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Biographie  des Schauspielers und Rezitators 

Mathias Wieman

9. Teil

(1962 - 1969)

in Verbindung mit dem Zeitgeschehen

rot geschriebenes = weitere Recherche wegen Unklarheit

 

1962

für die Deutsche Grammophon Gesellschaft (Literarisches Archiv) als Gavin Stevens in William Faulkners "Requiem für eine Nonne" unter der Regie von Leopold Lindtberg. Die Rolle der Temple Stevens spielt Heidemarie Hatheyer,  Peter Lühr als Gowan Stevens, Gisela Mattishent als Nancy Manigoe. (13)

1962-1968

1962/63 bis 1967/68 am Zürcher Schauspielhaus 

19.06.1962

bis

11.07.1962

 

geplant

am:

19.06.

20.06.

28.06.

29.06.

30.06.

02.07.

04.07.

05.07.

06.07.

07.07.

08.07.

09.07.

10.07.

11.07.

Wiederaufnahme der Wallenstein Produktion 1961 - wiederum unter der Regie von Heinrich Koch

Darsteller: Bernhard Minetti (Wallenstein), Mathias Wieman (der alte Piccolomini), Martin Benrath (Max Piccolomini), Ulrich Haupt (Wrangel), Gerhard Geisler (Illo), Sigfrit Steiner (Graf Terzky), Ingeborg Egholm (Herzogin von Friedland), Fritz Brünske, Vesa Hochmann (Isolani), und viele mehr.

Umbesetzungen: Hanns Ernst Jäger (Buttler), Karl Maria Schley (Questenberg), Anneli Granget (Thekla), Gisela Holzinger (Gräfin Terzky)

Der Kritiker Walter Karsch schreibt zur am 2. 7.1962 besuchten Aufführung:

»Heinrich Kochs Inszenierung des „Wallenstein" ist viel besser geworden, dichter, fast fugenlos. Was nicht nur an einigen Umbesetzungen liegt. Bernhard Minetti steht als Wallenstein, den zwar brennender Ehrgeiz nach der Krone greifen lässt, den aber im Innern das Verlangen lenkt, dem Reich den Frieden wieder zugeben, nicht mehr so beziehungslos im Raum. Seine Mitspieler agieren in dialektischer Spannung zu ihm. Und als Octavio ist Mathias Wieman, der im vorigen Jahr wie ein guter Hausvater seine Kinder zur Ordnung gerufen hatte, viel mehr Gegenspieler Wallensteins, Vertreter der Staatsräson, der Verrat an seinem Freunde übt, um der Einheit des Reiches, der Ordnungen willen, auch wenn diese nur „enggefügt" sind. Das kommt auch dem Max des Martin Benrath zugute, der nun wirklich zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben wird. Auch das Hanns Ernst Jäger den Buttler als einen stur-stumpfen, in seiner Ehre gekränkten Haudegen spielt, ist ein Plus; vor allem für jene Szene, in der er die beiden Mörder Wallensteins dingt. Sie ist nicht mehr ein Rüpelspiel von Shakespeare, sie hat jetzt Dämonie, demonstriert menschliche Gemeinheit, kreatürliche Angst und Niedrigkeit.

Genau wie jener Auftritt, in dem Octavio erst Isolani und dann Buttler auf seine Seite zieht, jede peinliche Gemütlichkeit verloren hat und statt dessen, trotz Vasa Hochmann, einen Zug menschlicher Tragik bekommt.

Auch Anneli Granget bereichert die Inszenierung, indem sie ihre Thekla fern vom Sentimentalen, schon von Anfang, an in leichter Beschattung durch die Ahnung kommenden Unheils hält. Als Gräfin Terzky spielt Gisela Holzinger die Machtbesessenheit mit kühler Bestimmtheit, aber immer spürt man die unaufhebbare menschliche Verbundenheit mit Wallenstein. Von der Leiche Wallensteins kommend, gibt sie im Angesicht Octavios der Entschlossenheit zum Tode eine aus dem Geist geborene, ganz untheatralische Würde.«

23.06.1962

Mathias Wieman wurde sechzig

Eberhardt von Wiese im Hamburger Abendblatt vom 22.06.1962 zu Wiemans 60ten Geburtstag:

».... Irgendwie ist das charakteristisch für ihn. Er ist ein Künstler, der sich stets gern isolierte vom lauten Star-Betrieb, der sich einkapselte in seine eigenste Welt, die heute mehr denn je von Goethe und Hölderlin erfüllt ist. Und immer ein Künstler, der trotz seiner stillen Art in die Breite zu wirken verstand. Mehr als es sie "Lauten" vermögen.

Vor allem ist es von Beginn an diese warme, modulationsfähige Stimme gewesen, mit der Wieman zu den Herzen vordringt. eine Stimme, die so ganz eins ist mit seiner etwas zögernden, dann wieder fast aggressiv beschwörenden Art, die Menschen anzusprechen.

Wieman ist Westfale aus Osnabrück, denn er entstammt einer münsterländischen Familie. Und aus jener Landschaft kommen viele der in sich "Verschlossenen", Grübelnden und Hartschädeligen, die nicht in der Masse des Kunstbetriebes versickern, die ihre eigenen Wesen zu bewahren verstehen.« ........ 

»Man zögerte oft, Wieman Filmaufgaben zu geben - weil er nicht hineinpasste in das Klischee. Weil man - Tragik des deutschen Films - dem Klischee mehr traute als  der eigenwilligen künstlerischen Persönlichkeit. Wieman hat sich seit dem Kriege immer mehr der Rezitation verschrieben. Er ist nun einmal der Magier der Sprache, der Sprachbeherrschung. Der Kontakt mit dem Publikum ist für ihn vom Podium aus genau so schnell geschlossen wie von der Bühne. Über das Medium Funk und Schallplatte aber ist die Gemeinde der Wieman-Freunde weit über jeden Theatermaßstab hinausgewachsen. Ein Künstler, der die Routine hasst - und ein Leben lang seiner künstlerischen Überzeugung treu geblieben ist.«

Stuttgarter Zeitung vom 22.06.62:  

»Es ist bezeichnend für den ernsten, stillen und grüblerischen Schauspieler, das man ihn, der in einer langen Reihe von deutschen Filmen unvergessliche Leistungen gezeigt, Hauptrollen gespielt und einen klangvollen Namen erobert hat, das man ihn nie und nirgends bei den lauten Glanz und Gloria Veranstaltungen dieser Industrie findet. Aber es ist auch bezeichnend für diese Industrie, das sie für einen so profilierten Darsteller seit langem keine passenden Rollen findet. Wieman, der in Filmen .... mit seiner starken schauspielerischen Kraft gewirkt hat, ist nicht an diese eine künstlerische Betätigung gebunden. ........... Wer je in das suggestive Kraftfeld dieser männlich modulierenden Stimme geraten ist, weiß wie viel denkerische Disziplin, wie viel künstlerische Präzision, wie viel Kultur und - wie viel wahre Leidenschaft zur Sprache und zur Dichtung dahinterstecken. Mathias Wieman ist einer der wenigen Schauspieler, die ihren Kunstverstand und ihr Künstlertum als Aufgabe und Verpflichtung betrachten und nicht in erster Linie als Selbstverwirklichung mit lukrativen finanziellen Möglichkeiten. ....... Er leistet es sich, nur Rollen anzunehmen, die seinem Niveau entsprechen und die ihn menschlich und künstlerisch wirklich interessieren. Hier ist also noch einer, dem die Kunst Lebensinhalt ist und der sein Leben durch die Kunst geformt hat. Eine erstaunliche und beglückende Erscheinung in unser heutigen Welt. Wir sollten uns zu diesem Geburtstagskind gratulieren, denn Mathias Wieman braucht unsere Glückwünsche kaum. «

NF im Linzer Volksblatt vom 23.06.1962:

»Frei von Theaterhaftem hält sich der Schauspieler Mathias Wieman, der am 2. Juni 60 Jahre alt wird. Er liebt die Stille, meidet Hast. Ihm geht es um Wesentliches, um innere Werte. Er weiß sie zu mehren, indem er sich bescheidet.« 

gob in Die Presse Wien vom 23.06.62:

»Am 23. Juni begeht Mathias Wieman seinen 60. Geburtstag. Mit Absicht wird hier nicht das Wort „feiert" verwendet. Denn nichts ist Wieman mehr zuwider als im Mittelpunkt zu stehen, gefeiert zu werden, ein Star zu sein, Wieman gehört zu der Gattung der denkenden Schauspieler, doch er verwirklicht sein Hauptanliegen; Beseelung, Durchdringung und Vertiefung des Dichterwortes, nicht mit den Mitteln kühler Analyse, sondern kraft seines starken Herzens. .........  Doch Bühne und auch der Film konnten "diesem Großen, der kein Versteller ist, auf die Dauer nicht genügen. Er wandte sich einer Kunst zu, die aller Äußerlichkeit enträt: der Vortragskunst. Sie wurde ihm zum Mittel, ganz den Dichter hervortreten zu lassen. Als unnachahmlicher Interpret der Lyrik Hölderlins haben ihn die Wiener, vor gut einem Jahr im Auditorium Maximum, zuletzt gehört, durch das Medium der Schallplatte ist Wiemans Vortragskunst für alle Zeit festgehalten. Die Welt, die nun einmal nicht ohne Stempel und Etiketten auskommt, verlieh ihm den Titel „beseeltester Sprecher des deutschen Sprachraums".«

11.10.1962

am Schauspielhaus in Zürich als William Rutlege, der Rechtsanwalt in Thomas Wolfes "Willkommen in Altamont" unter der Regie von Leopold Lindtberg, als deutschsprachige Erstaufführung. - 

 

DER Spiegel Nr. 43 vom 24.10.1962: 

»Indes, die von Leopold Lindtberg inszenierte Züricher "Willkommen in Altamont"-Aufführung bewies - trotz raffinierter Film-, Bild- und Textprojektionen, trotz eines von Lindtberg hinzuerfundenen Conférenciers, der Wolfes poetisch formulierte Regieanweisungen vorzutragen hatte -, daß der amerikanische Autor irrte, als er sich für einen berufenen Dramatiker hielt.«

 

Okt. 1962

bis

Dez. 1962

Dreharbeiten zum Schweizer Films "Der Sittlichkeitsverbrecher", der unter der Regie von Franz Schnyder entstand. Die Innenaufnahmen finden in der "Gesellenhaus" in Wolfbach, Zürich, die Außenaufnahmen in Zürich ( Stüssi-Hofstadt, Bezirksgericht, Stadtpolizei) und in Sankt-Gallen, Regensdorf, Etschwil und Luzern, statt.

Mathias Wieman spielt hier die Rolle des Richters.

weitere Darsteller: ...........................

Die Handlung: ................................

zu den Filmeigenarten: 

 

Daten ergänzen durch Blätter aus Filmbuch Schweiz 

 

 

13.04.1963

 

als Staatssekretär Antonio Montecatino in Goethes "Torquato Tasso"  am Schauspielhaus in Zürich unter der Regie von Kurt Hirschfeld

mit Willy Birgel, Agnes Fink, Eva-Katharina Schultz, Rolf Henniger

27.04.1963

Uraufführung des Films "Der Sittlichkeitsverbrecher", der unter der Regie von Franz Schnyder 1962 entstand, im Urban in Zürich

13.05.1963

Wiederaufführung der Fernsehproduktion "Die Geschichte vom Soldaten" nach Ramuz von Hans Reinhart mit der Musik von Igor Strawinsky

19.06.1963

Ausstrahlung im WDR-Fernsehen - "Kleines Europäisches Feuilleton" Väter und Söhne (mit Mathias Wieman) - 19:45 - 20:00 - x´xx"  noch ergänzen

17.07.1963

Wiederholte Ausstrahlung des Filmes "Der alte Mann und das Meer" in dem Mathias Wieman Spencer Tracy syncroniesiert im Vormittagsprogramm (10:00) des ZDF 

17.07.1963

Ausstrahlung im WDR-Fernsehen - Mathias plaudert "Sag mir, was du isst"  - 19:45 - 20:00 - x´xx"  noch ergänzen

14.08.1963

Ausstrahlung im WDR-Fernsehen - "Verkehrskuriositäten" (mit Mathias Wieman) - 19:45 - 20:00 - x´xx"  noch ergänzen

07.09.1963

am Schauspielhaus in Zürich als Nathan in Lessings Nathan der Weise  unter der Regie von Kurt Hirschfeld  -

Die Inszenierung Hirschfelds war bewusst als "Denkstück" ganz auf Ideen und Gedanken ausgerichtet und nicht als "Aktionsdrama" gestaltet.

in seiner Titelrolle unvergesslich, leise, nie pathetisch (56)

 

Wolfgang Drews in FAZ vom 6.12.1969 rückblickend: 

»Kurt Hirschfeld hatte die Dichtung Wort für Wort abgetastet, war scheinbar leichthin zum ernsten Kern des "geistreichen Lustspiels" vorgedrungen. Wieman, noch fern vom Patriarchenalter, war ein reicher und ein edler Mann, der weder von seinem Besitz noch von seiner Bedeutung ein Aufhebens macht. Trug er die Geschichte von "solch einem edlen Vater" und dessen zweifelhafter Hinterlassenschaft vor, verwandelte er sich in einen orientalischen Märchenerzähler, vermied er die salbungsvolle Pattethik, die das Aufklärungsedikt um seine Wirkung bringt. Der Dichter, der die Bühne zu seiner Kanzel erhob, wollte nicht predigen; es ging ihm darum, lachend die Wahrheit zu sagen. Das wusste Mathias Wieman, das befolgte er.«

10.09.1963

Der Bayrische Rundfunk strahlt "Willkommen in Altamont" von Thomas Wolfe, in einer Übersetzung von Susanne Rademacher aus - eine Gemeinschaftsproduktion von BR und ORF -  Regie: Robert Bichler , Bearbeitung: Martha Meuffels, Dauer 77 Minuten und 50 Sekunden - Mathias Wieman spricht den William Rutledge

Die Darsteller und Rollen:

Rolf Boysen (Erzähler), Siegfried Lowitz (Henry Sorell, Grundstücksmakler), Thomas Holtzmann (Reeves Jordan, Schriftsteller), Wolfgang Büttner (Joseph Bailey, Geschäftsführer der Handelskammer), Mathias Wieman (William Rutledge, Rechtsanwalt), Anne Kersten (Mrs. Rutledge, seine Frau),  Gerd Baltus (Lee Rutledge, beider Sohn),   Wolfgang Reichmann (Dr. Johnson, Arzt),  Maria Magdalene Tiesing (Annie, seine Tochter),   Walter Holten (Professor Hutchings),  Fritz Rasp (Amos, ein alter Neger),  Leo Bardischewski (Sykes, ein Mulatte aus dem Norden),   Ferner: 

Claudia Bethge, Eva-Ingeborg Scholz,  Werner Hessenland, Rudolf Rhomberg, Jörg Schleicher, Fritz Wilm Wallenborn, Adolf Ziegler, und andere

18.10.1963

Uraufführung des Films "Der Sittlichkeitsverbrecher", der unter der Regie von Franz Schnyder 1962 entstand, in der Bundesrepublik Deutschland

25.10.1963

Ausstrahlung des Stückes von Joseph Albert Scheidle "Der Schelch" im ORF. Regie: Hermann Brix , Ton: Herbert Mayr, Dauer 110 Minuten und 25 Sekunden - Mathias Wieman spricht den .......................

Mit: Sonja Höfer, Helmut Wlassak, Mathias Wieman, u.a.

Würdigung : 

Einer der großen Menschengestalter der deutschen Bühne, Mathias Wieman, spielt in dieser Aufführung die Hauptrolle, einen Mann, der Abschied nehmen muss von der freundlichen Gewohnheit des Daseins und der erkennt: „Ich habe meinen Nachen an das Gestade gezogen. Im milden Schein der Abendsonne schäumt das Meer. Der Schrei ziehender Möwen erreicht mich nicht mehr.“ – Fern, fremd und seltsam, wie ein Fabelwesen, ein „Schelch“, zieht sein Leben an ihm vorüber – mit Liebe und Leid, Hoffnung und Trauer, ein Leben, das köstlich gewesen ist, weil es Mühe und Arbeit war.

28.11.1963

Als König Behringer in Ionescos "Der König stirbt" im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Kurt Hirschfeld

mit Marianne Hoppe, Antje Weisgerber, Erwin Parker, Gustl Halenke, Wolfgang Stendar

Darüber Ernst Wendt in Theater heute 1/64 : 

»Dieser Schauspieler kommt ja wohl nicht über eine gewisse "edle" Allüre hinweg, er lässt sich - positiv formuliert - nie reduzieren auf eine nur irgendwie "beschädigte" Figur. Was Werner Hinz [in selbiger Rolle in Hamburg] als kindhafte Trotzigkeit, störrisches Beharren im Leben ausspielte, überglänzt er, Wieman, mit dem Schein menschlicher, erbarmenswerter Mühsal; die Schrumpfung hatte nichts Groteskes, sondern eher Rührendes an sich, er erschien ihr hilflos ausgesetzt, betrachtete sie leise verwundert. Seine Agonie war ohne alle Radikalität; er wickelte sie fast bedächtig ab, [ließ] sich gemächlich auf die Knie nieder. Eine Aura von Stille und Einfalt war schließlich um ihn, alles Scheinhafte, das Menschen - Könige vor allem - so mit sich schleppen, fiel von ihm ab.« 

 

1963/1964

 

Mathias Wieman liest die wohl berühmtesten Geschichtensammlung der Weltliteratur "Erzählungen aus den 1001 Nächten", im NDR.

Laufzeit ca. 20,5 Stunden

näheres beim NDR oder LITRATON erfragen

10.02.1964

Aufnahmen zu dem Hörspiel "Orangen vor ihrem Fenster" von Jürg Federspiel, unter der Regie von Kurt Hirschfeld  bei Radio Zürich - 49'15" - Eine Co-produktion von Radio Zürich, HR, NDR

Die Sprecher und Rollen:

Mathias Wieman (Die fremde Stimme), Gustav Knuth (der Fremde), Ernst Schröder (der Concierge), Elisabeth Lennartz (die Concierge), Miriam Spörri (die Frau), Wolfgang Reichmann (Riese), Kurt Beck (Maurice) -

ausgestrahlt am 22.02.1964 durch den NDR- 

03.03.1964

Der Österreichische Rundfunk strahlt "Willkommen in Altamont" von Thomas Wolfe, in einer Übersetzung von Susanne Rademacher aus - eine Gemeinschaftsproduktion von BR und ORF, die im BR bereits am 10.09.1963 ausgestrahlt wurde - Regie: Robert Bichler , Bearbeitung: Martha Meuffels, Dauer 77 Minuten und 50 Sekunden - Mathias Wieman spricht den William Rutledge

22.03.1964

Uraufführung des TV-Films/Fernsehspiels "Der Gefangene der Botschaft", das unter der Regie von Niklaus Gessner entstand

(ARD, ORF und DRS = Radio- und Fernsehgesellschaft der deutschen und rätoromanischen Schweiz 22.3.1964). Der Film wurde in allen 3 Länder zur gleichen Zeit (20:15 - 21:25) ausgestrahlt. Mathias Wieman in der Rolle des Erzbischoff

Etwa 30 russische Flüchtlinge, Bauern aus Sibirien, suchen in der amerikanischen Botschaft in Moskau Hilfe, weil sie wegen ihrer religiösen Überzeugung verfolgt werden. Die Amerikaner können aber aus politischen Gründen für die Schutzsuchenden nicht eintreten und weisen sie ab. Als der Erzbischof von Mohilew (gespielt von Mathias Wieman), der seit Jahren Asylrecht in der Botschaft genießt, davon hört, will er auch nicht mehr länger dort bleiben. Als die Flüchtlinge abtransportiert werden, ist der Erzbischof unter ihnen ...

27.04.1964

Uraufführung des Films "Der Sittlichkeitsverbrecher", der unter der Regie von Franz Schnyder 1962 entstand, im Loew´s Grand in New York.

Er läuft hier unter dem Titel "The Molesters"

02.07.1964

oder

2.6

Als Prospero, der rechtmäßige Herzog von Mailand in William Shakespeare "Sturm" im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Rolf Henniger

Juli 1964

bis

Aug. 1964

Dreharbeiten zum Schweizer Films "Geld und Geist", der unter der Regie von Franz Schnyder entstand. Die Innenaufnahmen finden in der "Chicorée-Halle in Alchenflüh b. Kirchberg (BE), die Außenaufnahmen im Emmental in den Orten Wikartswil, Sumiswald, Würzbrunnen und in der Umgebung von Burgdorf statt.

Mathias Wieman spielt die Rolle des Pfarrers.

weitere Darsteller: ...........................

Die Handlung: ................................

zu den Filmeigenarten: 

 

Daten ergänzen aus Filmbuch Schweiz 

xx.xx.1964

Als Prospero in William Shakespeare "Sturm" im Schauspielhaus Berlin - Gastspiel des Schauspielhaus Zürich

Volker Klotz im Spandauer Volksblatt:  

»Berlins Publikum bereitete ihm jubelnde Ovationen ...«

Theater heute:

»Das Berliner Theaterpublikum wird viel gerühmt ob seiner intelligenten Reaktionen und seiner Fähigkeit zu differenzieren. Da kam nun zu den Festwochen Mathias Wieman mit dem Ensemble des Schauspielhauses Zürich und streute als Prospero fundierte Satzkadenzen und kostbar verzögerte Handgebärden unter die Unwürdigen diesseits und jenseits der Rampe« 

»Auch Publikum, zeigt sich, kann durchfallen« (Theater heute). 

08.10.1964

Uraufführung des Schweizer Films "Geld und Geist", der unter der Regie von Franz Schnyder entstand, im "Rex" und im "Gotthard" in Bern

22.10.1964

 

am Schauspielhaus in Zürich als Bettler in Jean Giraudoux "Elektra" unter der Regie von Leopold Lindtberg (13) - 

04.11.1964

Uraufführung des Schweizer Films "Geld und Geist", der unter der Regie von Franz Schnyder entstand, im "Corso" in Zürich

07.11.1964

Uraufführung des Schweizer Films "Geld und Geist", der unter der Regie von Franz Schnyder entstand, im "Moderne"  in Luzern

00.12.1964 Aufnahme der Szenenfolge "Requiem für eine Nonne" bei der Deutschen Grammophon in Hamburg - mit Heidemarie Hatheyer, Mathias Wieman, Gisela Mattishent
 

00.04.1965

Er spielte den Pastor Manders in "Gespenster" (Henrik Ibsen) im Cuvillies-Theater in München neben Inge Birkmann, Martin Benrath,  Gerd Brüdern - Inszenierung Helmut Henrichs

DIE ZEIT,Nr. 21 vom 21.05.1965:  »Der Ibsen war aufschlussreich, weil er vom Staatsintendanten Helmut Henrichs selber inszeniert wurde. Henrichs ist ein moderner Intendant. Er versteht sich nicht als der erste Regisseur seines Hauses. Er leitet sein Theater. Das bedeutet unter den gegenwärtigen Organisationsverhältnissen aller großen Bühnen, dass er nur einmal, höchstens zweimal während einer Spielzeit den Schreibtisch des Managers mit dem Regiepult vertauschen kann.

Seine Inszenierung der „Gespenster" sagte etwas aus über den Geist des Hauses. Der Henrichs-Ton der Schauspieler zielt weder auf interessante Pointen, noch variiert er neue Moden oder alte Theaterrezepte. Er ist schlicht, menschlich, ist Natur — komprimiert zu Kunst.

In einer atmosphärisch historischen, von Siegfried Stepanek und Elisabeth Urbancic (Kostüme) für den Zuschauer von heute durchlichteten Ausstattung rollt als Kammerspiel eine Schicksalstragödie von antiker Größe ab.

Inge Birkmann spielt als Frau Alving alles Wichtige leise. Große Ausbrüche nach dem Vorbild Hermine Körners bringt auch sie mit Bravour. Nur einige Übergangstöne fehlen noch. Der Sohn Osvald, das tragische Opfer, wird von Martin Benrath so glaubwürdig, realistisch, nach jeder Äußerung motiviert dargestellt, dass man der nur allmählich wahrnehmbaren Entwicklung zum Paralytiker gebannt folgt. Eine seiner besten, weil überlegtesten und mit subtiler Kunst der Charakterisierung geformten Leistungen bietet Mathias Wieman als Pastor Manders.

Noch einmal spürt man Henrichs' weich, aber präzis führende Hand an Gerd Brüdern. Sein Tischler Engstrand ist ein Betrüger mit Köpfchen. Aus dem oft schmierig aufgefassten Intriganten ist ein heller Bursche geworden. Er ist beileibe kein Zuhälter. Mit leichthin gesprochener Heuchelei legt er den fromm-pathetischen Pastor rein. Eine bravourös durchgeführte Charge.«

 

00.05.1965 erhält er einen Bambi (ermittelt von der Zeitschrift Freundin/Film-Revue) für langjährige Verdienste um den deutschen Film - überreicht im Deutschen Museum zu München durch Konstantin Prinz zu Bayern 
00.05.1965

Bei der Deutschen Grammophon erscheint die Szenenfolge des "Requiem für eine Nonne" von William Faulkner als Schallplatte - neun Jahre nach der deutschen Erstaufführung - Sie wurde vom Filmchronisten Curt Riess zusammengestellt, von der Witwe des Dichters genehmigt und vom Züricher Intendanten Leopold Lindtberg inszeniert.

Die Aufnahme mit Heidemarie Hatheyer, Mathias Wieman, Gisela Mattishent entstand bereits im Dezember 1964 in Hamburg.

30.05.1965

 

 

Ausstrahlung des Hörspieles und Funkdichtung von Dantes "Dante Aligieri - die göttliche Komödie - Teil 3 " - Regie: x, Musik: x, Dauer: xx Minuten, 00 Sekunden -

Sprecher und Darsteller:

Peter Lühr, Marianne Hoppe, Wolfgang Büttner, Käthe Gold, Ewald Balser, Friedrich Domin, Bernhard Minetti, Matthias Wieman, und andere

Daten noch aus Hörspielseite ergänzen

xx.09.1965

Electrola bringt eine Schallplatte mit Mathias Wieman auf den Markt (SME 83 892)

In eigener Sache" (Platten-Titel) kommt Johann Wolfgang von Goethe zu Gehör. 

Aus Selbstzeugnissen des Klassikers montierte Electrola ein mit Beethoven-Musik angereichertes Dichter-Porträt. 

Es sprechen Ella Büchi, Hannes Messemer, Richard Münch, Mathias Wieman und Ullrich Haupt - Gustaf Gründgens singt.

18.11.1965

Uraufführung des Schweizer Films "Geld und Geist", der unter der Regie von Franz Schnyder entstand, im "Rio" in Genf

1965/1966

parallel am Bayerischen Staatsschauspiel engagiert

27.10.1965

bis

1966

Er spielte 106 mal den Nathan in "Nathan der Weise" (Gotthold Ephraim Lessing) im Cuvillies-Theater in München neben Paul Hartmann, Hans Baur, Christine Ostermayer, Thomas Holtzmann und Eva Vaitl - Inszenierung Helmut Henrichs - (4) (62)

Ernst Wendt kritisiert die Spielweise als unzeitgemäßen Sprechgesang (Rezension siehe Seite 101)

 

Ria Randers in Neue Post Ausgabe 16 im Jahre 1969:

»Als er kürzlich seine hundertfünfzigste Aufführung von "Nathan der Weise" ..... hatte, wurde er später von einem Theaterbesucher gefragt: "Sie sehen ungeschminkt so jung aus, Herr Wieman. Wie machen Sie das nur? Ich habe schon ihren Vater damals in Berlin gesehen. Er war großartig, aber Sie erst . . ." Ein schönes Kompliment, denn "jener Vater" war Matthias Wieman selbst.«

 

 

28.06.1966

Mathias Wieman spricht im Rahmen einer Einzelveranstaltung (bei Siemens in München) Ausgewähltes von Nobelpreisträgern (Bühnen-Jahrbuch). 

R.F. in Münchner Merkur vom 29.06.1966:

»Eingeführt von dem der Vorstandschaft der Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung angehörenden Professor Kleen sprach im Nymphenburger Kavaliersbau Mathias Wieman über „Nobelpreise der Literatur", wobei er die Träger des Preises nach seiner Auswahl zu Wort kommen ließ. Er begann mit Knut Hamsun (1920) und den humorvoll aufgeblätterten, von Kleidersorgen getränkten Erinnerungen von Frau Hamsun am großen Tag der Verleihung und führte zu Thomas Mann, der 1929 mit „Noblesse, Hellfühligkeit und Blindheit" die Ehrung an Land und Volk weitergab, die ihn vier Jahre später ausbürgerten.

Ernest Hemingway war 1954 für die Novelle „Der alte Mann und das Meer" an der Reihe. Dabei war es reizvoll, seine (wie später auch Faulkners) Stimme über Tonband zu hören. Hemingway war in Kuba, als ihm der Preis verliehen wurde. Es war nicht leicht, den allen Ehrungen abgeneigten Dichter zu den üblichen Äußerungen des Dankes zu veranlassen.

Es ist Hemingway gewesen, der damals glaubte auf eine Würdigere hinweisen zu müssen: die dänische Baronin Tanja Blixen, die Mathias Wieman ein „Genie des Herzens" nannte — im Hinblick auf die von ihr veranlasste Stiftung von Rungstedlund bei Kopenhagen (ein alter Sitz, der unberührt der Nachwelt erhalten bleiben soll).

Von Albert Camus (1957), diesem der Wahrheit und der Freiheit mit edler Hingabe dienenden Franzosen („Es kommt darauf an, den Zerfall der Welt zu verhindern und die Würde des Lebens und des Sterbens wiederherzustellen"), spannte sich der Bogen über Boris Pasternak, der gezwungenermaßen, und Jean Paul Sartre, der freiwillig den Preis zurückgab („Ich will nicht verpflichtet werden"), bis zu Wilhelm Faulkner. Ihm geht es, wie Wieman hervorhob, um die alten Wahrheiten des Lebens: Liebe, Opferbereitschaft, Ausharren und Mitleid, um Probleme des Herzens. „Nicht nur duldend wird der Mensch fortbestehen; er wird marschieren, weil er eine Seele hat; es ist die Pflicht des Schriftstellers, über diese Dinge zu schreiben", heißt es bei Faulkner.«

07.11.1966

er liest im Cuvilliés-Theater München Texte von Saint-Exuperys - auch aus dem "Kleinem Prinzen" (62)

Karl Ude in der Süddeutschen Zeitung vom 08.11.1966:

»Lebendige Literatur im Cuvilliéstheater. Saint-Exupery hat hierzulande eine Gemeinde, und Mathias Wieman hat sie auch. So erklärt es sich, das die nicht unbedingt glücklich konzipierte Reihe „Lebendige Literatur" eine doppelte Aufwertung erfuhr und das Cuvilliéstheater ausverkauft war.

Wieman bot vier Stücke des französischen Autors in deutscher Übertragung: den Brief an den General der Flieger, zwei Episoden aus „Wind, Sand und Sterne" und eine behutsam gekürzte Fassung des „Kleinen Prinzen". Das Briefbekenntnis aus dem vierten Kriegsjahr diente zur Kennzeichnung der Seelenlage Saint-Exuperys, der — kurz vor seinem Tode — zugibt, die Freude am Fliegen verloren, zu haben, der sich der Natur entfremdet hat, im Menschen nur noch den Roboter sieht und deshalb seine Zeit hasst.

Was er vom Menschen verlangen zu können glaubte, das demonstriert er in den beiden Stücken aus „Terre des Hommes". Sein Fliegerkamerad Guillaumet, der in den winterlichen Anden abstürzt und als verloren gilt, bezwingt durch Selbstüberwindung die Unbilden der Natur und kann seine Leistung mit den Worten kennzeichnen: „Was ich getan, habe, kein Tier hätte es fertiggebracht!" Und der freigekaufte Negersklave Bark, dem die Fliegerfreunde tausend Franc mitgeben, weiß die wiedergewonnene Freiheit nicht besser zu genießen, als das er Straßenkindern goldene Pantöffelchen kauft.

Mathias Wieman, bärtig wie der weise Nathan, den er in München mittlerweile neunzigmal gespielt hat, verzichtete auf ein sonst für unentbehrlich gehaltenes Lesetischchen mit gemütlichem Lampenschein, er sprach stehend am Vortragspult. Man kennt seit Jahrzehnten seine Stimme, und man erfuhr aufs neue, mit welch sicherem Stilgefühl er seine Texte interpretiert.

Engagiert — ja, aber niemals emotionell übersteigert. Es war nicht die Hebung der Stimme, es war ihre verhaltene Intensität, die den Hörer nicht aus dem Bann entließ.

Reizvoll besonders, wie beim Kleinen Prinzen die Dialoge realisiert wurden: nicht mit verstellter, aber mit dezent angeglichener Stimme, forsch fragend der kleine Gast vom anderen , Stern, in Unwissenheit verlegen lächelnd der Erwachsene. Einige Schwächen der Texte, kommentierende und idealisierende Passagen, ließ Wiemans gediegene Vortragskunst vergessen. Was er bot, war gesprochene Kammermusik.«

Th.K. in der Abendzeitung München vom 07.11.1966:

»Mathias Wieman las Saint-Exupery und das Cuvilliestheater füllte sich bis fast auf den letzten Platz. Ein Billy Graham des Märchens. Wieman spricht Saint-Exupery aus der reinen, naiven Seele, die im schönen ursprünglichen Sinn des Wortes „zart besaitet" ist. Da schildert ein Dichter Menschen, die sich in der Wüste und vor Kindern bewähren: zaghafte und stolze Leute, die immer ein bisschen über der Erdoberfläche schweben und fliegen und nicht ganz wirklich sind. Geschöpfe, die aus der Phantasie leben. Allesamt kleine Prinzen. Kein Autor unseres Jahrhunderts beschränkte sich so konsequent und so edel.

In den Bruchstellen seines dichterischen Missgelingens - und die sind häufig, er war kein Ausdruckskünstler —, glänzt noch die kindlich gütige Gesinnung auf. Wieman bezweifelt nie den Text, den er hier liest und sei dieser, noch so schwärmerisch verzinkt. Das machte die Lesung zu einem Erlebnis von Erlebtem, nicht zur Mitteilung von Literatur, Schreibtischprodukten. Sei es der Bericht eines durch die Schneewüste der Anden sich schleppenden Fliegers oder die rührselige und mit Esprit überstäubte Erzählung des kleinen Prinzen: Wieman macht's wahrscheinlich. Ein Apostel des Treuherzigen. Für Saint-Exupery und Wieman möchte man gern noch einmal - wenigstens für zwei Stunden - Kind werden.«

egb im Münchner Merkur vom 08.11.1966:

»Halb Harun al Raschid; halb Hemingway, so tritt Mathias Wieman auf die karge Bühne hinter das noch kargere Stehpult. Der noble Protagonist schon klassisch gewordener großer Berliner Theaterzeiten hat sich in den Kopf gesetzt, dem vielgeliebten Antoine de Saint-Exupéry gerecht zu werden, ihm seine Stimme zu leihen (will man es feierlich formulieren).

Es ist ein nicht ganz leichtes Unternehmen liegt doch bei diesem merkwürdigen französischen Spätromantiker die Verlockung sehr nahe, ihn emphatisch hoch zu sterilisieren, womit er für die Situation von heute schwer erträglich wird. Nun: Mathias Wieman, mit fast nachtwandlerischem Kunstverstand, vermeidet jede Überartikulation.

Und so wird diese Lesung im ausverkauften Cuvilliéstheater zu einer ungetrübten Freude. Wieman ist ein Sprecher von ganz hohen, seltenen Graden - das wird erneut offenbar. Er beginnt mit dem Brief, den „Saint Ex" ein Jahr vor seinem mysteriösen Fliegertod an einen General geschrieben hat, tief unglücklich über den Krieg, diesen „undankbaren Job". „Heute gibt es doch keine Siege mehr, nur noch Verdauungsprozesse. Ich hasse diese Zeit".

Zwei Abschnitte aus Exupérys berühmtesten Buch, »Wind, Sand und Sterne", weisen den Lyoner Aristokraten und Bohemien als einen Prosaisten aus, der nicht ganz zu Unrecht gelegentlich mit Joseph Conrad in einem Atem genannt wird. Er ist der erste Fliegerdichter geworden. Helles Entzücken erregt am Ende natürlich wieder das Werk, mit dem der Franzose „fast unsterblich" wurde: „Der kleine Prinz". Das ist unverschnittene reine Poesie. Noch immer und noch für lange. Großer Applaus für den Mann mit dem Apostelbart.«

22.11.1966

Ausstrahlung im Österreichischen Fernsehen - ORF. Mathias Wieman erzählt........ (13): Heute - Lob der Tradition. Ein europäisches Feuilleton über das Geld. - noch ergänzen

27.12.1966

Carl Zuckmayer feierte seinen 70. Geburtstag im Stadttheater und im Hotel Schweizerhof in Luzern.

Bei der Nachmittagsfeier im Luzerner Theater hielt der Darmstädter Theaterintendant Hering die Laudation.

Bei der abendlichen Feier im Schweizerhof waren über 200 Gäste, die Prominenz aus Politik und Kulturbetrieb anwesend.

DER SPIEGEL Nr. 1 vom 2.1.1967:

»Es umarmten und küßten Zuckmayer oder wurden von ihm umarmt und geküßt die Freunde Carl Jacob Burckhardt und Gustav Knuth, Alexander Lernet-Holenia und Mathias Wieman, Peter Bamm und die deutsche "Weinkönigin".«

 

19.01.1967

 

als Michael Kramer  in Gerhard Hauptmanns "Michael Kramer"  im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von August Everding

Mathias Wieman schrieb in der Programmbroschüre des Schauspielhauses Zürich nachfolgendes:

"Ich sehe zu diesem Jungen hinauf, als wenn es mein ältester Ahnherr wäre." Dies ist einer der Sätze .......

diesen Text später ergänzen

 

Ivan Nagel in der Süddeutschen Zeitung vom 5.12.1969 rückblickend: 

»Wer ihn .. als Michael Kramer sah, konnte sich kaum vorstellen, das die Rolle in der er 1924 bei Max Reinhardt debütiert hatte Arnold Kramer hieß. So sehr nistete sich die sonore Ruhe seiner Rezitationsstimme, der philosophische Adel seines Gesichts in der Erinnerung all derer ein, die ihn (andächtig oder skeptisch) .. in Aug und Ohr aufnahmen, das die innerste Gebrochenheit seiner Natur, die charakterisierende Schärfe seiner Schauspielkunst darüber leicht in Vergessenheit gerieten.

.... Auch den machtvollen Akademieprofessor Michael Kramer gab er freilich nicht als das egoistische Kraftgenie des Jahrhundertsbeginn, als welches die Figur von Hauptmann gewiss konzipiert  worden war; sondern ein gewisses hartnäckiges, ehrlich-pflichtbewusstes Verstehen- und Wohlwollen machte aus ihm eher den Ahnen jener "Liberalen" der heutigen Professorengemeinschaft, deren Scheitern die Kommunikation mit der Jugend dann um so fataler wirkt. Aber das er eben diese Jugend einmal in all ihrer Nervosität, Unruhe und Auflehnung darzustellen vermocht hatte - das, wie gesagt, ließ sich in den letzten, unverändert erfolgreichen Jahren seines Schauspielerlebens nur noch selten denken, noch seltener auf der Bühne sehen.«

 

16.03.1967

als Bischof zu Münster in Friedrich Dürrenmatts Uraufführung "Die Wiedertäufer" im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Werner Düggelin - Bühnenbild: Teo Otto/Rudolf Heinrich. 

Mit Kurt Beck (Karl V.), Willy Birgel (Kardinal und Matthisson), Mathias Wieman (Waldeck), Wolfgang Danegger (Kurfürst), Jöns Andersson (Landgraf), Johannes von Spallart (Kanzler), Erwin Parker (Rottmann), Peter Ehrlich (Krech-ting), Gustav Knuth (Knipperdollinck), Ernst Schröder (Bockelson), Andrea Jonasson (Judith), Peter Brogle (Mönch).

Dazu schreibt Günther Rühle

»Die (für mich) überraschendste Entfaltung [des Jahres 1967] kam ... von Mathias Wieman. Wieman ist noch immer abgestempelt durch seine Innigkeits- und Seelenmalerei, durch seine Schmerz-, seine Leidens und Entsagungsposen. Als Bischof von Münster in Dürrenmatts "Wiedertäufern" hatte er sich in Zürich von allem, also von seiner ganzen (schauspielerischen) Vergangenheit befreit. Hart, verbissen, ... muffelnd, mit blitzenden Augen, hysterischem und schadenfrohem Lachen, zufahrender, eifernder Stimme, lauernd nach seinen Chancen, scharf im Urteil ... als wolle er sich ausglühen mit Kälte.« 

und R. Michaelis

»Wieman ist noch immer abgestempelt durch seine Innigkeits- und Seelenmalerei ..... als Bischof .... hatte er sich von allem, also auch der Vergangenheit befreit...... durch seine Stosskraft, durch die Klarheit seiner Einsicht in den Theatercharakter des Lebens.«

Ivan Nagel in der Süddeutschen Zeitung vom 5.12.1969 rückblickend:

»Unvergesslich ist der hundertjährige Bischof von Münster, den er bei der Züricher  Uraufführung von Dürrmatts neu gefassten "Wiedertäufern" gab - ein kraftlos zusammengefallener Körper, ein papierweißes, erloschenes Gesicht, aus dem die Augen voller Witz, zweifelnder Klugheit und unaustilgbarer Humanität funkelten. (Gerade für die spontane Spannung, die sekundenknappe Präsenz dieser Leistung war es charakteristisch, das die Rolle bei ihrer Wiederholung an den Münchner Kammerspielen nicht mehr so verblüffend, erschütternd geriet.«

Kar in der Stuttgarter Zeitung vom 23.06.1967 rückblickend:

»Zuletzt spielte er in Zürich in Dürrenmatts " Wiedertäufern" den Bischof von Münster: weise und resigniert vermochte der Schauspieler zu zeigen, wie sehr Dürrenmatt diese Figur dem brutalen Treiben seiner Religionskriegswelt entrückt, ihr entgegengesetzt hat. In einen Rollstuhl gefesselt, beherrschte Wieman mit seiner verhaltenen Stimme doch die Bühne, wenn er sich auf sie rollte und schob ....«

Die Zeit, Nr. 12 vom 24.0.3.1967: 

»........durfte die stärksten Sympathien Mathias Wieman auf sich lenken: der religiös redliche Fürstbischof von Münster und ästhetisch beflissene Theaterkenner.«

23.06.1967

Mathias Wieman wurde 65 Jahre alt

Die Welt vom 23.0.6.1967: 

»Einen Kenner und Künder spezifisch deutscher Regungen und Erlebniswerte hat ihn ein Kritiker genannt, und als er nach dem zweiten Weltkrieg durch die Lande reiste und Goethe, Hölderlin, Claudius und Bergengruen las, meldeten die Zeitungen, die „Stimme des Dichters" oder der „Mund des Dichters" sei zu vernehmen gewesen. Mathias Wieman muss solche Urteile geschätzt haben. Er hatte sich der Sprache verschworen, er suchte den hohen Geist der Dichtung, und er strebte dem schönen Klang des Wortes nach. In jenen Tagen, vor allem in den Gefangenenlagern des Jahres 1945, hat er damit viel Gutes bewirkt.« ...........

»Vor einiger Zeit hat Wieman erklärt: „Gerade im Vers kommt ein elementares Bedürfnis des Menschen zum Ausdruck, fliegen zu können, im Geiste, nicht mit Düsenflugzeugen. Das dichterische Wort - ich habe es erlebt - ist mitunter lebensrettend." Diese Sätze sind das Credo des Schauspielers Mathias Wieman, der heute fünfundsechzig Jahre alt wird.

Ist er darum ein unzeitgemäßer Theatermann? Pauschal ist diese Frage nicht zu beantworten. Gewiss aber hat Wieman sein Bekenntnis oft genug auf der Bühne eingelöst.«

 

03.08.1967

10.08.1967

17.08.1967

Der Bayrische Rundfunk strahlt "Gespräche mit Sokrates" von .................. aus - Regie: ....... , Bearbeitung: ......, 

Teil 1 - Dauer 59 Minuten und 55 Sekunden - 

Teil 2 - Dauer 66 Minuten und 05 Sekunden - 

Teil 3 - Dauer 87 Minuten und 45 Sekunden - 

Mathias Wieman spricht den .....

05.09.1967

Ausstrahlung im Österreichischen Fernsehen - ORF. Mathias Wieman erzählt: Heute Urlaub einmal anders. Ein europäisches Feuilleton über das Geld. - noch ergänzen

??.11.1967

als Bischof zu Münster in Friedrich Dürrenmatts "Wiedertäufern" Gastspiel in den Kammerspielen Berlin unter der Regie von Hans Schweikart.

23.11.1967

als Bischof zu Münster in Friedrich Dürrenmatts "Wiedertäufern" Gastspiel in den Kammerspielen München unter der Regie von Hans Schweikart - Bühnenbild Jürgen Rose

Darsteller: Kurt Horwitz (Kardinal), Mathias Wieman (Franz von Waldeck Fürstbischof zu Minden, Osnabrück und Münster), Wolfgang Büttner (Matthison Anführer der Wiedertäufer), Romuald Pekny (Bockelson), Christiane Bruhn (Judith), Paul Verhoeven (Bürgermeister Knipperdollinck), Heinz Baumann, Joachim Wichmann, Dieter Kirchlechner (Mönch)

Erich Pfeiffer-Belli in der .............. vom 27.11.1967: 

»Man überhörte in der Münchner Aufführung den Versuch Dürrenmatts, jüngste Vergangenheit, also Massensuggestionen á la Hitler, Konfrontation von Kapitalismus und Besitzbürgertum, von Kommunismus und Religion, an einem historischen Vorgang zu exemplifizieren. Was blieb, war kaum mehr als ein spätmittelalterlicher Bilderbogen trüber deutscher Vergangenheit. Wirkliches Beteiligtsein des Publikums stellte sich nicht ein.«

Urs Jenny in der Süddeutschen Zeitung vom 25.11.1967: 

»Die Premierenzuschauer schenkten ihre Sympathien ganz jenem hundertjährigen Zuschauer auf der Bühne, dem Bischof von Münster (Mathias Wieman spielte ihn mit ernster, gewinnender Intensität und Noblesse), der schwermütig über den Lauf der Dinge sinniert; erschraken aber ein wenig, als er in seinem letzten Aufschrei die Welt und das Theater so ganz und gar zum Verzweifeln fand - zeitweise war es doch ein recht munterer Abend.«

Wolfgang Drews in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29.11.1967: 

»Mathias Wiemans Dürrenmatt uralter Fürst-Bischof ist so weise und weltentrückt, wie aus dem Zürcher Haus zum Pfauen gemeldet wurde.«

Ivan Nagel in der Süddeutschen Zeitung vom 5.12.1969 rückblickend:

»(Gerade für die spontane Spannung, die sekundenknappe Präsenz dieser Leistung war es charakteristisch, das die Rolle bei ihrer Wiederholung an den Münchner Kammerspielen nicht mehr so verblüffend, erschütternd geriet«

25.11.1967

Heinz Hilpert ein Freund Mathias Wiemans, unter dessen Regie er viele Stücke gespielt hat, verstirbt im Alter von 77 Jahren, nach kurzer Krankheit.

Von 1932 bis 1934 leitete Heinz Hilpert die Berliner Volksbühne, von 1934 war er Direktor des Deutschen Theaters und der Kammerspiele in Berlin, ab 1938 auch Direktor des Theaters an der Josefstadt in Wien. Nach dem Krieg inszenierte er zuerst in Zürich, war kurze Zeit Chefintendant der Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main und gründete danach das Deutsche Theater in Konstanz. Von 1950 bis 1960 leitete er das Deutsche Theater in Göttingen.

1957 wurde Hilpert scharf angegriffen, weil er den in der Sowjetzone lebenden Schauspieler Eduard von Winterstein, mit dem auch Mathias Wieman in mehreren Stücken, während seiner Berliner Zeit, auf der Bühne stand, zum Ehrenmitglied seines Theaters in Göttingen ernannt hatte.

30.11.1967

Über 500 Menschen nahmen in Göttingen Abschied von dem am 21.11.1967 verstorbenen Heinz Hilpert. Zu den Trauergästen in der Nicolaikirche zählten viele bekannte Bühnenkünstler die früher unter seiner Regie gespielt hatten. Darunter waren auch Carl Raddatz, Angela Sollocker, Tatjana Iwanow, Joachim Wieman und ebenfalls Mathias Wieman (recherchieren bisher nur eine Vermutung). 

Der ehemalige Rektor der Göttinger Universität, der Schweizer Theologe Prof. D. Walter Zimmerli, würdigte Heinz Hilpert als einenMenschen, der der Wahrheit des lebens verhaftet gewesen sei und nicht dem Ruhm.

Am 10. Dezember fand eine Gedenkfeier im Deutschen Theater in Göttingen statt

10.12.1967

Gedenkfeier für den verstorbenen Heinz Hilpert im Deutschen Theater in Göttingen.

War Wieman hierbei auch anwesend ?????

 

1967/1968

zu Gast an den Kammerspielen Berlin

03.05.1968

als Gregory Salomon in Arthur Millers "Der Preis" im Schauspielhaus Zürich. Unter der Regie von Michael Hampe Wiemans letzte Zürcher-Rolle.

In den weiteren Rollen: Ullrich Haupt, Agnes Fink, Wolfgang Reichmann

Rolf Michaelis: 

»Ein baltischer Adeliger mit Pelzkragen, der sein Ei an der großen dunklen Perle eines Goldrings aufschlägt« 

22.07.1968

In DER SPIEGEL Nr. 30 vom 22.07.1968 war zu lesen : 

»Arthur Rathke, 48, CDU-Pressechef und Dr. med., zitierte am vorletzten Freitag auf dem Münchner CSU-Parteitag vor Bekannten Personenbeschreibungen des Schriftstellers Erich Mühsam im Berlin der zwanziger Jahre: "Gerhart Hauptmann sieht aus wie eine alte Frau, die aussieht wie ein alter Mann; Heinrich Mann sieht aus wie jemand, der im Kino in der ersten Reihe ganz links sitzt; Mathias Wieman sieht aus, als ob er nicht darüber hinweggekommen sei, daß er nicht bei Langemarck gefallen ist." Dann reicherte Rathke Mühsams Urteile um eigene Charakteristika an: .................."« 

17.10.1968

 

als Vater in Luigi Pirandellos "Sechs Personen suchen einen Autor"  im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Oscar Fritz Schuh

 

1969

an den Bayerischen Staatsschauspielen 

00.04.1969

 

Mathias Wieman erinnert sich in einer Zeitschrift über den Verzicht seiner Frau auf ihre Künstlerkarriere, um nur noch für ihren Mann dazusein.

Ria Randers in Neue Post Ausgabe 16 im Jahre 1969:

»"Eines Tages", so erinnert sich Mathias Wieman, "sagte mir Erika, das es bestimmt nicht gut gehe, wenn wir beide schauspielerten. Immer öfter ertappe ich mich dabei, das ich mich bei den Proben mehr für meine als für deine Schwierigkeiten interessiere. Ich lass das sein. Ich will lieber mit dir auf der Ofenbank alt werden!"

Das waren ihre Worte" Mathias Wiemans Wangen röten sich: "Es ist ihr bestimmt nicht leichtgefallen", meinte er leise, "wir sind jetzt 43 Jahre glücklich verheiratet und schicken uns tatsächlich an, auf der Ofenbank gemeinsam alt zu werden."
Erika Meingasts Zurückhaltung geht so weit, das sie es strikt ablehnt, sich mit ihrem Mann fotografieren zu lassen. Sie lebt nur für ihn . . . "und durch ihn", fügt sie hinzu und blickt ihn liebevoll an.
«

31.05.1969

bei den Forchtensteiner Burgspielen, , als Rudolf II. in Franz Grillparzers "Bruderzwist in Habsburg" unter der Regie von Leopold Lindtberg  (13)

in den Rollen: Mathias Wieman (Rudolf II.), Peter Ahrens (Max), Peter Maertens (Don Cäsar), Gert Westphal (Kardinal Melchior Klesel), Ernst Meister (Ferdinand), Wolfgang Krassnitzer (Leopold), Harry Kahlenberg (Max), Hans Thimig (Rumpf, des Kaisers Kämmerer), Jöns Anderson (Herzog Julius), Rudolf Rösner (Prokop), Hans Gratzer (Vertreter Böhmens Stände), Robert Werner (Matthes Thurn), Dietlindt Haug (Prokops Tochter Lukrezia), Sigfrit Steiners (Oberst Wallenstein)

  

Spielzeit der Burgfestspiele Juni bis Juli - die Burg wurde für die jährlich stattfindenden Festspiele 1959 umgebaut. Sie umfasst 950 Plätze und steht unter anderem für Aufführungen im Rahmen der Burgenländischen Festspiele zur Verfügung. In dessen Rahmen auch die Seefestspiele (Juli bis August) in Mörbisch am See stattfinden.

Kurier vom 2.6.1969: 

»Mathias Wieman freilich vermag Rudolf II. wenig zu geben. Der umdüsterten, entrückten, absoluten Majestät, der im zerstörten  Körper gefesselten Idee der Abwehr, des Kompromisses und der Abwehr und der Ordnung, des Ekels und der programmatischen Tatenlosigkeit, Resignation, fehlt es an Souveränität, an eigenwilliger Größe. Auch der Gegenspieler Mathias´ Peter Ahrens, ist echauffiert, eintönig. « 

19.11.1969

am Thalia-Theater in Hamburg (unter dem neuen Intendanten Boy Gobert)  verkörpert er in Henrik Ibsens "Gespenster" unter der Regie des Intendanten, der Münchner Kammerspiele, August Everding.  

Als letzte Rolle Wiemans, die Gestalt des sprüchemachenden Pastor Manders neben Paula Wessely als Frau Alving und Ralf Schermuly als deren Sohn Osvald, Rene Deltgen als Engstrand der Tischler und Marlies Engel als Regine Engstrand.

Prominenz wie Curd Jürgens und Ehefrau Simone sind bei der Premiere anwesend.

dpa vom 20.11.1969:

»Mathias Wieman zeichnete in jeder Szene - nicht nur durch seine bestechende Sprechkultur - vollendet den naiven, unentschlossenen Pastor Manders.«

Hamburger Kulturspiegel:

»Da wäre in erster Linie der Pastor Manders anzuführen, der Pflichterfüllung bis zur Selbstaufgabe als höchstes Gebot predigt, ein puritanischer Moralist, ein selbstgerechter Pharisäer - und dennoch ein Hypokrit, der sich nicht schämt, ein Lösegeld zu zahlen, wenn einmal das Ansehen seiner eigenen Person gefährdet ist oder wenn etwas ist, was (nach seiner Ethik) nicht sein darf. Gibt es ihn heute wirklich nicht mehr unter den berufenen Hütern der Moral, nicht nur im geistigen Stand, sondern auch im Richteramt, in der Pädagogenschaft?. ....... Es war eine großartige Aufführung, die ungeachtet aller Problematik das Publikum zwei ein halb Stunden lang nahezu zwang, den Atem anzuhalten. getragen wurde sie von der Darstellungskunst einer Paula Wessely als Frau Alving, eines Mathias Wieman als Manders und eines René Deltgen als Engstrand. Koryphäen, gegen die zu bestehen es Ralf Schermuly (Osvald) und Marlis Engel (Regine) nicht gerade leicht hatten.«

Will Hoffmann in Harburger Anzeigen und Nachrichten 20.11.1969:

»Mathias Wieman ist der Pastor mit den starren Prinzipien. Auch er vollbringt eine geradezu bezwingende Leistung.«

Brigitte Ehrich in Holsteiner Nachrichten vom 20.11.1969:

»Ein hervorragendes Ensemble macht aus den schwierigen und langwierigen Dialogen lebendige Gegenwart. Die großen Namen des Theaters enttäuschten ihr Publikum nicht. Mathias Wieman und Paula Wessely wurden mit Bravorufen und stürmischen Beifall gefeiert.« .......... »Da ist der Pastor Manders. Mathias Wieman verleiht ihm einen tiefen Ausdruck, der geprägt ist von kindlich rührender Naivität  und  von Vorurteilen, die eine in Traditionen erstickte Kirche diktiert. Seine Fluchtversuche vor dem wahren Leben sind großartig charakterisiert in ihre tragisch komischen Mischung aus Unwissenheit und Uneinsichtigkeit.«

Helmut Pleß in der Landeszeitung Lüneburger Heide vom 21.11.1969:

»Mathias Wieman gibt dem Pastor Manders mit fahrig, kindlicher Gestik die Züge des Schwächlings, für den der Autor noch hohnvoll das Schicksal bereithält als frömmelnder Helfer zu der Einrichtung eines zweifelhaften Hauses für lebenshungrige Seelen beizutragen. Auch Wieman mit seinem betulichen Pathos ist eine Idealbesetzung. ...... Die Besetzung aller fünf Rollen des Stückes ist so optimal, die Ensembleleistung unter Everdings Führung so homogen, das im deutschsprachigen Theater der Gegenwart berufenere Künstler für eine Inszenierung von Gespenster kaum denkbar sind.«

Joachim Redetzki in Neuer Ruhr Zeitung Essen vom 21.11.1969:

»Mathias Wieman zeichnet in jeder Szene - nicht nur durch seine bestechende Sprechkultur - vollendet den naiven, unentschlossenen Pastor Manders.«

Peter Reszczynski in Bergedorfer Zeitung Essen vom 21.11.1969:

»Viel Gefühl für den Typ Manders, für seine Verlogenheit, die nicht unbedingt seine Schuld ist, Mathias Wieman. Seine Dialoge mit Frau Alving tragen das Stück.«

Walter Hermann in Abend Zeitung München vom 21.11.1969:

»Man erinnert sich nicht eine bessere Aufführung der Gespenster gesehen zu haben.« ...... »Wie das ewige Kind Pastor Manders (Mathias Wieman) seine  kleinen und auch großen Heucheleien in schon kindisch und schwierig gewordenen Theologie einwickelt.« ...... »Das ist schon Theater auf der Bühne des Lebens, auch am Rande des Lebens.«

In Norddeutsche Nachrichten vom 21.11.1969:

»Paula Wessely, die lang entbehrte, Mathias Wieman und René Deltgen bilden den Grundstock einer selten vollkommenden Theaterleistung.«

Christa Rotzoll in Süddeutsche Zeitung vom 21.11.1969:

»Ganz anders - und zeitweise wie einem anderen Stück oder doch einer anderen Inszenierung zugeordnet- Pastor Manders, dargestellt von Mathias Wieman. Die stille Komik des ängstlichen, alten Kindes ist wohl selten so verstärkt, so sehr zur Hauptsache geworden wie bei Mathias Wieman. Der fromme Kopf blieb pausenlos in drolliger Bewegung, wiegte sich, zuckte, ergriffen oder entrüstet - als mache dem Schauspieler ein lang ungenutzter Vorrat an Humor zu schaffen. Gleichwohl war der verstockte Prediger auch rührend, auch der Liebe wert. Wiemans zerquälter Charme wird nie ganz wegzuscherzen sein.«

Günter Zschacke in Lübecker Nachrichten vom 21.11.1969:

»Mathias Wieman zeichnet einen Pastor Manders, wie er kaum besser getroffen werden kann; in aufrechter Volksmeinungshörigkeit weist er entrüstet das in die menschlichen Tiefen eindringende Denken zurück, fällt in seiner Gutgläubigkeit aus sich anbiederndes Geschwätz herein; wiewohl er nicht salbadert und den Zeigefinger reckt, ist er jeder Zoll ein Geistlicher weltlichen Zuschnitts, der besser in Geldangelegenheiten denn in Seelenfragen beraten kann: Wiemans Darstellung zwingt Auge und Ohr in jeder Szene zu intensiver Aufmerksamkeit.« ..... »Der Beifall am Bußtag währte über eine halbe Stunde. Viel Prominenz im Parkett sah zur Prominenz auf der Bühne auf. Thalia hatte wieder einen Festtag«

Hans Berndt in Mannheimer Morgen vom 21.11.1969:

»In Mathias Wieman und René Deltgen hat Paula Wessely zwei starke Partner. Man glaubt Wieman aufs pathetische Wort genau das große Kind Manders, das mit seinem starren Obrigkeitsdenken das Unglück seiner Mitmenschen fördert und segnet. Angelernte sittenstrenge Sprüche kommen ihm erschreckend und auch erheiternd leicht über die Lippen. Seine Szenen mit René Deltgen als ausgefuchster Tischler Engstrand, der den törichten Geistlichen mit kernig verlogenen Biedermannbeteuerungen übertölpelt, gehören zu den komödiantischen Höhepunkten des Abends.«

Simone Neubauer im Weserkurier Bremen vom 22.11.1969:

»Neben der Wessely Mathias Wieman, ein provinziell engstirnig gesehener Pastor Manders, kindlich naiv in seiner Unfehlbarkeit, alt geworden mit seinen kleinlichen Moral- und Pflichtbegriffen.«

Lotte Domsgen im Winsener Anzeiger vom 22.11.1969:

».... Mathias Wieman (seit 8 Jahren zu ersten Mal wieder in Hamburg), den Pastor Manders, ..... -Paula Wessely, Mathias Wieman und René Deltgen setzen ein, was sie können. Das ist soviel, weil ja das Gewicht der Persönlichkeit mitspielt, und eine nicht aufzuholende Konkurrenz schafft, das die junge Garde - Marlis Engel und Ralf Schermuly - bei allem Können nicht mitkam. Es dauert eben so seine Zeit, ehe man ein Gesicht bekommt. Der Beifall am Schluss der Vorstellung wollte überhaupt kein Ende nehmen.«

Oberbergische Volkszeitung vom 22.11.1969:

»Fast eine halbe Stunde lang rauschte der Beifall des Premierenpublikums am Mittwochabend durch das Hamburger Thalia-Theater. Es war Dank und Anerkennung für eine Sternstunde des Theaters: August Everding, der Intendant der Münchner Kammerspiele, hatte Henrik Ibsens Gespenster mit einer Traumbesetzung in Szene gesetzt. Paula Wessely als Frau Alving, Mathias Wieman als Pastor Manders, René Deltgen als Engstrand sowie der junge Ralf Schermuly als Osvald und Marlies Engel als Regine mussten immer wieder an die Rampe treten, um den Beifall des Publikums entgegenzunehmen. Der Senkrechtstart der Ära Boy Gobert im Hamburger Thalia-Theater scheint sich damit unvermindert fortzusetzen.«

Jürgen Althoff in der Gießener Allgemeine vom 22.11.1969

und in den Stuttgarter Nachrichten vom 24.11.1969:

»Aber trotz aller Faszination und allem Glanz, den ihr Spiel stets besaß, nahm man die Gespenster nicht einmal einer Paula Wessely, einem Mathias Wieman und einem René Deltgen mehr ab. Zu überholt sind die Probleme, die hier verhandelt werden, als das ein modernes Publikum noch Anteilnahme für sie aufbringen könnte.«

Frankfurter Neue Presse vom 28.11.1969: 

»Das dies düstere Familiendrama mehr ist als nur ein Zeitstück, mehr enthält als nur Kritik an (inzwischen schon längst überholten) Vorstellungen, wird deutlich auch an der Charakterisierungskunst mit der Mathias Wieman und René Deltgen ihre Figuren vor der Schablone bewahren.«

Wilhelm Jacobs in Frankfurter Rundschau vom 29.11.1969:

»Mathias Wieman spielte den Pastor Manders, verstrickt in seine unhaltbaren Grundsätze, gebrochen, gestrandet im Meer überholter Ordnungen, spielte er immer am Rande selbstzerrstörerischer Komik« 

Hamburger Abendblatt vom 5.12.1969: 

»Er gab dem alten Heuchler eine so ungewöhnlich komödiantische Leichtigkeit, das die Rolle einen ganz neuen Trend bekam, Nach den ersten Sätzen stand das Publikum sofort wieder im Bann der modulationsfähigen Stimme, die so ganz eins war mit Wiemans etwas zögernder, dann wieder mit fast aggressiver Art, die Menschen anzusprechen.«

Sonntagsblatt vom 7.12.1969:

»Mathias Wieman als Pastor Manders polterte sich gekonnt von Standpauke zu Standpauke.«

Cellesche Zeitung vom 13.12.1969:

»Mathias Wieman legte den Pastor Manders leider zu tumb und kindisch an und kitzelte Dialog- und Gestikpointen heraus, die des öfteren deplaciertes Gelächter auslösten. Dieser Pastor war nicht von Ibsen«

 

 

29.11.1969

erkrankt in Hamburg schwer und bricht seine Vorstellungen ab.

In der 5 Vorstellung krümmte sich Mathias Wieman unter krampfartigen Schmerzen. Nur mit eiserner Willensanstrengung konnte er die letzten Minuten der Vorstellung durchhalten.

Im Theater heute ist zu lesen: ..... musste die Vorstellungen wegen Herzschwäche absagen.

anderorts: nach schweren Krämpfen musste er die Rolle aufgeben

anderorts: Am Donnerstag litt er unter starken Kolikartigen Leibschmerzen

01.12.1969

Wird am Montag nach Zürich geflogen, um sich dort im Züricher Thedasium einer schweren aber erfolglosen Operation zu unterziehen (13)

wo anders steht: am nächsten Tag flog er nach Zürich

zu lesen auch: Nach einer Bauch-Operation, die zunächst gut verlaufen zu sein schien, starb er

woanders steht Operation am Darm

In einer anderen Zeitung ist zu les: nach einer Operation mutmaßlich an Krebs gestorben

01.12.1969

unterzieht sich einer schweren Bauch-Operation im Züricher Theodosianum, die zunächst gut verlaufen zu sein schien

03.12.1969

Mathias Wieman verstirbt am Mittwoch, zwei Tage nach der Operation, am Abend des 03.12.1969, in Zürich im Alter von 67 Jahren.

Mit Mathias Wieman verstirbt der letzte männliche Nachfolger dieser Familie.

Seine letzten Worte galten seiner Frau mit der er 43 Jahre verheiratet war und die die letzten Nächte an seinem Bett gewacht hatte: "Ich danke dir für dieses Glück, das ich an deiner Seite erleben durfte".

05.12.1969

Gustav W. Heinemann in seinem Beileidstelegramm vom 5.12.1969: 

»In herzlicher Anteilnahme an Ihrem Schmerz um den Tod ihres Mannes übermittle ich ihnen mein Beileid. Mit ihnen trauern viele in unserem Land um Mathias Wieman, der zu den letzten grossen Schauspielern der Max Reinhardt Ära gehörte. Wie nur wenige besass er die Gabe, mit seiner Kunst, vor allem aber mit seiner Sprache, Menschen zu beeindrucken. Seine grossen Erfolge im Theater, auf der Bühne, im Film und als Rezitator haben ihn nicht zum "Star" werden lassen. Er war bescheiden und zu wahrhaftig, um dieser Versuchung zu verfallen. So war sein Leben die Eindruckvollste Rolle, die er gestaltet hat.«

05.12.1969

Ivan Nagel in der Süddeutschen Zeitung vom 5.12.1969: 

»Die großen Stunden dieser letzten Jahre waren aber gerade die, in denen er jene hoheitsvoll neutralisierende Vergeistigung, in die ihn schematisch denkende Fernseh-Besetzungschef, Schauspielintendanten und Regisseure verbannten, durchbrechen durfte: in denen er sich zuerst nicht geistige, sondern hart umrissene physische Zustände erarbeitete, um einen Zugang zu den Tiefen der Rollen erzwingen. 

.... Und immer wieder gab es Abende, an denen die Ehrlichkeit seines Metiers, der Ernst seines Interpretationswillens, die Phantasie seiner Menschlichkeit das Wieman-Image besiegten und klarstellten, das hier einer der bedeutendsten deutschen Schauspieler auf der Bühne stand. 

.... In seiner Jugend wollte er Flieger werden. Am größten war er, wenn er auf dem Boden blieb.«

fwa in der Stuttgarter Zeitung vom 5.12.1969: 

»Er führte das von ihm selbst so genannte "Scherenschleiferdasein" eines wandernden Rezitators, eines Funk- und Fernsehsprechers mit der pädagogischen Hingabe eines der alten Rhapsodien. Was ihn dabei trug, war mehr noch als das Gesicht die Stimme: diese gute, bedächtige Erzählerstimme, die sich nur in seltenen Augenblicke zur dunklen Verzückung steigerte - beim späten, umnachteten Hölderlin etwa, den wir wohl nie wieder so unheimlich entrückt werden. Für gewöhnlich ruhte diese Stimme auf den Stützen eines schier unerschöpflichen Atems. .... Er sprach zu Kriegsgefangenen, Häftlingen, und Bildungshungrigen, oft auch vor Kindern, denen er Storms Geschichte vom "Kleinen Häwelmann" so schön wie kein anderer zu erzählen wusste. "Leuchte, alter Mond, leuchte", heißt es da. Jetzt ist dieses milde Mondlicht erloschen.«

Tagesspiegel vom 5.12.1969: 

»Mathias Wieman lag das Märchen. Manchen seiner Rezitationsabende hat er den Gestalten von Grimm und Andersen gewidmet. Gern zeigte er sich als Podiumssprecher, und wenn er Hölderlin las, pflegte er zuvor eine tiefe Verbeugung vor einer Büste oder einem Bild des Dichters zu zelebrieren. Wieman als Künstler auf der Bühne und dem Podium bekannte sich, zumindest in seinen späteren Lebensjahren, zur Devotion, was ihn in den Zeiten, da Skepsis am Platz gewesen wäre, bisweilen irregeleitet hat, obgleich er niemals im platten Sinne den Nazis nahegekommen ist.«

Hamburger Abendblatt vom 5.12.1969: 

»... Aus jener Landschaft kommen viele der in sich Verschlossenen, der Grübelnden und Hartschädeligen, die nicht in der Masse des Kunstbetriebes versickern, die ihr eigenes Wesen zu bewahren wissen. ...«

Friedrich Luft in Die Welt vom 5.12.1969: 

»Er war eigentlich gar kein Schauspieler, eher immer ein Darsteller seiner selbst, ein Prediger, ein auf etwas mürrische Weise sympathischer Bursche mit einer liebenswert rechthaberischen Stimme und Intonation. 

Er wirkte Immer so, wie wenn er eben eine Zitrone gelutscht habe, ständig etwas zusammengezogen, fast ein wenig beleidigt, so als habe er einen zu großen Teil von der Last dieser Welt zu tragen. Er tat sich schwer und hielt mit seiner interessanten Schwermut in fast keiner Rolle hinter dem Berg. Über den „Wandervogel" war er zur Schauspielerei gekommen. Das hing ihm, im Positiven wie Negativen, bis zu seinem Ende an. Er war nie ein Komödiant, nie einer, dem aus Lust am Spielen das Spiel geriet. Ihn drängte eher, theaterspielend, zu predigen, Menschen zu bessern, zu beeinflussen. Daher denn auch, dass er während des Dritten Reiches sich für Rollen hergab, für die er zu schade war, und dass er versuchte, in der Hitlerjugend auf seine Art missionarisch tätig zu werden. Das missriet ihm.

 Als der Krieg aus war, wurde er eine Art Wanderprediger für gründliche Sinneswandlung. Mit Hölderlin ging er durch die ruinierten Lande wie einstaksiger Prediger durch die deutsche Wüste.« ............

  »Es gibt herrliche Platten und Bänder mit seiner unverstellten, immer etwas trotzigen Stimme. Und wie er Hemingways „Alten Mann und das Meer" intonierte, das bleibt unvergessen, ist dem Laut und Ton dieser Dichtung völlig adäquat. 

Mathias Wieman, auch er von jenem verstörten, schwierigen Jahrgang 1902, war sehr deutsch, wenn man darunter verstehen will, dass es sich einer schwergemacht, dass er sich quält und irrt und nur selten zu lachen wagt. Dabei war er zur Hälfte englischer Herkunft.

Sein männlich schönes Gesicht wird im großen überregionalen Ensemble der deutschen Schauspielerspitze sehr fehlen.«

W. F. vom Linzer Volksblatt vom 5.12.1969: 

»...Die deutsche Schauspielkunst , die so reich an Individualitäten war und es noch immer ist, hat einen Künstler verloren, hinter dessen Namen man das Attribut der Einmaligkeit mit mit besonderem Nachdruck setzt. ...«  .....

»Mathias Wieman ..... wandelte das Bild des „Norddeutschen" in jene Ausstrahlung, die, ohne auch nur einen Deut seiner Ursprünglichkeit zu verlieren, in Wien ebenso ansprach wie im deutschen Binnenland und in der Schweiz. Die westfälische Hintergründigkeit und Versponnenheit kam auch dann zum Vorschein, wenn er Goethe, Hölderlin oder Hemingway las. Auf der Bühne gehörten Tellheim, Faust, Prospero, Brutus, Nathan zu jenen Rollen, in denen sein Wesen sich offenbarte; wo die vordergründige Aktion zum Produkt der Innerlichkeit wird.

Wer ihn gekannt und gehört hat, weiß von seiner tiefen Auffassung seines Berufes, die niemals Zweitrangiges zuließ; deshalb war die Vorbereitung auf eine Lesung oder auf eine Rolle der wesentlichste Akt seiner täglichen Arbeit.« ..........

» ...... seine Glanzzeit begann erst mit dem Tonfilm, dem er sein weiches Organ und sein ausdrucksfähiges Antlitz lieh. Er hat nie enttäuscht; nach dem Kriege enttäuschte ihn der Film. Umso lieber widmete er sich der Rezitation. Er schien wortkarg, vielleicht scheu. Aber vor einem Gesprächspartner, der ihm mit einem echten Problem gegenübertrat, breitete er sein Wissen und die Fülle seiner Gedanken aus. «

Gama im Tageblatt Linz vom 5.12.1969:

»Mit Mathias Wieman, der durch den Film weitesten Publikumskreisen bekannt wurde, ist nicht nur einer der ganz großen, sondern auch einer der nobelsten Charakterdarsteller dahingegangen. Seine leise Sprechweise gehörte zu seiner persönlichen Note, alles Laute widerte ihn an.

Das Künstlerische und das Menschliche verschmolzen bei ihm zu Leistungen, die den Betrachter zu beglücken oder zu erschüttern vermochten. In Worten, Gesten und Blicken konnte Wieman seine Seele offenbaren.« .......

»......... wenn diese Filme für uns, die sie gesehen haben, bis heute als Erlebnis nachwirken, so kommt das nicht zuletzt auf Mathias Wiemans Konto.»

 

06.12.1969

Wolfgang Drews in der FAZ vom 6.12.1969: 

»Als Heinz Hilpert der Freund seiner Jugend, siebzig wurde, zitierte er ihm Meister Eckharts Wort: Die Einzigkeit des Menschen ist seine Ewigkeit. Diese Besonderheit die jeder besitzt, sichtbar bewusst und vernehmbar zu machen sei die Aufgabe. Der Schauspieler Wieman hat sie erfüllt, mit seiner Natur und gegen sie.«

08.12.1969

Im Spiegel 50/1969: 

»Er war von deutscher Art. Er war der große Kammersprecher. Wenn er im Radio Hölderlin rezitierte, wenn er im Kino Robert Schumanns "Träumerei" nachträumte, wenn er auf dem Podium von "Dichtung und Wahrheit" kündete" dann assoziierten seine Volksgenossen Gemüt und Gewissen, Strenge, Herzensbildung und stille Größe. Aus seinem Munde kam "Der alte Mann und das Meer" wie "Faust", bei ihm war der Nathan ein niedersächsischer Bürger. "Es ist für mich immer wieder ein Erlebnis", bekannte der Schauspieler aus Osnabrück, der eigentlich Pilot werden wollte, "zu spüren, wie ich nur durch den Klang meiner Worte Menschen führen und mitreißen kann." Also riß er mit -- bei Max Reinhardt, bei der Ufa ("Patrioten", "Das Herz muß schweigen"), in den Gefangenen- und Flüchtlingslagern der Nachkriegszeit. "Das dichterische Wort", daran glaubte er, "ist mitunter lebensrettend." Er starb nach einer Bauch-Operation in Zürich. Unter heftigen Koliken hatte er auf der Bühne des Hamburger Thalia-Theaters als Pastor Manders in Ibsens "Gespenstern" bis zuletzt seine Pflicht getan. «

14.12.1969

Hans Paetsch, der mit Mathias Wiemans viele Jahre befreundet war, übernimmt im Thalia-Theater die Rolle des Pastor Manders in "Die Gespenster" von Ibsen

Hamburger Abendblatt vom 15.12.1969:

»Nach der Zwangspause, die der tragische Tod Mathias Wiemans dem Ensemble der Gespenster Inszenierung am Thalia-Theater auferlegt hatte, konnte Ibsens Familientragödie unter August Everdings Regie nun wieder in den Spielplan aufgenommen werden. Innerhalb von 10 Tagen hatte Hans Paetsch die Rolle des Pastor Manders bewältigt und trotz der schweren inneren Belastung, die Ihn und seine Partner bedrücken musste, zu einer homogenen, sehr dichten Aufführung beigetragen.«

21.12.1969

Gedächtnisfeier im Schauspielhaus Zürich - Leopold Lindtberg spricht Abschiedsworte (13)  - ausführlicher Text siehe Extraseite

xx.xx.1969

Beerdigung in Zürich?  Wo???? -

xx.10.1972

Erika Meingast konnte den plötzlichen Tod des geliebten Mannes nicht verwinden. Kurz nach dem Tode ihres Mannes starb sie an gebrochenem Herzen.  -

00.10.1972

Im Oktober 1972 wurde die Urnen von Mathias Wieman und Erika Wieman in der Familiengruft auf dem Osnabrücker Johannis-Friedhof überführt und dort beigesetzt.

(aus Osnabrücker Land Heimat-Jahrbuch 1981 Seite 181f)

Dies erfolgte nach dem Tode von Erika Meingast - Wieman der Frau  Mathias Wieman.

 

 

00.00.1970

Fm in Bühnengenossenschaft 22. Jahrgang 1970: 

»Er sagte einmal in einem Interview: Gerade im Vers kommt ein elementares Bedürfnis des Menschen zum Ausdruck, fliegen zu können, und zwar im Geiste, nicht etwa mit Düsenflugzeugen. Das dichterische Wort - ich habe es erlebt -ist mitunter lebensrettend." Bei Mathias Wieman durfte man den veredelnden Einfluss einer großen Künstlerpersönlichkeit, die der Spiegel einer reichen inneren Welt ist, erleben. Er wird unserem Theaterkulturleben sehr fehlen.«

00.00.1970

Theater Rundschau - 16. Jahr: 

»Unvergesslich ist uns allen das charaktervolle Gesicht Wiemans, sein tiefernster Ausdruck, seine großen sinnenden Augen und die Stirnfalten, die von seiner intensiven denkerischen Bemühung zeugten. Ebenso unvergesslich klingt uns seine Stimme nach, ihr warmes Timbre, ihre suggestive Eindringlichkeit, ihre ausdrucksvolle Modulationsfähigkeit. Die Skala der Gestalten, die er auf die Bühne verkörperte.« ..... »Man darf wohl sagen, das Mathias Wieman seine Kunst stets als Dienst am Werk des Dichters aufgefasst hat; diese Gesinnung adelte seine Leistung, die für seine Freunde noch langend maßgebend sein wird.«

Jan. 1970

Bühne-Profil Januar 1970: 

»Er war einer der Stillen, Zurückgezogenen unter den Großen der deutschsprachigen Bühne. Die Macht des Wortes, der Dichtung bedeute ihm alles. Asketisches, ja fast Missionarisches ging von ihm aus, dem Prediger des Leisen, des Menschlichen, dem Pathos und Pose Fremdbegriffe waren und der sich so eigentlich erst in seinen zwei letzten Schaffens- und Lebensjahrzehnten aus fast schwerfällig Grüblerischem in die Bezirke fast heiterer Weisheit durchdrungen hatte. Sein Nathan bleibt unvergessenes Indiz dafür.« ....... ».. ehe er zur Bühne ging, stand eher unter dem Zeichen schroffer, deutscher Kernigkeit mit bezeichnendem Hang zu düsterer Romantik. Dieser schwere Ernst bestimmte auch sein Rollenrepertoire:...«

März 1970 Emil Krauß hat auch zum Tode von Mathias Wieman einen Artikel in der Zeitschrift Glückauf Nr. 4 / März 1970 veröffentlicht 

»Mathias Wieman ist heimgegangen. Er gehörte zu jenen großen Künstlern, die jahrein, jahraus im Erzgebirge, in Schwarzenberg, rezitierten, sangen, spielten wie z. B. Schlusnus, Professor Erb, Elly Ney, Hölscher, Heinrich George. Was ihn vor allen anderen auszeichnete war, dass er auf Veranstaltungen unseres erzgebirgischen Volkstums mitwirken konnte, dass er die Erzgebirgler genau so schätzte wie sie ihn.

Drei Beispiele:

Da war auf der Bühne unser Fürstenbrunn aufgebaut, so original wie nur möglich, die Möbel waren da, die schönen Bilder, die Rüstungen, das Zinn. Der unvergessene Ullmann Paul saß im Kreise seiner Schnitzer, sie spekulierten, Frau Rosl brachte „Bier und Kas“. Beim Diskutieren gerieten die Männer aneinander, ob der Kunz von Kauffungen ein Mann war, der sein Recht vertrat oder ein ganz ordinärer Kindsräuber. Da griff der Kunz persönlich ein, geschient und geharnischt. Wieman übernahm die schwierige Rolle und sie gelang ihm meisterhaft.

 

An einem Adventsabend 1944 war er der Wanderer, der übers Gebirge kam. Auf der Bühne stand eine große Tanne in einer winterlichen Landschaft. Er war vermummt und setzte sich aus der Tiefe der Bühne kommend auf eine Bank. Niemand hat ihn erkannt, dann aber ein jeder, als er den den Trostgesang aus dem Dreißigjährigen Krieg von Paul Gerhard sprach: „Und dennoch musst du drum nicht ganz in Traurigkeit versinken, Gott wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken, steh in Geduld, wart in der Still und laß Gott machen wie er will. Er kanns nicht böse meinen.

 

Auf einer vorzüglichen Erzgebirgsplatte spricht er eine Geschichte von Dr. Walter Fröbe. Man hat ihn zu Recht dafür ausgewählt. Frau Erika Wieman schickte mir eine Postkarte mit dem „Neuen Anbruch“ zurück: „Wir brechen neue Gänge auf, das Glöcklein klingt Glückauf Glückauf.“ Wieman hat sie viele Jahre aufgehoben und oft bei sich getragen, eine Erinnerung an das Erzgebirge.«

 

Das wartete schon auf ihn und uns

- es hat nicht sollen sein -

04.02.1970

Ein geplantes Gastspiel in der Rolle des Pastor Manders im Stück "Gespenster"  am Wiener Burgtheater kommt, in der Besetzung mit Mathias Wieman, nicht mehr zustande, das Stück ist hier mit dem eingesprungenen Hans Paetsch zu sehen.

in einer Wiener Zeitung:

»Für den plötzlich verstorbenen Mathias Wieman, der ursprünglich den Pastor Manders spielte, sprang Hans Paetsch ein. Er tat - mit großer Gestik und theatralischem Kanzelton - des guten zu viel.«

Februar

1970

Ein geplantes Gastspiel in der Rolle des Pastor Manders im Stück "Gespenster"  am Akademie Theater in ........... kommt nicht mehr zustande. 

Sommer 

1970

Ein geplanter Auftritt als Geist von Hamlets Vater in William Shakespeares "Hamlet" unter der Regie von Oskar Werner auf den Festspielen in Salzburg kam nicht mehr zustande

Damit uns Mathias Wieman unvegessen bleibt

01.03.1974

Wiederausstrahlung im WDR des 1930 entstandenen und 1933 zum Hörspiel umgeschriebenen Dramas von Hans Rehberg "Preußische Komödie", das in Berlin produziert wurde, und in dem Mathias Wieman den Hamlet und Louis Ferdinand spricht.

 

17.11.1974 Ausstrahlung des Films "Das Herz muss schweigen" um 15:30 im ZDF

09.05.1976

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "9. Mai 1876 - Geburtstag des Schriftstellers Ernst Hardt" wird eine Szene aus der Hörspielproduktion des Stückes "Woyzeck" von 1930, zu dem Hardt Regie führte, mit Mathias Wieman und Leo Reuss ausgestrahlt.

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

23.06.1977

 Mathias Wieman, wäre heute 75 geworden.

23.06.1977

Der WDR 2 erinnert im Rahmen seiner Sendung "Zeitzeichen" an den Geburtstag des Schauspielers Mathias Wieman, der heute 75 geworden wäre.

Es werden in der 15 Minuten Sendung, beginnend 9:05 Uhr, folgende Ausschnitte ausgestrahlt:

Gedichtsrezitation "Du bist die Ruh ...." von Josef Guggenmoos

"Brot und Wein" von Friedrich Hölderlin" 

das Kindergedicht "Das bucklige Männlein"

Gedichtsrezitation "Faust" von Johann Wolfgang von Goethe

und Auszüge eines Interviews des RIAS aus dem Jahre 1958 über Wiemans Schauspielkarriere in Berlin

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

08.11.1978

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "8. November 1913 - Uraufführung des "Woyzecks" von Georg Büchner" wird eine Szene aus der Hörspielproduktion des gleichnamigen Stückes von 1930 mit Mathias Wieman und Konstanze Menz ausgestrahlt.

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

22.05.1979

Ausstrahlung der Lesung einer Erzählung "Der Sarg ist bereit" von Luigi Pirandello über den NDR - 28´45" - -

eine  Aufzeichnung  vom 18.04.1956

04.08.1980

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "4. August 1875 - Todestag des dänischen Dichters Hans Christian Andersen" wird auch ein Teil der von Wieman gelesenen Märchen von Andersens ausgestrahlt.

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

20.11.1983

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "20. November 1858 - Geburtstag der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf" wird auch die Lesung des Anfangs der Legende vom Rotkehlchen (WDR DOK 1434/4+5) gelesen durch Mathias Wieman verwendet.

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

15.09.1985

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "15. September 1945 - Zeitzeichen aus Deutschland - Die neue Schule" wird auch ein Ausschnitt aus dem Rundfunkgespräch zwischen Axel Eggebrecht und Mathias Wieman vom 5.9.1945 zu Wiemans Verstrickung in den Nationalsozialismus über den fehlgeleiteten Idealismus (NDR D 686/1) ausgestrahlt .

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

15.10.1985

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "15. Oktober 1945 - Zeitzeichen aus Deutschland - Neubeginn mit Demokratie" wird wiederum ein Ausschnitt (3'12") aus dem Rundfunkgespräch zwischen Axel Eggebrecht und Mathias Wieman vom 5.9.1945 zu Wiemans Verstrickung in den Nationalsozialismus verwendet.

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

09.02.1986

Der WDR 2 in seiner Sendung "Zeitzeichen" - "9. Februar 1956 - Der Schauspieler Mathias Wieman liest Märchen"

Es wird unter anderem in der 15 Minuten Sendung, beginnend 9:05 Uhr, die Lesung des Märchens "Rotkäppchen" (WDR DOK 1102/4) das Wieman vor genau 30 Jahren in der Sendung "Der kleine Sandmann" gelesen hatte, ausgestrahlt

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

24.02.1986

22.45 Uhr. West III.  (Montag)

Wiederausstrahlung der am 2.12.1954 live gesendeten TV-Fassung des Stücks "Unsere kleine Stadt" von Thorton Wilder

25.02.1986

Nord III., 21.00 Uhr (Dienstag)

Wiederausstrahlung der am 2.12.1954 live gesendeten TV-Fassung des Stücks "Unsere kleine Stadt" von Thorton Wilder

26.02.1986

Hessen III., 22.20 Uhr (Mittwoch)

Wiederausstrahlung der am 2.12.1954 live gesendeten TV-Fassung des Stücks "Unsere kleine Stadt" von Thorton Wilder

28.02.1986

Bayern III., 20.15 Uhr (Freitag)

Wiederausstrahlung der am 2.12.1954 live gesendeten TV-Fassung des Stücks "Unsere kleine Stadt" von Thorton Wilder

12.12.1986

Ausstrahlung der Lesung einer Erzählung "Der Sarg ist bereit" von Luigi Pirandello über den NDR - 28´45" - -

eine  Aufzeichnung  vom 18.04.1956

04.09.1988 Ausstrahlung des Films "Wetterleuchten um Maria" um 20:15 im ZDF

26.09.1990

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "26. September 1945 - Die US-Militärregierung erläst ein Entnazifizierungsgesetz" wird auch ein Interviewtext von Axel Eggebrecht über den Fall Mathias Wieman ausgestrahlt .

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

18.05.1992

Der Bayrische Rundfunk strahlt das Hörspiel "Woyzeck" von Georg Büchner aus.

Es handelt sich hierbei offensichtlich um die in 1930 produzierte Aufzeichnung- Mathias Wieman sprach damals den Woyzeck.

 

Eine Ausstrahlung zum 90. Geburtstag von Mathias Wieman ?????

01.01.1993

Wiederausstrahlung der am 09.02.1956 aufgezeichneten Märchen "Der Rumpelstilzchen" (Gebrüder Grimm) - 7'00"  und des am 29.02.1956 aufgezeichneten Märchen "Jorinde und Joringel" (Gebrüder Grimm) - 8'40"- durch den WDR

02.01.1993

Wiederausstrahlung des am 09.02.1956 aufgezeichneten Märchens "Der kleine Häwelmann" (Theodor Storm) - 7'40" und des am 6.04.56 aufgezeichneten Märchens "Der dicke fette Pfannekuchen" (unbekannter Herkunft) - 2'32" - durch den WDR

13.04.1995

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Das Tagesthema" - "Das Kreuz mit den bunten Eiern - zur Bedeutung des Osterfestes heute" wird auch ein Ausschnitt (1'42") aus Goethes Faust I " Osterspaziergang gesprochen von Mathias Wieman ausgestrahlt

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

14.04.1995

Wiederausstrahlung des am 06.04.1956 aufgezeichneten Märchens "Der dicke fette Pfannekuchen" (unbekannter Herkunft) - 2'32" -,  durch den WDR

23.08.1995

Im Rahmen der WDR 2 Sendung "Zeitzeichen" - "23. August 1960 - Der bis dahin größte Frosch mit einer Gesamtlänge von 81,5 cm wird in Äquatorialafrika entdeckt" wird auch ein Teil des von Wieman gelesenen Märchens "Der Froschkönig" ausgestrahlt.

(entnommen aus vom WDR Schallarchiv-Wortdokumentation zur Verfügung gestellten Daten)

24.05.1999

Wiederausstrahlung des am 09.02.1956 aufgezeichneten Märchens "Der Kleine Häwelmann" (Theodor Storm) - 7'40" - im Rahmen der Reihe "Als das Wünschen noch geholfen hat - Tausendundein Märchen im WDR"

31.12.1999

Wiederausstrahlung des am 06.04.1956 aufgezeichneten Märchens "Der dicke fette Pfannekuchen" (unbekannter Herkunft) - 2'32" -,  im Rahmen der Reihe "Als das Wünschen noch geholfen hat - Tausendundein Märchen im WDR"

11.01.2000

Ausstrahlung der Lesung einer Erzählung "Der Sarg ist bereit" von Luigi Pirandello über den NDR - 28´45" - -

eine  Aufzeichnung  vom 18.04.1956

28.03.2000

bis

07.04.2000

 

Juni 2000

 

18.12.2000

bis

28.12.2000

Wiederholung der wohl berühmtesten Geschichtensammlung der Weltliteratur "Erzählungen aus den 1001 Nächten", präsentiert in der Reihe "Am Morgen vorgelesen"  auf Radio 3 des NDR. Vorgelesen von Mathias Wieman - vom NDR 1963/64 produziert.

Die Erzählungen werden durch den Verlag LITRATON als CD Fassung herausgebeben und sind jetzt im Handel erhältlich

 

hier noch weitere Daten eingeben

08.05.2004

09.05.2004

 

Wiederaufführung des Filmes "Begnadete Hände, Tilman Riemenschneider - seine Zeit, Sein Leben, sein Werk" produziert vom Filmemacher Alfred Erhardt im Jahre 1955. Sprecher des Filmes Manfred Hausmann und Mathias Wieman. 

Die Aufführung erfolgte im Rahmen einer Matinee am 08.05.2004 um 16:30 und am 09.05.2004 um 11:00 im Cinemax in Würzburg, Veitshöchtsheimer Strasse 5 zum 1300-jährigen Stadtjubiläums der Stadt Würzburg  - in Zusammenarbeit mit dem Mainfränkischen Museum.

Eine Einführung zum Film und zum Werk des Filmemachers Alfred Erhardt gaben Dr. Jörg Rosenfeld, Berlin, und Dr. David Klemm, Hamburg, die den Film im Staatsarchiv Hamburg wieder entdeckt haben. Mit freundlicher Unterstützung des Cinemax.

 

Mathias Wiemans verschiedene Wohnungsadressen

noch an entsprechenden Plätzen in die Biographie einarbeiten

00.00.1924

Berlin - W10 - Hohenzollernstrasse 14

aus Bühnenjahrbuch 1925 - gilt für rückwirkende Zeit - eventuell 1924 ???

00.00.1925

bis

00.00.1927

Berlin - Schöneberg - Königsweg 18

aus Bühnenjahrbuch 1926 - gilt für rückwirkende Zeit - eventuell 1925 ???

dto. Bühnenjahrbuch 1927, 1928

00.00.1928

Berlin - Friedenau -Bonnerstrasse 5

aus Bühnenjahrbuch 1929 - gilt für rückwirkende Zeit - eventuell 1928 ???

00.00.1929

bis

00.00.1932

Berlin - Wilmersdorf - Bonnerstrasse 5  (Umgemeindung Berlins??)

aus Bühnenjahrbuch 1930 - gilt für rückwirkende Zeit - eventuell 1929 ???

dto. Bühnenjahrbuch 1931 ???, 1932, 1933

Wieman, Mathias, Berlin-Wilmersdorf, Bonner Str. 5. - 1937???

00.00.1937

bis

00.00.1941

Berlin - Charlottenburg - Oldenburgerallee 57a

aus Bühnenjahrbuch 1938 - gilt für rückwirkende Zeit - eventuell 1937 ???

dto. Bühnenjahrbuch 1942 - vorher immer Eintrag im Theater erfragen

00.00.1945

bis

00.00.1947

Stuttgart - Stälinweg 15

aus Bühnenjahrbuch 1948 - gilt für rückwirkende Zeit - eventuell 1947 ???

dto. Bühnenjahrbuch event. auch Bühnenjahrbuch 45, 46 ,47

00.00.1948

bis

00.00.1951

im Bühnenjahrbuch 1949 - 1952 Eintrag ohne Theater ohne Wohnung nur gastiert

00.00.1952 im Bühnenjahrbuch 1953 - im Theater erfragen - Theatereintrag: Schloßparktheater (unter Gäste) + Recklinghausen (also gilt für 1952)
00.00.1953 im Bühnenjahrbuch 1954 +1955 im Bühnenjahrbuch gar nicht eingetragen
00.00.1955

bis

00.00.1951

ab Bühnenjahrbuch 1956 bei Spielstätten der Eintrag Wohnort im Theater erfragen
 

Genaueres noch zu recherchieren

??.??.19??

Zürich hat ihn mit der Rezitation Conrad Ferdinand Meyers "Hutten letzte Tage" in Erinnerung

(Die TAT - Zürich 6.12.1969)

 
Ihering 1932

"Mathias Wieman galt früher als Schauspieler gehemmter Gefühlsrollen. Er schien der ewige Arnold Kramer zu sein, wechselnd zwischen weicher Sehnsucht und verhärtetem Gefühl, böse aus zurückgehaltener Empfindung."

 der vollständige Text ist auf einer Extraseite nachlesbar

Dr.Be. 1949

"Seine Rollen sind nicht die Menschen der großen Taten. Es sind die Menschen, die um der Kunst willen, aus gekränktem Ehrgefühl, in einer Rauschwelt zwischen lauterem Empfinden und Selbsttäuschung im  Ringen um eine neue Zeit und im Kampf um Gerechtigkeit eher leiden als handeln und siegen"

"Mathias Wieman ist nicht der Künstler, der meint, das Kultur zu vermitteln etwas Geräuschvolles sein müsse; er ist nicht der Sprecher, der glaubt, es müsse durch das Wort bis zum letzten ausgedrückt werden, was der Dichter aussagen wollte. Bei ihm bleibt immer noch etwas, das eben nur anklingt und dem Zuhörer noch lange mitfühlend nachzusinnen hat. Wer ihn einmal Märchen erzählen hörte, dem wird dies unvergesslich sein."

(Neue Osnabrücker Zeitung 29.09.1949)

CineGraph

Lexikon

zum deutsch

sprachigen Film

 

Im Film zeitweilig auf die Darstellung einsamer junger Menschen festgelegt, denen die Umwelt feindlich und verständnislos gegenübertritt ("Der Schimmelreiter", "Vorstadtvariete", "Die ewige Maske"), wandelt er sich in den Militärfilmen Karl Ritters, an dessen Drehbüchern Wieman gelegentlich mitarbeitet, zum pathetischen Offizier, unter der Regie von Wolfgang Liebeneiners zum salbungsvollen Ehrenmann im Dienst nazistischer Propaganda ("Ich klage an"). 

Doch am besten gelingen ihm Rollen, in denen er mit kalter Boshaftigkeit (so als Gegenspieler Werner Krauss´ in "Menschen ohne Namen"), mitunter gefühlsarmer Brutalität (deren Opfer in "Angst" Ingrid Bergmann ist) auf Sympathien nicht rechnen kann. 

(Jörg Schöning in: CineGraph, 19xx - Loseblattsammlung) (3) 

- mit freundlicher Abdruckerlaubnis des Verlages edition text + kritik -

Kurowski 1977

"Wieman, der körperlich wenig machte, deutlich Understatement übte, war ein vorzüglicher Schauspieler. Sein Gesicht, das nicht das eines Stars war, eignete sich für Alltagsgeschichten. Seine Stimme, diese berühmte Stimme, schien - sofern sie auf Deklamatorisches verzichtete - "aus Untiefen zu kommen, war Seufzen, wenn nicht geheimes Weinen."

 der vollständige Text ist auf einer Extraseite nachlesbar

Friederike Mat

1956

"Wenn es zwei Möglichkeiten gibt, eine Sache zu erledigen, wird Mathias Wieman immer die leisere und unauffälligere wählen. Er ist kein Mann, der mit der Faust auf den Tisch haut und sich in den Vordergrund drängt. Das heißt aber lange nicht, das sich gegen seine Überzeugung biegen ließe.

Man nannte ihn oft einen "der besten Vertreter des geistigen Deutschlands". Seine buschigen Braunen, die Verträumtheit seiner Augen und die leise, sehr kultivierte Stimme gaben schon vielen ausgezeichneten Filmen ihr Gepräge. Einen Streifen, der Mathias Wieman unter den Mitwirkenden nennt, kann man sich getrost ansehen. Denn dieser große Darsteller verkauft sich niemals einem kitschigen Drehbuch oder einer schlechten Rolle.

Neben seiner Film- und Bühnentätigkeit ist Wieman vor allem als Sprecher und Rezitator hervorgetreten. Wer erinnert sich nicht seiner hervorragenden sonntäglichen Sendung "Das Schatzkästchen", mit welcher er während der Kriegsjahre vielen Menschen Erbauung, halt und Trost vermittelte? Das Echo dieser Sendung war ungeheuer. Man sah in ihr die Rebellion des Geistes gegen den Materialismus der Zeit, ein Bekenntnis zur unvergänglichen Schönheit in den Tagen fallender Bomben.

Trotz seiner Verankerung im Raum der deutschen Dichtung ist Wieman ein "Weltbürger" im besten Sinn des Wortes. Er liebt es, viel zu reisen und unter den verschiedensten Bedingung zu arbeiten. Deshalb geht er auch nur ungern feste Bindungen ein. Ein Vertrag auf lange Jahre hinaus würde er niemals abschließen. Es gibt für ihn keine Grenzen. Weder Landesgrenzen noch Grenzen durch soziale oder wirtschaftliche Barrieren. Immer ist er auf der Suche nach dem "Menschen". Oberflächlichkeit und Arroganz sind ihm fremd. jedem billigen Erfolg weicht wer aus. Seine Rollen sprühen nicht sinnlos Aktivität, sondern runden sich zu tiefempfundenen Charakterbildern." (71)

Munzinger Archiv 1970 Wieman war ein Mann der Stille, der das allzu grelle Rampenlicht der Öffentlichkeit nicht liebte. Er bemühte sich alles theaterhafte abzustreifen und zeigte so ein durch und durch wirklich erlebtes, lebenswahres Spiel. (4)
Reclams deutsches Filmlexikon 1984

Wieman vermittelte im Film einen typisch norddeutschen Menschenschlag, der durch sein schwerblütiges, grüblerisches, teilweise unnachgiebiges Wesen geprägt war.

Von der Spieltechnik her ein analytischer Schauspieler, vermochte Wieman besonders überzeugend Romantiker und Idealisten zu gestalten, die bisweilen zu einer emotionalen oder intellektuellen Verbissenheit neigen. (Reclams deutsches Filmlexikon 1984) (6)

eine weitere Biografie aus dem Buch: Die Gesichter der UFA - Starportraits einer Epoche - Friedemann Beyer - München: Heyne, 1992 erreichen Sie mit einem Klick

Theater Lexikon 1978 Zeichnete sich immer durch geistig-seelische Durchdringung von ihm gespielter Figuren vom Standort eines bürgerlichen Humanisten aus, wobei er zuweilen der Gefahr zu breiter Seelenmalerei erlag; erst in seinen letzten Rollen wurde aus gestandener Konkretheit soziale Konkretheit. (7)

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Stand: 23. Dezember 2009