Mathias Wieman selber schrieb aus Anlass des 175 jährigen Bestehens des Theaters in der Josefstadt zu seinem dortigem Auftritt (101):

»Es war im betrübten Kriegswinter 1941/42 — und Wien schien mir die vom Kriege betrübteste Stadt —, als ich durch viele graue Straßen in denen jedes zweite Geschäft geschlossen war, mit einem Schild im Schaufenster „Wegen Einberufung", zum ersten Mal das Theater in der Josefstadt betrat.

Durch den Bühneneingang, an Hitzenhammers Pförtnerwohnung vorbei, kam ich auf die Bühne und schien mir in einen Bannkreis versetzt, welcher die trostlose Schwermut der Welt ausschloss. Am Abend besuchte ich eine Vorstellung, saß zum ersten Mal im Zuschauerraum, sah den „Blick vom Oberen Belvedere" und den Kronleuchter entschweben: die Wessely spielte das Stück einer Wiener Dichterin, und es war ein solcher Einklang von Raum, hundertjähriger Resonanz, in den Wänden für eine Menschenstimme, solch ein Bannkreis des Wohllauts, dass ich mir wieder und noch mehr geschützt vorkam vor der zerstörenden Schwermut in der Welt, ja, dass ich am nächsten Morgen zu Heinz Hilpert sagte: So wie die Josefstadt möchte ich mir den Himmel für die ganz guten Schauspieler denken; Petrus führt sie an Hitzenhammers Portierwohnung vorbei auf die Bühne und sagt: „Kinder, da dürft ihr jetzt spielen!"«

 

 

 

Emil Krauß:

 

Einmal lud er uns für ein Märchen ein, nur für die Familie. Andersen "Die Nachtigall" und "Das Glück kann in einem Zweige wohnen". 

RECHERCHE - WANN WAR DAS???? WO WAR DASSS??? IN BERLIN????

 

Während meiner Haftzeit habe ich sie den Kameraden oft erzählt. In dem Märchen hat einer alles verloren, und aus den Ästen des herunter gebrochenen Birnbaumes erwächst eben ein neues Glück.

Ein Freund für Jahrzehnte, sein Tod ein großer Verlust.«

 

Emil Krauß hat auch zum Tode von Mathias Wieman einen Artikel in der Zeitschrift Glückauf Nr. 4 / März 1970 veröffentlicht 

 

Da war auf der Bühne unser Fürstenbrunn aufgebaut, so original wie nur möglich, die Möbel waren da, die schönen Bilder, die Rüstungen, das Zinn. Der unvergessene Ullmann Paul saß im Kreise seiner Schnitzer, sie spekulierten, Frau Rosl brachte „Bier und Kas“. Beim Dischkurieren gerieten die Männer aneinander, ob der Kunz von Kauffungen ein Mann war, der sein Recht vertrat oder ein ganz ordinärer Kindsräuber. Da griff der Kunz persönlich ein, geschient und geharnischt. Wieman übernahm die schwierige Rolle und sie gelang ihm meisterhaft.

RECHERCHE - WANN WAR DAS???? WO WAR DASSS??? 

 

An einem Adventsabend 1944 war er der Wanderer, der übers Gebirge kam. Auf der Bühne stand eine große Tanne in einer winterlichen Landschaft. Er war vermummt und setzte sich aus der Tiefe der Bühne kommend auf eine Bank. Niemand hat ihn erkannt, dann aber ein jeder, als er den den Trostgesang aus dem Dreißigjährigen Krieg von Paul Gerhard sprach: „Und dennoch musst du drum nicht ganz in Traurigkeit versinken, Gott wird des süßen Trostes Glanz schon wieder lassen blinken, steh in Geduld, wart in der Still und laß Gott machen wie er will. Er kanns nicht böse meinen.

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Tochter Käthe Krauß: 

»Und wir denken noch an den Besuch von M. Wieman 1955 in Baden-Baden, wo er bei uns oben auf einer Obststiege saß, wir waren gerade erst vom Erzgebirge gekommen. 

RECHERCHE - WANN WAR DAS - Genau????

 

Bei Vaters Buderus-Jubiläum war er da und sprach und auch zu Mi´s Beisetzung auf dem Lichtentaler Friedhof. «

RECHERCHE - WANN WAR DAS????

 

 

 

 

Manfred Kuhnke schreibt in seinem Buch "Väterchen Rowhlt, Freund Franz, die unselige Miss Dodd" (Hans Falladas Besucher in Carwitz):

Aber der für Hans Fallada wichtigste Schauspieler, der seinem Meisterwerk
„Wolf unter Wölfen“ zeitweise sehr zuAnerkennung und Durchbruch verholfen
hatte und mit dem Fallada für eine freilich nur kurze Zeitspanne engere per-
sönliche Beziehungen unterhielt, das war Mathias Wieman (1902 - 1969).
Falladas Roman über die lnflationszeit war im September 1937 im Rowohlt-
Verlag erschienen,Verleger und Autor, Lektoren und Gutachter, Sortimenter und
Buchhändler erwarteten mit äußerster Spannung die Kritiken in der gleichge-
schalteten Presse, an denen das Urteil der NS-Kulturbehördefl abzulesen war.


Dieser Rundfunkbeitrag verhalf Faiiadas großartigem Werk und seinem Schöpfer
wie auch dem Rowohit-Verlag, der es herausbrachte, zu erfolgversprechenden
Hoffnungen, was allerdings nicht von Dauer sein sollte.


Bisher waren~Falladas Erfahrungen mit dem Film ziemlich enttäuschend gewe
sen.War er nicht ein gebranntes Kind? Die Verfilmung von „Kleiner Mann - u‘a.~
nun“ war nach vielversprechenden Vorbereitungen, an denen Künstler wi
BertholdVierte1,K~ u. a.beteiligt gewesen waren, 1933 unter den Einflus~
der NaziverhältniSSe geraten. Das Ergebnis war so schlimm, dass sich Fallada vol
„Fallada wvI~
schrift für einen Bericf~ i~i
Das wurde besonders at~n~ft~ -
geht auf die Rei~e~‘ in Carwitz und Fekflctgb,.
Die Dorfbevölkerung und besonders die Ju~nd ~
lebhaftesten Anteil genommen, z.T als Zaungiiste, erni~e
wie Ursula Schmidt und Christa Utnehmej~ Gottlieb ROhtk~&
Uli Ditzen, und Heinz Kornitzka durften sogar als Kleindai5*
Babelsberg, und ihre Namen erschienen im Vorspann des ferri~
Ältere Carwjtzer erinnern sich noch heute an den Trubel, der di
herrschte. Die Gastwjrtstochter Christa Schönfeld erzählt: „Es
Gastwirtschaft wie ein (iberfall über uns, auf einmal so viele Ä
u‘ie nie, denn alle wollten essen, u‘ir u‘aren das einzige Gasth~
immer die Stube voll. Und dann bei den Filmaufnahmen, es gin
Sonnenlicht - und der Eugen Klöpfe, u‘enn der erst mal beim ES
dann u‘ar er nicht so schnell bereit, u‘ieder aufzustehen. Da konnte d
scheinen, wie sie u‘ollte. Es gab manchen Krach desu‘egen hier in ~
stube.“ 10

Ursula Bartels war damals auch dabei:,, Wir haben alle mitgemacht, €L
insgesamt und dann haben u‘ir für das Geld eine Reise nach ~
gemacht... Wir wussten, dass das ein Buch von Fallada wa, was da t~
wurde.., aber dass Fallada sich bei den Dreharbeiten im Dorf sehen .!
hätte, also ich kann mich nicht erinnern,“
Aber Fallada sollte mit der Verfilmung kein Glück haben: Nach einer Vor
bei Hitler wurde der Film verboten und erreichte erst 1974, Jahrzehnt
Falladas Tod, seine deutsche Erstaufführung.

Ein knappes Jahr nach ihrem ersten Besuch kamen die beiden Wiemans f
schönes Herbstwochcnende am Samstag, dem 19. November 1938, noch e
zu Hans Fallada. „ Vormittag!. ~S~Paziei~ang mit Wiemans“ notierte --
Sonntag, am Nachmittag wurden die Gäste nach Feldberg gebracht,‘
scheinlich fuhr sie Anna Ditzen mit ihrem Auto zum Bahnhof, 12
Diesmal wird es nicht so viel zu verhandeln gegeben haben, feste abseL
Projekte jedenfalls standen wohl nicht zur Diskussion. Vielleicht war Wie
auch vorsichtig geworden, ihm kann kaum entgangen sein, was in den o1~
len Gremien und vertraulichen Kreisen, in denen der Staatsschauspieler
kehrte, über Falladas Ruf und Haltung geredet wurde.Auch die Rivalitä
schen Reichspropagandarn~5~~~ Joseph Goebbels, seinem persöni

~rm iu~-~Freund, und Alfred Rosenberg, dem „Beauftragten des Führers für die Über-
wachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und
Erziehung der NSDAP“, so der offizielle Titel von Goebbels‘ politischem Neben-
buhler um Hitlers Gunst, werden dem ParteigenossenWieman nicht unbekannt
gewesen sein.
So blieben die Folgen von Wiemans erneutem Besuch in Carwitz im Unver-
bindlichen - ein schönes Wochenende mit freundlichen Gästen und herzlichen
Gastgebern, nicht viel mehr.

Allerdings hatte Fallada dem Schauspieler seine schriftstellerischen Dienste an-
geboten, ihm offenbar versprochen, für ihn geeignete Filmstoffe zu schreiben.
Schon am 22. November setzte er sich an die Arbeit:,, Wieman-Geschichten an-
gefangen“. Und eine Woche später: 29. November: „Mutiger Buchhändler‘been-
det“. In den folgenden Tagen tippte er die kleine, ziemlich belanglose Erzählung
ab, und am 18. Dezember ist zu lesen: „MS Buchhändler für Wieman“.
In dem begleitenden Brief schrieb er dem Schauspieler nach Berlin, das
Manuskript sei „doch recht schwach“, aber wenn man aus dem Quabs keinen
Hanswurst mache, könne daraus doch ein recht guter Film entstehen.‘~
In einem Brief teilt das Fallada auch seiner Schwester Elisabeth mit: „Zum
Privatvergnügen und um Wieman, der sich vor einem Jahr sehr für den ‚Wolf
einsetzte, eine Freude zu machen, habe ich gerade eben eine kurze Film-
geschichte geschrieben - vielleicht wird das was.“

Mathias Wieman konnte sich für diesen handlungsarmen und relativ inhaltslo-
sen Stoff überhaupt nicht erwiirmen. 

Schaut man auf die höchst regimetreuen
Filme, bei denen er in tragenden Rollen zu eben dieser Zeit mitgewirkt hat, u. a.
die großen Militärfiline von Regisseur Karl Ritter, mit denen die deutsche
Bevölkerung, besonders die Jugend, für Kriege in Vergangenheit und Zukunft
begeistert werden sollten, Filme mit Heinrich George und Wffly Birgel, die sich
fast ausnahmslos großer nationaler bzw. nationalsozialistischer Stoffe und
Themen annahmen, so werden einem die illusionären Vorstellungen Failadas,
Wieman mit dem „mutigen Buchhändler“ einen brauchbaren Stoff geliefert zu
haben, höchst plausibel.

Die „Abenteuer des Werner Quabs“ wurden, als sie schließlich 1974 bei Ullstein
erschienen, kaum ein Erfolg, sondern machten auch nach mehr als drei Jahr-
zehnten noch immer erschreckend deutlich, wozu Fallada sein Schreibtalent
verschwendet hatte.