im Kinderfunk des WDR am 21.10.1951 ausgestrahlt

außerdem wurde aufgenommen "Die Wilden Schwäne" (Hans Christian Andersen)  - 29'50" -,

Der Sendetermin hiefür war bisher nicht recherchierbar

06.09.1951

 

In der 50. Ausgabe "Das klingende Filmmagazin" "Achtung! - Aufnahme!" des WDR 2 wird ein Interview (3'17") mit Mathias Wieman ausgestrahlt: 

"Steht kurz vor dem merkwürdigen Unterfangen, den alten Leni Riefenstahl Film "Das blaue Licht" neu zu synchronisieren - und zum Trend über die ständige Neutitulierung von Filmen"

auch an diesem Tag gesendet ??? -Aufnahme 06.09.51

06.09.1951

 

Ausstrahlung des Hörspieles "Der Tod des Empedokles" von Friedrich Hölderlin, unter der Regie von Wilhelm Semmelroth - Dauer 97 Minuten 50 Sekunden - 

22.09.1951

Tonaufnahmen beim WDR - 

"Der Eisenhans" (Gebrüder Grimm) - 20'30" -, 

 

Der Sendetermin hiefür war bisher nicht recherchierbar

26.09.1951

Mathias Wieman besucht mit seiner Frau die Aufführung des Theaterstückes "König Lear" von Shakespeare, in einer Inszenierung von Ulrich Erfurth, im Hamburger Schauspielhaus, mit Werner Kraus in der Titelrolle,  wo er auch Nossack trifft. 

Dieser schreibt in seinem Tagebuch, das Wiemans nach der Pause das Theater verließen, ganz niedergedrückt wegen der schlechten Aufführung. Nossack meint Krauss sei zu "unvornehm" für diese Rolle. 

Er schreibt weiter: »Wieman sagte zu mir: "Wie bin ich froh, dass ich ihr Gesicht sehe, das richtet mich etwas wieder auf." Ich glaube sogar, das er es ehrlich gemeint hat, und nicht nur Phrase, wie sonst bei Theaterleuten. Auch ich habe ihm schon verhaltenen Liebeserklärungen gemacht. Z.B. habe ich ihm gesagt: Ich möchte gern öfters mit ihnen zusammen sein. Es wird dem was ich schreibe, sehr nützlich, wenn ich dabei an sie denke. Meiner Sprache etc.« (75)

29.09.1951

Mathias Wieman schaut für eine Viertelstunde in den im Hochhaus befindlichen Kunstladen des Halbrussen Zimmermanns. 

Er trifft dort Nossack, der hier mit einigen Flaschen hineingeraten war und mit Zimmermann einen Umtrunk veranstaltete. (75)

Eintrag aus Nossacks Tagebuch vom 30.09.1951:

»Wieman und ich. Für einen scharfsichtigen Dritten müsste es sehr amüsant sein, uns in dem jetzigen Grad unserer Bekanntschaft zu beobachten. Aber natürlich sieht niemand etwas davon, da man uns wahrscheinlich von vorneherein nicht einander gegenüber, sondern nebeneinander auf ungefähr der gleichen Ebene stehen sieht. Nur wir beide merken es. Wie wir uns vorsichtig abtasten und schonen. Das ist sehr witzig, manchmal möchte man die Zurückhaltung aufgeben, aber dann bleibt man doch lieber dabei, da zuviel auf dem Spiel steht. Seltsamerweise ist für mich nicht einmal heraus, wer von uns eigentlich der Werbende ist. Meistens im Leben pflegte ich es ja zu sein, aber diesmal ... Und selbst wenn einem von uns zufällig ein wärmendes Wort entfährt, so tut der andere, als habe er es nicht gehört, um Gelegenheit zu geben, es wieder auszuwischen. Und vielleicht glaubt er es nicht einmal ganz. Er denkt etwa: Sieh mal an, das klingt sehr nett, aber schließlich sind wir beide fünfzig und wissen Bescheid. Wir kennen das Handwerk so genau.

Kurz, was mich angeht, so liebe ich ihn so sehr wie seit 20 Jahren bald keinen und bin auch bereit, Enttäuschungen zu ertragen, die wie immer durch Liebe hervorgerufen werden. Ich liebe die Keuschheit des Gefühls an ihm, auch seine verträumte Gehemmtheit. Wie immer komme ich mir viel robuster und gewalttätiger vor.«(75)

Er schreibt weiter über Wieman am 01.10.1951:

»Dabei bei Wieman die allzu betont nicht-schauspielerische Haltung, so das sie beinahe wieder unecht wirkt, ohne das er das beabsichtigt.«(75)

Männerfreundschaft oder mehr??? 

einseitige Wunschgedanken Nossacks?

recherchieren

Söhling anschreiben

04.10.1951

 

Interview durch Wolf Hasso für "Das klingende Filmmagazin" "Achtung! - Aufnahme!" des WDR 2. Es wird ein Privatporträt (2'45") von Mathias Wieman aufgenommen und am 6.10.51 ausgestrahlt: 

Angesprochen auf die Reportercharakterisierung Wiemans als "Mann der Stille und Innerlichkeit", der das grelle Rampenlicht der Öffentlichkeit scheue, gibt Wieman eine ausweichende Antwort (Ja ich weiß nicht - gegen Selbstlob).

Weiter führt er aus: "Es lohnt sich nur für Menschen, Geld auszugeben und zwei Stunden in einem dunklen Raum zu sitzen, wenn sie etwas "Wirkliches, Erlebtes" vorgespielt bekommen und nicht nur "virtuos Dargestelltes"

Gefragt nach seiner Hauptleidenschaft (von der man öffentlich spricht) führt er an, dies bleibt seine Arbeit und der Beruf; mit dem Selbstverständnis, das er versucht "den Dichtern zu dienen"

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

01.11.1951

 

am Hamburger Thalia-Theater als Thomas Mendip in "Die Dame ist nicht fürs Feuer" von Fry, unter der Regie von Heinrich Koch (4)

 

weiteres recherchieren

24.12.1951

 

Mathias Wieman bekam an diesem Tags mittags seinen Volkswagen, den er Alfred nennt. Er erzählt folgendes über ihn

Film Revue Ausgabe 2 -1957:
»Seine erste Tätigkeit war, Weihnachtspakete auszutragen. Kaufen konnte ich ihn von dem Honorar, das mir der Film "Herz der Welt" brachte, in dem ich Dr. A. Nobel spielte - so bezeichnete ich ihn erst als meinen privaten Nobelpreis und nannte ihn dann einfach, dankbar und einfach "Alfred". Ich hänge sehr an ihm, nicht bloß, weil er das erste eigene Fahrzeug nach 12 autolosen Jahren war, nicht bloß, weil er treu ohne Launen, schnell und ausdauernd ist alles, was ein Reiter in der Prärie von seinem Ross nur wünschen kann; es hängt auch mit ihm das dichteste Gefühl von Freiheit zusammen, das ich in meinem Leben erfahren konnte.«

 

 

 
00.00.1952

oder 1955

Mathias Wieman liest jeden Sonntag Mittag über den UKW-Sender Nord "Geschichten aus der Bibel" von Martin Beheim-Schwarzbach, einem nach Hamburg zurückgekehrtem Emigranten.

laut NDR handelt es sich hierbei um Die Griechische Götter- und Heldensagen und in 1955 in 12 Folgen a ca. 25 Min. aufgenommen

gehe aber davon aus, das es sich um verschiedenes handelt - Recherchieren ob es sich hierbei um 2 verschiedene Sachen handelt

00.00.1952

Lesung "Der alte Mann und das Meer" von Hemingway im NDR - 107 Minuten Dauer

 

wo Mathias Wieman vor der 21.45-Uhr-Nachrichtensendung Hemingways "Der alte Mann und das Meer" vorzulesen begann und nach den Nachrichten weiterlas.

 

wann ausgestrahlt genau? vom NDR nur Jahr benannt bekommen

00.00.1952

Lesung von "13 Sonette von Michelangelo" (übertragen von Rainer Marie Rilke)  - 13'41" - beim WDR

 

Der Sendetermin hiefür war bisher nicht recherchierbar

19.02.1952

Mathias Wieman liest beim WDR 6 Gedichte von Stefan Zweig  - "Sinnende Stunde" - "Verträumte Tage" - "Entkettung" - "Die Frage" - "Die Wolken" - "Steigender Rauch" - 7'50" - 

 

Der Sendetermin hiefür war bisher nicht recherchierbar

29.02.1952

Uraufführung des Films "Herz der Welt", der unter der Regie von Harald Braun entstand, in den Kinos der BRD

Hilde Krahl schreibt zum Film "Herz der Welt":

Den Alfred Nobel spielte der von mir so verehrte Mathias Wieman, der noch vor Kriegsende den Robert Schumann in unserem Film Träumerei so großartig dargestellt hatte. (25)

03.03.1952

Mathias Wieman liest im Rathaussaal von Oberhausen, auf Einladung des damaligen Leiters der Kulturgemeinde "Die Brücke"  Herrn Hilmar Hoffmann, aus Hölderlins Werken.

Es waren so viele Besucher gekommen, das der Saal zu klein war um allen Platz zu gewähren. Viele mussten umkehren, wer Einlass fand lauschte andachtsvoll.

kr. in Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 05.03.1952:

»Mathias Wieman ist als Sprecher ein Begriff; in seiner Generation gebührt ihm sicher der erste Platz. Wie kein zweiter Schauspieler von seinem Rang pflegte er die Rezitation und erschließt uns die wundersame Märchenwelt ebenso wie Goethes Faust. Seine größte Liebe aber gehört Friedrich Hölderlin. Diese Dichtung ist ihm so zu eigen, das er ihr Erleben so groß und klar seinen Zuhörern ausbreitet.« ....... » Wieman bedarf keiner starken Gesten. Das Heben einer Hand, ein Wenden des Kopfes - sonst nichts. Das Wort allein ist wichtig. Hölderlins hymnische Verse schließen sich dem Zuhörer nur schwer auf. Über ihrem unwirklich reinen Klang geht allzu leicht ihr Sinn verloren, wenn nicht ein klarer Geist aus inniger Beziehung sie wiedergibt. Bei Wieman geht auch das Kleinste nicht verloren. Und die erhabenen Gedanken trägt er im Fluge himmelwärts. Sorgsam wählt er aus, wiederholend den Ring um einen Gedanken schließend, "Der gute Glaube" - "Mein Eigentum" - "An die Parzen" - "An Diotima" - Hyperions Schicksalslied" -- und wieder "Der gute Glaube". Er spricht aus dem großen Gedicht "Brot und Wein" und aus dem einzigen dramatischen Werk Hölderlins "Der Tod des Empedokles" den Abschied. 

Zum Schluss will der Beifall nicht enden. Es ist der Dank für einen knappe Stunde mit einem großen Dichter und einem großen Künder seines Werkes«

In "Was und wo in Oberhausen". Offizielles Wochenprogramm der Stadt Oberhausen 2. Jahrgang Nr. 5, 1952, S. 8f.:
»Auf Einladung des damaligen Leiters der Brücke, Herrn Hilmar Hoffmann, gastiert Mathias Wieman am 3. März 1952 - es war ein Montag - in dieser
Stadt. Eingeladen war er zu einer Veranstaltung der Kulturgemeinde "Brücke". 

Um 19.30 Uhr sprach er Hölderlin und zwar: Der gute Glaube  - Mein Eigentum - An die Parzen - An Diotima - Schicksalslied - Aus dem "Hyperion" - Die Liebe - Die Linien des Lebens - Die Jugend - Brot und Wein - Ehemals und jetzt - Aus dem "Empedokles" - Der Friede - Ehemals und jetzt. «

03.03.1952

Hilmar Hoffmann schreibt in seinem Buch "Ihr naht Euch wieder Schwankende Gestalten":

In den obligaten Jugendfilmstunden des Deutschen Jungvolks hatte ich in vielen Filmen Mathias Wieman bewundert. Ich war damals begeistert von der hohen Moral des nach der Schlacht von Kunersdorf desertierten preußischen Hauptmanns von Tzülow, den Wieman in Karl Ritters »Kadetten« (1939) spielte; auch als Major Zurlinden in Ritters gegen Ende des Ersten Weltkriegs handelndem »Unternehmen Michael« (1937) beherrschte Mathias Wieman unaufdringlich die Szene. Erst das zweite Eintauchen in die C-Dur-Stahlbäder dieser tendenziösen Preußenfilme hat mir als Erwachsenen deren heimlichen Verführungsgestus bewusstgemacht.

Nach dem Kriege hatte Mathias Wieman als Mitwirkender in Propagandafilmen der Ufa es schwer, ein Comeback auf der Leinwand zu finden. Immerhin gab ihm Roberto Rossellini in »La Paura« (Angst) neben Ingrid Bergman eine Chance (1954). Danach verlagerte Wieman sein Talent auf Rezitationen mit Hölderlin und Rilke, mit Goethe und Schiller im Repertoire. Für den ich als Pimpf geschwärmt hatte, ihn wollte ich persönlich kennen lernen und über sein damaliges Engagement befragen. 

Er freute sich über die Einladung, in der Musischen Volkshochschule Oberhausen Hölderlin zu lesen. Nicht »Lebe droben, Oh Vaterland, und zähle nicht die Toten ... « wollten wir von ihm hören; er sollte aus Hölderlins Briefroman »Hyperion« lesen. Der Rathaussaal war berstend voll, als Wieman unerwartet unsentimental sein Bestes gab. Der Beifall steigerte sich zur Demonstration, als sollte er noch einmal entnazifiziert werden.

Als wir von der Rathausterrasse im melancholischen Mondenschimmer in den Grillopark hinunterschauten, legte Wieman seinen schlaksigen Arm um meine Schulter und fragte leise: »Hören Sie's auch? Es ist meine erste Nachtigall in diesem Jahr. Ich hätte ihren Gesang zwischen Fördertürmen nicht vermutet.« Und nach einer Pause: »Sie wärmt das Herz«, und dazu fiel ihm eine Zeile von Theodor Storm ein: »Das macht, es hat die Nachtigall die ganze Nacht gesungen.« Obwohl ich seine Worte als nahe dem Kitsch empfand, hat mich berührt, wie er in diesem Augenblick wohl wahrhaftig gefühlt haben mag.

Beim anschließenden Beisammensein habe ich den ausgemusterten Ufa-Star gefragt, ob das Gerücht denn stimme, dass er vor Hitlerjungen bedauert haben soll, bei Langemarck nicht gefallen zu sein. Seine Antwort klang ehrlich: »Ich habe das niemals gesagt - aber ich hätte es damals sagen können.«

 

Prof. Hilmar Hoffmann erwähnte diese Begegnung mit Mathias Wieman auch in seiner Rede zum Stadtjubiläum ...... wann ??..... mit den folgenden Worten:
»Und Heimat wird sie nur in jener Vielfalt und mit jenen Kontrasten sein, die Mathias Wieman so beeindruckte, als ich mit ihm in den 50er Jahren des Nachts auf der Rathausterrasse im melancholisch machenden Mondenschimmer stand: "Hören Sie´s auch?", fragte er leise. "Es ist meine erste Nachtigall in diesem Jahr. Ich hätte ihren Gesang zwischen Fördertürmen nicht vermutet."«

21.03.1952

 

9

Aufführungen

 

21.03.

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als Kain in Erich Nossacks Uraufführung "Die Rotte Kain"  im Deutschen Schauspielhaus Hamburg unter der Regie von Heinrich Koch

in weiteren Rollen: Gustl Busch, Gerhar Bünte, Alfred Mendler, Ellen Waldeck, Lotte Brackebusch, Ilse Bally, Jochen Blume, Klaus Kindler, Eva Böttcher, Dorle Mayer, Eva Pflug, Hans Dieter Zeidler.

Der Inhalt: Kain ist mit seiner Sippe, seiner Rotte, seit 50 Jahren, seit seinem Brudermord, unstet unterwegs. Außer Umm seinem Weib, weiß keiner von der Tat und weiß auch keiner warum diese ständige Flucht. Die Rotte hasst das Leben, hasst sich gegenseitig, kennt keine Freude, keine Güte, keine Ruhe, aber sie ist gewohnt, dem Befehl des greisen Kain zu folgen, wenngleich sich Fennek, Kains zweiter Sohn, der böse Geist der Rotte, wild dagegen auflehnt. Inmitten dieser bösen dunklen Welt, die das gute nicht kennt, gehört nur Maja, die Tochter des Ham, einem lichteren, freundlicheren Bereich an. Ihr stellt Fennek vergeblich nach.

Zu dieser Rotte, die nur durch Kains Autorität zusammengehalten wird, gerät Abel, der Enkel des Ermordeten, aus dem Land des Anfangs, des Guten, kommend, hell, blond, blauäugig. Als Kain merkt, das Abel vom Brudermord nichts weiß, nimmt er ihn als Gast in der Rotte auf, und Maja trägt ihm ihr Herz entgegen. In der Nacht als sie mit Abel zusammen ist, wird Abel auf Geheiß Fennek von einem der Sippe erschlagen. Kain hält Gericht. Die Brudermörder bleiben weiter auf der Flucht. Maja geht mit Abels Sohn unter dem Herzen ins Land des Aufgangs. Kain und Umm legen sich zur letzten Ruhe hin.

Gerhard Sanden in "Die Welt" vom 22.03.1952:

»So nahm sich dann Heinrich Koch, noch umglänzt vom Ruhm seiner Peer-Gynt-Inszenierung, des Auftrages mit großer Liebe an, und Mathias Wieman legte sein Herz in die Rolle des Urvaters Kain, der - das ist der Geschichte Inhalt - alt geworden, sich unsäglich sorgt .......« .....  »Die Tragik Kains versucht Mathias Wieman tief nachzuempfinden.«

Hamburg Echo vom 22.03.1952:

»Mathias Wieman ist ein unpathetischer, patriarchalischer Kain, groß in der Stummheit seines Leids.«

Neue Zeitung Berlin vom 27.03.1952:

»Mathias Wieman in einer Greisenmaske, die Moses und Faust mischt, ist Kain, ein überragender Darsteller, der sich vielleicht in die Nachfolge Kayßlers spielen könnte, wenn er einmal entgültig ins ältere Rollefach hinüberwechselt. ...... Die Hamburger Premiere applaudierte dem bedeutenden Hamburger Autor mit langem und enthusiastischem Beifall.«

Hans Barkhausen in den Winsener Anzeiger 28. März 1952:  

»Mathias Wieman als Kain beherrscht äußerlich in seiner patriarchalischen Würde wie sprachlich die Bühne.  .... Der Eindruck der Aufführung war sehr groß. Nach minutenlangem Schweigen setzte starker Beifall ein und rief immer wieder die Darsteller an die Rampe.«

Dr. R. Kl. in den Norddeutschen Nachrichten vom 23.04.1952:

»Mathias Wieman der gramverzehrte alte Kain, sprachgewaltig wie selten.« .... »Die Aufnahme war enthusiastisch, der Beifall am Schluss des pausenlosen Stückes wollte kein Ende nehmen. Nossack, Koch, Wieman und die übrigen Mitwirkenden wurden immer wieder an die Rampe begehrt. Eine Bresche ist geschlagen in das Vorurteil, es gäbe keine deutschen Dramatiker.«

Aus Nossack Tagebüchern (Band 3 der Zusammenstellung von Gabriele Söhling):

Nossack schreibt an Denise Naville in einem Brief vom 31.3.1952: 

»Die Sache war mit allen Anzeichen von Prominenz aufgezogen, Mathias Wieman in der Hautrolle und Heinrich Koch als Regisseur. Ich selber wurde nicht viel gefragt; der Autor ist eine lästige Nebenfigur. Da es ein Erfolg wurde, steht mir nicht das Recht auf Kritik zu. Die Presse reagierte Teils-Teils, im allgemeinen ziemlich ratlos, wie ich das ja schon gewohnt bin.«

Er schreibt in einem weiteren Brief an W. Grüntzig am 1.04.1952:

»Wieman hat mir einen üblen Streich gespielt. Er fährt für 14 Tage zu Proben nach Recklinghausen, so das die Rotte zunächst abgesetzt werden musste . Sonst hätte man sie sie mindestens dreimal in der Karwoche spielen können. Bisher waren 9 Aufführen immer gut voll usw. Nun kommt das Stück erst am 20.04. wieder, dann haben wir Frühling und die Leute gehen nicht mehr so gern ins Theater. Damit würgt man ein Stück ab.«

Das Stück lief nach der Hamburger Inszenierung nicht weiter.

 

00.04.1952

Mathias Wieman fährt 14 Tage zu Proben zu "Maß für Maß" nach Oberhausen

00.04.1952

Film Revue Ausgabe 2 -1957:
»Im Frühling 1952, mit Kilometerstand 1147, konnte ich dann am Steuer von "Alfred" zu einer Tournee starten, alles Gepäck hinter mir auf dem Sitz. Abfahrt, Route, Ankunft alles in meiner Hand, die Städte, in denen ich auftrat, die Dichter, die da zu Wort kommen sollten, alles war eigene Wahl. Damals kam ich mir manchmal, mit 70 km zwischen Braunschweig und Würzburg über die Landstrassen brummend, so frei vor, so mit Lust und Liebe mich in Raum und Zeit bewegend, wie es einem Lebewesen, das auf der Erde kriecht (und nur manchmal fliegt), eben möglich ist.«

20.04.1952

Wiederaufnahme des Stückes "Die Rotte Kain"  im Deutschen Schauspielhaus Hamburg  

recherchieren wie viel Vorführungen noch

23.05.1952

Mathias Wieman liest beim WDR aus Hans Carossas "Eine Kindheit und Verwandlung einer Jugend" Ausschnitte aus den Kapiteln "Erste Freuden" - "Die Forelle" - "Schule und Schüler" - "Die Beichte" - 14'32" - 

 

Der Sendetermin hiefür war bisher nicht recherchierbar

29.05.1952

Mathias Wieman trifft zu den Recklinghauser Festspielen ein. Er wohnt dort in einer Wohnung in der Goethestrasse, im Wester der Stadt Recklinghausen.

In den Westdeutschen Allgemeinen vom 31.05.1952:

»Am vergangenen Wochenende traf er mit seinem hellen Volkswagen in Recklinghausen ein, und schon wissen es die Berglehrlinge wie die Primanerinnen, Theaterfreunde und Sportplatzbesucher: "Ihr" Mathias Wieman ist wieder da. 

Er ist wieder in das stille Haus im Westen der Stadt - umgeben von blühendem Rotdorn - eingezogen und geht mit Ernst an die Probenarbeit.

Die große Popularität des Schauspielers Wieman in der Festspielstadt, die ja nur stellvertretend für den ganzen Ruhrbezirk steht, ist nicht die des Leinwandidols schlechthin. Der Mensch Wieman rührt die Menschen zwischen der Kohle in ihrem von eigenen Werten bestimmten kulturellen Bewusstsein an und lässt - bescheiden, aus dem Hintergrund heraus jedes Gegenübertreten zu einer Begegnung werden. 

Jeder Besucher der Festspiele 1951 hat etwas von dieser Wechselwirkung mit nach Hause genommen. 

„Ja, ich freue mich auf den Herzog", lächelt Mathias Wieman, als wir ihm bei einer Tasse Tee in seinem Recklinghäuser Domizil gegenübersitzen. Er hat sich die Rolle in »Maß für Maß" schon immer einmal gewünscht, in diesem Stück, das er als eines der schönsten Shakespeareschen Komödien bezeichnet Das Team unter Hans Schalla trifft sich täglich in Bochum - gute Zusammenarbeit, lobt Wieman -, und im Saalbau hat man sich bei den ersten Stellproben wieder mit der Bühne vertraut gemacht.

„Das bringen eigentlich nur die Ruhrfestspiele heute noch", vermerkt er: Aus dem Norden, Süden, Westen und Osten webt es alte Bekannte zusammen, die sich sonst im Hin und Her der Engagements selten sehen. Heidemarie Hatheyer, Walther Franck, Bernhard Minetti - stellten das schon im vergangenen Jahre fest. Mathias Wieman wird außerdem Werner Hinz begrüßen, mit dem er schon zusammen die Schulbank drückte - und seinen letzten großen Erfolg „Das Herz der Welt" drehte. Weiter: Seine Hamburger und Berliner Intendanten, Lucie Höflich, Joana Maria Gorvin, Johanna Wichmann, die mit ihm auf der Bühne stehen wird. Es wird eine Art Familientag.

Die westdeutschen Freunde des Schauspielers werden es bedauern, das sie seine Stimme nicht hören können, wenn er jeden Sonntag Mittag Martin Behaim Schwarzbachs Geschichten aus der Bibel über den UKW-Sender Nord spricht. In seinem Arbeitszimmer im Westviertel nutzt er die Freizeit, um sich das Werk zu erarbeiten, das mit seinem weitgespannten Bogen ihn als Aufgabe gefesselt hat.

Mathias Wieman gehört zu den Darsteller-Persönlichkeiten, die den Ruhrfestspielen zu einer echten Resonanz verholfen haben. Wenn er darum am 25. Juni wieder auf der Saalbau-Bühne stellt, wird es ein Wiedersehen besonderer Art mit seinem Publikum sein.«

23.06.1952

Mathias Wieman wurde 50 Jahre alt. Er hielt sich an diesem Tage in Recklinghausen auf.

In den Westdeutschen Allgemeinen vom 24.06.1952:

»Die Bergknappen, die Gestern Mathias Wieman zu seinem 51. Geburtstag gratulieren wollten, mussten nach ihm nicht so lange suchen, wie vor zwei Jahren nach Werner Kraus. Das Geburtstagskind kam ihnen, als sie sich leise an sein Recklinghäuser Domizil in früher Morgenstunde heranschlichen, strahlend entgegen. Er strahlte noch mehr, als die drei Bergknappen mit ihren brennenden Grubenlampen ein herzliches Glückauf Geburtstagsständchen brachten.

Dem herzlichen Händeschütteln folgte noch eine Überraschung. Der jüngste der Knappen überreichte ihm die sauberste der Grubenlampen. Es war eine echte Grubenlampe, wohlgemerkt, schön rußgeschwärzt. Und Mathias Wieman hatte einen Heidenspaß daran. Otto Burmeister, der Initiator dieses reizenden Gratulationsunternehmens, sprach unter Überreichung eines dicken Blumenstraußes seine besten Wünsche aus.

Mathias Wieman ein halbes Jahrhundert alt. Auch die Recklinghäuser gratulieren ihm an diesem Tage: So wie die Bergknappen und der Kinderchor gesungen haben - aus vollem Halse.«

E.H. in einer Recklinghauser Zeitung vom 23.06.1952:

»Heute hat ein prominenter Gast unserer Stadt Geburtstag: Mathias Wieman wird 5O Jahre alt. Wir treuen uns, dass dieses Fest mitten in die Ruhr-Fest-Spiele fällt, denn im Augenblick ist der große Schauspieler einer der Unseren, und wir haben Gelegenheit, ihm mit/einem herzlichen Händedruck zu danken für die erhebenden Erlebnisse, die er uns bisher geschenkt hat. Sein Marquis Posa des vergangenen Jahres ist uns unvergesslich geblieben, und in wenigen Tagen werden wir ihn in der Rolle des Herzogs in „Maß für Maß" erleben.

Im Augenblick lauten die Hauptproben im Saalbau, und wir wissen, dass es in solchen Tagen der Konzentration fast als unhöflich empfunden werden könnte, einen Künstler, der sich zur inneren Vorbereitung sozusagen in Klausur begeben hat, auf ein Privatereignis in seinem Leben anzusprechen. Er mag es uns verzeihen, wenn wir dennoch den unsichtbaren Wall um ihn durchbrachen.

Liegt es an der Stimme, die wir außer von unserer Saalbaubühne vom Film und vom Rundfunk in allen ihren Nuancen kennen, oder am Naherleben des Menschen Wieman, dass wir vom ersten Augenblick unserer Unterhaltung an das Gefühl hatten, mit einem alten Bekannten zusammen zu sein? "Es ist mein schönstes Geschenk, dass ich den Herzog in "Maß für Maß" spielen darf. Jetzt nehmen mich die Proben in Anspruch, deshalb wird der Geburtstag auf Mittwoch Abend verlegt." Mathias Wieman fühlt sich in dem überaus freundlichen Privatquartier,. das ihm auch im vergangenen Jahre zur Verfügung gestanden hat, wie zu Hause, erst recht im Augenblick, da auch seine Frau zur Feier des Tages und zur Erstaufführung aus Hamburg hergekommen ist. Eine gesammelte Ruhe strömt von ihm aus, und er betont gerne, dass er sich in der warmen Atmosphäre, unserer Stadt wohlfühlt. Nach der Arbeit geht es in die wohlverdienten Ferien, die ihm, dem vielbeschäftigten Künstler, die einzige Möglichkeit im Jahre zu einem ungestörten Familienglück und zum Ausspannen für neue Aufgaben bieten.

Unser Wunsch zum heutigen Geburtstag: Wir möchten Mathias Wieman in jedem Jahre während der Ruhr-Festspiele bei uns sehen, um für eine kurze Spanne Zeit immer wieder unmittelbaren Anteil an seinen künstlerischen Erfolgen zu haben.« 

25.06.1952

Sybille Busch in "Die Welt" vom 25.06.1952:  

Im Gespräch mit Karl-Heinz Stroux über Mathias Wieman zu dessen 50 jährigen Geburtstag.

»Was, sagt ein ausländischer Gast, der ihn in Hamburg als den hundertjährigen Kain gesehen hat, "erst fünfzig?" - 

"Schon fünfzig? Das glaube ich nicht!" sagt sein Wirt in Recklinghausen, "der steckt uns mit seiner Vitalität doch alle in die Tasche!" -

"Fünfzig? Interessiert mich überhaupt nicht", sagt der Regisseur Karl Heinz Stroux, "es wird einem daran höchstens einmal klar, das fünfzig Jahre ein relativer Begriff ist. Ich kenne viele junge Schauspieler, aber bei kaum einem finde ich die schönsten und positivsten Seiten des Alterns, das man Jugend nennt, so rein verkörpert wie bei Mathias Wieman." Und dann entwirft er ein Portrait dieses großen Charakterdarstellers, den er vorbehaltlos als eine der bemerkenswertesten Gestalten des deutschen Theaters der Gegenwart bezeichnet.

Kennzeichnend schon war die erste Begegnung. Stroux war Regieassistent bei Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin. Er kam zu Wieman, um ihn in einem Stück für die Rolle des Christus zu gewinnen. Wieman wies ihn schroff ab. "Es gibt Dinge, die für die Bühne tabu sein sollten, Jesus Christus werde ich nie spielen!", fauchte er ihn an. "Aber, wenn Sie mal einen Satan hätten, dann gern!"

Christus und Satan - das sind die beiden extremen Pole der Rollenskala, auf der Wiemans Möglichkeiten liegen. "Das Erstaunlichste an ihm ist, das er sich überhaupt nicht einordnen lässt. Er gehört zu den wenigen, die sich nicht auf einige effektvolle Routinemittel verlassen. In ihm liegt eine unausschöpfbare Fülle. Es ist gar nicht abzusehen, was man noch an ihm entdecken kann!" Stroux redet sich in immer steigende Wärme. "Seit Reinhardt wegging, hat keiner sich systematisch dieser ganz besonderen, ungeheuer vielseitigen künstlerischen Potenz angenommen. Darum hat er viele Jahre überhaupt nicht auf der Bühne gestanden und nicht die Rollen gespielt, die er hätte spielen müssen - und die nach wie vor auf ihn warten. gerade ein so sensibler Mensch, der zudem noch einen sehr ausgeprägten Freiheitsdrang besitzt, braucht beständige Liebe und Bemühung.« ....... 

»Durch den Film - .... - errang er sich eine sehr stille, aber tiefgreifende Popularität. Und mit den Goethe- und Hölderlin-Rezitationen erschloss der einsame Außenseiter unzähligen Menschen eine geistige Welt allerhöchster Ansprüche. Allerdings - die Gestalt unter der er im Bewusstsein der Öffentlichkeit - und der Theaterführung ebenfalls - lebt, wird ihm nur bedingt gerecht. Man sieht in dem hochgewachsenen blonden Mann mit den tiefliegenden Augen, den buschigen Augenbraunen, der eckigen Stirn und den etwas scheuen Bewegungen allzu sehr den verträumten Idealisten, den "tumben Tor". Das ist aber eine ganz einseitige, fast willkürliche Festlegung. "Denn wenn einer rein und positiv ist, muss er schließlich nicht unbedingt "tumb" sein", sagt Stroux. "Wieman ist der beste Beweis für das Gegenteil. Er ist vollkommen lebendig, direkt und wach. Er ist ein moderner Mensch in des Wortes bester Bedeutung." 

Wer weiß z.B., das er ein leidenschaftlicher Techniker ist? Wer weis, das er Sportflieger gewesen ist, das er berühmt ist als vorzüglicher Autofahrer? "Er geht an diese Dinge heran mit der gleichen "technischen Vernunft" wie an seine Rollen. Ich kenne keinen Menschen außer ihm, der sich auf Hölderlin so gut versteht wie auf einen Motor, und der an jeder technischen Erneuerung genau so brennend interessiert ist, wie an einer Neuerscheinung der Literatur." Durch diese allseitige Aufgeschlossenheit strahlt seine Erscheinung eine Lebendigkeit aus, wie man nur selten eine findet.

Hochintelligent - aber nicht intellektuell; dialektisch - aber ohne ein Form von Zynismus, so vermag er de Menschen zu fassen mit all seinen guten und gefährlichen Seiten. ein Schauspieler, der in erster Linie Mensch ist; ein freier Künstler, der nur das macht, woran er glaubt.«

25.06.1952

bis

25.06.1952

 

geplant

am:

25.06.

27.06.

29.06.

05.07.

06.07.

07.07.

08.07.

09.07.

10.07.

11.07.

12.07.

 

 

als Herzog Vincentio  in Shakespeares "Maß für Maß"  bei den 6. Ruhrfestspielen Recklinghausen unter der Regie und Textbearbeitung von Hans Schalla im Städtischen Saalbau. Premiere am 25.06.1952 um 19:00 Uhr

 

Darsteller und Rollen: 

Mathias Wieman (Herzog Vincentio), Hannes Messemer (Angelo), Robert Lossen (Escalus), Ullrich Haupt (Claudio), Alfred Schieske (Lucio). Gustav Rothe (Junker Schaum), Manfred Heidmann (Edelmann), Wilhelm Grimm (Kerkermeister), Max Nemetz (Mönch), Ludwig Linkmann (Elbogen), Hanns-Ernst Jäger (Pompejus). Radolf Therkatz (Grauslich), Erwin Kleist (Bernardin), Krikor Melikjan und Jobanna Felgner (Diener), Agnes Fink (Isabella), Marlene Riphahn (Mariana), Johanna Wichmann (Julia), Johanna Koch-Bauer (Franziska), Ursula v. Reibnitz (Frau Minnetrost)

 

 

ergänzen mit Material aus dem Stadtarchiv 

 

 

DIE ZEIT, Nr. 28 vom 10.07.1952 schrieb unter anderem: » ........ Der fast halbstündige Beifall nach einer überraschenden Regieleistung Hans Schallas mit großartig konzipierten, modernen Szenerien von Walter Gondolf, die Akklamation für im einzelnen unterschiedliche, insgesamt aber sich an einer schwierigen Aufgabe bewährende Darstellerleistungen von Mathias Wieman, Agnes Fink, Alfred Schieske, Hans Messemer und anderen mehr, das alles bestätigte, das die von Repertoiretheatern verachtete, bitterweise Spätkomödie Shakespeares, ihre Entblätterung der Moral und die Glorifizierung der Gnade, hier verstanden, mindestens als Bühneneindruck „angekommen" war.«

29.06.1952

 

In Recklinghausen auf der Cäcilienhöhe findet ein Fußballspiel statt in dem 11 Künstler des Ruhr-Festspiel-Ensembles, darunter auch Mathias Wieman, ...... ergänzen ....... gegen die heimische Presse antreten. Der Reinerlös des Spiels kam engagementlosen Berliner Schauspielern zugute.

Der Eintritt kostete für Erwachsene DM 1,00 (Im Vorverkauf DM 0,80)

Um 13:30 Uhr war Einlass, zwei Jugendmannschaften füllten die Zeit bis zum offiziellen Veranstaltungsbeginn um 14:30 Uhr aus. Der Einmarsch der Mannschaften erfolgte zu den Klängen der Feuerwehrkapelle, vom Saalbau her. Oberbürgermeister Dünnbacke begrüßte die Anwesenden im Namen Recklinghausens und der Recklinghauser Presse. Otto Burmeister sprach für die Ruhrfestspiele. Es waren zahlreiche prominente Ehrengäste anwesend.

Das Spiele endete nach genau 60 Minuten Spieldauer.

In Neueste Zeitung vom 21.06.1952 war unter anderem folgendes zu lesen:

»Dem Schiedsrichter stellen sich 11 Amateurspieler des diesjährigen Ruhr-Festspiel-Ensembles, die mit der Presse ein fußballerisches Hühnchen rupfen möchten. Die heimischen Journalisten haben im Vollbewusstsein ihrer Kraft und Kondition die Herausforderung angenommen.« ........ 

»Da man sich in Künstlerkreisen der Schwere der Aufgabe voll bewusst ist, hat man eine äußerst starke Besetzung aufgeboten. Die folgenden markanten Figuren werden das Spielfeld in den noch zu bestimmenden Künstlerfarben betreten; Hans-Dieter Zeidler, der „rote Bäcker" aus dem „Weber"'-Ensemble. Alfred Schieske, der trotz seiner Doppelverpflichtungen in den „Webern" und in „Maß für Maß" auch auf dem Kieslhumes der Cäcilienhöhe nicht fehlen will. Hans Quest, der „Don Carlos" des vorigen Jahres und Liebling aller jüngeren Frauen. Hans Emons, der energiegeladene, aber seriöse „Weber"-Tischler. Der baumlange Max Eckardt von der Düsseldorfer Gründgensbühne, für den bei den Experten die Wetten sehr hoch stehen. Bernhard Minetti, der alte Faust", und Fußball-Stratege, der sich endlich wieder als Aktivist versuchen will. Artur Wiesner, der "alte Ansorge", gedenkt zu beweisen, dass noch jugendliches Feuer in ihm brennt. Horst Balzer, Barlogs Regie-Assistent, wird als ein neuer Fritz Walter bei den Fußballkünstlern Regie führen. 

Geheimtyp aller weiblichen Besucher ist natürlich Mathias Wieman der vom Regisseur jeweils durch mitreißende Rochaden an die Brennpunkte des Geschehens geworfen wird. »Weber" Paul Ott wird dann jeweils die verlassene Wieman Position übernehmen. Der aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrte. Inzwischen reamateuristierte Ulrich Haupt (Düsseldorf) wird seine alte Profilhärte und die bedeutenden ausländischen Erfahrungen in die Waagschale werfen. Mannschaftskapitän der Schauspieler ist mit dem, 220pfündigen Stanislaus Ledinek die gewichtigste Persönlichkeit auf dem grünen Rasen. Bereits in Deltgens NWDR-Mannschaft beeindruckte er durch sein ganz auf Zweckmäßigkeit abbestelltes, gusseisernes Stopperspiel.

Gegen diese Mannschaft geht die heimische Presse als Außenseiter Ins Spiel. Dennoch ist sie optimistisch genug, sich einem Spezialtraining zu unterziehen und dadurch eine Außenseiterchance zu wahren.« 

 

Siegermannschaft wurden die Schauspieler vom Weber Ensemble, sie gewinnen 3:1 (1:1) - Das Spiel wurde von Camilla Spira angestoßen - (79)

 

........................ bei Neueste Zeitung anfragen, ob Artikel zum Fußballspiel - da wahrscheinlich Umbesetzung der Schauspieler 11 ohne Wieman?? .....................

08.07.1952

 

In Westdeutsche Rundschau vom 09.07.1952 war unter anderem folgendes zu lesen:

»Mathias Wieman wurde gestern nach der Aufführung von „Maß für Maß" eine überraschende Ehrung zuteil. Die Kulturgemeinde Bielefeld war mit über 100 Personen erschienen und übermittelte dem beliebten Schauspieler die Grüße der Stadt Bielefeld und ihre Einladung, im November dieses Jahres einen Dichterabend in Bielefeld zu geben. Eine junge Dame überreichte Mathias Wieman einen großen Rosenstrauß und gratulierte nachträglich zum Geburtstag des Künstlers. Mathias Wieman hatte einen besonders anstrengenden Arbeitstag hinter sich. Außer den beiden Aufführungen „Maß für Maß" musste er noch den Prolog zu einem Film sprechen, dessen Produzent eigens zu diesem Zweck aus Wiesbaden nach Recklinghausen gekommen war.«

 

02.07.1952

Tonaufnahmen beim WDR für den Kinderfunk - 

"Däumelischen" (Hans Cristian Andersen) - 27'10" -, "Der Kleine Muck" (Wilhelm Hauff) -28'20" -

 

Der Sendetermin hierfür war bisher nicht recherchierbar

15.07.1952

Aufnahme des Hörspiels "Das Bild des Menschen" von Peter Lotar unter der Regie von Wilhelm Semmelroth - 83'05" - Ausstrahlung am 21.07.1952 über den WDR

Die Sprecher und Rollen: Mathias Wieman (Graf ), Hans Mahnke (Pfarrer), 

Bernhard Minetti (Gerichtspräsident), Alfred Schieske (Arbeiter), Heinz Klevenow (General), Hans Schalla (Professor), Ullrich Haupt (Student), Werner Hinz (Oberst), Kaspar Brüninghaus (Gefängniswache), Hans-Helmut Dickow (Gefängniswache), 

21.07.1952

Ausstrahlung des Hörspiels "Das Bild des Menschen" von Peter Lothar unter der Regie von Wilhelm Semmelroth - 83'05" - 

Sieben Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944 führen „Gespräche einer letzten Nacht", ehe sie hingerichtet werden . . . 

nach Briefen und Aufzeichnungen Helmuth von Moltkes.

23.09.1952

 

als ......., Lias Gatte  in Jean Giraudoux "Sodom und Gomorrha"  im Schlosspark-Theater Berlin unter der Regie von Karlheinz Stroux, Bühnenbild Jean-Pierre Ponnelle 

in weiteren Rollen: Maria Wimmer (Lia), Antje Weißgerber (), Tatjana Sais (Dalila), Herbert Wilk (... ), Walter Bluhm (Gärtner), Fritz Tillmann (Erzengel), Erich Schellow (Engel) - das Stück wurde 18 x aufgeführt

Friedrich Luft in der Neuen  Zeitung vom .........:

»Mathias Wieman, obgleich er dem poetischen Text oft bewundernswert gerecht wurde, ließ wenig von der Gefährdung von dem Gegenfeuer spüren, das hier die Welt von zwei Seiten zum Brennen bringt. Ein Übermaß an Gemächlichkeit minderte da die Spannung, die die Wimmer immer wieder ausstrahlte.«

23.09.1952

 

Ausstrahlung der Rundfunkaufzeichnung von Friedrich Hölderlins "Tod des Empedokles" im Österreichischen Rundfunk unter der Regie von Wilhelm Semmelroth. 

Die Sprecher: 

Marianne Hoppe (), Heidemarie Hatheyer (), Maria Kottenkamp (), Matthias Wieman (), Bernhard Minetti (), Hans Quest

u.a.

??.11.1952

 

Dichterabend in Bielefeld ?????

Einladung hierzu erhielt er in Recklinghausen am 8.07.1952

recherchieren in Bielefeld ob zustande gekommen

09.11.1952

am Berliner Schiller-Theater als Brutus in Shakespeare "Julius Caesar" unter dem Intendant Barlog und der Regie von Karl Heinz Stroux - Bühnenbild Caspar Neher -

Die Darsteller: Walter Franck (Cäsar), Mathias Wieman (Brutus), Ernst Schröder (Marc Anton), Alfred Schließke (Cassius), Franz Nicklisch (Casca), Erich Schellow (Oktavius), Franz Stein (Cinna), der Poet), Gisela Uhlen (Calpurnia), Antje Weisgerber (Portia), Friedrich Maurer (Wahrsagerin)

Friedrich Luft in der Neuen  Zeitung vom 11.11.1952:

»So, wie das Historienspiel jetzt lief, blieb es zu ängstlich in der Bildungsfolie stecken, hing das Interesse für lange Strecken durch, machten, beispielsweise, die ingrimmig selbstbezogenen Expektorationen , die Mathias Wieman - Brutus so säuerlich unlustig deklamiert, den Eindruck der Laschheit, blieben viele schauspielerische Bemühungen immer im Anfang hängen.«

In der Frankfurter Allgemeinen  Zeitung vom 16.12.1952:

»Bei Mathias Wiemans Brutus dagegen musste man sich wundern, das er überhaupt die Kraft zu revoltierenden Entschlüssen aufbrachte, so unprofiliert gab er sich. er hielt nicht nur in seiner Sprache eine sonderbare Distanz zu jeder Erdennähe, sondern auch durch einen goldenen Lorbeerkranz, den er seit Cäsars Ermordung unablässig auf dem Haupte tragen musste und nicht einmal zum Schlafen ablegen durfte.«

Der Kritiker Walter Karsch schreibt zur am 09.11.1952 besuchten Aufführung:

»Erfreulich gelockert der Brutus von Mathias Wieman; Wieman fand einen sehr schönen Ton der skeptischen Trauer, ohne ins Melancholische oder gar in das Pathos der Verzweiflung zu fallen«

11.11.1952

Aufnahme von Texten von Selma Lagerlöf - "Die alte Dattelpalme" - 12'40", "Legende vom Rotkehlchen" - 12'50" - beim WDR

Ausstrahlung am 19.11.1952 in der Reihe Christuslegenden des WDR

31.12.1952

Mathias Wieman, Will Quadflieg,  Wilhelm Semmelroth und Antje Weisgerber fahren zum Dahlemer Friedhof (Berlin-Zehlendorf) ans Grab des am 27.12. an Tuberkulose verstorbenen und vor einigen Tagen begrabenen Schauspielerkollegen Horst Caspar (dem Mann von Antje Weisgerber) wo auch der, nach einem schweren Krebsleiden, gestrig verstorbene Sohn Frank Caspar (am 30.12. - 3 Tage nach dem Tode des Vaters) aufgebahrt war und anschließend zur Gedächtnisfeier ins Schiller Theater, wo Quadflieg die Trauerrede hält. (12 - S.103)

 

07.02.1953

Aufzeichnung des Hörspiels "Die Sündflut" von Ernst Barlach unter der Regie von Ludwig Cremer - Dauer: 94 Minuten, 5 Sekunden 

Sprecher und Rollen:

Mathias Wieman (ein vornehmer Reisender und ein Bettler ), Hansgeorg Laubenthal (ein Engel), Rolf Henninger (ein Engel), Albert Florath (Noah), Moje Forbach (Ahire, seine Frau), Martin Benrath (Sem, sein Sohn), Heinz Drache (Ham, sein Sohn), Günther Heising (Japhet, sein Sohn), Werner Hinz (Calan), Richard Lauffen (Chus, sein Knecht), Antje Weisgerber (Awah), Margaret Trampe (Zebit), Gustav Rothe (ein junger Hirt), 

Ernst Hetting (ein Aussätziger), Kurt Meister (ein Nachbar), Rudolf Therkatz (ein Nachbar), Hermann Pfeiffer (ein Nachbar), 

Ausstrahlung über den NWDR am 20.03.1953

Inhalt : 

Bei Barlachs letztem Drama "Die Sündflut" geht es vor dem Hintergrund der biblischen Historie um das Problem des Bösen und um seine Bedeutung für das Verhältnis Mensch - Gott. 

Noah, der gottergebene Mensch, ist zu großem Besitz und Ansehen gelangt. Sein tiefer Glaube wird von seinem Nachbarn, dem Heiden Calan, verhöhnt. 

Um den Beweis der Nichtigkeit Gottes zu erbringen, läßt Calan einem Hirten die Hände abschlagen. Noahs Gott soll das verhüten, wenn er kann. 

Gott erscheint Noah in der Gestalt eines Krüppels und bittet ihn, seine Habe zu verlassen und ins Gebirge zu ziehen, um dort Gott zu schauen. Noah gehorcht und die Sündflut naht heran. Calan, der verlassen und krank den Tod erwartet, erkennt in seinem letzten Kampf die Weisheit Gottes.

28.02.1953

 

"Demnächst auf dieser Welle" - Ausblicke aufs Programm, Einblicke in die Produktionen des NWDR Köln

Hinweis auf die Lesung "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemmingway - gelesen von Mathias Wieman

wann gesendet ???

14.03.1953

 

"Demnächst auf dieser Welle" - Ausblicke aufs Programm, Einblicke in die Produktionen des NWDR Köln

Hinweis auf das Hörspiel "Die Sündflut" von Ernst Barlach mit Mathias Wieman, Werner Hinz und Albert Florath (Archivnummer IV-1157)

20.03.1953

Ausstrahlung des Hörspiels "Die Sündflut" von Ernst Barlach unter der Regie von Ludwig Cremer - Dauer: 94 Minuten, 5 Sekunden - beim WDR

25.03.1953

 

Mathias Wieman liest auf Einladung der Buchhandlung H. Th. Wenner und der Literarischen Gesellschaft in der Aula des Osnabrücker Ratsgymnasium aus Ernest Hemingways neuem Buch "Der alte Mann und das Meer", zum ersten Mal öffentlich im Vortragssaal.

25.03.1953

Aufzeichnung des Hörspiels "Merlin" von Karl Immermann unter der Regie von Wilhelm Semmelroth - Dauer: 104 Minuten, 29 Sekunden 

Sprecher und Rollen:

Hansgeorg Laubenthal (Merlin), Leonard Steckel (Satan), Mathias Wieman (Klingsohr), Paul Hartman (Artus), Lola Müthel (Nini Ana), Rudolf Therkatz (Luzifer), Antje Weisgerber (Candida), Peter Esser (Placidus), Günther Lüders (Kai), Kaspar Brünninghaus (Minstrel), Kurt Beck (ein Zwerg), Edith Großmann, Heise LorenzElisabeth Opitz, Günther Heising, Rolf Henninger, Klaus Nägelen, Jochen Thau, Ludwig Thiesen

Ausstrahlung über den WDR am 01.04.1953

??.??.1953

 

Aufzeichnung der von Mathias Wieman gelesenen Novelle "Die letzte am Schafott" von Gertrud von Le Fort beim NWDR

wann aufgezeichnet??? wann gesendet ???

28.03.1953

 

"Demnächst auf dieser Welle" - Ausblicke aufs Programm, Einblicke in die Produktionen des NWDR Köln

Ausschnitt aus der von Mathias Wieman gelesenen Novelle "Die letzte am Schafott" von Gertrud von Le Fort

wann aufgezeichnet??? wann gesendet ???

29.03.1953

Aufzeichnung des Märchens "Die beiden Wanderer" von den gebrüder Grimm für den Kinderfunk des WDR - 12'25" - 

 

Ausstrahlungstermin bisher nicht recherchierbar

30.03.1953

Aufzeichnung einer Szene aus Goethes "Faust" "Der Osterspaziergang" beim WDR - 4'35" -  gesendet am 05.04.1953

01.04.1953

Ausstrahlung des am 25.03.1953 aufgezeichneten Hörspiels "Merlin" von Karl Immermann unter der Regie von Wilhelm Semmelroth - Dauer: 104 Minuten, 29 Sekunden - über den WDR

Mathias Wieman spricht die Rolle des Klingsohr

09.05.1953

 

"Demnächst auf dieser Welle" - Ausblicke aufs Programm, Einblicke in die Produktionen des NWDR Köln

Hinweis auf eine Sendung des "Nachtprogramm" über Enrico Caruso und Louis Armstrong - Sprecher Mathias Wieman

wann gesendet ????

10.07.1953

Aufzeichnung von Auszügen aus der Erzählung "Brief des Lords Chandas" von Hugo von Hofmannsthal  beim WDR - 28'45" -  gesendet am 07.03.1962

10.07.1953

Aufzeichnung einer Hörspielfassung von Platons "Der Prozess des Sokrates" beim WDR, unter der Regie von Wilhelm Semmelroth, zusammengestellt von Mathias Wieman  - 61'10" -  

Die Rollen und Sprecher: 

Mathias Wieman (Sokrates), Raoul Wolfgang Schnell (Echekrates), Ludwig Cremer (Phaidon), Wilhelm Pilgram (Meletos), Bernhard Minetti (Anythos), Wilhelm Semmelroth (Kriton), Harry Grüneke  (der Richter)

gesendet vom WDR am 01.11.1953

DIE ZEIT, Nr. 50 vom 22.12.1957 zur Wiederausstrahlung »........ Dieses Mal hat Mathias Wieman Auszüge aus zwei Jugendwerken zusammengestellt: Aus der „Apologie" (mit der angeblichen Verteidigungsrede des Mannes; der angeklagt war, die Jugend Athens verdorben zu haben) und aus „Knton", in dem der Nachweis der Gesetzestreue des. Sokrates erbracht wird. Die Zusammenstellung wird unter dem Tkel „Der Prozeß des Sokrates" — mit Mathias Wieman, Berhard Minetti und anderen Sprechern — gesendet. ....«

10.07.1953

Aufzeichnung einer Hörspielfassung von Platons "Der Tod des Sokrates" beim WDR, unter der Regie von Wilhelm Semmelroth, zusammengestellt von Mathias Wieman  - 52'05" -  

Die Rollen und Sprecher:

Mathias Wieman (Sokrates), Raoul Wolfgang Schnell (Echekrates), Ludwig Cremer (Phaidon), , Wilhelm Semmelroth (Kriton), Alfred Schieske (Kebes), Heinz Drache (Simmias)

gesendet vom WDR am 02.11.1953

Inhalt : 

Schweigen sollte er, nur schweigen, der Sohn einer Hebamme. Oder er sollte sterben - und er starb. Er hätte mildernde Umstände beantragen können. Er tat es nicht. Er wäre vielleicht mit einer Geldbuße davongekommen. Er hätte aus seinem Gefängnis fliehen können. 

Aber er blieb und ging in den Tod. Er hielt es für seine Aufgabe, mit anderen zu sprechen, um die Wahrheit zu finden. Ein Leben für die Wahrheit! - Der Mann hieß Sokrates. 

Nach den Werken Platons, in dem die Gestalt des Sokrates, seines Lehrers, immer wieder erscheint, hat Mathias Wieman zwei Hörfolgen zusammengestellt.

 

10.07.1953

Aufzeichnung einer Hörspielfassung von Hugo von Hofmannsthals "Der Turm" beim WDR, unter der Regie von Ludwig Cremer - 88'55" -  

Die Rollen und Sprecher: 

Theodor Loos (König Basilius), Rolf Henniger (Sismund, sein Sohn), Bernhard Minetti (Julian, Gouverneur des Turms), Ernst Hetting (Anton, dessen Diener), Mathias Wieman (Arzt), Alfred Schieske (Olivier), Kurt Beck (Pankraz), Kurt Ebbinghaus (Bruder Ignatius), Wilhelm Pilgram (Graf Adam), Kaspar Brüninghaus (Beichtvater ), Hanns Ernst Jäger (Simon, ein Jude), Luise Franke-Booch (eine Bauersfrau), Lola Müthel (eine junge Zigeunerin), Ernst Stahl-Nachbaur (ein Bannerherr), Klaus Nägelen (Kinderkönig), und viele andere

Inhalt : 

Der als Bruder Ignatius in einem Kloster lebende ehemalige Großalmosenier, dessen Weissagung König Basilius veranlasst hatte, seinen Sohn Sigismund gefangen zu halten, soll seinem königlichen Besucher nun Auskunft geben, ob der Gefangene wirklich ein dämonischer Aufrührer sei oder ob der König ihn zu seinem Nachfolger und Erben bestimmen könne. Bruder Ignatius verweigert die Auskunft, aber der Gouverneur des Schlosses rät dem König, seinen Sohn einer Prüfung zu unterziehen. Sie besteht darin, das der König verlangt, Sigismund möge den Gouverneur, “die Schlange Julian”, als Schuldigen am Aufruhr töten. Sigismund glaubt das nicht und schlägt schließlich den König nieder. Nun will der Gouverneur Sigismund an die Spitze eines Aufstandes gegen den König stellen, aber die Verschworenen töten nicht den König, sondern Julian; sie wollen Sigismund ihren eigenen Zielen gefügig machen. Am Schluss geht Sigismund in den Wirren zugrunde, an seine Stelle tritt ein Kinderkönig, denn, so heißt es, “die Gesetze müssen immer von den Jungen kommen”.

Hugo von Hofmannsthal schuf das Schauspiel "Der Turm" nach Calderons Drama "Das Leben ein Traum". 

Die Hörspielfassung des Schauspiels wurde im Rahmen einer Hofmannsthal-Gedenkwoche übertragen. 

gesendet vom WDR am 02.02.1954

01.08.1953

Kieler Nachrichten vom 1.8.1953:  

»In diesen Tagen ist Mathias Wieman von einer Filmarbeit aus München zurückgekehrt in seine aus dem zwölften Stock eines Hochhausmammuts am Grindel über Hamburgs Dächer weithin schauende kleine Wohnung. Im Herzen der Eindreiviertelmillionenstadt bergen deren Wände ein Reich der Stille: drei nicht eben große Zimmer mit wohlgewählten alten Schränken, bequemen Polstermöbeln und einem Schatz an Büchern - und es ist, als lebten nicht ringsherum ganz eng unter einem Dach achthundert Menschen, sondern als hätte hier jemand eine Hütte gezimmert, in der es sich ruhen und alles wohl bedenken lässt. Das ist seine eigenste Welt, das er und seine Gattin, die vor noch nicht langer Zeit ebenfalls oft genannte und gerühmte Schauspielerin Erika Meingast, nach acht bösen Trümmerjahren wieder erarbeitet haben.

Unten vor dem Hauseingang parkt "Alfred", Mathias Wiemans "kleiner Nobelpreis", ein Volkswagen, erworben von der Gage des Films "Herz der Welt", darin Wieman der Friedensfreund Alfred Nobel ist: "Die Wohnung ist ein Schutz - der Wagen ein Stück Freiheit!" sagten Wiemans. Er tut gute Dienste auf den Vortragsreisen. mit denen Mathias Wieman die Zeit zwischen weniger Film- und reicher Bühnenarbeit auszufüllen pflegt. Da fährt er durch das Land, und ein kleiner Saal, oder eine Buchhandlung, ein Clubheim oder eine Schulstube sind ihm gleich wert, um das Wort aus dem Gedruckten ins Lebendige zu heben. Oft aber, am Wege dieser Reisen, steht der Wagen unbenutzt an schönen Tagen - dann wandert einer durch das Land zu Fuß. Er läuft sich gern die Schuhsohlen ab, der Mathias Wieman, und wenn sie grad beisammen sein können, ist seine Gattin auf seinen Wanderungen die verständnisvolle Gefährtin.

Ein Besonderer also und ein Sonderer, einer der auszuwählen weiß. Unbedeutendere Schauspieler als Mathias Wieman spielen ihre zehn Filme im Jahr herunter und kaufen sich ein Schloss. Wieman ..... ist filmsparsam«

27.08.1953

Uraufführung des Films "Solange Du da bist", der unter der Regie von Harald Braun entstand, in den Kinos der BRD

Erika Müller in DIE ZEIT - Nr. 36 vom 3.9.1953 schreibt: 

»..... Der Drehbuchautor, der sich kommentierend oder agierend durch die Szenen bewegt, ist zwar auch keine neue, aber dennoch eine interessante Figur, die mit der Stimme Mathias Wiemans zuweilen eine penetrante Zeigefingermoral doziert, mit seiner gewinnenden Sorgsamkeit im Spiel aber ein Flair menschlicher Wärme verbreitet.«

 

September

1953

September 1953 - 

Fernau schreibt (Seite 273/274) er reist nach Göttingen zu einer erfreulich künstlerischen Arbeit und meint damit den Film "Königliche Hoheit"

Er schreibt Premiere des Film im März

Dies prüfen und auch wo die Dreharbeiten zum Film waren

27.10.1953

Aufnahmen zu dem Hörspiel "Die bitteren Wasser von Lappland" von Alfred Andersch, unter der Regie von Fritz Schröder-Jahn  - 70'15" - 

Die Sprecher und Rollen:

Mathias Wieman (der Berg Pelloreppe), Joseph Dahmen (Georg), Ruth Grossy (Ruth), Jochen Meyn (Michael), Joseph Offenbach (der Lappe), Ida Ehre (der Rapa-Fluß), Hans Litzau (der Adler), Ludwig Linkmann (der Bär), Marlene Riphan (Tagebuchtext) -

ausgestrahlt am 05.11.1953 durch den NDR- 

01.11.1953

Ausstrahlung einer am 10.07.1953 aufgezeichneten Hörspielfassung von Platons "Der Prozess des Sokrates" durch den WDR, unter der Regie von Wilhelm Semmelroth, zusammengestellt von Mathias Wieman  - 61'10" -  

Mathias Wieman spricht den Sokrates 

02.11.1953

Ausstrahlung einer am 10.07.1953 aufgezeichneten Hörspielfassung von Platons "Der Tod des Sokrates" durch den WDR, unter der Regie von Wilhelm Semmelroth, zusammengestellt von Mathias Wieman  - 52'05" -  

Mathias Wieman spricht den Sokrates 

15.11.1953

um 12.00 ausgestrahlt von allen Rundfunksendern außer RIAS und München: 

Bei der Feier im Bundeshaus zum Volkstrauertag sprechen Mathias Wiemann und Marianne Hoppe Dichtungen vom Tod im Felde, in der Heimat und in den Gefangenenlagern.

22.12.1953

Uraufführung des Films "Königliche Hoheit", der unter der Regie von Harald Braun entstand

In diesem Film tritt auch der Intendant und Freund Mathias Wiemans Heinz Hilpert als Samuel Spoelmann, ein amerikanischer Millionär auf.

 

(Filmaufbau.) in DER SPIEGEL vom 6.1.1954:  

»....... Mathias Wieman fuchtelt mit den Armen wie eine Beethoven-Karikatur nachts auf dem Kahlen Berge«

Erika Müller in  DIE ZEIT, Nr. 4 vom 28.01.1954 :  

»....... und Mathias Wiemann auf der Hut vor der Gefahr der Übertreibung "in der gefährlich ausgeweiteten Rolle des Lehrers Überbein.«

 

 

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Stand: 29. April 2010